15. November 2014

Vom Schreiben über das Schreiben

am Samstag, November 15, 2014
Literatur zu verfassen ist eine Aufgabe, die viel Geschick erfordert. Doch auch das Schreiben über das Schreiben ist eine Herausforderung für sich. Als ich damals diesen Blog gründete war ich mir dieser Herausforderung nicht bewusst. Ich habe andere Buchblogs überflogen mit der Absicht herauszufinden, wie genau man so etwas überhaupt schreibt. Ich lese schließlich gern, also kann ich doch auch meine Meinung über das Gelesene kundtun!

So einfach ist es nicht und das wird mir heute umso mehr bewusst. Aus gegebenem Anlass. Wie viele von euch wissen studiere ich Germanistik. Dieses Studienfach sieht, zumindest an unserer Universität, den Besuch eines schreibpraktischen Moduls vor. Zur Auswahl standen viele schöne Dinge: creative writing, Kurzgeschichten schreiben, Lyrik verfassen. Ich schreibe zwar gern, jedoch empfinde ich solche Texte stets als sehr persönlich. Ziel des Seminars war es jedoch, dieses Persönliche öffentlich zum "Zerfetzen" zur Verfügung zu stellen. Man mag mich kritikunfähig nennen, doch dies war der Grund warum ich mich letztlich gegen ein Seminar entschied, das sich mit kreativem Schreiben beschäftigt.

Stattdessen wählte ich ein Modul über Literaturkritik. Nicht etwa weil das Thema mich interessierte, sondern bloß weil ich ein Seminar schließlich machen musste. Mein stets etwas überanstrengtes Köpfchen zog nicht gleich die Verbindung. Ich war mir am Anfang gar nicht bewusst, dass ich als Autorin dieses Blogs natürlich genau das im Blick haben sollte: Literaturkritik. Doch dann fiel es mir natürlich wie Schuppen von den Augen, welche Chance diese Veranstaltung mir als Bloggerin bietet. Ich werde von einer waschechten, etablierten Literaturkritikerin erlernen, wie man das schreibt. Wie man herangeht. Was hinein muss und was nicht.

Zwei Veranstaltungen des Moduls habe ich bereits besucht. Frau Maike Albath  ist eine wundervolle Seminarleiterin. Sehr anschaulich und mit tollen, kreativen Übungen führt sie uns an das Ziel des Seminars heran: das Verfassen einer guten, waschechten Literaturkritik. Eine Erkenntnis ist mir leider bereits gekommen: die bisher auf diesem Blog erschienen Rezensionen sind Welten davon entfernt, was eine gute Kritik ausmacht. Dafür entschuldige ich mich vielmals. Ich habe stets besten Gewissens in die Tasten gehauen. Nun aber, da mir das richtige Handwerkszeug in die Hand gegeben wird, möchte ich genau diese im Studium erlernten Fertigkeiten umsetzen. Dieser Blog ist nicht (mehr) nur für die wenigen Leser von Vorteil, um sich über Bücher zu informieren. Sondern auch mir wird die Übung in der Praxis hoffentlich gut tun.

Ich hoffe, ihr nehmt mir meinen überschwänglichen Elan und Plan, hier das Erlernte an euch zu erproben, nicht übel. Stattdessen lade ich euch ein, gemeinsam mit mir das zu erlernen, was sich Literaturkritik nennt, angeblich ausstirbt und doch gerade in diesen "schwarzen Tagen" so floriert. Vorgenommen habe ich mir bereits, kritischer an Werke heran zu gehen und auch gezielt nach positiven und negativen Aspekten zu suchen.  Aufgabe zum nächsten Seminartag ist es, Schriftproben zu verfassen. Diese werde ich euch nicht vorenthalten. Zu den Büchern, die ich definitiv rezensieren werde, gehören unter anderem: David Wagner "Leben", Gabriel Garcia Marquez "Chronik eines angekündigten Todes" und, ganz klassisch, J.K. Rowling "Harry Potter". Wir werden sehen, wohin mich dieser Weg nun führen wird. 

2 Kommentare:

Eponine hat gesagt…

Das finde ich ja so richtig spannend. Was ist es denn vor allem, was deine Posts von "richtigen" Kritiken unterscheidet? Und kannst du da bei mir vielleicht auch einmal ein sehr kritisches Auge darauf haben? Das finde ich nämlich eigentlich sehr wichtig. Wenn ich allerdings Buchbesprechungen in Zeitungen lese, frage ich mich manchmal schon auch, ob das wirklich noch als Kritik durchgehen darf oder nicht...

Auf deine Schriftproben freue ich mich schon sehr, da kann man ja immer etwas lernen.

Bis bald auf jeden Fall und ich antworte dir, so schnell es geht (wahrscheinlich habe ich am Montag in der Vorlesung wieder Zeit ;-) )
Livia

Bücher Diebin hat gesagt…

Hallo meine Liebe! :)

Wahrscheinlich genau das, was das Wort hermacht: die Kritik. Das Problem der modernen Kritiken ist meist, dass diese verbaucherorientiert sind. Was an sich nicht schlimm ist, aber dabei verliert man häufig das Werk selbst aus den Augen. Ein großes Problem ist einfach auch, dass ein Buch häufig durch seine Verkaufszahlen bereits ein "Qualitätssiegel" aufgedrückt bekommt. Meine Rezensionen sind, wie ich finde, nicht sehr stark am Werk orientiert. Sie beschreiben oberflächlich was darin geschieht, doch die eigentliche Kritik und das kritische Auseinandersetzen mit dem Werk fehlen. Darauf möchte ich einfach mehr achten. Wir werden sehen wie es mir gelingt :)

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