5. Januar 2014

Rezension: Momo

am Sonntag, Januar 05, 2014
Titel: Momo
Autor: Michael Ende
Verlag: Thienemann Verlag
Preis: 9,99
Seiten: 272

Inhalt

Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, war: zuhören. Das ist nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen.

Momo ist ein kleines Mädchen, das eines Tages im alten Amphitheater nahe einer großen Stadt auftaucht und auch genau dort wohnen möchte. In einem kleinen Verschlag unterhalb der Tribüne findet sich schon bald eine geeignete Wohnung, die sie mithilfe neu gewonnener Freunde hübsch herrichtet. Das elternlose Mädchen ist für viele eine Inspiration. Allein durch ihr Zuhören kann sie Streit schlichten, Menschen bei ihren Problemen helfen oder verstummte Vögel wieder zum Singen bringen. Und so lebt sie eigentlich ganz glücklich. Ihre Freunde bringen ihr Essen und besonders Beppo und Gigi, ihre besten Freunde, verbringen viel Zeit bei dem Mädchen. Doch auch die Kinder der Stadt kommen jeden Tag und spielen mit Momo, in deren Nähe ihnen besonders schöne Spiele einfallen.

Doch eines Tages ist alles ganz anders: graue Herren tauchen in der Stadt auf und "vergiften" die Zeit. Sie stellen sich als Vertreter der Zeit-Spar-Kasse vor und im Grunde tun sie nichts anderes, als den Menschen ihre Lebenszeit zu stehlen, von der sie leben. Momo jedoch kommt den grauen Herren auf die Schliche, bezahlt dafür jedoch fast mit dem Leben. Allein die Flucht zu Meister Hora, die ihr dank der Schildkröte Kassiopeia gelingt, kann sie zum "Meister der Zeit" gelangen.

Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teilo, jeder kennt es, aber die wenigsten denken darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen - je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.  

Doch als sie von Hora zurückkommt, muss sie mit Schrecken erkennen, dass bereits ein ganzes Jahr vergangen ist und die grauen Herren ihr alle Freunde genommen haben. Nun ist es an Momo, ihre Freunde mithilfe der Schildkröte Kassiopeia zu retten.

Die Verfilmung des Buches ist ebenfalls empfehlenswert.

Meinung
Ganz ehrlich? Ich bin beeindruckt. Als Kind habe ich ja die Unendliche Geschichte desselben Schriftstellers verschlungen und bis heute wird diesem Buch ein Ehrenplatz in meinem Bücherschrank zuteil. Momo jedoch habe ich entweder nicht gelesen, oder aber es ist mir schon wieder entfallen weil ich als Kind die Problematik so gar nicht greifen konnte. Ein Kinderbuch. Ein modernes Märchen. Aber irgendwie doch viel mehr. Ende, der das Buch 1973 schrieb, ist meiner Meinung nach seiner Zeit voraus. Im Grunde genommen geht es im Roman ja darum, dass die Menschen immer produktiver sein müssen, mehr leisten müssen und dadurch das eigentlich Wichtige aus den Augen verlieren.

Denn so wie ihr Augen habt um das Licht zu sehen und Ohren um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz um die Zeit wahr zu nehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren, wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben. Aber es gibt leider blinde und taube Herzen, die nichts wahrnehmen, obwohl sie schlagen. 

Beim Lesen des Buches habe ich mich letztlich immer wieder beim Nicken und Nachdenken ertappt. Ich plane meinen Tag auch komplett durch, damit ich auch ja alles schaffe. Selbst das "Vergnügen" wird durchgeplant, damit auch ja alles passt. Und am Ende empfindet man es doch nicht mit Freude, weil man es eben nicht mit dem Herzen erlebt. Und ich glaube, das ist genau die Problematik, die in Momo aufgegriffen wird. Meiner Meinung nach ein Buch, das jeder gelesen haben sollte! Absolut nicht nur etwas für Kinder!


4 Kommentare:

msbuecherwuermchen hat gesagt…

Ein wahrer Kinderbuchklassiker.=) Einfach schön. Muss man gelesen haben!

Bücher Diebin hat gesagt…

Auf jeden Fall :) Aber definitiv nicht nur etwas für Kinder.

Catherine Madeleine Buchling hat gesagt…

Ich habe als Kind den Film abgöttisch geliebt. Und war immer ganz neidisch, dass meine Schwester auf ihren Kinderfotos so wie Momo ausgesehen hat - auch so ein brauner Lockenkopf ;) Jetzt habe ich vor kurzem endlich auch das Buch gelesen - und fand es ebenfalls einfach großartig! Eine Geschichte, für die man nie zu alt sein wird!

LG Cat

Bücher Diebin hat gesagt…

Hei Cat :)

Ja, der Film ist toll. Ich hatte mir ja eigentlich vor ein paar Wochen das Buch aus der Bücherei geholt. Dann lief aber der Film im TV über Weihnachten, da hab ich ihn mir gleich angeschaut. Keine drei Tage später hab ich dann auch das Buch gelesen. Der Film ist echt schön und die Besetzung für Momo einfach fantastisch.

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