12. Januar 2015

Kurzkritik: Leben v. David Wagner

Rowohlt Verlag, ca. 10 € (Taschenbuch) 

Wie bereits erzählt, besuche ich ein Seminar zum Thema "Literaturkritik". Im Rahmen dieses Seminars lasen wir das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Leben von David Wagner. Aufgabe war es, eine Kurzkritik zu diesem Buch zu schreiben. Und da diese von der Dozentin gelobt wurde, möchte ich sie euch hier anstelle der sonst ausführlichen Rezension vorstellen.


Ein Mann in den besten Jahren, eine kleine Tochter deren Kritzeleien man gern aufhebt, ein aufregend gelebtes Leben. Der Haken? Autoimmunhepatits; der Körper stößt die eigene Leber ab. Nur eine Spenderleber kann das Leben retten.  

David Wagner verarbeitet in seinem Roman „Leben“ seine  eigenen Erfahrungen auf eine distanziert nüchterne, dennoch melancholische und mitreißende Art. In vielen kleinen Abschnitten wird ein detailliertes und vielseitiges Bild des Krankseins gezeichnet, ohne die für Romane dieser Art typische Melodramatik zu entwickeln.  Einige weiße und zwei schwarze Seiten in der Mitte markieren den einschneidenden Moment. Danach ist alles anders … - oder auch nicht. Die Melancholie und die gelegentlichen Depressionen bleiben, hinein mischt sich eine neue Intensität des Lebens und Dankbarkeit. Doch wie dankt man einem Menschen, der sterben musste damit man selbst (über)leben kann? „…all die Erinnerungstrümmer, die Verzweiflung, die Peinlichkeiten, die kleinen Klinikfreuden, sie müßten vielleicht nur aufgeschrieben werden, das könnte eine Art Dankesbrief sein.“ Dieser Dankesbrief ist David Wagner gelungen. 

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