11. Mai 2015

[Rezension] Überredung v. Jane Austen

am Montag, Mai 11, 2015


Überredung
Jane Austen

Reclam, 320 Seiten
6,95 € bei Amazon

Inhalt

Anne Elliot findet das, was man wohl einen Seelenverwandten nennen kann: sie verliebt sich in Kapitän Frederick Wentworth, einen gut aussehenden, intelligenten jungen Mann. Doch die junge Frau, deren Mutter jung starb und die von ihren Schwestern und ihrem Vater kaum Liebe erfährt, findet sich schnell in einer problematischen Situation wieder. Ihr adelsstolzer Vater und die mütterliche Freundin Lady Russel stellen sich gegen die Verlobung mit Wentworth, da er keinerlei Rang und Vermögen aufweisen kann. Die junge Frau lässt sich überreden und löst die Verbindung zu Wentworth.

Acht Jahre später. Annes Vater ist durch seine Verschwendungssucht arm und muss den Grundbesitz der Familie vermieten, um nicht endgültig bankrott zu gehen. Während Elizabeth, die älteste Schwester Annes, und ihr Vater nach Bath in eine günstigere Wohnung ziehen, hält sich Anne vorerst bei Mary, ihrer jüngsten Schwester, und dessen Ehemann auf. Unweigerlich trifft sie auf die Familie, die nun ihr Elternhaus bewohnt und ist erschrocken als sie erfährt, dass die nun dort wohnende Lady Croft keine geringere ist als die Schwester ihres geliebten Wentworth. Und es kommt natürlich wie es kommen musste: sie trifft auf den, dem sie das Herz gebrochen und den sie all die Jahre nie vergaß. Sie liebt ihn nach wie vor, er selbst jedoch scheint sich in eines der Mädchen vor Ort zu verlieben.  Anne muss mit ansehen, wie sich der Mann, den sie liebt, in einer andere verliebt. Und sie selbst verbleibt in ihrer Einsamkeit ohne Hoffnung, ein eigenes erfüllendes Leben aufzubauen


Spoiler


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Meinung

Es fiel mir etwas schwer in den Roman einzufinden. Vielleicht war ich von Stolz und Vorurteil auch ein wenig voreingenommen. Doch schnell zog mich auch dieser Austen-Roman in seinen Bann. Wie immer steht eine kluge, selbstbewusste Frau im Mittelpunkt, die sich durch gewisse Ansichten von den üblichen Familienmitgliedern abhebt. In Überredung überspitzt Austen dieses Außenseitertum jedoch stark, jedoch keinesfalls unpassend. Vater und Schwestern stehen nicht zu Anne und selbst die Freundin Lady Russel ist teilweise zu stark von ihren Ansichten über Adel und Stolz getrieben, als dass sie eine kluge Entscheidung trifft. Im Gegensatz zu anderen Austen-Romanen haben wir es hier mit einer Frau zu tun, die bereits die "Blüte ihrer Jugend" hinter sich hat. (Anne zählt mit ihren Mitte 20 zum alten Eisen!) Ihr Glück scheint endgültig verloren. Der gesamte Roman hat einen melancholischen und hoffnungslosen Unterton. 

Die Sprache ist trotz der großen Zeitspanne, die seit Verfassung vergangen ist, keineswegs befremdlich oder gar schwierig zu lesen. Oft ist es ja gerade die schwierige, fremde Sprachverwendung, die von Klassikern abschreckend wirken kann. Keinesfalls bei Austen.  Besonders schön finde ich auch immer wieder diesen leicht bissigen Sinn für Humor, den man in ihren Werken findet und mit denen sie ihre Zeitgenossen aufs Korn nimmt. 

Austen zählt definitiv zu den immer wieder lesenswerten Klassikern. Die Bücher vermitteln auf sehr unterhaltsame Art ein historisches Lebenskonzept, vor allem aber die historische Rolle der Frau. Die Romanzen in den Werken sind herzergreifend und lassen den Leser stets mitfiebern. Ich finde, man sollte mindestens einen Austen-Roman im Leben gelesen haben. Und mit Überredung macht man nichts falsch. Daher volle Punktzahl. 



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