29. Januar 2015

Rezension: Nichts v. Janne Teller

am Donnerstag, Januar 29, 2015
Nichts: was im Leben wichtig ist
von Janne Teller

Hanser Verlag
144 Seiten
12,90 €

Inhalt

Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.
Mit dieser Erkenntnis auf den Lippen schnappt sich Pierre Anthon seinen Schulranzen und verlässt die Klasse für immer. Und damit stellt er alles in Frage, wofür seine Klassenkameraden leben. Denn wenn nichts eine Bedeutung hat, wofür lebt man dann? Was soll aus einem werden, wenn nichts sich lohnt? Der kluge Pierre Anthon bezieht Stellung in einem Pflaumenbaum und quält seine Mitschüler, die auf ihrem Schulweg am Baum vorbei kommen, mit weiteren Weisheiten, die bedrohlich wahr sind.

"Ich sitze im Nichts. Und lieber im Nichts sitzen als in etwas, was nichts ist!"

Das Bewerfen des Jungen mit Steinen ändert nichts daran, er gibt weiter all diese traurigen Gedanken von sich, die bei näherer Betrachtung wahr zu sein scheinen. Und was tut die Klasse dagegen? Sie beschließt, "Bedeutung" zu sammeln. In einem alten Sägewerk, abgeschlossen mit einem Zahlenschloss, sammeln sie Dinge von Wert. Dabei bestimmt immer der Letzte, der etwas geben musste, wer das nächste Opfer bringen muss und was das sei. Am Anfang sind es noch ganz harmlose Dinge: ein Fahrrad, ein paar Schuhe, eine Angel. Doch die Kinder steigern sich, werden boshaft, suchen gezielt nach Schwachstellen, sodass letztlich auch ein Sarg, Sofies Unschuld und ein abgehackter Finger auf dem Haufen liegen. Aber wo hat der Irrsinn ein Ende und worin besteht nun die Bedeutung, als die Kinder ihren kleinen Bedeutungshaufen verkaufen? Es ist wie es ist, am Ende bleibt nichts übrig.

Meinung

Gestern Abend ging mir (wie wir hier gern sagen) der Arsch auf Grundeis. Ich hatte mir vorgenommen, wirklich endlich mal eine Challenge richtig durchzuziehen. Die Challenge "An die Bücher... fertig...mäh" verlangt allerdings noch im Januar (+nervös auf Kalender schiel+) ein Buch mit weißem Cover?! Oh Backe. Also fix bei Facebook in einer tollen Büchergruppe angefragt, wer denn schnell zu lesende weiße Bücher kennt. Mal eben an die 40 Vorschläge bekommen :D Eine liebe Nutzerin empfahl mir dann dieses Buch und warnte mich vor: es ist ein bisschen schräg. Nun schön, soll es schräg sein. Es war kurz und es sah vielversprechend aus.

Ich habe dann heute morgen angefangen zu lesen und nein, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. In diesen 144 Seiten liegt so viel verdammte Wahrheit, so traurige Wahrheit und so ein unglaublicher Wahnsinn. Wahnsinn ist wahrscheinlich das rechte Wort, wenn einem Jungen die Finger abgehackt werden, da diese ihm, einem Gitarristen, am meisten bedeuten. Eines der Mädchen muss sogar die Unschuld geben, der Kopf eines Hundes rollt und der Sarg (samt Leiche) eines kleinen Bruders liegt dann auch auf dem Haufen. Die verzweifelte Suche nach der Bedeutung ist schockierend und rührend zugleich. Dieses Buch nimmt einen gefangen, weil es wirklich dazu anregt selbst endlich mal nachzudenken, was denn wirklich von Bedeutung ist. Und Pierre Anthon hat (leider) nur allzuoft recht. Denn ganz zu recht fragt er nach dem Verkauf des Haufens: "Was war er euch denn dann wert, wenn ihr ihn nun einfach verkauft?"

Dieses Buch ist locker geschrieben, fluffig. Das passt gar nicht zum wirklich krassen Thema und der noch krasseren Handlung, Aber es passt umso mehr, weil es einfach authentisch wirkt. Nur durch Zufall habe ich dieses Buch gefunden, zum Glück!

Das Ende fand ich ein bisschen übertrieben, weshalb ich auch einen Stern abziehe. Hier hätte ich mir einen anderen Verlauf gewünscht, der im Buch wirkte irgendwie... oberflächlich? Abgehakt? Dem  Vorlauf nicht würdig? Aber sonst: Hut ab!





2 Kommentare:

Luisa hat gesagt…

Ich habe das Buch geliebt! Aber das Ende fand ich auch etwas unpassend =)

Liebe Grüße
Luisa

Bücher Diebin hat gesagt…

Hallo Luisa :)
Na da geht es mir wenigstens nicht genauso. Ich fand das Ende sehr enttäuschend, da ja bis dahin alles nach einem wirklich perfekten Buch ausgesehen hat. Da hat nur noch der krönende Abschluss gefehlt.

Liebe Grüße,
Lisa

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