20. Januar 2014

Von Literaturtheorien & anderem Quatsch

am Montag, Januar 20, 2014

Was ist Literatur? Und wo fängt sie an, wo hört sie auf? Welchen Nutzen hat Literatur und wie solle man als Forscher und Wissenschaftler an sie heran gehen? 

Solche und ähnliche Fragen behandeln wir derzeit im Neuere Deutsche Literatur - Modul.  Und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass dieses Modul eine Herausforderung darstellt. Nicht etwa, weil der Inhalt so schwer zu fassen ist und ich somit Verständnisprobleme o.ä. hätte. Nein. Es ist vielmehr das, was ich höre. Wir lernen die verschiedenen Literaturtheorien kennen und werden mit den jeweiligen Grundbegriffen vertraut gemacht. Dabei gibt es wirklich hin und wieder Auffassungen von Literatur, bei denen sich mir die Haare sträuben. 

Vom Verleugnen des Autors bis hin zur reinsten Aufbau-Analyse ist ja alles dabei. Es gibt zum Beispiel Tendenzen, die tatsächlich nur die Sprache und den Aufbau betrachten. Das ist meiner Meinung nach allerdings nicht Sinn und Zweck der Sache. Irgendwie - finde ich - sind die Literaturwissenschaftler auch ein bisschen weltfremd. Oder ich habe einfach nur eine falsche Auffassung des Berufes und der Wissenschaft an sich.

Ich finde, die Literaturwissenschaft sollte sich mit der Literatur befassen, die auch wirklich gelesen wird. Und dazu gehören eben nicht nur Goethe, Schiller und Kafka. Sollte nicht auch das analysiert werden, was die breite Masse liest? Was die Menschen wirklich beschäftigt? Und nicht nur das, was man in der Schule zu lesen aufgebrummt bekommt oder sich aus welchen Gründen auch immer meist eher unfreiwillig durchliest? Ich will damit nicht behaupten, dass die sogenannte "gehobene" Literatur nicht auch behandelt werden muss. Aber sich allein darauf zu beziehen ist ebenso falsch. 

Und welchen Zweck verfolgt eigentlich die Literatur? In meinen Augen ist das ganz eindeutig Zerstreuung, Beschäftigung, Hobby, Vergnügen und das Kennenlernen fremder Situationen/Länder/Kulturen/Welten. Und da kann man sich eben nicht nur auf die Versrhythmen und derlei beschränken, bei der Betrachtung eines Werkes. Man soll sich auch mit dem Drumherum beschäftigen....

Manchmal komme ich mir dort so fehl am Platz vor. Ich werde ja schon schief angeschaut, wenn ich in den Pausen meiner Privatlektüre nachkomme, die natürlich eben nicht aus gehobener, sondern aus ganz normaler Unterhaltungsliteratur besteht. Aber muss ich denn jetzt, da ich Germanistik studiere, alle Fantasybücher verbrennen? Darf ich keine Geschichtsromane mehr verschlingen, einfach weil sie mir gefallen? Muss ich mich wirklich Tag für Tag durch Faust, Die Blechtrommel und den Phantastus wühlen? Ich hoffe nicht. 

Was ist für euch Literatur? Und wie würdet ihr die Funktion von Literatur beschreiben?
Findet ihr, ich sehe das falsch? 

3 Kommentare:

Eponine hat gesagt…

Ich hoffe, dass es diesmal mit dem Kommentar klappt, das ist wirklich eine schreckliche Situation.
Ich freue mich sehr auf meine Challenge, die ja am Freitag startet und werde dann regelmässig bei dir vorbei schauen.

Bei mir im Studium geht es ab und zu ähnlich zu, einfach nicht mit Literatur, sondern mit Kunst oder Musik.
Was ist Kunst? Ab wann ist etwas Musik?
Ich denke schon, dass es immer im Auge des Betrachterst liegt. Bei Literatur finde ich, dass erst dann etwas grosse Kunstliteratur ist (wir sprechen ja nicht von Unterhaltungsliteratur, auch wenn die Grenzen fliessend sind), wenn etwas dauerhaft ist und dauerhaft begeistert.
Und natürlich ist es auch ganz wichtig, wenn man sich Zerstreuungsliteratur ansieht und liest. Dieser ganze elitäre Quatsch kann ich auch in meinem Studium nicht mehr hören. Natürlich ist Unterhaltungsliteratur häufig schlecht und dient nur dem billigen Konsum, ohne politisch oder gesellschaftlich etwas zu bewegen. Aber manchmal muss man auch einfach abschalten und da braucht es immer beides.
Wer natürlich nur Highlander-Romane liest kann von sich schon nicht behaupten, er sei Literaturbegeistert ;-)

Ganz liebe Grüsse
Livia

Eponine hat gesagt…

Ich weiss jetzt, wie es geht :-)
Mit Tab

Bücher Diebin hat gesagt…

Hallo, ja da hast du recht! Es sind eh auch fließende Grenzen und jeder hat da ein anderes Empfinden. Zumal man selbst bei Unterhaltungsliteratur nicht immer weiß, wie sie einzuordnen ist. Ein Shades Of Grey ist definitiv nichts wirklich politisch Bewegendes, aber es bewegt sehr viele Menschen. Wie ist das dann einzuordnen? Oder Harry Potter, welches ja ganze Generationen verbunden hat.

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