23. Juni 2015

[Blogtour] Vanessa Sangue - Dark Hope

am Dienstag, Juni 23, 2015
Tourplan zur Blogtour

Im Rahmen der Blogtour zu Vanessa Sangues Roman "Dark Hope" darf ich euch heute eine weitere Hauptperson vorstellen: Hailey. Freut euch mit mir auf ein spannendes, witziges, schönes Interview <3



Hallo Hailey! Vielen Dank, dass du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Nach allem, was passiert ist, stehst du momentan bestimmt ganz schön unter Stress. Lass uns zu den Fragen kommen...


Hailey schaute die junge Frau an, die in ihrem Alter zu sein schien, und lächelte sie an. Natürlich überkam sie bei der Erwähnung der Geschehnisse der letzten Wochen zunächst eine Welle der Trauer, wie immer, wenn sie an Kristina denken musste, aber dann erinnerte sie sich daran, was sie jetzt hatte und schon konnte sie wieder lächeln. „Ja, in letzter Zeit ist viel passiert. Allerdings hält sich mein Stress sehr in Grenzen. Kyriakos denkt immer noch, dass er mich schonen muss.“ Sie rollte mit den Augen und erwiderte das Grinsen der Bloggerin. „Dann schieß mal los!“



01. Du bist Empathin. Ich stelle mir das unglaublich schwierig vor. Wie hast du deine besondere Gabe denn bemerkt und wie hast du dich dabei gefühlt?
„Besonders am Anfang ist es schwierig, wenn du nicht weißt, wie du dich abschirmen kannst. Das habe ich erst gelernt, als ich mit dreizehn Jahren auf die Akademie ging. Allerdings haben sich meine Kräfte bereits im Kindesalter bemerkbar gemacht.“ Hailey strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr und seufzte innerlich bei der Erinnerung an ihre Kindheit. „Nachdem meine Eltern gestorben waren, kam ich zu einer Pflegefamilie. Sie verstanden nicht, warum ich, wann immer viele Menschen um mich herum waren, anfing zu weinen. Wie konnten sie auch? Ich habe es damals selber nicht verstanden.“ Sie schüttelte den Kopf. „Plötzlich dringen all diese Gefühle auf dich ein, aber es sind nicht deine. Das war damals ziemlich beängstigend.“
Hailey beobachtete wie die junge Frau sich Notizen machte. Zwischen ihnen lag ein Diktiergerät auf dem Tisch in Kyriakos‘ Wohnzimmer, der kurz nach ihrem Einzug ersetzt worden war. Und sie wusste immer noch nicht, was Kyriakos mit dem vorherigen Tisch angestellt hatte. Darüber breitete er den Mantel des Schweigens und sein innerer Kreis auch... Sehr verdächtig.
Ihre Interviewerin, ihr Name war Lisa, legte den Stift beiseite und stellte ihr, nach einem kurzen Blick auf ihre Unterlagen, die nächste Frage.

02. Dir sind sicher bereits Personen begegnet, denen dein „Einwirken“ nicht recht war. Hattest du schon einmal einen wirklich schlimmen Zwischenfall deswegen?
Hailey lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück und dachte nach. „Ich glaube, richtig schlimm war es noch nie. Und jetzt traut sich das bestimmt auch niemand mehr.“ Sie musste schmunzeln. Als ob es sich jemand wagen würde sie schlecht zu behandeln. Schon gar nicht, wenn Kyriakos dabei war. „Die schlimmste Zeit war einfach bei meiner Pflegefamilie. Immer wieder haben sie mich ausgeschimpft, weil ich nicht mit dem, was auf mich einstürmte, zurechtkam.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Ansonsten weiß ja nicht jeder, dass ich eine Empathin bin und wenn ich eingreife, dann meistens auf einem so niedrigen Level, dass es die betreffende Person gar nicht bemerkt.“ Hailey sah Lisa direkt in die Augen und zwinkerte. „Keine Sorge, bei dir wende ich meine Kräfte gerade auch nicht an.“ Sie spürte zwar, dass ihre Interviewerin nervös war, aber das lag wahrscheinlich daran, dass sie sich hier auf dem Territorium der Vampire befand. Das war schwer zu verkraften. Hailey sprach da aus Erfahrung.

03. War es nicht unheimlich schwer für dich, als du von Kyriakos keinerlei Emotions-Feedback bekommen hast?
„Du machst dir ja gar keine Vorstellungen!“ Sie widerstand der Versuchung die Hände verzweifelt zu heben und mit den Augen zu rollen. „Die ganze Zeit muss ich mich abschirmen, damit ich nicht jede Kleinigkeit von meiner Umwelt mitbekomme und dann spaziert da dieser Vampir herein und plötzlich herrscht Stille. Auf einmal musste ich mich wieder allein auf meine Menschenkenntnis verlassen und sehr genau auf seine Körpersprach achten, damit ich wenigstens eine Ahnung von dem hatte, was in ihm vorging.“ Sie schnaubte. „Schrecklich!“ Hailey sah, wie sich Lisa ein Lachen verkniff und grinste. Nachdem die Bloggerin ihren kleinen Lachanfall erfolgreich bewältigt hatte, führten sie ihr Interview weiter.

04. Hand aufs Herz: ein Gestaltwandler wäre für eine Empathin doch sicher passender. Warum nicht Trace oder Rave?
Jetzt war es an Hailey lauthals loszulachen. Sie warf den Kopf in den Nacken und lachte aus vollem Herzen, bei dem Gedanken eine Beziehung mit Trace oder Rave zu haben. Während sie noch damit beschäftigt war sich wieder zusammenzureißen, sah sie Lisa etwas verständnislos an. „Ich glaube, ich habe den Witz nicht verstanden.“

„Entschuldigung“, murmelte Hailey, die sich endlich wieder unter Kontrolle hatte. „Aber die Vorstellung mit Trace oder Rave eine Beziehung zu führen ist so absurd, dass sie schon wieder lustig ist.“ Sie sah den betroffenen Gesichtsausdruck der jungen Frau und ruderte sofort zurück. „Nicht, dass ich die Frage nicht nachvollziehen könnte, aber mein Herz gehört Kyriakos. Da gibt es niemand anderen.“
Hailey sah über ihre Schulter und vergewisserte sich, dass sie und Lisa immer noch alleine waren, bevor sie sich verschwörerisch vorbeugte. „Aber mal ganz unter uns... Vor Jahren ist zwischen Trace und mir mal was gelaufen.“ Sie beobachtete, wie sich Lisas Augen weiteten und grinste. „Es war nicht schlecht, aber wir haben uns entschieden lieber Freunde zu bleiben. Das sagt doch alles, oder?“ Sie zwinkerte der jungen Frau zu.

05. In deinem letzten Fall wurdest du den schlimmen Emotionen vieler Personen gleichzeitig ausgesetzt. Wie hast du dich dabei gefühlt?
Bei der Erinnerung an ihren letzten Fall, der auch ihr Abschied von TLH gewesen war, wurde ihr schlecht. Und als sich das Bild der Geistzerstörerin vor ihr inneres Auge schob, schien ihr die Luft zum Atmen zu fehlen. Ihre Augen füllten sich innerhalb von Sekunden mit Tränen, als sie wieder und wieder Kristinas Schmerzen spürte. Sie holte tief Luft, um zu antworten, als die Tür zu Kyriakos‘ Räumen krachend gegen die Wand knallte. Der Vampirkönig höchstpersönlich betrat das Wohnzimmer, den Blick fest auf ihre Interviewerin geheftet, die sofort um einige Zentimeter zu schrumpfen schien. Hailey kannte das Gefühl.

„Was ist hier los?“ Seine Stimme war ruhig. Zu ruhig. Und so kalt wie ein Gletscher.

Mist. Du hast deine Gefühle nicht abgeschirmt, Idiotin! Und natürlich war Kyriakos sofort zu ihrer Rettung geeilt, um das, was auch immer sie Schmerzen durchleben ließ, aus dem Weg zu räumen.

„Es ist alles in Ordnung. Fehlalarm.“ Sie lächelte ihren Gefährten an und legte den Kopf in den Nacken, als er neben ihr stehen blieb. Noch immer hatte er seinen dunklen Blick auf Lisa gerichtet, der langsam die Farbe aus dem Gesicht wich.

„Kyriakos.“ Hailey legte ihm eine Hand auf den Unterarm und zwang ihn seine Aufmerksamkeit auf sie zu richten. „Alles in Ordnung. Du kannst wieder gehen.“

„Bist du dir sicher?“

„Ja.“

Ihr Vampir beugte sich zu ihr herab und gab ihr erst einen sanften Kuss auf den Mund, bevor er mit seinen Lippen kurz ihre Halsschlagader berührte. Danach nickte er der jungen Frau zu. „Das Interview sollte besser nicht mehr so lange dauern.“

„Natürlich“, beeilte sich Lisa zu sagen und sah hilfesuchend zu Hailey hinüber.

„Geh jetzt, Kyriakos.“ Sie lächelte ihn an und nach einem letzten Blick, um sich zu vergewissern, dass es ihr gut ging, verschwand er wieder und schloss die Tür hinter sich.

Sofort griff Hailey nach Lisas Hand und drückte sie leicht. „Alles in Ordnung?“

„J-ja. Das kam nur etwas unerwartet.“

Hailey lachte leise. „Ich weiß. Er reagiert von Zeit zu Zeit mal über. Kein Grund zur Sorge.“

Lisa ließ lautstark die angehaltene Luft entweichen und grinste. „Na, wenigstens habe ich ihn jetzt auch mal kennengelernt. Ist er eigentlich immer so?“

„Oh ja.“ Hailey seufzte. „Ich würde übrigens gerne diese Frage überspringen und zur nächsten übergehen.“

Lisa, die ihre Reaktion, bevor die Kavallerie gekommen war, natürlich gesehen hatte, nickte verständnisvoll.

06. Was tust du, um einen Ausgleich zu deinem aufwühlenden Job zu bekommen? Treibst du Sport oder hast du ein anderes Hobby? Wobei schaltest du ab und tankst neue Energie?
Hailey lächelte. Das war sicheres Terrain. „Ich lese viel. Trinke Tee. Aber Sport?“ Sie tippte sich mit einem Zeigefinger ans Kinn. „Na ja, Kyriakos hält mich ziemlich fit, wenn du verstehst, was ich meine.“ Sie zwinkerte. „Ansonsten habe ich angefangen mit den Jungs und Ash zu trainieren. Obwohl Kyriakos das gar nicht gerne sieht.“

„Die Jungs?“

„Die Vampire aus seinem inneren Kreis. Blade. Dimitri. Die teuflischen Zwillinge. Das hält mich fit und lässt mich abschalten, nachdem ich mich die halbe Nacht lang mit Papierkram des Clans beschäftigt habe.“

07. Du hast dir ja bewusst ein Haus außerhalb der Stadt gesucht. Das ist nur verständlich bei den vielen Emotionen, die sonst auf dich niederprasseln würden. Wie fühlt es sich für dich an, wenn du aus deiner kleinen Idylle in die Großstadt eintauchst?
Nun, wie sollte sie das am besten beschreiben? Es war immer schwierig das Wesen der Empathie jemandem zu erklären, der keine magischen Fähigkeiten besaß. „Stell es dir so vor: Du fährst zu einer Party. Auf dem Weg dorthin sitzt du alleine in deinem Auto. Das Radio ist aus, die Fenster sind zu, keine Geräusche dringen in dein Auto. Das ist das Gefühl, wenn ich früher bei mir zuhause war und jetzt während ich hier auf dem Territorium bin. Dann kommst du am Club an. Du steigst aus und betrittst eine ganz andere Welt. Plötzlich stürmen hundert verschiedene Geräusche auf dich ein. Der Bass hämmert in deinem Körper und lässt dein Blut pulsieren. Menschen schreien, lachen und unterhalten sich. Du kannst deine eigenen Gedanken nicht mehr hören. So fühlt es sich an, wenn ich in der Stadt bin.“ Sie sah den mitfühlenden Blick ihres Gegenübers und lächelte. „Aber ich kann mich ja zum Glück abschirmen.“

08. Nochmal zu Kyriakos.... Du sagst, du hattest von Anfang an keine Angst vor ihm. Hast du gespürt, dass da etwas so Besonderes zwischen euch ist? Oder hast du lediglich an eine „normale“ Anziehung geglaubt?
Hailey lachte. „Normal war diese Anziehung nie. Und das wusste ich tief in meinem Inneren auch. Aber am Anfang habe ich natürlich versucht mir genau das einzureden. Eine mögliche Beziehung zu ihm wäre einfach zu kompliziert gewesen. Außerdem hatte ich zwar vor ihm keine Angst, aber vor dieser Spannung, die zwischen uns herrschte, hatte ich eine Heidenangst. Es war zu viel, zu groß, zu ... alles. Ich konnte mich in seiner Nähe einfach nicht konzentrieren. Und auch heute fällt mir das noch schwer.“ Sie beobachtete Lisa, die schmunzelnd ein paar Zeilen auf ihren Notizblock schrieb, bevor sie zu ihrer nächsten Frage überging.

09. In der Burg des Clans müsste es für dich doch ziemlich entspannend sein, da von den Vampiren nur wenig emotionales Feedback ausgeht. Findest du das schön oder verängstigt dich diese „Stille“ sehr?
„Am Anfang war das schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber wie jeder Mensch ist auch jeder Vampir ein Individuum. Das völlige Fehlen von Emotionen wie es bei Kyriakos auftritt, ist eine Ausnahme. Selbst die kühlen Vampire strahlen Gefühle aus und die fange ich auf. Aber es ist eher wie ein leichtes Rauschen im Hintergrund. Und das ist eigentlich ziemlich entspannend.“ Sie faltete die Hände in ihrem Schoß und lächelte. Langsam aber sicher gewöhnte sie sich an ihre neue, vampirische Familie. „Um also deine Frage zu beantworten: Diese Stille, die keine richtige Stille ist, ist sehr wohltuend für mich.“

10. Zum Schluss: Vampire sind ja für die meisten eher furchteinflößend. Zu Blade und Ash hast du ja auch recht schnell Vertrauen gefasst. Glaubst du, du könntest auch ohne die besondere Bindung zu Kyriakos eine Freundschaft zu einem Vampir etablieren?
„Ich bin mir nicht sicher, ob es ohne Kyriakos jemals zu diesen Freundschaften gekommen wäre. Früher hielt ich Vampire immer auf Abstand. Ich hatte ja nur mit den negativen Konsequenzen ihres Fehlverhaltens zu tun und sah sie daher als blutrünstige Monster. Außerdem war mir diese emotionale Ruhe in ihrer Nähe immer etwas unheimlich. Aber das alles war, bevor ich sie näher kennenlernte. Heute kennt jeder Vampir in New Orleans meinen Namen und weiß, wer ich bin. Ich muss mich also zwangsläufig mit ihnen arrangieren.“ Sie grinste. „Aber sie sind auch wirklich nett. Blade ist ganz harte Schale, weicher Kern.“ Überrascht schlug Hailey sich die Hand vor den Mund. „Oh Gott! Verrat ihm bloß nicht, dass ich das gesagt habe! Sonst nimmt er mich in der nächsten Trainingsstunde besonders hart ran.“ Sie verzog das Gesicht und rieb sich eine noch immer schmerzende Stelle an ihrem linken Oberschenkel. Der Mann hatte einen verdammt harten Schlag und schickte sie regelmäßig auf die Matten. Als Lisa ihren gequälten Gesichtsausdruck sah, kicherte sie leise und auch Hailey musste in ihr Lachen mit einstimmen. „Okay, mal Spaß beiseite, wenn ich also irgendwann an den Punkt gekommen wäre, dass ich meine Vorurteile hätte beiseiteschieben können und einen Vampir näher kennengelernt hätte, hätte ich mich vielleicht mit ihm anfreunden können. Obwohl ich dann ja noch Mitarbeiterin von TLH gewesen wäre und dementsprechend Neutralität das oberste Gebot gewesen wäre. Und natürlich darf man nie vergessen, dass nicht alle Vampire gleich sind. Wie bei Menschen, und bei jeder anderen Art auch, gibt es auch Arschlöcher.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Ich hoffe, dass das deine Frage beantwortet?“

Lisa lächelte sie an. „Ja. Und das war’s auch schon. Du hast alle meine Fragen beantwortet.“

Hailey neigte leicht den Kopf und ein warmes Lächeln erschien auf ihren Lippen. „Ich hoffe, ich konnte alle Fragen zu deiner Zufriedenheit beantworten. Es hat mir jedenfalls viel Spaß gemacht.“

Während Lisa begann ihre Notizen zusammenzupacken und auch das Diktiergerät wieder in ihrer Tasche verstaute, öffnete sich erneut die Tür. Diesmal betrat allerdings Jasmin den Raum. Die junge Vampirin lächelte einladend und schob ihre Brille ein Stückchen höher.

„Lisa? Sind Sie soweit? Ich begleite Sie wieder nach draußen.“

„Natürlich. Einen kleinen Moment noch.“

Nachdem die Bloggerin alle ihre Sachen verstaut hatte, ging sie um den Tisch herum und reichte Hailey die Hand. „Vielen Dank für das Interview.“

„Sehr gerne.“ Anstatt ihr die Hand zu schütteln, umarmte Hailey die andere Frau ganz spontan. „Es hat mich gefreut, dich kennenzulernen, Lisa.“

„Mich auch, Hailey. Ich melde mich wieder bei dir, sobald das Interview online ist.“



Und? Hat euch das Inteview genauso gefallen wie mir? :) Lest euch unbedingt auch die anderen Beiträge zur Blogtour durch. Es lohnt sich! <3

1 Kommentare:

karin hat gesagt…

Hallo und guten Tag,

da hat aber jemand mächtig angst oder?

Blade scheint wirklich eine interessante Persönlichkeit und Figur in diesem Roman zu sein.

Danke für das heutige Interview.

LG..Karin...

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