16. November 2013

Rezension: Die Bücherdiebin

Titel: Die Bücherdiebin
Autor: Markus Zusak
Verlag: Blanvalet Verlag
Seiten: 592
Preis: 19,95 € (gebundene Ausgabe)

Inhalt

Alles beginnt mit einem Zug, einem toten Jungen und Farben. Liesel Memminger fährt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach München - in eine Pflegefamilie.  Doch noch während der Fahrt stirbt Liesels Bruder. Sie müssen einen Zwischenstopp einlegen. In einem kleinen, der Heimat fernen Dorf wird der Junge begraben. Dem Totengräber fällt dabei ein Buch aus der Tasche und ehe es jemand bemerken kann, hat Liesel sich das Buch genommen und unter ihrem Mantel versteckt: Das Handbuch der Totengräber. Aus Liesel Memimmger wird die Bücherdiebin.

Ein paar Tage später ist sie dann in der neuen Heimat angekommen. Hans Hubermann und Rosa Hubermann haben nicht das erste Mal Pflegekinder bei sich. Ihre eigenen Kinder sind bereits aus dem Haus. Rosa ist eine dauerschimpfende, aber eigentlich gutherzige Frau. Ihr Mann Hans ist ein silberäugiger Anstreicher, der sich dem Regime der Nationalsozialisten soweit wie möglich entziehen möchte. Durch seine Dienste für Juden wurde er ohnehin von der Partei abgelegt.

Liesel fällt es schwer, sich in die neue Umgebung zu integrieren. Nachts wacht sie weinend, schreiend auf. Nicht selten ist ihr Bettlaken durchnässt. Doch dann ist Hans zur Stelle, den sie bald schon Papa nennt. Als Papa das Buch für Totengräber entdeckt, beginnen die Lesestunden. Denn Liesel kann nicht lesen. Und so sitzen die beiden jede Nacht, nach Liesels Albträumen, und lernen lesen.

Liesels Leben normalisiert sich. Sie findet einen besten Freund, Rudi Steiner, geht zur Schule und ist Teil des Bund Deutscher Mädel. Und ab und an stiehlt sie ein Buch. Aber nur dann, wenn nötig. Sie lernt die Frau des Bürgermeisters kennen und darf in deren Bibliothek lesen. Eine glückliche Zeit für Liesel. Doch dann kommt Max. Und mit Max beginnt eine schwierige Zeit. Denn Max ist der Sohn eines ehemaligen Freundes von Hans. Und Max ist Jude.

Max lebt von nun an im Keller der Hubermanns, versteckt und umkämpft. Liesel lernt ihn als guten Freund zu lieben. Die Familie ist ein gutes Team. Gemeinsam trotzen sie den Gefahren des Regimes. Bis Hans einen Fehler begeht, Max gehen muss und dann zerstört eine Bombe das Leben der Bücherdiebin.

Meinung

Es ist mir wirklich schwer gefallen, euch den Inhalt wiederzugeben. Die Bücherdiebin ist in meinen Augen ein sehr komplexes, sprachgewaltiges Buch. Nicht umsonst heißt der Blog nach diesem Buch, nach Liesel Memminger. Die Geschichte wird aus der Sicht des Todes geschrieben. Immer wieder bringt dieser Einschübe, die ihn charakterisieren und ein paar Hintergrundinfos bieten. So lernt man, den Tod zu mögen. Zum Beispiel fand ich es sehr schön, als dieser beschrieb, dass der Krieg sein Arbeitgeber sei und er sich dessen Willen beugen muss. Und so weiter und so fort. Also wirklich... Gänsehaut. Das Buch ist so packend und liebevoll, so traurig und schön geschrieben, dass ich nicht selten Tränen in die Augen bekam. Das Buch zeichnet auf eine ganz besondere Art und Weise das Bild eines Mädchens, das im Nationalsozialistischen Regime aufwächst. Es zeigt die Schrecken der Zeit auf, aber auch die kleinen Hoffnungsschimmer, die immer wieder vorhanden sind.  Ich kann das Buch eigentlich jedem ausnahmslos empfehlen. All jenen, die sich für Geschichte interessieren. Jene, die sich für eine gute Romanidee interessieren. Und jene,  die einen gewaltigen und guten Schreibstil lesen möchten.


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