31. März 2015

[Rezension] Aller Liebe Anfang





Im Germanistikstudium begegnet einem so mancher Literaturtipp, einer davon: Judith Hermann.  Das vom Dozenten empfohlene Buch "Sommerhaus, später" war in der Bibliothek vergriffen, also landete ich bei folgendem Buch:


Aller Liebe Anfang
Judith Hermann

S. Fischer Verlag 2014
224 Seiten

Inhalt

Judith Hermanns Roman "Aller Liebe Anfang" handelt von der Schutzlosigkeit in der Liebe und im Leben. Davon, dass manchmal ein einziger Augenblick genügt, um das bisherige Dasein aus allen Fugen zu reißen. Stella und Jason lernen einander im Flugzeug kennen, die junge Frau wird zu Beginn aus Angst die Hand des Fremden in die Hand nehmen und sie auch nach dem Flug nicht mehr loslassen. Jason und Stella verlieben sich ineinander, kaufen ein Haus, bekommen ein Kind: Ava. In einer kleinen Siedlung lebt die junge Frau, arbeitet die junge Frau als Krankenpflegerin. Ihr Ehemann meist der Arbeit wegen unterwegs. Eigentlich ein erfülltes, wenn auch manchmal sehnsüchtiges Leben. Doch eines Tages klingelt es an ihrer Haustür, ein fremder Mann steht davor und bittet sie um ein Gespräch. Doch Stella möchte nicht reden. Fürs erste geht der Fremde, der sich als Mister Pfister vorstellt. Doch er wird jeden verdammten Tag wiederkehren, klingeln und Botschaften in den Briefkasten werfen. Stella gerät immer mehr in Panik: was, wenn er einfach ins Haus einbricht? was, wenn er sich Ava nähert? was, wenn er sich Stella nähert? In ihrer Angst wendet sie sich an die Menschen, die sie liebt: Jason und ihre beste Freundin Clara, mit der sie jahrelang zusammen lebte. Dabei wirft Stella, die nun über ihr Leben nachzudenken beginnt, ganz existentielle Fragen auf. Lange Zeit ignoriert Stella Mister Pfisters Versuche, in ihr Leben einzudringen. Doch als die junge Mutter das Gespräch sucht, eskaliert die Situation. 

Meinung

Judith Hermann bedient sich einer sehr knappen, fast schon farblosen Sprache. Die Sätze wirken teilweise wie Regieanweisungen in einem Drama: 
"Das ist das Haus an einem Tag im Frühjahr. Es ist niemand da. Stella ist weg, sie arbeitet als Krankenpflegerin, ihre Patienten leben in den Häusern in der neuen Siedlung auf der anderen Seite der großen Straße."

 Der Text entwickelt durch dieses stakkato-ähnliche Aufeinanderfolgen eine ganz eigene Dynamik, die den Inhalt des Textes unterstreicht: rasch aufeinander folgende Tage, die einander ähneln und hektisch wirken. Oftmals spielt Hermann mit Wiederholungen und der leichten Variation ihrer Sätze, was die Aufmerksamkeit des Lesers schärft und in gewisser Weise eine besondere Rhythmik in den Text schleust. 

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Es ließ sich sehr angenehm und flüssig lesen, das Thema Stalking wird auf den Punkt gebracht und anschaulich, zudem sehr realistisch dargestellt. Judith Hermann leistet daher in meinen Augen eine sehr wichtige (Aufklärungs-)Arbeit in diesem Bereich, weshalb ich dem Punkt fünf Punkte gebe.


30. März 2015

Montagsfrage: Glaubst du, du hast schonmal einer Buchfigur nachgeeifert?




Als Buchblogger stößt man ja immer wieder auf die Montagsfrage bei Buchfresserchen :) Da ich die Aktion toll finde möchte ich nun auch gern mal mitmachen.
 

Montagsfrage: Glaubst du, du hast schonmal einer Buchfigur nachgeeifert?

Ich kann mich gut erinnern, dass wir im Kindergarten "Sailor Moon" nachstellten. Allgemein spielten wir häufig Seriencharaktere nach und ich glaube, ich habe da stets bewusst die Mädchen bzw. Figuren gewählt, die mein Vorbild waren. Bei Sailor Moon war es z.B. Sailor Mars. Ich mochte ihre Stärke, ihre Ruhe, ihren Ernst. Buchfiguren habe ich allerdings nie nachgeeifert. Das liegt allerdings vor allem daran, dass meine damaligen Spielgefährten nicht lasen und wir somit keine gemeinsame Basis dafür gehabt hätten. 

Ansonsten glaube ich, dass man von besonders imposanten Figuren oder Figuren, die etwas von uns Erstrebenswertes verkörpern,  doch hier und da etwas abguggen, ohne es wirklich zu bemerken. Seit ich "Der Zauberberg" gelesen habe, liege ich z.B. manchmal abends draußen, dick zugedeckt und schaue in den Himmel. So wie Hans Castorp. 

5 Dinge

Heute bin ich natürlich wieder dabei bei Nezumi's 5 Dingen :) 

1. Am Sonntag waren wir beim Ostermarkt. Es war zwar wetterbedingt nicht viel los in unserer Kleinstadt, aber trotzdem war es schön. Ein paar hübsche Dinge auf dem Flohmarkt gefunden, beim Bücherflohmarkt ein paar Perlen abgestaubt und wir waren lecker im Café Kaffee trinken. 

2. Durch die rezi-suche.de habe ich einen unglaublich lieben Autoren und dessen wunderschönes Buch kennen gelernt. Sogar einen Blick hinter die Kulissen darf ich werfen, Fragen stellen. Einfach eine tolle Chance für mich :) 

3. Ich habe meine Lektüreprüfung endlich hinter mich gebracht. Zu meinem Glück wurden gerade die Werke gefragt, die ich wirklich gut in Erinnerung hatte und auch halbwegs deuten konnte :) Habe daher sehr gut bestanden.

4. Ich habe erneut zwei Rezi-Exemplare bekommen, ich bin schon sehr gespannt darauf!

5. Wir waren gestern Abend bei meinem Herzenspferd Casper. Der hustet bedingt durchs Wetter wieder sehr =( Aber bald darf er ja wieder zu uns, da war er ja (zumindest im letzten Jahr) beschwerdefrei. Ich kann also hoffen, dass es ihm dann gut geht und er sich so richtig erholen kann :) 

28. März 2015

[Rezension] Käpt'n August und der Mond aus Gold


Käpt'n August und der Mond aus Gold
von Peter Bunzel

Länge: 202 Seiten
0,99 € auf Amazon

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Autor als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Inhalt


Ein Buch muss das Schiff sein, 
für das unendliche Mehr um uns. 
Jakob von Miandramarin

August, eine Giraffe mit dem wahrscheinlich längsten Hals der Welt, ist Pirat auf dem Piratenfisch Mick und Teil der buntesten Piratencrew, die man sich vorstellen kann. Gemeinsam begegnen sie Touristenfischen, Golfschiffen, Narrenfischen. 

In einer fernen, fernen Wirklichkeit hatten Fische und Schiffe die Buchstaben getauscht und tummelten sich in einem kunterbunten Ozean...

Ein sogenannter Turbinenfisch. Nur eine von vielen liebevoll gezeichneten Illustrationen im Buch.  


Aber so idyllisch geht es nicht immer zu. Nach einem Unglück wird August von seiner Crew getrennt und an Land einer Insel gespült. Bei ihm bloß seine zwei gefiederten Freunde Jakob und Fridolin.  August ist schwer verletzt und braucht dringend Hilfe. Jakob, dem Rabe, gelingt es, Hilfe zu holen.  Dabei begegnen ihm die sonderbarsten Wesen, z.B. die Pantoffelfaultierchen Snickerchen und Twickers, sowie die Quantenspringmaus Speedfried.  Und nun, da die Löwin Megaherz der Giraffe mit dem Weitblick geholfen hat, müssen die Freunde mal so eben die Wirklichkeit, das Universum vr dem Wurmlochdrache retten.



Bewertung

Ich möchte meine Bewertung diesmal gern zweiteilen, da man bei Peter Bunzels Roman sowohl Inhalt, als auch Sprache ausführlicher betrachten sollte. 

Inhalt

Herzerwärmend. Dieses Wort geisterte mir immer wieder durch den Kopf, während ich die Geschichte Augusts las. Auf den ersten Blick könnte man ja wirklich fast denken: huch, ein Kinderbuch. Aber dem ist absolut nicht so. Vielmehr eignet sich dieses Buch wirklich für jedes Alter. Die Kleinen werden sich an der Geschichte selbst erfreuen, die Großen werden aber rasch bemerken, dass die Geschichte durchaus ganz schön Tiefgang hat. Besonders gegen Mitte/Ende, etwa ab der Begegnung mit Megaherz, haben wir es mit durch und durch klugen Gedanken zu tun, die es verdienen einmal gründlicher durchdacht und auch zu Herzen genommen zu werden.  Mir selbst ging oftmals ein Gedanke ähnlich folgendem durch den Kopf: "Wie wahr und wie schön." Beinahe dauerhaft hat mich ein Lächeln bei der Lektüre begleitet. 

Am Anfang fiel es womöglich ein BISSCHEN schwer hineinzukommen, aber das lag eher an mir, denn: man muss sich auf dieses Buch einlassen. Die reale Welt wirklich abschalten. Stress aussperren. Loslassen. Peter Bunzel schafft einfach eine komplett andere Welt, eine die so gut wie wirklich nichts mit der unseren gemeinsam hat. Dieses Buch ist gelebte Fantasie. Oft denkt man sich: wie soll das denn aussehen?! Aber, keine Sorge, Peter Bunzel bringt auch zeichnerisches Talent mit. Und so stellt er den waghalsigsten Wesen eine liebevolle, schöne Zeichnung zur Seite. (Allein der Zeichnungen wegen würde ich dieses Buch im Übrigen schon empfehlen!) 

Inhaltlich ist dieser Roman schlicht und ergreifend herzerwärmend und er entführt einen in eine ganz andere Welt. Perfekt um den Alltag und die Sorgen einfach mal hinter sich zu lassen. 



Sprache




Neben der herzerwärmenden (ihr merkt, dieses Wort gehört mit der Geschichte einfach zusammen wie "Arsch auf Eimer") Geschichte, stach vor allem auch Peter Bunzels Sprachvirtuosität ins Auge. Ihr dürft euch das wie beim Klavierspielen vorstellen: uns stehen eine gewisse Anzahl an Tönen zur Verfügung. Jedes Lied besteht aus den gleichen Tönen, es hängt von der Kombination und Vielfalt ab, ob uns ein Lied dann auch wirklich gefällt oder langweilig, ja sogar unschön wirkt. Peter Bunzel ist schlicht und ergreifend ein Wortjongleur, ein Silbenakrobat. Hier steht einfach ein absolutes Verständnis der Deutschen Sprache und auch die Fähigkeit, sich ihrer zu bedienen, dahinter. Man könnte diesen Roman schon allein deshalb lesen. Und wer sich für Sprache interessiert sollte diesen Roman gelesen haben. Ich habe in all den Jahren wirklich selten einen deutschsprachigen Autoren lesen dürfen, der so kunstvoll und trotzdem nicht kompliziert schreibt. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Talent. Zudem bemerkt man auch rasch gewissen feine, literarische Anspielungen im Text. Schließlich soll August "das Universum in der Nussschale" retten :) Auch diese kleinen Einschübe haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. 


Sprachlich ist dieser Roman herausragend. Mehr muss man dazu nicht sagen.



Bewertung

Ich bin einfach nur dankbar, dass der Zufall es wollte, dass dieser Roman in meine Hände gelangte. Und ich empfehle jedem, sich dieses Buch anzuschaffen. Es ist ein Buch, das einfach Spaß macht und das man auch mehrmals lesen kann. (Der Autor hat mir freundlicherweise eine weitere Version des Romans zur Verfügung gestellt, ich werde also in den kommenden Tagen ein weiteres Mal mit August & co auf die Reise gehen. Ich freue mich schon darauf!) Ich persönlich werde diesem Buch einen Ehrenplatz im Regal einräumen und es immer dann zur Hand nehmen, wenn mir die reale Welt mal so richtig gestohlen bleiben kann. Ich rate euch: lest dieses Buch. Es ist recht dünn, man kann es ohne Bedenken auch mal "zwischenschieben" und ihr werdet danach definitiv ein richtig gutes Gefühl haben :) 


27. März 2015

Freitagsfüller // 27. März 2015


Diese Woche habt ihr leider wenig von mir lesen können. Ich war vollends mit der Vorbereitung für meine Lektüreprüfung, die heute um 11.45 stattfinden wird, beschäftigt. Auch die Hausarbeiten vereinnahmen mich momentan sehr. 


Zu den Freitagsfüllern!


1. Heute ist der Tag meiner Lektüreprüfung .

2. Ich fotografiere ungemein gerne  Blüten .

3. Schade, dass die Medien das Thema "Flugzeugabsturz" so massiv ausschlachten und dabei vor nichts Halt machen, wie die Aasgeier eben.

4. Ich versuche mich zusammenzureißen wenn ich einen Snack möchte.

5. Gib mir eine Idee und ich werde sie umsetzen.

6. Über fast alles  könnte ich herzhaft lachen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die eisigkalte Gartenlaube in der ich werd übernachten müssen mit meiner Grippe , morgen habe ich einen schönen Tag daheim und Arbeiten an den Hausarbeiten  geplant und Sonntag möchte ich mein Pferdchen besuchen und wieder in unseren "kleinen" Garten fahren !

24. März 2015

Gemeinsam lesen


Heute bei Weltenwanderer.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Käptn August und der Mond aus Gold" von Peter Bunzel.  Ich bin auf Seite 102/337 (eReader). 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Betrügolin", rief der Käpt'n laut aus, "dieser verfluchte Tunichtgut! Da hat die verdammte Zyklopenqualle es also tatsächlich zustande gebracht, sich wieder einmal zusammenzuflicken!"

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Vor ein paar Tagen meldete ich meinen Blog bei Rezi-suche.de an. So schnell hatte ich gar nicht mit einer Nachricht gerechnet. Allgemein hatte ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass die Autoren auf mich zukommen würden. Zugegeben. Aber am nächsten Tag schon erreichte mich eine freundliche eMail des Autors Peter Bunzel mit dem Angebot, "Käptn August und der Mond aus Gold"  zu rezensieren. Auf der verlinkten Autorenseite findet ihr einen kurzen Auszug des Romans. Den hatte ich also vor Augen. Die ersten paar Worte haben wirklich schon gereicht, mich zu begeistern. 
Das Buch wirkt vielleicht auf den ersten Blick, als richte es sich (nur) an jüngere Leser. Aber wenn man als Erwachsener den Roman schon nicht seiner so liebenswürdigen Geschichte wegen lesen möchte, sollte man es schon allein wegen Peter Bunzels Sprachtalent lesen. Vielleicht spricht es mich als Germanistin besonders an, aber ich staune wirklich immer und immer wieder über diesen Sprachkünstler, Wortjongleur. Ich habe es selten erlebt, das jemand so meisterhaft mit Sprache spielt. Ich könnte euch jetzt auch noch weiter Reden schwingen, warum ich mich absolut für dieses Buch begeistere, aber das darf bis zur Rezension warten. 
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich liebe dieses Buch. Göttlich schöne Geschichte und ein beneidenswertes Sprachtalent.


4. Welches Buch würdest du einem absoluten Lesemuffel empfehlen, um ihn davon zu überzeugen, dass Lesen einfach das absolut tollste ist? Und warum gerade dieses Buch?
So pauschal kann man das - glaube ich - gar nicht sagen. Das kommt auch auf die anderen Vorlieben des Lesemuffels an. Einem Geschichtsinteressierten würde ich daher wohl eher einen historischen Roman empfehlen, einem Mädchen das gern hoffnungslos romantische Filme schaut ein romantisches Buch. Um einen Lesemuffel für Bücher zu begeistern, würde ich entsprechend immer schauen was derjenige sonst so mag und dann schauen, welche Bücher aus dem Bereich mir besonders gut gefallen haben. Abgesehen vom Inhalt sollte ein solches Buch meiner Meinung nach nicht zu lang sein, das schreckt womöglich gleich ab :D Etwas, was sich kurz und knackig lesen lässt wäre ideal. 

23. März 2015

5 Dinge

Heute gibt es wieder die 5 positiven Dinge. Eine Aktion entstanden bei Nezumi.

1. Meine Mama und ich haben am Freitag gemeinsam die Sonnenfinsternis verfolgen können. (Ja, wir sind kleine Astro-Freaks :D) 

2. Am Samstag waren mein Herzblatt und ich in unserem "kleinen" Garten. Haben alles aus dem Winterschlaf gerüttelt, die ersten Triebe am Rosenbäumchen entdeckt und ich durfte den neuen von ihm gegrabenen Gartenteich bestaunen, der bald schon bevölkert sein wird.

3. Mein Papa hatte Geburtstag und wir nutzten die Gelegenheit für einen tollen Familienabend mit lecker Sandwiches. 

4. So schlecht es auch mit meinen Hausarbeiten voran geht, ich habe dennoch wirklich tolle Themen gewählt: sie interessieren mich und sind nicht so "durchgekaut". Das ergibt zwar leider das ein oder andere Rechercheproblem, eröffnet aber die Möglichkeit selbst auch einige Dinge zu entdecken bzw. neu zu durchdenken. 

5. Gestern Abend war ich wieder mit dem Herzenspferd spazieren. Er hustet zwar immer noch, aber der Frühling rückt näher und somit auch die Zeit, die er unbeschwert bei uns verbringen kann. 

22. März 2015

[Rezension] Sie nannten mich "Es"

Erst vor kurzem stand in unserer Lokalzeitung ein Bericht über den Tod eines Säuglings mit Verschulden der Mutter, vor einem Jahr etwa wurde ein Fall publik, bei dem ein älteres Mädchen schwer misshandelt wurde und an den Folgen starb. Und leider sind dies nur zwei Fälle unter vielen. Sie nannten mich Es von Dave Pelzer gelangte eher zufällig auf meinen SuB. Ich hatte in einem Forum darüber gelesen und mir den Klassiker (schließlich schon 1995 erschienen) in der Bücherei besorgt. Keine 24 Stunden später sitze ich hier und tippe nun für euch meine Meinung zum Buch.

Sie nannten mich "Es"
Der Mut eines Kindes zu überleben.

Dave Pelzer

Goldmann Verlag
160 Seiten

Inhalt

Dave Pelzer erlebt seine ersten Lebensjahre in einer intakten Familie. Die Mutter liebend und fürsorglich, der Vater eine Heldenfigur,  die Brüder für jeden Spaß zu haben. Idyllische Ausflüge, gemeinsame Urlaubstage, Weihnachtsstimmung. 
Doch die Familie zerfällt, die alkoholkranke Mutter misshandelt den Jungen an den Rand des Todes. Tagelang hungert Dave, er muss den Kot seines kleinen Bruders essen, sein eigenes Erbrochenes. Bestialische, perverse Strafen warten auf den Jungen, wenn er das Haus nicht im vorgegebenen Zeitrahmen reinigt, etwas isst oder anderweitig ein "böser Junge" ist. Der Vater kann ihm nicht helfen, alle blicken weg. Beinahe zu Tode geprügelt erklärt er den Eltern seine blauen Flecken mit abenteuerlichen Geschichten. Selbst als die Mutter ihm ein Messer in den Leib rammt, ist keine Rettung in Sicht. Nur durch die Courage einiger Lehrer und der Schulkrankenschwester kann Dave seiner persönlichen Hölle entkommen und sich in ein normales Leben kämpfen.

Meinung

Das Buch hinterlässt einen mit einem Gefühl von Leere. Es ist nicht schön, auch wenn es gut geschrieben ist. Es ist beängstigend, erschreckend, es überfordert den Leser und dessen gutwillige Vorstellungskraft. Viele andere Leser erzählten, dass sie bei der Lektüre weinten. Ich selbst war eher fassungslos und ungläubig: das soll wirklich passiert sein? So etwas gibt es wirklich? Das kann nicht wahr sein! 
Dave Pelzer offenbart sich in diesem Buch und beschreibt aus der Sicht seines kindlichen Ich die schrecklichen Erlebnisse, die ihm widerfuhren. Es muss viel Mut gekostet haben mit einer solchen Geschichte an die "Öffentlichkeit" zu gehen, doch wir sollten ihm dankbar sein. Natürlich ist einem bewusst, dass Kindsmisshandlung nicht irreal ist. Aber es ist doch irgendwo zu ungreifbar, als das man es wirklich realisiert. Dieses Buch verursacht wirklich absolutes Gänsehautgefühl. Man mag es kaum aus der Hand legen.

Wertung

Dieses Buch erhält von mir volle fünf Punkte, auch wenn ich mit diesen ja sparsamer umgehen wollte. Diese Autobiografie hat es definitiv verdient. Sprachlich haben wir es mit einem bewusst kindlich geschriebenen Erfahrungsbericht zu tun, der das Geschehen dem Leser sehr eindrücklich aus der Perspektive des Opfers schildert. Ich bin der Meinung, dass dieses Buch nicht umsonst in vielen Schulen zur Pflichtlektüre gehört. Es ist meiner Meinung nach wichtig, dieses Buch gelesen zu haben, Die knappen 160 Seiten (groß bedruckt) sind sehr schnell gelesen, auch nicht schwierig zu lesen. Aber man geht mit einem ganz anderen Blick auf die Welt daraus hervor. Keine schöne Erfahrung, aber eine sehr wertvolle. 


20. März 2015

Freitagsfüller // 20.März 2015

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1.   Mein Frühstück heute   war sehr lecker . Meine Mutti hat gestern extra Brötchen beim Bäcker gekauft.
2.  Ich muss mich heute an die Hausarbeiten setzen weil ich das endlich fertig kriegen muss .
3. Also, ich sag ja immer:  nur die Ruhe.
4.   Über neue Bücher informiere ich mich einfach online..
5.   Großes dislike für Griechenland .
6.   Viele Menschen sind grundlos unzufrieden.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Elementary , morgen habe ich einen Besuch im Garten geplant und Sonntag möchte ich den Geburtstag meines Papas feiern !

19. März 2015


Mir ist aufgefallen, dass viel zu "häufig" die Bestpunktzahl vergeben wird. Aber eigentlich ist das doch gar nicht soooo richtig, oder? Eine 5-Punkte-Bewertung sollte doch nun wirklich nur den Besten der Besten vorbehalten sein, sollte nicht zu freizügig vergeben werden. Daher habe ich mir nun eine kleine "Kriterientabelle" überlegt, die ich auch in der Seitenleiste - gut nachvollziehbar - ablegen werde. 


Überragend: Dieses Buch MUSS man gelesen haben. Es ist rundum einzigartig und eine Bereicherung.

Sehr gut: Dieses Buch bringt alles mit, was ein gutes Buch haben sollte. Es lohnt sich, es zu lesen. 

Gut: Dieses Buch ist an sich gut geschrieben, beschränkt sich jedoch eher auf eine Zielgruppe und/oder hat kleinere Unstimmigkeiten, Sprachholprigkeiten o.ä. 

Mittelmäßig: Dieses Buch kann man gelesen haben, muss man aber nicht. Es lohnt sich, wenn man sich für's Thema interessiert.

Ungenügend: Dieses Buch hat mir nicht gefallen. Ich würde das Lesen auch nur dann empfehlen, wenn man sich sehr für das Thema interessiert.

Schlecht: Dieses Buch habe ich abgebrochen oder finde es so schlecht, dass ich es niemandem empfehlen würde. Es lohnt sich nicht, dieses Buch zu lesen.



18. März 2015

LiebsterAward


Ich gebe zu: ich liebe Awards! Sie machen auf  kleinere Blogs aufmerksam und man lernt auch gleichzeitig ein bisschen die Blogger kennen :) Ich freue mich daher sehr, dass das liebe und süße "Funkelmädchen" (ich finde den Namen so passend ^.^) mich nominiert hat. 

Die Regeln:
1. Danke der Person, die dich für den Award nominiert hat & verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
2. Schreibe die Regeln in den "Liebster Award" Blog-Post.
3. Beantworte die 11 Fragen, die dir gestellt wurden.
4. Stelle selbst 11 Fragen zusammen.
5. Nominiere bis zu 11 weitere Blogger für den Award, die bis jetzt noch eher unbekannt sind.
6. Informiere die Blogger, die du nominiert hast.

Die Fragen, die mir gestellt wurden:

1. Welche Reiseziele stehen auf deiner Traumliste? 
 Im Moment steht Skandinavien ganz oben! Ich liebe die Landschaft und die Menschen dort. Zudem möchte ich endlich meine neu gewonnenen Sprachkenntnisse (Jag talar svenska!) anwenden. 

2. Stadt oder Strand Urlaub?
Das ist ganz und gar abhängig von meiner Tageslaune :D Wenn ich gerade total gestresst bin und wirklich einfach abschalten möchte: Strand, bzw. noch besser. Berge. Einfach Seele baumeln lassen, raus aus dem Trubel. Wenn ich was erleben und sehen möchte, fahr ich lieber in eine größere Stadt. So bin ich die letzten Jahre auch schon in ein paar vor allem deutschen Städten gewesen und dieses Jahr wird Wien anvisiert :) 

3. Welche Kulturen interessieren dich am meisten?
Die Frage find ich echt schwierig. Ich interessiere mich wirklich für unglaublich viele Kulturen, würde am liebsten die ganze Welt entdecken und auch das, was aus ihr im Laufe der Geschichte wurde. Ich finde zum Beispiel die Japanische Kultur sehr spannend, da sich dort meiner Meinung nach Tradition und Moderne treffen und teilweise auch in Konflikt geraten. Auch die antiken Hochkulturen sind extrem spannend, wenn auch nicht mehr greifbar. 

4. Wenn du nur ein Make-Up Utensil besitzen dürftest, welches wäre es? 
Eins?! Ohje... Ich glaub meinen Eyeliner :D 

5. Welche Lippenstiftfarbe ist dein Must-Have?
Mh... darf ich zwei nennen?! :D Zum einen ein schöner, dezenter Nude-Ton und zum anderen ein richtig tiefes Rot. Und dann je nach Lust, Laune, Wetter und Anlass eine der beiden Farben.

6. Gehst du lieber Feiern oder in die Bar? 
Bin eigentlich für beides nicht unbedingt der Typ. Ich bin so der totale Stubenhocker. Aber gemütlich mit netten Leuten in eine Bar stell ich mir doch noch schöner vor, als Feiern gehen. Das mag ich nämlich wirklich gar nicht. 

7. Welches Lied bringt dich immer zum weinen? 
Ach, da gibts viele. Voyage, Voyage von Desireless z.B. Es erinnert mich immer an meine Oma. Und - nun kommts - ein eigentlich TOTAL witziges Lied: The Ducksong. (Kennt das jemand? And he waddled away, waddle, waddle...) Das war "unser Lied" in einer mir sehr wichtigen Freundschaft, die leider zerbrochen ist.

8. Was erinnert dich an deine erste Liebe?
Nicht wirklich viel. Muss ich ehrlich gestehen. Ich war damals eine ganz andere und kann meine damaligen Gefühle daher kaum noch nachvollziehen. (Klingt das jetzt doof?) Wenn ich mal zufällig gerade an dem Haus vorbei fahr, wo er wohnte... dann denk ich dran. Aber sonst erinnert mich eigentlich nichts daran.

9. An welche SchuelerVZ Gruppen, in denen du warst, erinnerst du dich?
Zugegeben: nur an eine :D "Das Leben ist kein Ponyhof, ich geh trotzdem jeden Tag hin."

10. Welches Buch hast du als letztes gelesen?
Das Phantom des Alexander Wolf. 

11. Was steht auf deiner Wunschliste?
Ein Teleobjektiv *-* 

So. Nun darf ich nominieren. 
Das ist gar nicht so einfach :'D Viele wollen nicht oder wurden schon nominiert. Aber ich versuch trotzdem mal mein Glück:

http://samtpfotenmitkrallen.blogspot.de/
http://tanjasbuecher.blogspot.de/
http://minky-loves-to-read.blogspot.de/
http://tanzende-worte.blogspot.de/

Eure Fragen
1. Was gehört für dich zu einem gelungenen gemütlichen Abend daheim dazu?
2.  Was war die schlechteste Note, die du in deiner Schulzeit  bekommen hast? 
3.  Hast du merkwürdige Angewohnheiten oder Macken?
4. Früh- oder Spätaufsteher?
5. Bist du nach etwas süchtig?
6. Was findest du an anderen Menschen sympathisch?
7. Womit verbringst du die Zeit am liebsten, wenn dir langweilig ist und du nichts anderes zu erledigen hast?
8. Welches Kinderbuch hat besonderen Eindruck auf dich gemacht als du klein warst?
9. Welcher gehypte Roman/Autor hat dir absolut nicht gefallen?
10. Womit macht man dir eine Freude?
11. Warum bloggst du?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mitmachen würdet C: 

17. März 2015

Gemeinsam lesen





1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?Ich lese zur Zeit "Roter Flieder" von Reinhard Kaiser-Mühlecker. Ich bin auf S. 162!


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Hin und wieder schallte ein Lachen, ein halbes Gespräch, von unter dem Fenster zu ihm herauf und schlug dröhnend gegen das dünne kalte Glas des Fensters.



3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Wie schon das Buch letzte Woche, lese ich dieses hier für die Uni. Es ist zwar teilweise ETWAS langatmig, aber trotzdem total schön zu lesen und vor allem: die Sprache ist wunderschön. So ein Buch, wo nicht viel passiert, man es aber dennoch verschlingen muss weil es so schön geschrieben wurde.



4. Was ist euer liebster Leseplatz? Gerne dürft ihr uns auch Fotos davon zeigen :)
Ein Bild habe ich leider nicht, aber ich beschreibe es euch gern. Mein Zimmer ist wirklich sehr klein. 12m². Darin untergebracht ein Meerschweinchenstall in der Größe eines ausgewachsenen Bücherschrankes, ein echter Bücherschrank, ein TV-Regal mit TV, Kleiderschrank, Bett und Schreibtisch. Und da hinein "gequetscht" ein hübscher, altmodischer Stuhl. Den habe ich von meiner Uroma übernommen. Auf dem sitze ich häufig zum Lesen. Wenn mir allerdings kalt ist, setze ich mich direkt neben den Stuhl mit dem Rücken an die Heizung. Zwischen Stuhl und Meerschweinchenstall bleibt da gerade genug Platz, sodass ich mich bequem im Schneidersitz setzen kann. Aber gerade das find ich sehr wohlig und gemütlich. Hüben  und drüben ist auch genug zum "Ablegen", sodass ich Kaffee, verschiedene Bücher, Macbook, iPad und alles, was man evtl brauchen könnte, direkt griffbereit habe. 

15. März 2015

5 Dinge - 15.März 2015


Heute gibt es wieder die 5 positiven Dinge. Eine Aktion entstanden bei Nezumi.

1. Am Dienstag fuhren meine Mama und ich gemeinsam fort. Sie hat mich dann mit einem lang ersehnten Besuch im Planetarium vollkommen überrascht. Es lief ein sehr schönes, liebevoll gestaltetes und informatives Programm über Galileo Galilei. "Die Entdeckung des Weltalls".  Anschließend hat sie mich in mein Lieblingscafé eingeladen.

2. Eigentlich wollte ich nicht auf die Leipziger Buchmesse. Ich muss gestehen, ich mag Messen nicht so gern. Ich hasse diesen Menschentrubel und all das. Aber mein Freund war hartnäckig. Ich hab das dann recht schnell bereut. Es war viel los, sehr warm, Gedrängel - urghs! Und dann lauf ich da so lang und direkt vor meiner Nase ein Mann, denkste: "Den kenn ich doch." Mein Blick gleitet auf das Plakat hinter ihm, meine Augen werden riesengroß und rund: Jussi Adler Olsen mit seinem brandneuen Carl Mørck-Roman im Gepäck. Ich besitze nun den neuen Band "Verheißung", ein Autogramm und ein Bild mit meinem Lieblingsautor.

3. Ich kam ganz gut mit meinen Hausarbeiten voran diese Woche, auch wenn ich definitiv noch lange nicht fertig bin. Aber ich denke, das wird schon.

4. Am Donnerstag waren wir wieder schwimmen. Leider waren soviele Leute ebenfalls dort, dass man keine gescheite Bahn ziehen konnte. Bin dann stattdessen in den "Wellness-Bereich" gegangen und hab mich in den Whirlpool gelegt. Hatte auch was positives.

5. Wir waren in der Bücherei und ich habe alle Bücher bekommen, die ich haben wollte. Jetzt liegt ihr ein total toller Stapel ungelesener Bücher herum, auf den ich mich wie wahnsinnig freue. 

14. März 2015

[Studium] Der althochdeutsche Tatian

In meiner Umfrage (Wer noch nicht mitgemacht hat, möge dies in der rechten Seitenleiste tun!) hatte ich euch gefragt, ob ihr mehr von meinem Studium der germanistischen Sprach- und Literaturwissenschaft lesen wollt. Tatsächlich haben bereits 4 Stimmen diesen Punkt angekreuzt, also dachte ich mir: schreib doch einen Post zu deinen aktuellen Recherchen. 

Der althochdeutsche Tatian. Beim althochdeutschen Tatian handelt es sich um eine Evangelienharmonie, die um das Jahr 830 in Fulda  entstand. Seit dem 10. Jahrhundert befindet sich die Handschrift im Kloster St. Gallen. 

Was steht da drin? Eine Evangelienharmonie umfasst (zumindest in diesem Fall) einen "Zusammenschnitt" von vier Evangelien. Die Besonderheit des Tatian ist, dass er zweispaltig geschrieben wurde. Links befindet sich der Lateinische Text und rechts finden wir die althochdeutsche Übersetzung. Der ahd. Tatian gehört daher zu den wichtigsten Überlieferungen des frühesten Deutsch. 

Ein kleiner Auszug gefällig? Dies ist ein Stück des lateinischen Textes: 

Ait autem: homo quidam habuit duos filios. 12. Et dixit adolescentior ex illis patri: pater, da mihi portionem substantiae quae me contingit. Et divisit illis substantiam. 13. Et non post multos dies congregatis omnibus adolescentior filius peregre profectus est in regionem longinquam et ibi dissipavit substantiam suam vivendo luxuriose.
Und dies ist die althochdeutsche Entsprechung:

Quad tho: sum man habata zuuene suni. Quad tho der iungoro fon then themo fater: fater, gib mir teil thero hehti thiu mir gibure. Her tho teilta thia héht. Nalles after manegen tagon gisamonoten allen ther iungoro sun elilentes fuor in uerra lantscaf inti dar ziuuarf sina héht lebento uirnlustigo.

 Entstehungsgeschichte.  Die Evangelienharmonie selbst geht auf den Syrer Tatian zurück. Der Text wurde in verschiedene Sprachen, darunter Arabisch und Latein, übersetzt und gelangte durch Bonifatius in das Kloster Fulda, wo sechs Schreiber und ein Korrektor vermutlich auf dessen Grundlage, bzw. unter Hinzunahme des sogenannten Codex Fuldensis  den ahd. Tatian verfassten.

Problematik.  Ich beschäftige mich mit dem ahd. Tatian einer Hausarbeit wegen, die eines der althochdeutschen sprachlichen Denkmäler behandeln soll. Ich wählte den Tatian, da dieser zur "Grundlektüre" des Studiums gehört. An ihm erlernen Germanistikanfänger die Grundzüge des Althochdeutschen, ohne aber viel darüber zu wissen. Da auch ich den Tatian vor einigen Semestern auf und nieder in meinen Kopf geprügelt habe, wollte ich nun mehr darüber wissen. Aber das ist einfacher gesagt, als getan! 

Die Forschungsliteratur zum Thema ist spärlich und - das ist das größere Problem - stark veraltet. Die meisten der Bücher, die ich zum Thema in der Universitätsbücherei gefunden habe stammen aus den 70er Jahren. Auch das Einführungswerk meines Dozenten empfiehlt jene ältere Fachliteratur. 
Ein weiteres Problem ist die Frage nach der "Abhängigkeit". Wir haben ja theoretisch drei verschiedene, in Fulda befindliche Texte: den Codex Fuldensis, die althochdeutsche Textspalte des ahd. Tatian und die lateinische Textspalte. In den 70er Jahren kam es zur Debatte, ob der Codex Fuldensis überhaupt Ursprung des ahd. Tatian sei, oder ob die Schreiber sich vielmehr auf andere Fassungen beriefen. Viele Wissenschaftler, die sich auf die Version Sievers beriefen, sprachen den Texten ihre gegenseitige Abhängigkeit ab, da es zuviele Unstimmigkeiten gab. Rathofer fand jedoch später heraus, dass diese Unstimmigkeiten vor allem von Fehlern der Sieverschen Version, die um 1900 enstand,  ausgingen. Tilgte man die Fehler Sievers bzw. nahm eine "korrekte" Version des ahd. Tatian hervor, fanden sich vielmehr Übereinstimmungen des ahd. Tatian und des Codex Fuldensis. 

Im Moment arbeite ich noch aus der leider viel zu alten Fachliteratur heraus und klappere das Internet nach neueren Artikeln und wissenschaftlichen Quellen ab. Wir werden sehen, ob sich weitere brauchbare Informationen finden lassen, die den aktuellen Wissenschaftsstand wiedergeben. Ich habe schließlich nicht mehr viel Zeit bis zur Abgabe und muss zusätzlich noch zwei weitere Hausarbeiten verfassen =/ 

13. März 2015

[Rezension] Das Phantom des Alexander Wolf v. Gaito Gasdanow

Eckdaten

Das Phantom des Alexander Wolf
von Gaito Gasdanow

Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 3423143355
192 Seiten
9,90 €

Inhalt

Ein heißer Tag in der Steppe Russlands während des Bürgerkriegs. Der völlig ausgebrannte junge Protagonist, von seiner Einheit vergessen, reitet durch die öde Landschaft, als ein Fremder ihm das Pferd unterm Sattel totschießt. Der Fremde auf seinem majestätisch weißen Pferd will nun auch dem Jungen den Garaus machen, doch dieser schießt zuerst, nimmt sich das Pferd des andren und galoppiert mit diesem davon. Doch diese Erinnerung lässt ihn nicht mehr los. "Von all meinen Erinnerungen, von all den unzähligen Empfindungen meines Lebens war die bedrückendste die Erinnerung an den einzigen Mord, den ich begangen habe."  

Jahre später, er lebt längst im Exil in Paris, stolpert der Protagonist (sein Name bleibt während des gesamten Romans unerwähnt) über einen Erzählband, verfasst von Alexander Wolf. Die anderen beiden Kurzgeschichten darin sind kaum erwähnenswert, doch die letzte Geschichte "The adventure in the steppe" jagt dem nunmehr jungen Journalisten Schauder über den Rücken. Erzählt wird seine Geschichte der Perspektive des von ihm erschossenen, mit dem ergänzenden Schluss, dass der Gegner im letzten Augenblick gefunden, behandelt und somit gerettet werden konnte. Das Wissen, dass der andere noch lebt, lässt ihn nicht los. Auf der Suche nach dem ominösen Alexander Wolf begibt er sich nach London und in die muffigsten Spelunken in Paris. Das Phantom lässt ihn nun noch weniger los, als zuvor.

Erst als er Jelena, der ebenso ein Phantom nachjagt, kennen und lieben lernt, verdrängt der Protagonist die Gedanken an Wolf. Doch diese werden einige Zeit später erneut durch ganz außerordentliche Umstände angerührt. Das Muster von Tod, Schicksal und Unabänderbarkeit verdichtet sich bis zum fulminanten Schluss. 

Meinung

Dem fiktiven Phantom Wolf steht dem Leser das reale Phantom Gasdanow gegenüber. Tatsächlich handelt es sich bei dem Schriftsteller, der selbst im Bürgerkrieg Russlands kämpfte, um einen beinahe vergessenen Literaten.  Das ist sehr schade, denn "Das Phantom des Alexander Wolf" hat so wenig Beachtung kaum verdient. Auf 192 Seiten beschreibt Gasdanow  in angebracht nüchterner, sogartiger Sprache das Schicksal seines Protagonisten. Der Tod ist zentrales Thema des Romans, ohne jedoch die damit verbundenen düsteren Gedanken im Leser auszulösen. Es erinnert eher an eine ganz objektive Betrachtung des Unausweichlichen. Das Leben wird mit Gleisen verglichen, die im Nichts enden. Das Töten gehört zum Charakter des Menschen. "[Die] Rückkehr zu einem uralten Instinkt; es war - auch das nur vielleicht - ein eigentümliches Aufblitzen des Vererbungsgesetzes, wusste ich doch, dass ich viele Generationen von Vorfahren hatte, für die Töten und Rache eine unumstößliche und verpflichtende Tradition gewesen waren." 

Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Er ließ sich sehr rasch und flüssig lesen. Trotz der Handlungsarmut kam keine Langeweile auf, man wurde regelrecht in den Bann der Geschichte gezogen. Das Ende, soviel möchte ich anmerken, setzt dem ganzen die Krone auf und macht den Kreis dann auch rund. Ein herrliches, in sich geschlossenes, kluges Buch!




Freitagsfüller: 13.März 2015




1. Ein kleines bisschen mehr Konzentration und Selbstdisziplin wären schön .

2. Selber backen ist im Gegensatz zum gekauften Kuchen nicht nur eine leckere, sondern auch  eine preiswerte Lösung.

3. Manchmal möchte ich einfach abschalten können.

4. Ich freue mich schon drauf wenn es richtig Frühling wird.

5. Ich habe Lust auf mein Bett .

6. Gute und vor allem ehrliche Freunde sind schwer zu finden.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett , morgen habe ich einen Ausflug nach Leipzig (nein, nicht Buchmesse!) geplant und Sonntag möchte ich zu Casper !

12. März 2015

Büchereiausbeute 12.März 2015

Soviel zum Thema: du nimmst dir heute in der Bücherei kein Buch mit. Du hast noch mehr als genug zuhause liegen... :D Diese vier Schätzchen habe ich heute (neben zwei Geo-Epoche-Ausgaben) mitnehmen müssen. 

Arbeit und Struktur

„Dann Telefonat mit einem mir unbekannten, älteren Mann in Westdeutschland. Noch am Tag der Histologie war Holm abends auf einer Party mit dem Journalisten T. ins Gespräch gekommen, dessen Vater ebenfalls ein Glioblastom hat und noch immer lebt, zehn Jahre nach der OP. Wenn ich wolle, könne er mir die Nummer besorgen. Es ist vor allem dieses Gespräch mit einem Unbekannten, das mich aufrichtet. Ich erfahre: T. hat als einer der Ersten in Deutschland Temodal bekommen. Und es ist schon dreizehn Jahre her. Seitdem kein Rezidiv. Seine Ärzte rieten nach der OP, sich noch ein schönes Jahr zu machen, vielleicht eine Reise zu unternehmen, irgendwas, was er schon immer habe machen wollen, und mit niemandem zu sprechen. Er fing sofort wieder an zu arbeiten. Informierte alle Leute, dass ihm jetzt die Haare ausgingen, sich sonst aber nichts ändere und alles weiterliefe wie bisher, keine Rücksicht, bitte. Er ist Richter. Und wenn mein Entschluss, was ich machen wollte, nicht schon vorher festgestanden hätte, dann hätte er nach diesem Telefonat festgestanden: Arbeit. Arbeit und Struktur.“

Das Kind

»Als Robert Stern diesem ungewöhnlichen Treffen zugestimmt hatte, wusste er nicht, dass er damit eine Verabredung mit dem Tod einging. Noch weniger ahnte er, dass der Tod etwa 1,43 m messen, Turnschuhe tragen und lächelnd auf einem gottverlassenen Industriegelände in sein Leben treten würde.« 

Strafverteidiger Robert Stern ist wie vor den Kopf geschlagen, als er sieht, wer der geheimnisvolle Mandant ist, mit dem er sich auf einem abgelegenen und heruntergekommenen Industriegelände treffen soll: Simon, ein zehnjähriger Junge, zerbrechlich, todkrank – und fest überzeugt, in einem früheren Leben ein Mörder gewesen zu sein. Doch Robert Sterns Verblüffung wandelt sich in Entsetzen und Verwirrung, als er in jenem Keller, den Simon beschrieben hat, tatsächlich menschliche Überreste findet: ein Skelett, der Schädel mit einer Axt gespalten. Und dies ist erst der Anfang. Denn nicht nur berichtet Simon von weiteren, vor Jahren hingerichteten Opfern, schon bald wird auch die Gegenwart mörderisch …

Sie nannten mich "Es"

Das Trauma einer Kindheit: Dave wird von der eigenen Mutter gequält und mißhandelt. Von blauen Flecken übersät und halb verhungert, fällt der Junge auf, weil er Mitschülern das Pausenbrot stiehlt. Bis seine Lehrer es wagen, gegen die Mutter einzuschreiten, vergehen Jahre. Es gelingt ihm, sich aus der Hölle zu befreien. Ein erschütternder Bericht, geschildert aus der Perspektive des kleinen Jungen, der uns alle mit der Frage konfrontiert, wie lange man die Augen vor elterlicher Gewalt verschließen darf.

Der Schatten des Windes

An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort entdeckt Daniel den Roman eines verschollenen Autors für sich, er heißt ›Der Schatten des Windes‹, und er wird sein Leben verändern …

Carlos Ruiz Zafón eroberte mit seinem Buch die Herzen leidenschaftlicher Leser rund um den Globus. ›Der Schatten des Windes‹ bildet den Auftakt eines einzigartigen, fesselnden und berührenden Werks, er ist der erste seiner vier großen Barcelona-Romane. Auf ›Der Schatten des Windes‹ folgten ›Das Spiel des Engels‹ und ›Der Gefangene des Himmels‹. Der vierte und abschließende Band ist in Arbeit.

Habt ihr schon eines der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie? 


[Meinung] Warm Bodies

Leider bin ich ein totaler Film-Muffel. Ich weiß nicht warum, aber ich schaue viel zu selten welche. Dabei kamen gerade in den letzten Jahren soviele Filme raus, die mich eigentlich interessieren. Da ich zudem Amazon Prime und Maxdome zur Verfügung stehen habe, habe ich auf meine 101/1001 Liste (siehe Menü!) auch den Punkt geschrieben, dass ich 50 Filme schauen möchte. Den ersten habe ich gerade eben "hinter mich gebracht". Eine kurze Inhaltsangabe und meine Meinung zum Film findet ihr nun hier :) 

Worum gehts?

Warm Bodies kam 2013 in die Kinos und hat eine Länge von 97 Minuten. Nach einer Zombieapokalypse lebt der junge Zombie R auf einem Flughafengelände und fristet sein Dasein damit, herum zu laufen und Menschen zu fressen. Am liebsten Gehirne, denn so können die Zombies die Erinnerungen und Gefühle ihrer Opfer spüren. R ist anders als die anderen. Er denkt viel nach und versucht eigentlich, aus diesem unwürdigen Leben zu entfliehen, besser zu sein. Doch das ändert leider nichts an der Tatsache, dass er Menschenfleisch braucht um zu überleben. 
Eines Tages gehen er und einige "Freunde" auf Streifzug in die Stadt, sie haben Hunger. In einem Gebäude stoßen sie auf eine kleine Gruppe Menschen, die sich ins unsichere Gebiet begaben um Medikamente für die Menschen, die in einer Schutzzone leben, zu suchen. Darunter auch Julie, deren Freund Rob und einige andere Jugendliche und junge Erwachsene. R tötet Rob und frisst sein Hirn, sodass er auf einen Schlag so vieles über dessen Freundin Julie weiß. Das verängstigte Mädchen versteht nicht wie ihr geschieht, als R sie aus der Gefahrensituation schleust und in sein Zuhause, ein altes Flugzeug, bringt. 
Zu Beginn fürchtet sich Julie wahnsinnig, doch bald schon vermittelt ihr R in seiner primitiven Art, dass er ihr nichts tun möchte, sie vielmehr mag. Die beiden lernen einander kennen, vertrauen einander. Eine außergewöhnliche Freundschaft, die dazu führt, dass R Julie tatsächlich vor seinen Artgenossen schützt und letztlich sogar mit ihr flieht. Der Zombie (und einige seiner Artgenossen) beginnen, sich zu wandeln. Ihre Herzen schlagen, ihre Haut wird wärmer, die Adern treten zurück. Doch was bedeutet das? Können sie sich selbst heilen? Und wie werden die Menschen darauf reagieren, werden sie den Zombies überhaupt Gehör verschaffen und sie solange am Leben lassen, bis diese dazu Stellung beziehen können? 

R beginnt allmählich, sich in einen Menschen zurückzuverwandeln.

Meinung

Am Anfang fand ich den Film irgendwo ziemlich makaber. Man kennt ja doch viele Zombiefilme, die bedienen das ein oder andere Klischee. Und auch hier war am Anfang alles so, wie man es sich wünscht, ehe der große Held die Menschheit von den Zombies befreit. In Warm Bodies wird aber niemand von den Zombies befreit, diese werden vielmehr integriert. Denn sie verwandeln sich durch die Liebe und Zuneigung der Menschen zurück in lebendige Wesen. Sie bekämpfen den Virus, der in ihren Körper tobte, und beginnen ein neues Leben. 
Losgetreten wurde diese "Lawine" durch R und Julie. R verliebt sich in Julie und mit jedem Fünkchen Zuneigung, dass das Mädchen erwidert, wird er menschlicher. Und die anderen Zombies, davon merkwürdig berührt, beginnen sich an ihr früheres Leben zu erinnern. 

Ich finde, dass der Film eine wirklich schöne Aussage hat. Zudem ist er so richtig zum mitfiebern. Die ganze Zeit hofft man, dass die beiden nicht gefunden werden. Egal von wem. Die Zombies dürfen Julie nicht finden, die Menschen R. Man hofft einfach bis zur letzten Minute, dass alles gut ausgehen wird und sich auch für Julie und R alles zum Guten wenden wird. Die Schauspieler waren klasse. Nicholas Hoult als R finde ich wirklich grandios, da er Nuance für Nuance die Verwandlung authentisch darstellt, was sich in Mimik, Gestik, usw usf spiegelt. Natürlich haben hier auch die Visagisten großen Anteil gehabt. Aber Hoult stellt einfach diese schleichende, aber währende Verwandlung so toll dar. 


11. März 2015

kurzes Update?!

In der Seitenleiste findet ihr jetzt ganz oben unterm Logo eine kleine Umfrage :) Ich möchte einfach wissen, was euch interessiert und worüber ich bloggen könnte. Ich würde mich freuen, wenn ihr kurz euer/eure Häkchen setzt und eventuelle Anregungen hier oder unter einem anderen Post kommentiert.

Ansonsten möchte ich euch noch etwas Tolles mitteilen. Livia von http://samtpfotenmitkrallen.blogspot.de/ und ich planen eine Blogpartnerschaft und damit verbundene Aktionen. Ihr könnt also gespannt darauf sein :) 

Sonst noch was?! Ja genau. Ich habe ein neues Design. Das alte war mir letztlich doch zu "kalt" und jetzt ists ein bisschen wärmer, freundlicher, minimalistischer. Ich hoffe, es gefällt euch so gut wie mir. Ich denke ein bisschen werde ich daran auch noch herumwerkeln. Je nachdem, wie mich die Muse küsst. 

10. März 2015

Gemeinsam lesen


Heute kommen die Fragen zum gemeinsamen Lesen von Weltenwanderer.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Das Phantom des Alexander Wolf" von Gaito Gasdanow. Ich bin auf Seite 86. 


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Ich lachte in Erinnerung an diesen Greis, sie lachte mit mir, und meine Hand spürte auf der gesamten Hautfläche, wie ihr Körper zuckte. 


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Im "Literaturkritik"-Seminar müssen wir in einigen Wochen unsere Abschlusskritik abgeben. Zu diesem Anlass gab uns die Dozentin einige Bücher, aus denen wir wählen durften. Ich wählte dieses. Zum einen - das muss ich zugeben - weil es recht dünn ist. Keine 200 Seiten. Da ich noch die Lektüreliste lesen muss und auch sonst noch zuviel auf dem SuB liegt, wollte ich keinen allzu dicken Wälzer einschieben. Zum anderen hat mich der Klappentext interessiert. Der Leser trifft auf einen ehemaligen Soldaten aus dem russischen Bürgerkrieg. Dieser tötet mit jugendlichen 16 einen Soldaten, der sonst ihn selbst getötet hätte. Jahre später liest der Protagonist Kurzgeschichten des Autors Alexander Wolf. Und dieser beschreibt den Vorfall exakt aus der Sicht des anderen, vermeintlich Getöteten. Später begegnet der Protagonist der schönen Jelena, die ebenfalls von einem Phantom verfolgt wird. 
Der Roman erschien erstmals 1948. Die Handlung steht also in einer ganz anderen Welt als wir selbst, ja sogar der Autor ist uns durch diese zeitliche Differenz sehr fremd und eigentlich unnahbar. Möchte man meinen. Denn, das ist es was mich beeindruckt, es wird keine Differenz spürbar, wenn man den Roman liest. Dieses Gefühl, das man manchmal hat wenn man Bücher aus anderen Jahrzehnten liest, stellt sich einfach nicht ein. Das Buch hat eher den Charakter, als spreche ein alter Freund mit einem.  


4. Welcher Charakter aus deinem aktuellen Buch ist dir am sympathischsten? Was würdest du gerne mit ihm/ihr unternehmen, wenn du ihn/sie treffen könntest?
Ich würde gern den Protagonisten treffen. Er scheint ein sehr umgänglicher Typ zu sein, der bereits viel erlebt hat. Als Soldat und als Journalist. Es erweckt den Eindruck, dass er viel zu erzählen hat und auch erzählen will. Deswegen würde ich mich mit ihm, so wie er es im Buch mit Jelena tut, in ein Café setzen und ihn bei einem guten Kaffee erzählen lassen. 



9. März 2015

5 Dinge #1

Ich bin durch Zufall auf eine Aktion von Nezumi gestoßen, die ich wirklich unglaublich toll finde. Es geht darum, die vergangene Woche Revue passieren zu lassen und fünf positive Dinge aufzuschreiben. 

1) Ich bin kein besonders guter Schwimmer, o.ä. Aber ich wende am Ende der Bahn immer sehr gern, indem ich mich dann vom Rand abstoße und soweit wie möglich unter Wasser tauche. Das macht mir unglaublichen Spaß. Letzte Woche habe ich es dann beinahe geschafft, den Boden mit der Hand zu berühren.

2) Ich habe mir endlich den Traum vom Macbook erfüllt, auf das ich nun schon sehr lange gespart habe. 

3) Wir haben den ersten frühlingshaften Tag genutzt, um unseren kleinen Garten ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Es war herrlich warm und die vielen Frühlingsblumen, die ich im letzten Jahr gesetzt habe, blühen fröhlich vor sich hin. 

4) Am Samstag Abend waren wir mit meinem Traumpferd noch ein bisschen spazieren, die Sonne ging gerade unter. Ein wirklich schöner Moment.

5) Die Dozentin wird die Betreuung meiner Bachelorarbeit übernehmen. Ich muss zwar dafür leider auf ein Seminar verzichten, auf das ich mich sehr gefreut habe. Aber die Bachelorarbeit ist im Moment einfach wichtiger und da alles unter Dach und Fach zu wissen, fühlt sich gut an. 

8. März 2015

Rezension: Erlösung v. Jussi Adler-Olsen

Erlösung.
Der dritte Fall für Carl Mørck.

Jussi Adler-Olsen
Deutscher Taschenbuch Verlag
592 Seiten
9,95 €

Eine Flaschenpost wird irgendwo an die Küsten Schottlands angeschwemmt. Doch es müssen Jahre vergehen, bis die Botschaft darin endlich entziffert wird. Da die schottische Polizei mit dem dänischen "Hjælp" nichts anfangen kann, geht die Flaschenpost direkt nach Dänemark und dort natürlich in das Büro Carl Mørcks.  Dieser hält die Botschaft anfänglich für einen Scherz, doch nach und nach wird klar: die Flaschenpost ist bitterer Ernst. Ein Hilferuf, in Blut geschrieben. Nur mit allergrößter Mühe können Yrsa, Assad und Carl die Botschaft nach und nach entschlüsseln, denn die Buchstaben sind vom Wasser und der langen Lagerung stark verblichen. Doch dann kommen sie doch auf die Spur und müssen entdecken, dass vor vielen Jahren ein Mann zwei Jungen entführt und einen von ihnen ermordet hat. Allmählich wird klar, er hat nicht nur einmal zugeschlagen. Sein Ziel sind Familien, die Sekten angehören. Dass jedoch genau in diesen Minuten zwei weitere Kinder mit religiösem Hintergrund unter dem Fanatiker leiden müssen, ist ihnen lange nicht bewusst. Die Uhr tickt.

Für mich persönlich ist der dritte Fall für Mørck der spannendste. Das liegt daran, dass ich mich sehr für Religion und Sekten interessiere und somit das Handlungsumfeld an sich für mich schon Anreiz genug bot. Adler-Olsen bietet hier wieder einen delikaten Fall. In keinem der drei Bücher ging es bis jetzt um lapidare, "alltägliche" Verbrechen. Jeder Fall hat eine (psychologische) Tiefe, die mir sehr gut gefällt. Auch hier beleuchtet der Autor die Vergangenheit des Täters, aus der sich der Tathergang sehr gut verstehen lässt. In "Erlösung" wird der Leser mit vielen verschiedenen tragischen Existenzen konfrontiert: Die Frau, die ehrenamtlich in Krisengebieten helfen wollte, vergewaltigt wurde und sich Gott zuwandte. Der Mann, der von seinem Vater misshandelt wurde und nicht einmal lachen durfte. Die Mutter, die ihr Kind beinahe verliert und selbst dem Tod in die Augen sehen muss. Und und und. 

Sprachlich war "Erlösung" ganz und gar Adler-Olsen. Die Sätze schlagen hier keine Kapriolen und sind dennoch kunstvoll. Der Stil ist knapp und prägnant, häufig mit einem charmant-witzigen Unterton. Ich selbst störe mich manchmal an der sehr rauen Sprache. Adler-Olsen spricht z.B. davon, dass Mørck die "Klöten" schmerzen nach einer Nacht mit Mona. Ist okay, aber ich bin einfach ein bisschen prüde  - geb ich ehrlich zu :D Zum Glück sind das aber nur drei oder vier Passagen in dem mit 592 Seiten doch recht dicken Buch. Ich habe Erlösung geliebt und verschlungen. 


3. März 2015

Gemeinsam lesen










Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam!
Eine Aktion von Asaviel, die Schlunzenbücher und ich übernehmen durften
Die heutigen Fragen und Links gibt es bei Schlunzenbücher
Für mehr Infos *klick*


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese "Erlösung" von Jussi Adler Olsen und bin auf Seite 314.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Carl notierte seinen Vorschlag und nahm die Zettel der beiden entgegen."


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Jussi Adler Olsen hat manchmal eine ganz schön derbe Ausdrucksweise. Er scheut sich nicht, die männlichen Genitalien zu beschreiben oder die Gelüste seines Protagonisten Carl Mørck. Ich bin ein ziemlich zugeknöpfter Mensch und daher gefallen mir solche Stellen eher weniger. Allerdings hält sich die derbe Sprache sehr im Rahmen und ich glaube, sie macht den Roman als solchen irgendwo auch aus. Carl Mørck selbst ist ja ein ziemlich derber Mensch, warum also keine entsprechende Sprache verwenden um ihn zu beschreiben? 

4. Legt ihr die Reihenfolge der Bücher die ihr als nächstes lest schon frühzeitig fest oder entscheidet ihr immer spontan was ihr als nächstes lest wenn ihr grade ein Buch beendet habt?

Eine komplett feste Reihenfolge lege ich nicht fest, nein. Ich habe einen groben Rahmen, was als nächstes gelesen werden muss/sollte. Das hängt damit zusammen, dass ich viele Bücher leihe oder auch mal für die Uni etwas lesen muss. Die entsprechenden Rückgabetermine bzw. Deadlines sind dann mitentscheidend, was ich als nächstes lese. Ansonsten schaue ich nach dem Beenden eines Buches, welche der Bücher demnächst wieder weg müssen oder gelesen sein müssen und dann nehm ich von denen das, worauf ich gerade Lust habe.