29. Dezember 2014

am Montag, Dezember 29, 2014 2 Kommentare
Meine liebe Livia veranstaltet morgen, am 30.12. 2014 ab 16  Uhr wieder ihr gemütliches Lese-Miteinander. dazustoßen könnt ihr auch später :) Es lohnt sich wirklich und macht jedes Mal riesen Spaß :) 



26. Dezember 2014

Zorn des Himmels v. Richard Dübell

am Freitag, Dezember 26, 2014 2 Kommentare


"Er toste, brüllte   und röhrte, er brachte Häuser und Kirchen zum Einsturz, verschlang ganze Wälder und begrub fruchtbare Felder unter erstickendem Schlamm, bis auch der letzte Sünder sich schreiend zusammenrollte und seine Seele in Todesangst diesem zornigen Gott empfahl. Es war Gottes Zorn, aber er war nur ein Vorspiel zu dem, was noch kommen sollte. "



Zorn des Himmels


Autor: Richard Dübell
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten der Printausgabe: 400
Preis: 19,99 €
Hier kaufen: Bastei Lübbe

Klappentext

Frankfurt, im Jahre des Herrn 1342. In der Ferne ballen sich dunkle Wolkentürme zusammen, Wetterleuchten erhellt den Himmel und Gerüchte von Überflutungen im Südosten des Reiches kursieren in den Straßen und Gassen der Stadt. Die junge Fährmannstochter Philippa ahnt nicht, dass der heranziehende Sturm ihr Leben für immer verändern wird. Sie verliebt sich in einen Mann – einen Mann, der einen Mordanschlag auf den Kaiser planen soll. Und während sich der Zorn des Himmels über Frankfurt entlädt und eine Katastrophe ohne Gleichen einläutet, muss Philippa eine Entscheidung treffen, die über Leben oder Sterben des Kaisers bestimmt ...

Inhalt in eigenen Worten

Philippa, die Tochter des Fährmanns Rupprecht, fühlt sich in den Fluten des Meyn  in Sassenhusen am wohlsten. In ihrem kleinen Schiff bricht sie auch auf, als ihr Vater ihr verkündet, dass sie Albrecht heiraten soll. Sie lässt sich auf den Wellen des Flusses treiben, der ihr seltsam verändert vorkommt. Als sie einen Leichnam sieht, dessen Antlitz erschreckend menschlich wirkt, den sie jedoch als Tierkadaver abtut, gerät Philippa in Unruhe. Erst die Bekanntschaft mit dem mysteriösen Unbekannten kann sie zurück in die Realität holen. Jedoch waren dies nicht die letzten beunruhigenden Veränderungen, die der jungen, eigensinnigen Frau an ihrem geliebten Meyn auffallen.

Ebenjener Unbekannte, er wurde von Nonnen Mathias genannt, sorgt nur kurze Zeit darauf in  mit seinen herausragenden Kampfkünsten für Aufsehen in Franchenfurt, dabei wäre es ihm angesichts seines Gedächtnisverlusts ganz lieb unerkannt und unbeachtet zu bleiben. Auch ein Deutschritter, ein Stiftspropst und viele weitere Gestalten reihen sich in die Dramatis Personae ein. Die wichtigste, auf historischen Tatsachen basierende Person: Kaiser Ludwig I. von Wittelsbach. Der Kaiser erfährt besonderen Schutz in den Mauern Franchenfurts, da gemunkelt wird, ein Meuchelmörder sei auf ihn angesetzt. Und dann kam die Flut...

Meinung

SPANNUNG
Das erste Kapitel des Buches macht einen guten Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Dübell beschreibt die Magdalenenflut so plastisch und meisterhaft, dass man sich in das Geschehen hinein versetzt fühlt. Langeweile kommt in diesem Roman definitiv nicht auf, da ein Ereignis das andere jagt ohne aber zu aufdringlich zu wirken. Besonders spannend fand ich, dass Zorn des Himmels eine reale Begebenheit bearbeitet. Ich muss gestehen, dass ich stets auch während der Lektüre vor dem PC  hing, um historische Realität und Roman  abzugleichen. Während das Buch für "normale" Leser bereits spannend ist, ist es für jene, die sich für das Deutsche Mittelalter interessieren, regelrecht packend und anregend. Das Drumherum um Mathias und Philippa tritt da schon ein wenig in den Hintergrund.

PERSONEN
Die Personen in Dübells Mittelalterroman sind eigentlich nur Beiwerk, denn das eigentliche Augenmerk liegt auf dem Meyn, den Naturgewalten, der Katastrophe. Vielleicht liegt es daran, dass Philippa und co. nicht unbedingt dazu einladen, sich mit ihnen zu identifizieren, mitzufiebern. Da "Zorn des Himmels" jedoch gerade davon lebt, das Magdalenenhochwasser zu veranschaulichen, wäre eine Konzentration auf die  Einzelgeschicke der Personen womöglich gar nicht so förderlich für die Wirkung des Romans.

SPRACHE & AUFBAU
Bereits auf der ersten zum Roman gehörenden Seiten hat mir das Buch unglaublich gut gefallen, denn dem eigentlichen Text geht eine Übersicht der Schauplätze und Personen voran. Dabei werden die Personen, die auf historisch authentischen Persönlichkeiten basieren, noch einmal gesondert hervorgehoben. Ich persönlich empfand das als sehr angenehm und habe mich immer wieder dabei ertappt, wie ich auf die Seiten zurück blätterte um nachzuschauen. Desweiteren möchte ich besonders positiv die Verwendung der historisch korrekten Ortsnamen hervorheben. Frankfurt wird zu Franchenfurt. Der Main zum Meyn. Sachsenhausen zu Sassenhusen. Man fühlt sich dadurch so richtig ins Deutschland des 14. Jahrhundert hinein katapultiert, was mir unglaublich gut gefallen hat.

Was mir jedoch weniger gut gefiel war, das man besonders zu Beginn des Romans eher schwer hinein findet. Manche Sätze sind recht kompliziert  und verschachtelt formuliert, was ein mehrmaliges Lesen notwendig machte. Dieses Stocken hat natürlich den Lesefluss beeinträchtigt. Jedoch gibt sich das mit der Zeit. Wenn man einmal hinein und seinen Lesefluss gefunden hat, kann man das Buch kaum noch fortlegen.


KAUFEMPFEHLUNG
Der Roman ist rasch gelesen, da man ihn nur ungern aus der Hand legen möchte sobald man einmal in dessen Sog geraten ist. Besonders zu empfehlen ist dieses Buch für jene, die historisch interessiert sind.

FAZIT 
"Zorn des Himmels" ist ein packender Mittelalterroman, der das ganze Unheil der Magdalenenflut im Juli 1342 meisterhaft veranschaulicht und den Leser Teil der Katastrophe werden lässt, ohne dass dieser nasse Füße fürchten muss. Ich habe lange überlegt, ob der fünfte Stern eventuell während der eher blassen Personen abgezogen werden sollte. Ich bin allerdings zu dem Entschluss gekommen, volle Punktzahl zu geben. Es ist nicht Sinn und Zweck des Romans, das Schicksal der Personen zu beleuchten, sondern die Flut darzustellen. Und das gelingt Dübell erstklassig, mitreißend, abenteuerlich.



Vielen Dank an Bloggdeinbuch.de und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar! 







12. Dezember 2014

Gemeinsam Lesen

am Freitag, Dezember 12, 2014 0 Kommentare
Leider poste ich recht verspätet die Antworten zum "Gemeinsamen Lesen". Mich hatte es wirklich voll erwischt: Fieber, röschelnder Husten, triefende Nase, ein Kopf so hämmernd und matschig wie Brei. Na super! Und in dem Zustand musste ich mich in die Uni schleppen, da ich nicht fehlen konnte in den Sitzungen dieser Woche. Aber jetzt ist es einigermaßen (wenn auch noch nicht ganz) überstanden. 

Diese Woche kommen die Fragen von Schlunzenbücher.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 
Ich lese zu Zeit Stolz und Vorurteil von Jane Austen. Ich bin auf Seite 221.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
"Aber sein Stolz, sein widerlicher Stolz!"

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? 
Ich muss sagen, die Romane der Frauen um 1800 herum begeistern mich immer wieder sehr. Sie zählen zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und auch Stolz und Vorurteil ist gerade im Begriff, sich zu so einem Lieblingsbuch aufzuschwingen. Ich finde es äußerst faszinierend, wie unterschiedlich auch die Schreibkulturen waren. Die Britischen Schriftsteller (nicht nur die Frauen) haben meiner Meinung nach deutlich schöner, anschaulicher, begreiflicher, usw usf geschrieben. Die Deutschen in dieser Epoche waren sehr kopflastig und zu sehr aufs Philosophieren aus, was ihre Werke meiner Meinung nach schwieriger lesen lässt.  Man muss teilweise richtig angestrengt lesen, um dem Handlungsstrang folgen zu können. Zudem sind innere Monologe, bzw. "Schwafel-Stellen" sehr häufig. Eine rechte Spannung kommt da nicht auf. Ganz anders bei den Engländern - oder bilde ich mir das nur ein?!

4. Lest ihr Bücher immer nur einmal, oder gibt es auch Bücher die ihr mehrmals lest?
Definitiv lese ich Bücher mehrmals wenn sie mir gefallen. Die Bücherdiebin z.B. steht bereits zum dritten Mal auf meinem SuB und auch Panem werde ich bald noch einmal lesen. Die unendliche Geschichte und Momo möchte ich auch bald wieder lesen. Den Hobbit. Die Harry Potter Bücher. Nicht jedes Buch ist es "wert" zweimal gelesen zu werden, da bin  ich froh wenn ich es beim ersten Mal nicht in eine Ecke knalle. Aber gute Bücher setzen bei mir definitiv keinen Staub an. 

6. Dezember 2014

Glasgesichter (eBook) von Cordula Hamann

am Samstag, Dezember 06, 2014 0 Kommentare

"Er schüttelte den Kopf über so viel Gewalt in dieser Stadt und wechselte den Sender, bis er Musik hörte. "Was gibt es nur für grausame Menschen!", murmelte er und war wieder einmal froh, dass er seinen einsamen Rückzugsort hatte, in dem kleinen Brandenburger Dorf, in dem die Welt noch in Ordnung war."

Glasgesichter


Autor: Cordula Hamann
Seiten der Printausgabe: 352
Preis: 9,99 €
Hier kaufen: Mira Taschenbuch

Klappentext

Ein schlechter Scherz - oder tödliche Gefahr? Die Galeristin Andrea Wahrig erhält eine anonyme Morddrohung, als sie die spektakulären Bilder eines jungen Berliner Künstlers ausstellen will ... Gesichter, farbenfroh gemalt auf Glas, im Todeskampf verzerrt - die spektakuläre Bilderserie des jungen Künstlers Maximilian Ross soll der Galerie von Andrea Wahrig den Durchbruch bringen. Da erhält sie einen anonymen Brief: "Sagen Sie die Ausstellung ab oder jemand, den Sie lieben, wird sterben." Andrea glaubt zunächst an einen schlechten Scherz. Bis ihre Mutter verschwindet. Und urplötzlich weigert sich auch Maximilian, seine Bilder auszustellen. War die Drohung etwa von ihm? Hat er etwas mit dem Verschwinden von Andreas Mutter zu tun? Fieberhaft beginnt Andrea nachzuforschen. Während sie dem grausamen Geheimnis des Künstlers immer näher kommt, liegen Pinsel und Farben schon bereit, für das nächste gläserne Totenbild ...

Inhalt in eigenen Worten

Jeder kennt die farbenfrohen Glasmalereien, die man in Kirchen findet. Glasbilder wie diese malt der junge und vielversprechende Künstler Maximilian Ross, dessen Werke die Galeristin Andrea Wahrig  in ihrer Galerie präsentieren möchte. Doch die Werke des Berliners werden nicht von biblischen Motiven getragen, sondern von angstverzerrten Schreckensfratzen. Doch Maximilian macht einen Rückzieher, möchte seine Glasgemälde nicht ausstellen. Die plötzliche Meinungsänderung des Künstlers geht damit einher, dass Andrea Drohbriefe bekommt. Sie solle die Ausstellung absagen, sonst werde ihrer Mutter etwas passieren. Die Galeristin begibt sich auf die Suche nach dem untergetauchten Ross und zögert eine Reaktion auf den Brief heraus. Und eines Tages macht sich Wahrigs Mutter auf den Weg nach Hause, kommt dort jedoch nie an....

Meinung

SPANNUNG
Der Einstieg in den Roman fiel mir schwer. Nach einem sehr spannenden Prolog wurden wir in das eher langweilige Leben einer jungen Galeristin geworfen, die sich über Geldnöte und das mangelnde Vertrauen ihres Vaters in ihre Arbeit beklagt. Der erste Teil des Romans wirkt daher etwas langweilig und langatmig, was womöglich den Leser abschrecken könnte weiter zu lesen. Dann jedoch gelingt Cordula Hamann eine 180°-Wende, denn der Roman nimmt an Fahrt auf. Nach etwa einem Viertel des Buches fällt es nur noch schwer, dieses aus der Hand zu legen.  Die Gedanken des Lesers werden immer wieder in neue, ganz andere Richtungen gelenkt. Ohne aber, dass es verwirrend wirkte. Ich persönlich hatte erst ziemlich zum Schluss (etwa bei 90% des Buches) eine Ahnung, wie alles zusammenhängt und vor allem, in welcher Beziehung der junge Künstler zum Serienmörder steht. Es fällt einem regelrecht wie Schuppen von den Augen, die Lösung setzt sich wie ein Puzzle ganz allmählich zusammen. Man fiebert regelrecht mit und möchte schneller, immer schneller lesen - die Lösung scheint zum Greifen nahe. 

PERSONEN
Andrea Wahrig erschien mir eher oberflächlich. Ich konnte keine rechte Beziehung zu dieser Figur herstellen. Es handelte sich um eine x-beliebige Frau, die durch Zufall in eine dramatische Geschichte verwickelt wurde. Ein bisschen spannender finde ich da schon ihren Verehrer Oleg, über den wir leider nicht wirklich viel erfahren. Maximilian Ross, der Künstler, wird hingegen sehr detailreich und lebendig beschrieben. Man fühlt mit ihm, als er sich endlich verliebt und die Beziehung eine Krise erfährt. In dem Roman geht es vor allem um die Aufarbeitung seiner Geschichte. Das führte meiner Meinung nach dazu, dass Cordula Hamann vor allem auf seine Ausgestaltung Wert legte und dabei die anderen Personen ein bisschen zu kurz kamen. 

PERSPEKTIVE & SPRACHE
Die auktoriale Erzählperspektive finde ich klug gewählt für diesen Roman. Sie gestattet es uns, sowohl die Sicht des Mörders, die Sicht Andreas und auch die Sicht Maximilians nach zu empfinden und in deren Leben einzutauchen.  Eine persönlichere Erzählperspektive hätte dies nicht hergegeben. Die Szenenwechsel zwischen der Galeristin, dem Künstler und dem Mörder empfinde ich ebenfalls als gelungen. Das Verbrechen wird von vielen Seiten belichtet, sodass man als Leser immer ein Stückchen näher an die Wahrheit heranrückt. Leider war die Sprache nicht immer so gewählt, dass der Roman wirklich greifbar und lebendig wurde. Dennoch wusste die Autorin, wie sie ideal Spannung erzielen und aufbauen konnte. Vor dieser Leistung zücke ich meinen Hut.

IDEE
Die Idee ist definitiv das Stärkste an diesem Buch. Je näher man der grausamen Wahrheit kommt, umso mehr rollen sich einem die Fußnägel - sozusagen. Denn hinter den Entführungen steht ein wirklich dramatisches Schicksal und der Versuch, damit umzugehen. Die Glasbilder sind der zentrale Punkt der Geschichte und wenn man einmal versteht, welche Geschichte sich dahinter verbirgt, bekommt man Gänsehaut. Genauo diese Wirkung sollte ein guter Thriller auf den Leser haben!

KAUFEMPFEHLUNG
Das Buch würde ich definitiv jenen empfehlen, die sich ein Buch für langweilige Stunden und Nervenkitzel wünschen, dabei aber keinen Wert auf eine tiefgründigere Nebenhandlung legen! 

FAZIT 
Bei Glasgesichter handelt es sich um einen Roman mit einer unglaublich guten und soliden Storyidee. Allein die Sprache wirkt manchmal zu platt, als dass man sich dauerhaft emotional auf die Handlung und die Protagonisten  einlassen könnte.  Dennoch ist die Handlung so spannungsgeladen, wie man es sich von einem Thriller wünscht! 


Vielen Dank an Bloggdeinbuch.de und Mira Taschenbuch für das Rezensionsexemplar! 






4. Dezember 2014

Gemeinsam Lesen

am Donnerstag, Dezember 04, 2014 0 Kommentare
Diesmal kommen die Fragen wieder von Weltenwanderer :) 


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Glasgesichter von Cordula Hamann und bin auf Seite 166.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Oder sein jüngeres Ebenbild, in die Fußstapfen seines Vorbildes gestiegen.

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Die Entscheidungs dieses Buch zu lesen war eher pragmatischer Natur. Ich habe mich bei bloggdeinbuch.de angemeldet und mich für dieses Buch beworben, da es mir am ansprechendsten erschien und die Promotion auch bald endete. Es klang ja recht spannend, mit den auf Glas gemalten Gesichtern. Die erste Seite war ein wenig abschreckend, gleich der erste Name (das erste Wort überhaupt!) wirkte unsympathisch, allerdings hat sich das Buch dann rasch zu so einem entwickelt, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ich bin wirklich ein langsamer Leser, aber ich habe das Buch in nahezu einem Tag fast komplett verschlungen. Die letzten Seiten werde ich mit Sicherheit heute, spätestens morgen lesen. Dieser Thriller ist wirklich genau so wie man ihn sich wünscht, fürchterlich spannend und irgendwie richtig... abgefahren? Sagt man das so? Auf jeden Fall ist die Idee dahinter unglaublich irre. Positiv und in dem Sinne auch negativ gemeint, denn es ist beängstigend. Allein der Gedanke, dass es so etwas überhaupt geben könnte! 

4. Aus welcher Perspektive ist dein aktuelles Buch geschrieben? Welche Erzählweise bevorzugst du? 
Glasgesichter ist auktorial geschrieben, anders wären die Sprünge mit Sicherheit auch gar nicht möglich zwischen den verschiedenen Protagonisten. Theoretisch habe ich die auktoriale Perspektive auch immer bevorzugt, allerdings entwickelt sich mein Geschmack in letzter Zeit ein wenig in Richtung Ich-Perspektive. Vor allem die Tribute von Panem-Reihe hat mich dazu verlockt. Man fühlt ganz anders mit, wenn die kleine Stimme im Kopf aus der Ich-Perspektive spricht, das ist ja auch irgendwo klar. Aber ich bevorzuge an sich keine der Perspektiven. Meist hängt es ganz von der Geschichte und dem Schreibstil und der Umsetzung des Autors ab, ob die Perspektive gut rüberkommt oder eigentlich ein Griff ins Klo ist. 


3. Dezember 2014

Rezension: Erbarmen von Jussi Adler-Olsen

am Mittwoch, Dezember 03, 2014 2 Kommentare

Erbarmen ist der erste Fall für Carl Mørcks Sonderdezernat Q. Auf 420 Seiten erzählt Jussi Adler-Olsen die Leidensgeschichte der jungen und bildhübschen Abgeordneten Merete Lyngaard, die von ihren Peinigern festgehalten wird und wie der Fall vom Sonderdezernat Q neu aufgewickelt wird. Das Buch erschien im Deutschen Taschenbuchverlag 2009  und kostet 14,90 €.

Inhalt

Die Stimmung der Kollegen bei der Mordkommission schießt in den Keller, wenn Carl Mørck  den Raum betritt. Seit er und seine Partner Hardy und Anker in eine Schießerei gerieten, bei der Hardy schwer verletzt und Anker getötet wurde, ist der Vizekriminalkomissar Mørck  unleidlich. Da die Politik ohnehin ein Sonderdezernat für ungelöste, brisante Fälle fordert, schiebt der Chef der Mordkomission Mørck  kurzerhand in den Keller ab, überreicht ihm einen Stoß Akten und dazu einen lebenslustigen, erfrischenden Syrer namens Assad, der seiner schweren Vergangenheit zum Trotz unbeschwert und sehr neugierig daher kommt. Gemeinsam rollen sie den Fall der Merete Lyngaard wieder auf. Die junge Politikabgeordnete verschwand spurlos an Bord einer Fähre, die sie und ihren nach einem Unfall  geistig behinderten Bruder Uffe in den Urlaub bringen sollte. Merete bleibt verschollen,  ihr jüngerer Bruder muss in ein Heim. Dies geschah 2002. Nun, mittlerweile fünf Jahre später, wollen Mørck  und Assad  herausfinden, ob Merete Lyngaard tatsächlich Selbstmord beging. Doch schnell wird klar, dass die damaligen Ermittlungen schlampig geführt wurden und an der Sache etwas mehr als faul war!

Meinung

Jussi Adler-Olsen gelingt es in seinem Buch, eine gute Balance zwischen dem Fall Merete Lyngaard und dem Privatleben Carl Mørcks  herzustellen.  Allgemein kann man sagen, dass Adler-Olsens Roman sehr lebendig wirkt und tatsächlich aus der Realität gegriffen scheint. Es handelt sich um keinen Super-duper-Komissar, der alles auf den ersten Blick perfekt kombiniert. Es gibt den Fall erschwerende Schwierigkeiten, es gibt Spannung und es gibt eine gute Portion Biografie der Charaktere. Und nichts davon wirkt übertrieben. 

Das Buch ließt sich sehr angenehm und flüssig. Einmal in die Hand genommen ist es schwierig es auch wieder fort zu legen.  Die Personen sind sehr detailliert beschrieben und somit auch greifbarer für den Leser. Die Geschichte rund um Mørck und seine verunglückten Partner ist an sich schon interessant und spricht das Mitgefühl des Lesers an. Assad und Mørck  besuchen Hardy, der seit dem Unfall querschnittsgelähmt ist, regelmäßig und halten ihn über ihre Fälle auf dem Laufenden. Auch Assad ist eine sehr spannende und sympathische Person, die aber definitiv viel tiefgründiger ist als der Leser auf den ersten Blick vermutet. Der quirlige Syrer erweißt sich als durch und durch kompetenten Partner Carl Mørcks, der Assad eigentlich als "Mädchen für alles" einstellte und diesen nun plötzlich als Partner wahrnimmt. Gemeinsam sind sie ein wirklich gutes Gespann, da sie einander sehr gut ergänzen und Assad zu einem Großteil dazu beiträgt, dass Mørck  sich aus seiner verzwickten Situation befreit oder zumindest beginnt, seine Probleme zu bewältigen. 

Spannend ist auch die Vorgeschichte Merete Lyngaards, die die Behinderung des Bruders Uffe erklärt. Ebenso wunderbar durchdacht und höllisch spannend ist die Entführung Merete Lyngaards. Die junge Politikerin wird wie ein Versuchskaninchen in einer Druckkammer gefangen gehalten und ist sowohl der Druckveränderung (jedes Jahr steigt der Druck an), als auch dem psychischen Terror ihrer Entführer ausgeliefert. Adler-Olsen wechselt alle paar Kapitel in die Druckluftkammer und erzählt uns, wie Merete diese Torturen überhaupt überstehen konnte. Wie sie reagierte. 

Rundum ein wirklich gelungener Auftakt für das Sonderdezernat Q und es ärgert mich sehr, dass ich vor dem nächsten Band erst noch eine Reihe anderer Bücher lesen muss und werde. Für Krimifans ist Erbarmen definitiv ein absolutes Muss. 

Einzig die Durchschaubarkeit fand ich etwas schade. Ich habe bereits auf Seite 80 o.ä. geahnt, wer der Täter ist. Bestätigt wurde das Gefühl erst in den letzten Kapiteln. Und trotz meiner Ahnung hat der Roman auch keineswegs an Spannung verloren, eher noch Kapitel um Kapitel dazu gewonnen. Womöglich wusste ich auch so schnell Bescheid, weil meine Mutti das Buch schon gelesen hatte und ich ab und an etwas aufschnappte, wer weiß. Solltet ihr das Buch lesen könnt ihr mir ja berichten, ab wann ihr denn eine Ahnung hattet wer der Täter ist ;)





1. Dezember 2014

Gemütliches Lese-Miteinander

am Montag, Dezember 01, 2014 4 Kommentare

Morgen, am 02.12.2014, veranstaltet die liebe Livia wieder ein Lesemiteinander. Diesmal werde ich voll dabei sein, ihr auch? Meldet euch doch an, es wird auf jeden Fall richtig toll ! Das Lese-Miteinander beginnt 19.00. Ich selbst werde wohl erst gegen 20.15 dazustoßen, aber das macht nix. Denn man kann jederzeit dazustoßen oder auch aussteigen!

NEUNZEHN UHR

Wo lest ihr heute? Lasst ihr uns vielleicht in eure Wohnung rein schauen?
Ich lese am Schreibtisch, da der Rest relativ zugebaut ist :D Kam heute erst spät heim und musste noch lernen, sodass ich heute nicht aufgeräumt habe.

Jussi Adler Olsen: Erbarmen. Cordula Hamann: Glasgesichter. Mein Adventskranz. Und was sich eben so auf meinem Schreibtisch tummelt. 

Was lest ihr heute und wo im Buch beginnt ihr? 
Ich werde Erbarmen weiter lesen. Da bin ich auf Seite 302, also schon recht weit gen Ende. Und dann werde ich evtl. das eBook "Glasgesichter" beginnen, das mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar bei bloggdeinbuch zur Verfügung gestellt wurde.

Habt ihr heute ein Leseziel?
Da ich morgen meine mündliche Prüfung habe, werde ich ab und an die Nase vom Buch ins Lehrmaterial stecken, daher habe ich mir kein wirkliches Ziel gesteckt. Ich hoffe, dass ich bei Erbarmen noch einiges weiterkomme. Mal schauen. 

EINUNDZWANZIG UHR

Wieviele Seiten habt ihr in der Zwischenzeit gelesen?Stolze 15 :D Ich bin ein absoluter langsamleser und.... 

Lasst ihr euch leicht ablenken beim Lesen?
...und ich lasse mich sehr leicht ablenken. Zumal ich eigentlich immer diese blöde Prüfung im Hinterkopf habe heute .___. 

Wie gefällt euch euer Buch bist jetzt? 
Eigentlich wollte ich 21 Uhr eine ganz kurze Pause machen um den Stoff zu wiederholen, allerdings kann ich das Buch gerade gar nicht aus der Hand legen. Absolut spannend! Es geht gerade an die Lösung des Falles, die heiße Phase.

ZWEIUNDZWANZIG UHR

Werdet ihr im Dezember Weihnachts- oder Winterbücher lesen?
Ich würde gern, aber dafür fehlt mir wohl einfach die "Zeit". Ich habe noch so viele Bücher hier liegen, die will ich erst einmal alle lesen ehe ich an etwas Neues oder Anderes denke. Lektüreliste wartet ja auch und eben die Büchereibücher. Zudem habe ich das Leseexemplar, was auch innerhalb der nächsten Tage gelesen werden soll.

Nach welchen Kriterien wählt ihr aus, was ihr als nächstes lest?
Ich habe ja hier auf dem Blog eine kleine Liste von Büchern, die ich gern lesen würde. Da schreib ich mir immer welche raus, ehe ich in die Bücherei gehe. Wenn die nicht da sind (verliehen oder nicht im Bestand) stöbere ich einfach durch die Regale. Ich lese dann immer zuerst eines der Bücher aus der Bücherei, denn die müssen ja zurückgegeben werden. Deswegen türmen sich auch schon die Bücher, die mir selbst gehören. Weil ich die immer nach hinten schieb. Und manchmal entscheid ich auch nach "Platz". Wenn ich weiß, dass ich die nächsten Tage mit schwerer Tasche in die Uni muss wähle ich bewusst ein schlankeres Buch.

Welche Figur in eurer momentanen Lektüre wärt ihr gerne?
Ich glaube, da gibt es keine Antwort darauf. Entweder handelt es sich um psychisch gestörte Antagonisten, von denen gequälte Opfer oder gebrochene Männer, die relativ verzweifelt sind :D Ich würde mit keinem der Figuren tauschen wollen, am ehesten wohl noch mit der Zeugin Helle, die ehem. Haushälterin des Opfers. Die lebt ganz ruhig und unbekümmert mit ihrem Mann auf dem Lande. 


29. November 2014

eReader: Kobo Aura

am Samstag, November 29, 2014 0 Kommentare


Eigentlich bin ich kein Freund von eReadern, da ich das traditionelle Buch stets bevorzuge. Nichts desto trotz lese ich ab und an eBooks. Zum einen weil manche meiner Lieblingsautoren tatsächlich NUR als eBook publiziert werden. Zum anderen, weil es viele der Bücher, die ich gern lesen würde, nicht in der Bibliothek gibt. Um mir diese dann zu kaufen fehlt mir sowohl das Geld, als auch und vor allem der Platz in meinem Zimmer. Hier stapeln sich die Bücher bereits und weiterverkaufen oder gar wegschmeißen ist für mich ein NoGo. 

Manchmal verzichte ich auch bewusst darauf, ein Buch mit in die Uni zu nehmen. Das ärgert mich dann immer halb schwarz, da ich Hin- und Rückfahrt von fast 2 Stunden im Zuge habe. Aber die Schulbücher sind meist so schwer, dass mein Rücken und mein Rucksack um jedes noch so kleine Gewicht weniger dankbar sind. 

Bis jetzt habe ich die eBooks dann auf dem iPad gelesen, allerdings finde ich das nicht sehr handlich, zum anderen tuts mir um den Akku leid. Den brauch ich, da ich mit dem iPad in der Uni arbeite, für andere Dinge. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Freund hat mir gestern den Kobo Aura in pink gekauft :) Mal schauen, das wird sicher eine eher zweischneidige Beziehung. :D 

Wie steht ihr zu eReadern? Lest ihr lieber klassisch oder auf dem Reader? Welchen habt ihr? 

25. November 2014

Gemeinsam lesen!

am Dienstag, November 25, 2014 2 Kommentare


Auch heute bin ich wieder sehr gern beim gemeinsamen Lesen dabei, diesmal auf Schlunzen-Bücher zu finden :) 

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese noch Erbarmen von Jussi Adler-Olsen. Ich bin auf Seite 153. (Ich kam letzte Woche voll wenig zum Lesen =( )

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Ihre Palette hier drinnen kannte nur schwarz und weiß, und sie mischte sich je nach Stimmung.

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich glaube, ich weiß bereits seit Seite 50 etwa wer der Täter ist?! Allerdings tut das dem Buch keinen Abbruch. Es ist so wahnsinnig toll geschrieben, dass es selbst dann noch spannend ist, wenn man das Ende bereits kennt.

Am Wochenende ist der erste Advent! Worauf freut ihr euch in der Adventszeit besonders? Weihnachtliche Bücher, Blogger-Adventskalender oder gibt es noch andere buchige Themen die euch in dieser Zeit ganz besonders freuen?
Mh.... Ich weiß, dass unsere Stadtbibliothek am Adventskalender der Stadt teilnimmt, aber ich freue mich eher auf nicht buchige Dinge zu Weihnachten. Ich bin allgemein ein sehr weihnachtlicher Mensch. Weihnachten ist meine Lieblingszeit im Jahr. Dementsprechend könnte ich Stunden auf dem Weihnachtsmarkt herum schlendern, auf dem Sofa liegen während Weihnachtslieder dudeln und ich liebe es, wenn es so richtig schön kitschig (nicht bunt, eher traditionell!) geschmückt ist! Und die Plätzchen erst! 


24. November 2014

Mockingjay Part I

am Montag, November 24, 2014 0 Kommentare



Am Samstag war es dann endlich soweit: wir entschieden uns spontan ins Kino zu gehen. Natürlich zu Mockingjay Part I. Ich bin ein extremer Panem-Fan und habe nun ewig auf die Fortsetzung der Reihe gewartet. Immer und immer wieder die Bücher gelesen. Auf Facebook betreibe ich mit ein paar anderen eine Fanpage zu Panem. Leider waren die Vorstellungen am frühen Abend alle schon ausgebucht, sodass wir - ich bin Frühaufsteher und auch Frühschläfer! - die Vorstellung um 22.30 besuchen mussten. Die Fahrt allein dauerte auch nochmal gut eine dreiviertel Stunde hin zum Kino. Es war also ein langer Abend, aber es lohnte sich.

Katniss befindet sich in Distrikt 13, der Rebellenzentrale. Peeta haben sie zurückgelassen. Er befindet sich im Capitol, in den Händen Präsident Snows. Die beiden werden gegeneinander ausgespielt. Katniss soll als "Werbefigur" für die Rebellion stehen, sie soll den Spotttölpel spielen. Im Rahmen ihrer Aufgabe bereist sie die zerstörten Gebiete Panems und dreht Propagandavideos, die in ganz Panem gesendet werden, sogar im Kapitol. Peeta hingegen muss entsprechende Videos für das Kapitol drehen, in der Hoffnung den Aufstand niederschlagen zu können. Ganz Panem befindet sich im Aufruhr. Die Distrikte sind zerstört, von Distrikt 12 - Katniss' Heimat - ist nur noch ein Haufen Schutt, Asche und Skelette übrig. Katniss verkörpert die Hoffnung einer seit Jahrhunderten versklavten Gesellschaft. 

Schauspielerisch hat vor allem Josh Hutcherson (Peeta Mellark) geglänzt. Er hat die Rolle des Peeta so überzeugend gespielt, dass mir ganz anders wurde. Einfach grandios! Auch Jennifer Lawrence hat wieder einmal eine fantastische Katniss gemimt. Alles in allem ein sehr herzzerreißender Film. Zwei Jugendliche, die im Namen größerer Mächte missbraucht und gegeneinander ausgespielt werden. Die Darsteller haben das so authentisch herüber gebracht, dass ich mehrfach den Kloß im Hals nur notdürftig herunter schlucken konnte. Besonders als Katniss das Lied vom "Hanging Tree" singt... wahnsinn! Im Original noch viel schöner, als in der Deutschen Synchronisation. Nun muss ich wieder ein Jahr warten. Der Cliffhanger war wirklich eine üble Sache! 

22. November 2014

Grateful & Guilty

am Samstag, November 22, 2014 0 Kommentare

Lieber Kaffee mit Sahnehäubchen und Schokoladensirup, liebe Rindsroulade mit Thüringer Klößen und Rotkohl, liebe Eiscreme mit extra dicker Praliné-Sauce - kurz: Lieber Genuß,

seit Kindheitstagen faszinierst du mich. Nicht nur dein Konsum, sondern auch deine Herstellung. Die ersten Bücher, die ich mit Begeisterung aufschlug, waren Koch- und Backbücher. Die Tage, an denen ich gemeinsam mit Mutter oder Großmutter am Ofen stand, waren die schönsten. Und wer gern kocht und backt, der isst auch gern. Denn man muss kosten, muss sich selbst für die harte Arbeit und die Stunden in der Küche auch belohnen. Und man kann natürlich niemandem etwas anbieten, das man nicht selbst allerbesten Gewissens isst! 

Doch unsere Beziehung wurde kompliziert. Während der Arzt früher stets den mahnenden Finger hob und fragte: "Isst das Kind auch genug?", ja während all die Kleidung an meinem schlaksigen und zu dürren Körper rutschte, hat sich nun alles ins Gegenteil verkehrt. Es muss eine neue Hose her, denn die Alte kneift und kniept an allen Ecken und Kanten, pardon: an allen Rundungen. Wir sehen uns nur noch selten, lieber Genuss. Ich musste meinen Kontakt zu dir einschränken, um nicht noch mehr zu zunehmen. Aber ab und an, wenn niemand hinsieht und verächtlich registrieren kann, dass "die Dicke dort" etwas Ungesundes isst, dann sehen wir uns wieder. Aber psst.... das bleibt unser kleines Geheimnis!




20. November 2014

Sparkling or Still

am Donnerstag, November 20, 2014 0 Kommentare
Ein Ratschlag, der mir bereits mehrfach im Studium begegnete: Schreib mehr, am besten jeden Tag! Wenn man Literatur studiert wird man unweigerlich mit der Aufforderung konfrontiert, nicht nur zu lesen sondern auch zu produzieren. Ein Germanist, so glaubt man, kann sich gut ausdrücken. Er ist ein Jongleur Deutscher Worte. Aber das muss auch ein Germanist erst werden. Und da gilt, wie bei so vielem anderen auch - Übung macht den Meister. Ich habe daher ein bisschen im Internet gestöbert, denn was soll man schon jeden Tag schreiben? Was motiviert einen eigentlich, jeden Tag ein paar Sätze zu Papier zu bringen? 

Bei meiner Suche bin ich dann auf zwei Seiten gestoßen, die mir sehr gut gefallen haben. Zum einen Daily Post. Auf diesem Blog werden täglich kleine Ideen veröffentlicht. Und zum anderen The One Minute Writer, hier wird man aufgefordert eine Minute (exakt!) am Tag zum Beantworten einer kleinen Schreibaufgabe zu verwenden. Ich möchte das (wahrscheinlich) nicht jeden Tag tun, aber wenn die Themen mir zusagen - warum nicht? Und somit kommt hier der erste Tag! 

Ich werde mit Sicherheit so manches dabei ein wenig übertreiben, denn es geht mir mehr um den Umgang mit der Sprache, als dass ich euch einfach stur ein paar Fragen beantworte. Trotzdem fordere ich euch auf: diskutiert mit! Fühlt euch frei, in den Kommentaren eure Sicht darzulegen zum diskutierten Thema! Ich würde mich freuen, mit euch ins Gespräch zu kommen. 

Sparkling Or Still: what's your idea of a perfect day off? 

An einem perfekten freien Tag stehe ich schon am Morgen erholt auf. Der Tag beginnt mit einem gemütlichen Frühstück mit der Familie. Eine dampfend heiße Tasse Kaffee steht vor meiner Nase und verteilt das herrliche Aroma. Den Vormittag nutze ich, um all meine Aufgaben zu erledigen. Und ja, auch an einem freien Tag möchte ich die mir selbst auferlegten Aufgaben (Aufräumen, etwas für die Uni lesen, derlei Dinge) erledigen. Ich fühle mich nur gut, wenn nichts liegen bleibt. Idealerweise - und hier trennt sich die Realität vom Traum - habe ich meine Aufgaben bis zum Kaffeetrinken spätestens geschafft. Danach kuschle ich mich in mein Bett und schaue auf Amazon Instant Prime oder Netflix meine Lieblingssendungen oder schreibe im Internet mit Leuten, die ich mag. Zum Ende des Tages hin fahre ich dann zu meinem Pferdchen oder verbringe Zeit mit meinen anderen Tieren, ehe ich dann mit einer guten Tasse Tee die Arte Dokumentation schaue, die jeden Tag kommt. Ich gehe zeitig ins Bett.

1 min: How's your week going so far? 

Meine Woche läuft ganz gut. Ich habe es ruhiger angehen lassen. Natürlich ist das keine gute Idee so kurz vor der mündlichen Prüfung, aber jeder braucht doch mal eine kleine Auszeit. Zudem habe ich eigentlich, wenn ich es recht bedenke, auch recht oft die Nase ins Buch gesteckt. Trotzdem kam meine Freizeit nicht zu kurz, was dafür spricht das mein Zeitmanagement diese Woche sehr gut ist. 

18. November 2014

Gemeinsam lesen

am Dienstag, November 18, 2014 0 Kommentare

Ich steige nun auch ein in die tolle Aktion "Gemeinsam lesen", bei der jeden Dienstag Fragen gestellt werden die natürlich auch an den folgenden Tagen noch beantwortet werden dürfen. 

Gegründet wurde die Aktion von Asaviel, geführt wird sie nun von Weltenwanderer und Schlunzenbücher.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Erbarmen von Jussi Adler Olsen, da bin ich auf Seite 27. Und Hamlet von keinem Geringeren als William Shakespeare, dort auf Seite 73.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
An diesem Punkt gefror seinem Chef das Lächeln im Gesicht.
Erbarmen

In diesen tiefen Seufzern ist ein Sinn;
Legt sie uns aus, wir müssen sie verstehn.
Hamlet


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Mh.. ich bin ja wie man sieht noch nicht sehr weit gekommen. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie das Buch sich entwickeln wird. Ich lese es eigentlich nur, da es mir auf dem Lesestapel meiner Mutti auffiel. Thriller sind eigentlich nicht so meins.

4.  Es gibt ja unzählige Reihen in unserem Bücherdschungel - bist du ein Fan von Mehrteilern? Welches ist deine Lieblingsreihe?
Ich liebe Reihen. Ich kann sie gar nicht alle aufzählen. Auf jeden Fall die Guildhunter- und PsyChangeling-Reihe von Nalini Singh. Panem, Harry Potter, Herr der Ringe. Die Klassiker eben. Allgemein mag ich Reihen lieber, denn ich trenne mich immer nur schwer von den Personen eines Buches. 

Guten Morgen!

am Dienstag, November 18, 2014 0 Kommentare

Leider konnte ich nicht so am gemütlichen Lese-Miteinander teilnehmen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Erst stieg ich etwas zu spät ein und dann musste ich, von Müdigkeit und Vernunft übermannt, bereits ins Bett. Schade. Das Lese-Miteinander der lieben Livia ist wirklich eine klasse Sache :) Ich freue mich schon aufs nächste Mal, bei dem ich hoffentlich ganz und gar in Ruhe teilnehmen kann. 

In dem Sinne wünsche ich euch einen guten Dienstagmorgen! Macht was Schönes aus dem Tag!  Was habt ihr denn heute so vor? Ich habe heute unerwartet frei und kann/muss den Tag daher für's Lernen und Aufarbeiten nutzen. Gegen drei fahre ich dann zu meinem Nachhilfe-Kind. 

Beste Grüße,
eure Lisa 

17. November 2014

Gemütliches Lese-Miteinander

am Montag, November 17, 2014 7 Kommentare
Die liebe Livia von Samtpfoten mit Krallen organisiert nun schon zum vierten Mal ein gemütliches Lesemiteinander. Los geht es ab 19:30. Ich würde heute auf jeden Fall endlich mal mitmachen :) Falls hier Kurzentschlossene unter euch sind: ihr habt noch ein paar Minuten!

NEUNZEHN UHR DREISSIG
1. Wo liest du heute? Beschreib deinen Leseplatz mit einigen Worten oder lade ein Bild davon hoch, damit wir neugierigen Mitleserinnen und Mitleser ein Auge in deine Wohnung werfen können :-)

Leider hat meine Kamera gerade aufgegeben, deswegen beschreibe ich. Ich werde heute sicherlich schwanken zwischen meinem Bett und meinem kleinen Stühlchen an der Heizung. Ersteres hat eine Leselampe und zig kuschelige Kissen. Zweiteres wird von so einer Weihnachtskette beleuchtet. Ein alter Holzstuhl meiner Urgroßmutter direkt neben der Heizung.

2. Hast du dir ein paar Snacks gerichtet und/oder was gab/gibt es bei dir heute zum Abendessen? 

Ich habe mir von der Tassimo eine lecker heiße Milka machen lassen. Dazu gab es ein Leckermäulchen "Tiramisu". Zum Abendbrot gab es Butterbrot mit Ofenkäse.

3. Was liest du heute?

Hamlet von Shakespeare & Erbarmen von Jussi Adler-Olsen.

ZWANZIG UHR DREISSIG
1. Hast du heute ein bestimmtes Leseziel?

Nicht wirklich. Da ich früh aus dem Bett muss morgen (gegen 3 oder 4, mal schauen wozu ich mich durchringe) werde ich heute leider nicht so lange mitlesen können. Ein oder zwei Kapitel wären schön :)
  
      2. Was ist dein Eindruck zum momentanen Buch?

Ich finde den Protagonisten sehr spannend. Carl Morck ist mal was anderes. Eine zerrüttete Persönlichkeit. Bis jetzt hab ich allerdings noch keinen weiteren Eindruck, da ich gerademal auf Seite 26 angelangt bin. 

      3. Beschreibe die Protagonistin/den Protagonisten des Buches mit fünf Adjektiven.

zerrüttet, beschämt, zynisch, willensstark, tapfer


      4. Wer trinkt ein Glas Wein mit?

Ich leider nicht ^^ Ich trinke keinen Alkohol :D Ich nehm was Alkoholfreies, wenn du was da hast :P

[Rezension] Chronik eines angekündigten Todes

am Montag, November 17, 2014 2 Kommentare

Chronik eines angekündigten Todes
geschrieben von Gabrial García Márquez

Fischer Verlag, 128 Seiten
7,95 €, Taschenbuch

"An dem Tag, an dem sie ihn töten sollten, stand Santiago Nasar um fünf Uhr dreißig morgens auf[.]" So wird bereits auf der ersten Seite, ja sogar im ersten Satz klar, dass Santiago Nasar sterben wird. Auch die Mörder bleiben nicht lange unbekannt. Einzig das "Wie" ist es, dem wir in 128 Seiten auf den Grund gehen. 

Gabriel Garcia Marquez ( 1927 in Kolumbien geboren) geht den letzten Stunden des Halbarabers Santiago Nasar, der in einem kleinen kolumbianischen Dörfchen an der Karibikküste lebt, auf den Grund. In der Nacht vor dem Mord feiert Bayardo San Roman, ein reicher Zugezogener, seine Hochzeit mit einem der schönsten Mädchen des Dorfes. Doch noch vor Tagesanbruch bringt er die Braut zurück in ihr Elternhaus - sie ist nicht mehr unbefleckt. Sie gibt an, Santiago Nasar sei der Täter und das ganze Dorf weiß, dass sich die Zwillingsbrüder des Mädchens an ihm rächen wollen. Jeder weiß es, jeder möchte Santiago Nasar warnen und doch, letztendlich stirbt er.

 "'Santiago, mein Junge', schrie sie ihm zu. 'Was ist mit dir!' Santiago Nasar erkannte sie. 'Sie haben mich getötet, Fräulein Wene', sagte er."

Wer nun glaubt, dass ich mit dem Verraten des Mordmotivs und der Mörder bereits soviel verraten habe, dass es sich nicht lohnt dieses Buch zu lesen, der irrt. Denn darum geht es in "Chronik eines angekündigten Todes" nicht. Es geht um den Tathergang. Wie konnte es zu dem Ehrenmord kommen, den jeder zu verhindern versuchte. Sogar die Täter selbst! Wo und wie stirbt der Mann, dessen Unschuld bis zum Ende des Romans von einigen vermutet wird? 

Wer bereits Werke des Autoren kennt weiß, dass es sich um einen Geschichtenerzähler der Extraklasse handelt. Gabriel Garcia Marquez gelingt es immer wieder, eine eigentlich recht nüchterne Angelegenheit so wortgewaltig (jedoch keinesfalls zu schwulstig!) zu beschreiben. Er ist ein Chronist. Er ist ein Künstler. Seine Werke laden dazu ein, dass man sich für einige Stunden in eine ganz andere, fremde Welt begibt und versucht, diese zu verstehen. Man kann diese Kurzgeschichte allein schon ihrer Wortschönheit wegen lesen. Aber auch, um ein bisschen besser zu verstehen. Und letztlich lehr uns die Geschichte zumindest eines: Das Schicksal wird eintreten. Es ist einfach so.

Von mir auf jeden Fall eine klare Empfehlung für jene, die sich ein bisschen für andere Kulturen (v.a. die südamerikanische) interessieren oder auf der Suche nach Werken sind, die sich durch den besonders künstlerischen Gebrauch von Sprache auszeichnen. Eher nicht empfehlenswert ist dieses Buch für den, der Action und Nervenkitzel möchte. 

15. November 2014

Vom Schreiben über das Schreiben

am Samstag, November 15, 2014 2 Kommentare
Literatur zu verfassen ist eine Aufgabe, die viel Geschick erfordert. Doch auch das Schreiben über das Schreiben ist eine Herausforderung für sich. Als ich damals diesen Blog gründete war ich mir dieser Herausforderung nicht bewusst. Ich habe andere Buchblogs überflogen mit der Absicht herauszufinden, wie genau man so etwas überhaupt schreibt. Ich lese schließlich gern, also kann ich doch auch meine Meinung über das Gelesene kundtun!

So einfach ist es nicht und das wird mir heute umso mehr bewusst. Aus gegebenem Anlass. Wie viele von euch wissen studiere ich Germanistik. Dieses Studienfach sieht, zumindest an unserer Universität, den Besuch eines schreibpraktischen Moduls vor. Zur Auswahl standen viele schöne Dinge: creative writing, Kurzgeschichten schreiben, Lyrik verfassen. Ich schreibe zwar gern, jedoch empfinde ich solche Texte stets als sehr persönlich. Ziel des Seminars war es jedoch, dieses Persönliche öffentlich zum "Zerfetzen" zur Verfügung zu stellen. Man mag mich kritikunfähig nennen, doch dies war der Grund warum ich mich letztlich gegen ein Seminar entschied, das sich mit kreativem Schreiben beschäftigt.

Stattdessen wählte ich ein Modul über Literaturkritik. Nicht etwa weil das Thema mich interessierte, sondern bloß weil ich ein Seminar schließlich machen musste. Mein stets etwas überanstrengtes Köpfchen zog nicht gleich die Verbindung. Ich war mir am Anfang gar nicht bewusst, dass ich als Autorin dieses Blogs natürlich genau das im Blick haben sollte: Literaturkritik. Doch dann fiel es mir natürlich wie Schuppen von den Augen, welche Chance diese Veranstaltung mir als Bloggerin bietet. Ich werde von einer waschechten, etablierten Literaturkritikerin erlernen, wie man das schreibt. Wie man herangeht. Was hinein muss und was nicht.

Zwei Veranstaltungen des Moduls habe ich bereits besucht. Frau Maike Albath  ist eine wundervolle Seminarleiterin. Sehr anschaulich und mit tollen, kreativen Übungen führt sie uns an das Ziel des Seminars heran: das Verfassen einer guten, waschechten Literaturkritik. Eine Erkenntnis ist mir leider bereits gekommen: die bisher auf diesem Blog erschienen Rezensionen sind Welten davon entfernt, was eine gute Kritik ausmacht. Dafür entschuldige ich mich vielmals. Ich habe stets besten Gewissens in die Tasten gehauen. Nun aber, da mir das richtige Handwerkszeug in die Hand gegeben wird, möchte ich genau diese im Studium erlernten Fertigkeiten umsetzen. Dieser Blog ist nicht (mehr) nur für die wenigen Leser von Vorteil, um sich über Bücher zu informieren. Sondern auch mir wird die Übung in der Praxis hoffentlich gut tun.

Ich hoffe, ihr nehmt mir meinen überschwänglichen Elan und Plan, hier das Erlernte an euch zu erproben, nicht übel. Stattdessen lade ich euch ein, gemeinsam mit mir das zu erlernen, was sich Literaturkritik nennt, angeblich ausstirbt und doch gerade in diesen "schwarzen Tagen" so floriert. Vorgenommen habe ich mir bereits, kritischer an Werke heran zu gehen und auch gezielt nach positiven und negativen Aspekten zu suchen.  Aufgabe zum nächsten Seminartag ist es, Schriftproben zu verfassen. Diese werde ich euch nicht vorenthalten. Zu den Büchern, die ich definitiv rezensieren werde, gehören unter anderem: David Wagner "Leben", Gabriel Garcia Marquez "Chronik eines angekündigten Todes" und, ganz klassisch, J.K. Rowling "Harry Potter". Wir werden sehen, wohin mich dieser Weg nun führen wird. 

26. Oktober 2014

Shades of Grey 1: Geheimes Verlangen

am Sonntag, Oktober 26, 2014 0 Kommentare

Shades Of Grey - Geheimes Verlangen
Band 1
von E. L. James

608 Seiten
Goldmann Verlag
12,99 € (Taschenbuch)
Amazon

Inhalt

Anastasia Steele ist eine eher unscheinbare Literatur-Studentin, die bis dato ihr Herz noch nie verschenkte. Während ihre beste Freundin Kate eher vom Typ "Rampensau" ist, verkriecht Ana sich in die Welten der älteren englischen Literatur. Kate ist zudem die Chefredakteurin der Studentenzeitung. Im Rahmen der Abschlussausgabe möchte sie den attraktiven Selfmade-Millionär Christian Grey interviewen, doch gerade an diesem Tag liegt sie mit Grippe im Bett. Ana springt ein.

Bereits die erste Begegnung zwischen Ana und Christian ist prickelnd. Grey schafft es, dass sich die bis dahin jungfräuliche Ana in ihn verliebt. Doch Christian Grey ist nicht der Typ Mann, mit dem man kuschelnd vor dem Kamin sitzt und sich romantische Säuseleien ins Ohr haucht. Er hatte eine schwere Kindheit und ist gar nicht richtig fähig zu lieben, stattdessen hält er sich "Sexsklavinnen". Und eine solche soll Ana werden. Die unschuldige Anastasia verzaubert Grey sofort, es beginnt eine regelrechte Achterbahnfahrt der Gefühle. Ana wagt sich in die Welt des BDSM, ihm zu Liebe. Und er lässt sich auf ein bisschen "mehr" ein. Trotzdem steht immer wieder die Frage im Raum, ob sie es schaffen sich einander so anzunähern, dass tatsächlich etwas Stabiles und Dauerhaftes daraus wachsen kann.

Meinung

James vollführt eine regelrechte Grat-Wanderung zwischen schmierigem Erotikheftchen und romantischem Schnulzenroman. Ich müsste lügen wenn ich behaupte, dass mich die Geschichte von Grey und Anastasia kalt gelassen hat. Man fiebert natürlich mit. Und zwar für Ana, die sich in einen Mann verliebt, der gar nicht fähig ist zu lieben. Der es nicht einmal erträgt, wenn man ihn anfasst. Ein Mann, der Gefallen daran findet, einer Frau Schmerzen zuzufügen. Allerdings ist dieser Roman für jemanden wie mich (eher verklemmte Natur) schon auch eine Herausforderung. Die Sex-Szenen werden sehr schamlos und detailliert beschrieben. Im Zug, wenn jemand neben mir saß, habe ich es nicht gewagt dieses Buch zu lesen  :D Für mich war das einfach schon etwas zu erotisch, aber es ist ja nunmal ein Erotikroman... Was erwartet man?! Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse.   An sich ist Shades Of Grey (zumindest der erste Band) eine x-beliebige Romantikschnulze nach dem Schema verliebtes Mädchen mit traumatisiertem Mann, nur eben dazu noch die BDSM-Schiene. Nichts Besonderes also. Aber trotzdem irgendwie so spannend, dass man es nicht so recht aus der Hand legen kann. Wer auf der Suche nach ein wenig Zerstreuung ist, ist hier genau richtig. 




15. Oktober 2014

Berlin, du bist so wunderbar....

am Mittwoch, Oktober 15, 2014 2 Kommentare
Letzten Dienstag war es dann endlich soweit. Meine Mutti und ich traten unsere diesjährige Städtereise an, diesmaliges Ziel: Berlin. Zugegeben, ich war nicht begeistert. Ich kannte Berlin nur flüchtig, hatte jedoch keine besonders hohe Meinung von dieser Stadt. Sie erschien mir schon immer chaotisch, dreckig und die typische Berliner Mentalität sagt mir auch nicht zu. Nicht besonders förderlich: die meisten Berliner die ich kenne sind.... sagen wir mal unsympathisch. (Ausnahmen bestätigen die Regel!) 

Am Dienstag um 08.12 Uhr fuhr unser Zug los. Wir fuhren nach Jena und von dort in der 1. Klasse des ICE (toller Komfort und gratis Warm- und Kaltgetränke an Bahnhöfen mit Lounge, der Aufpreis lohnt!) nach Berlin. Wir kamen bereits um 11.18 an. Wir checkten im am Bahnhof gelegenen Intercity Hotel ein und begannen dann sofort damit, Berlin zu erkunden. Da bei der Hotelbuchung ein Nahverkehrsticket inklusive war, stiegen wir in die S-Bahn und gelangten so zur East Side Gallery.  Ein Stück Mauer, das von Künstlern bemalt wurde. Die Mauer selbst war (bis auf die Schmierereien) wirklich umwerfend. Die Bilder gefielen mir sehr gut und mit ihrem Bezug auf die DDR-Problematik regten sie wirklich zum Nachdenken an. Weiteres dazu bei den Bildern. Anschließend fuhren wir zu den Hackeschen Höfen. Nüchtern betrachtet einfach nur ein paar Hinterhöfe mit Läden, aber irgendwie so charmant, dass es wirklich einen Besuch wert ist! Wir liefen an der Humboldt Universität und Unter den Linden entlang. Monströse Bauwerke, für "eine vom Dorf" wie ich wirklich nur schwer zu fassen. Vollkommen erschöpft fielen wir am Abend in die Hotelbetten.

Am Mittwoch genossen wir das üppige (wenn auch in anderen Hotels schon bessere) Hotelfrühstück und dann ging es Richtung Museumsinsel. Da die Museen noch nicht geöffnet hatten, besuchten wir den Alexanderplatz mit der Weltzeituhr und Fernsehturm. Das kostete einiges an Überwindung, der Aufzug raste in die Höhe. Zudem wurden wir mit zig Menschen in den kleinen Aufzug gepresst. Aber das lohnte. Der Ausblick war überragend. Nach diesem Besuch ging es für uns ins Pergamon Museum. Ein Teil des Museums war leider wegen Bauarbeiten gesperrt, aber es lohnte trotzdem. Wer sich auch nur ein bisschen für Geschichte interessiert kommt hier gänzlich auf seine Kosten. Auch an diesem Tag fielen wir mit schmerzenden Füßen und müde ins Bett.

Der Donnerstag war nun schon leider unser letzter Tag, doch auch hier hatten wir wieder einiges vor. Wir liefen durch den Tiergarten am Schloss Bellevue entlang und gelangten so zur Siegessäule. Meine Mutti war erst dagegen, doch letztlich bestiegen wir diese. Das rächte sich später, da meine Füße danach nahezu Schrott waren. Aber die Aussicht war die Schmerzen wirklich wert. Von dort aus liefen wir dann weiter und erreichten so den Kurfürstendamm und das KaDeWe. Das war allerdings eher enttäuschend für uns. Eine Shopping-Meile wie in Hundert anderen Städten auch. Nix besonderes. Allein der Name rechtfertigt nicht den Besuch. Natürlich gab es das ein oder andere "Besondere". Aber in Zeiten des Internets, wo man ja eh per Klick jeden Tag alles bekommen kann, ist das eben einfach nichts Außergewöhnliches mehr. Leider. Wir haben verlernt zu staunen, glaube ich. Da sich das Ganze als eher nur von kurzer Dauer interessant herausstellte, hatten wir dann noch recht viel Zeit bis der Zug fuhr. Wir tranken an der Spree einen Kaffee und besuchten dann noch das Brandenburger Tor, ehe wir aus dem Hotel auscheckten.

Die Rückfahrt war beschwerlich. Der ICE bis Leipzig war super, doch dann mussten wir auf Schienenersatzverkehr zurückgreifen und dieser lief auch noch katastrophal ab. (Überfüllter Zug, wir mit unseren eh geschundenen Füßen standen, der Zug musste auf der Strecke 20 Minuten lang auf Gegenverkehr warten, man stand "kuschelnd" mit den anderen Fahrgästen.) Die Nerven waren am Ende. Mit einer Stunde Verspätung kamen wir dann aber endlich zuhause an. 

Zusammenfassend muss ich sagen: meine Vorurteile wurden bestätigt. In Berlin ist nahezu nichts idyllisch oder ruhig. Eine so laute und durchweg chaotische Stadt kenne ich noch nicht. Selbst Hamburg, München und Prag haben zentralgelegene und dennoch ruhige Orte, wo man einen Kaffee trinken, sich ausruhen kann. In Berlin sind die vielspurigen, stark befahrenen Straßen omnipräsent. An jeder einzelnen Sehenswürdigkeit, jedes Café, überall. Die Siegessäule umzingelt vom mehrspurigen Kreisverkehr, Bellevue an einer stark befahrenen Kreuzung. Es ist wirklich zum verrückt werden. Zudem ist die Stadt sehr dreckig und teilweise fast schon "ruinös". In manchen Stadtteilen herrschte, so glaubten wir, noch tiefste DDR. Unter Brücken roch es stark nach Urin, selbst in Touristengegenden. Denn die Obdachlosen fand man tatsächlich an jeder Ecke, egal ob abgelegen oder direkt neben dem Bundestag auf Bänken liegend. Natürlich hat jede Stadt ihre "Dreckecken", aber bei keiner ist dieses "Elend" so präsent wie in Berlin gewesen. 

Dennoch ist mein Bild von Berlin nachträglich ein positives. Denn Berlin hat wunderschöne Ecken und die Dynamik ist, wenn auch nicht auf Dauer, doch etwas Schönes. Etwas Eigenes. Man kann sich für ein paar Tage dem Trubel der Hauptstadt schon hingeben. Auf Dauer jedoch.... ich kann nach wie vor nicht verstehen, wie nahezu alle Leute die ich einmal kannte nach Berlin übersiedeln konnten.  Die Sehenswürdigkeiten und all das waren natürlich einfach atemberaubend schön. Die Gewaltigkeit ist schon wirklich beeindruckend und das sollte man auch gesehen haben.  Ich würde Berlin sofort wieder besuchen, es gibt noch vieles zu entdecken. 


East Side Gallery. Mein Lieblingsmotiv. 





Eine tolle Aufforderung in den Hackeschen Höfen.


Als großer Humboldt-Freund ein Muss: Alexander von Humboldt thront vor der nach ihm und seinem Bruder benannten Universität.

Das Holocaust-Denkmal. Leider ebenfalls von Imbissbuden und Straßenlärm umzingelt; den Opfern des Nationalsozialismus kann man auch würdevoller gedenken.

Atemberaubende Aussicht vom Fernsehturm.


Im Pergamon-Museum.

Hier ein "Museumsstück", bei uns jedoch durchaus noch oft auf den Straßen Thürigens anzutreffen.

Kanzleramt. Auf den Bänken an der Spree jedoch Dutzende Obdachlose.





3. Oktober 2014

am Freitag, Oktober 03, 2014 3 Kommentare
Meine Lieben,

es tut mir unendlich Leid, dass ich schon so lange nichts von mir hören lasse. Irgendwie läuft es bei mir drunter und drüber! Seit Wochen reiht sich ein schlimmes Ereignis ans andere. Von der schweren Krankheit einer mir nahe stehenden Person über das Suchen meines entlaufenen Hundes, von den Klausuren über Krankheit des eigenen Pferdes. 

Ich hoffe, das bald alles wieder seinen normalen Gang geht. Ich habe einen SuB von über hundert Büchern :D Es gibt also theoretisch viel zu lesen und dann viel zu berichten. 


20. August 2014

[R] Jagd im Morgengrauen v. Lisa J. Smith

am Mittwoch, August 20, 2014 0 Kommentare

Jagd im Morgengrauen
Tagebuch eines Vampirs Bd. 10
von Lisa J. Smith

Verlag: cbt
448 Seiten
9,99 €

Inhalt

Nicolaus ist zurück. Und in seiner Armee kämpfen alte Bekannte: Caterina und der gerettet geglaubte Bruder Meredith'. Die Freunde schließen sich mit Zanders Werwolfrudel zusammen, um gegen den Alten zu kämpfen, doch das ist nicht so einfach. Nichts kann Nicolaus töten. Den einzigen Baum, dessen Holz ihn hätte schwächen können, haben Tyler und Caroline niedergebrannt. Und Nicolaus weiß, wie er die Collegestudenten terrorisieren kann. Hinzu kommt, dass Damon seine Hilfe verweigert weil er von Elena zurückgewiesen wurde. Die beschäftigt sich nun intensiv mit ihrer Rolle als Wächterin und somit auch mit ihrer eigenen Vergangenheit, die nicht besonders schön ist. Ihre Wächterkräfte erwachen, doch sie fordern einen hohen Preis. Elena soll Damon töten, dies ist ihre erste Aufgabe als Wächterin. Doch eigentlich will sie ja gegen Nicolaus kämpfen! 

Meinung

Eigentlich ist es überflüssig, euch meine Meinung hier kund zu tun. Im Endeffekt lautet sie ebenso wie die Meinung über die zuletzt von mir gelesenen Bände dieser Reihe. Die Grundidee mit den Wächtern und der Wächterin auf Erden, sowie dem Zwiespalt Damon töten zu müssen oder selbst bestraft zu werden finde ich gut. Auch das man hier einiges über Elenas Vergangenheit erfährt ist gut gemacht. Aber jede noch so gute Idee braucht eine gute Umsetzung und da hapert es bei Jagd im Morgengrauen wieder gewaltig. Die Sprache ist plump und das Geschehen wir einfach so abgefertigt, ohne dass in irgendeiner Weise mitreißend, emotional geschrieben wird. Die Hauptpersonen kommen eher kühl und weit entfernt herüber, keine Sympathie kommt auf. Das finde ich sehr schade. 

Bewertung

Leider auch hier wieder nur einen Troststern. 



 

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