31. August 2015

Montagsfrage


Montagsfrage: Wie sieht deine perfekte Strandlektüre aus?


Eigentlich hatte ich euch bereits einen ausufernden Text verfasst, den nun aber wieder gelöscht. Wer liest sich das schon durch :D Deswegen bring ich es jetzt einfach ganz knapp auf den Punkt: Für mich gibt es keine perfekte Strandlektüre, weil ich so etwas nicht brauche, weil....

... ich das letzte mal vor mehr als 10 Jahren an einem Strand war

... Strandurlaub so gar nicht mein Ding ist, ich lege mich im Urlaub nicht faul an den Strand :D Das könnte ich nicht. Wenn ich irgendwo im Urlaub bin, will ich das Land sehen. Nicht am Strand liegen.

... zuhause zum  Badestrand (nennt man das so? Also wenn man an großen Seen oder Flüssen sowas hat) geh ich auch nicht, mag ich nicht :D Im Sommer verkrieche ich mich im kühlen Haus. 

... die Länder, die ich gern bereise(n möchte) in einer Klimazone liegen, wo man sich zumindest zu der Jahreszeit wenn wir in den Urlaub fahren (Herbst/Winter) ganz sicher nicht an den Strand legen möchte 

Daraus ergeben sich nun evtl. noch eine  Frage:
Warum warst du das letzte mal vor 10 Jahren an einem Strand?
Meine Mutti ist selbstständig mit einem saisonalen Betrieb. Im Sommer können und konnten wir noch nie fortfahren. Da wir Tiere haben, um die sich zudem niemand kümmern kann, bleibt immer ein Familienmitglied daheim. Es hat sich daher so eingependelt, dass wir im Oktober fortfahren: meine Eltern für ein oder zwei Wochen, dann nochmal ich mit meiner Mutti ein paar Tage fremde Städte erkunden. 

29. August 2015

Jojo Moyes: Honeymoon in Paris

Honeymoon in Paris
Jojo Moyes
Penguin Verlag
88 Seiten
ca 6 €
Englisch

Für die An die Bücher...fertig...määäh! Challenge brauchte ich unbedingt noch einen nicht all zu langen Liebesroman für den August. Dies ist nun - zugegeben - ganz und gar nicht mein Sujet. Ich habe nichts gegen romantische Handlung, aber reine Liebesromane in ihrem eigentlichen Wortsinn fallen mir doch schwer zu lesen, sie wirken schnell zu kitschig und ein bisschen eifersüchtig ist man dann ja doch auch :D
Ich hielt also Ausschau nach einem geeigneten Buch und fand dieses hier, eine knappe Liebesgeschichte. Wenn auch auf Englisch, brauchte ich keinen Tag für die eigentlich sehr schöne Geschichte. Wir begleiten zwei Frauen, einem Anfang des 20. Jahrhunderts und einmal 100 Jahre später zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Sophie und Olivia. Beide befinden sich in Paris, mit ihren frisch gebackenen Ehemännern. Und beide Ehen laufen nicht so prickelnd. Sophie befürchtet die Untreue ihres als Maler arbeitenden Mannes Edouard. Liv hingegen muss sich allein beschäftigen, lässt David sie doch immer wieder allein. Erst als David und Liv auf ein Gemälde Edouards treffen, begreifen sie, was sie aneinander haben.
Zumindest im Englischen, was im Übrigen auch für "Beginner" gut zu verstehen ist, empfand ich die Sprache als sehr angenehm und keineswegs als zu schwulstig oder kitschig. Die große Spannung bleibt aus, aber die Geschichte an sich ist ganz niedlich. Haut einen eben jetzt nicht vom Hocker. Soweit ich weiß ist dieser Kurzroman eine Vorgeschichte zu einem weiteren Buch Jojo Moyes. Neugierig bin ich auf jeden Fall geworden. 

Fazit: Für zwischendurch und für Romantiker auf jeden Fall zu empfehlen. Aber man darf definitiv keine spannende Handlung erwarten. Hier geht es wirklich rein ums Gefühl und die ersten Streitigkeiten in einer Ehe.


27. August 2015

Judith Hermann: Alice

Alice
Judith Hermann
S. Fischer Verlag
192 Seiten
18,95 € (Hardcover)
8,95 € (Taschenbuch)

Der Tod konfrontiert früher oder später jeden von uns mit seiner hässlichen Fratze. Alice, die Protagonistin von Judith Hermanns gleichnamigen Roman, ist distanzierte Begleiterin, stille Freundin und leidende Liebende von fünf verschiedenen Männern, die ganz unterschiedliche Rollen in ihrem Leben einnahmen: die verflossene Liebe, ein Freund, der Onkel, der eigene Mann. 
In fünf Kapiteln beschreibt Hermann, wie ihre Protagonistin den sterbenden Männern und ihren Frauen zur Seite steht, bzw. sich mit dem Tod einer geliebten Person beschäftigt.  In leisen, vorsichtigen, nüchternen Worten beschreibt Judith Hermann damit eine sehr wichtige Phase im Leben eines jeden Menschen: das Abschiednehmen. 
Die einzelnen Kapitel stehen für sich ohne direkten Bezug untereinander. Jedes Kapitel behandelt einen Todesfall. Erst im letzten Kapitel wird ein Bogen geschlagen, der die verschiedenen Geschichten miteinander verbindet. Hermanns Personen wirken unnahbar, sie werden auf das Nötigste reduziert. Ein im ersten Kapitel stets präsentes Kind wird dabei z.B. nicht beim Namen genannt, auch ein Geschlecht wird nicht preis gegeben. Es bleibt "das Kind". Die Autorin bedient sich auch keiner wuchtiger, schnulziger Sprache wie das bei solchen Themen  leider häufig der Fall ist. Sie bleibt nüchtern und gerade dadurch bekommt der Text sehr viel Gefühl, wirkt auf eine Art und Weise leise und traurig, bedrückend und trotzdem auch hoffnungsvoll. Denn irgendwie geht es weiter. Irgendwie.

Mir hat der Roman sehr, sehr gut gefallen. Besonders schön fand ich das meisterliche Zusammenführen all der kleinen Details zum Ende hin. Obwohl das Buch kaum Handlung aufweist und an sich recht schnell klar wird, wie vorausschaubar all das ist, wird es nicht langweilig. Hier geht es nicht um eine besonders spannende Handlung, es geht um Gefühle und das Leben an sich. Ein wirklich wunderschönes Buch, dass ich zu lesen empfehle :) 


25. August 2015

Horst Beseler: Käuzchenkuhle


Käuzchenkuhle
von Horst Beseler

Eulenspiegel Verlag, 2007
380 Seiten
Taschenbuch: 12,90 €
Erstausgabe: 1965
Kinderbuch

Jean-Paul Fontanon, liebevoll Jampoll genannt, muss die Sommerferien bei den Großeltern verbringen, während die Eltern ins sozialistische Bruderland Russland fliegen dürfen. Mürrisch kommt der Junge in Wolfsruh an und wird erstmals mit einem ominösen Fremden konfrontiert, der ihn über den Großvater auszufragen scheint. Als Jampoll im Haus der Großeltern ankommt, entgeht ihm die gedrückte Stimmung nicht. Jampolls Großvater Kalmus läuft des Nachts unruhig auf uns ab, betet und liest in der Bibel, benimmt sich allgemein höchst merkwürdig. Immer wieder muss Jampoll beobachten, dass der Großvater und der Fremde aneinander geraten, teils ernsthaft gewalttätig. Ein Geheimnis steckt dahinter, das eng verwoben mit der grusligen Käuzchenkuhle scheint. Gemeinsam mit seinen Freunden Kristian und Schraube, sowie der Lehrerstochter Linde kommen die Jungen einem düsteren Verbrechen auf die Spur, das bis ins dritte Reich zurück reicht. 
Das Buch beschäftigt sich mit der Schuldfrage des Nationalsozialismus, den Verbrechen der SS und wie der Junge Jampoll mit der Vergangenheit und der Schuld seiner Familie umzugehen lernt. 

Ich habe dieses Buch gelesen, da ich es zum Untersuchungsgegenstand meiner Bachelorarbeit gewählt habe. In einschlägiger Fachlektüre wurde das Buch empfohlen, da es sich mit der Bewältigung und Aufarbeitung von Nationalsozialismus in der DDR beschäftigt. Tatsächlich war der Inhalt aber sehr breit gefächert. Die Handlung hatte drei Schwerpunkte: Den Aufbau des Schulanbaus und die Mithilfe der Kinder daran, das Instandsetzen der Zündapp Schraubes und natürlich das Aufklären des Verbrechens, an dem Kalmus beteiligt war. Der Inhalt ist, wie zu erwarten bei einem (sozialistischen) Kinderbuch auf die Erziehung des Kindes ausgelegt. Als erwachsener Leser mit historischem Abstand fällt das natürlich hier und da auf. Es wird unter anderem immer wieder betont, wie wichtig die Mithilfe der Kinder am Aufbau des Schulgebäudes ist. Die Mithilfe der Kinder am sozialistischen Aufbau ist ein prägendes Thema in der (frühen) DDR gewesen.
Die Sprache ist leicht zu lesen, auch wenn sie manchmal befremdlich wirkt. Das liegt daran, dass der Autor versucht, eine für Kinder gebräuchliche Sprache zu verwenden. Natürlich handelt es sich hier um den "Jugendjargon" der Kinder von 1965, was uns heute natürlich nicht ganz gebräuchlich erscheint. Dennoch lies sich das Buch sehr gut und flüssig lesen, über manche Begriffe musste ich schmunzeln. 
Dem Autor gelingt es die verschiedenen kleineren und größeren Handlungsstränge ineinander zu verflechten, sodass sie einander ergänzen und nicht voneinander ablenken. Der rote Faden ist stets vorhanden, die Nebenhandlungen gut integriert. 
Mein Gesamteindruck des Buches war gut. Hier und da wirkte die Handlung schleppend und unspektakulär. Das zieht sich dann schon etwas. Dank der angenehmen Sprache ließ es sich aber dennoch stets gut lesen. Wie schon bei Werner Holt handelt es sich hier definitiv um ein Buch, an dem man wirkliches Interesse haben muss. Ein Kinderbuch von 1965 ist definitiv nichts, was jeder lesen möchte. Es handelt sich aber definitiv um ein lehrreiches Buch, wenn man sich über die Nachkriegsgeneration Gedanken macht, bzw. wenn man sich dafür interessiert, wie die erste "unschuldige" Generation mit dem Geschehen und den möglicherweise Verbrechen innerhalb der Familie umzugehen lernt. 

Das Buch erhält von mir 4 Punkte. Es handelt sich um ein liebevolles, schönes Buch. Es ist definitiv wert gelesen zu werden und trägt auch zum Verständnis deutscher Geschichte bei.


24. August 2015

Montagsfrage


Gab es in letzter Zeit ein Buch, dessen Handlung nicht hielt, was die Inhaltsangabe versprochen hat?


Ich gebe nun ganz ehrlich zu, ich lese selten Inhaltsangaben. Entsprechend kann ich das gar nicht so recht einschätzen?! Ein Buch, bei dem ich ein bisschen was anderes erwartet habe, gibt es dennoch. Bei meinen Recherchen für die Bachelorarbeit war ich auf der Suche nach einem schönen Kinderbuch, dass den Nationalsozialismus aufarbeitet. In einschlägigen Wissenschaftsschriften habe ich dann einige Hinweise gefunden. Nun, da ich mit dem Kinderbuch fast durch bin, hatte der Roman jedoch nur wenig Ansatzpunkte für eine echte "Aufarbeitung" des Nationalsozialismus. Es geht zwar an sich um ein Verbrechen aus der Nazizeit, dass DDR-Kind aufklären - dennoch wird diese finstere Epoche Deutscher Geschichte erst am Ende des Romans und nicht sonderlich ausführlich in den Fokus gerückt. Natürlich  gibt es den gesamten Roman über immer wieder Andeutungen, aber die handfesten Fakten fehlen hier einfach ein wenig. Nach den vielen Erwähnungen in Sekundärliteratur hatte ich das etwas anders erwartet. 


16. August 2015

J.K.Rowling: Die Märchen von Beedle dem Barden


Die Märchen von Beedle dem Barden
von Joanne K. Rowling

Carlsen Verlag,
109 Seiten,
12,90 €

Meinung

Ob ein hüpfender Topf, der dem Zauberer ein herzlicheres Gemüt lehrt, oder die Brüder, die zu viel wollten und deshalb verloren. In diesem dünnen Büchlein bietet uns Joanne K. Rowling fünf herrliche Märchen aus dem Harry Potter-Kosmos. Jedes Märchen ist mit einer Anmerkung Albus Dumbledores versehen. Die Märchen selbst erzählen, wie auch unsere Muggelmärchen, von allzu menschlichen Fehlern und von tugendhaften Zauberern, die es besser zu machen vermögen. Die Anmerkungen sind zudem für alle Potter-Fans ein Muss, denn hier gibt es zusätzliche Informationen zum liebsten Zauberer der Welt. 
Doch auch wenn man kein großer Harry-Potter-Fan ist, lohnt sich wirklich, dieses sehr kurzweilige Büchlein zu lesen. Die Märchen stehen anderen Märchen in nichts nach. Sie könnten gut und gern als Gute-Nacht-Märchen für Kinder dienen, als auch für Erwachsene absolut erheiternd und einfach schön zu lesen sein. 


Jan Viebahn: Schwarzes Licht

Schwarzes Licht
Jan Viebahn
Indie-Veröffentlichung
348 Seiten
9,80 €

Inhalt

Johann Kernost ist ein ganz gewöhnlicher, solider junger Mann. Er hat eine Frau und einen Hund. Arbeitet als Übersetzer. Und auch sonst ist er ein ziemlicher Durchschnitsstyp. Bis er sich plötzlich als Tark (=Dämon) in einer fremden Welt wiederfremdet, fremdgesteuert und somit eine tickende Zeitbombe. Er soll als Wunderwaffe des Dunkelreiches gegen das Kaiserreich dienen, doch den gutmütigen Menschen gelang es durch einen Kniff, wenigstens ein bisschen das Ruder herum zu reißen. Der Dämon mit der Seele Johanns findet schnell Anschluss, vor allem Farkan - ein Paladin - wird ihm ein guter Freund. Nun jedoch müssen die Freunde den Talisman, der Johann kontrollieren kann, in ihre Gewalt bringen, ehe jemand den bluthungrigen Dämon in Johann beschwören kann. Es beginnt ein Wettlauf mit den bösen Mächten der Dunkelmenschen und Orks. 

Meinung

Schwarzes Licht ist ein Roman ganz im Sinne klassischer Fantasy ála Tolkien. Orks. Magier. Dunkelmenschen. Elben. Dämonen. Die Idee, die hinter dem Roman steht, ist fesselnd und gut durchdacht. Und vor allem: sie ist eigensinnig. Und das meine ich nicht negativ. Bei vielen Romanen hat man das Gefühl: das habe ich doch schon 100 Mal gelesen. Hier nicht. Diese Vermischung aus Realität und Fantasy und vor allem die Idee, die Seele eines Otto-Normal-Menschen in den Körper eines Dämonen zu versetzen, finde ich sehr, sehr gelungen. Und Viebahn setzt das klasse um. Johann trifft zu Beginn auf ganz normale Probleme: Er spricht nicht die Sprache der Menschen. Nur allmählich lernt er diese und kann sich so immer besser verständigen. Und das Vertrauen muss sich der Dämon auch hart erarbeiten. Insgesamt wirkt die Geschichte in sich schlüssig und lässt sich super lesen. 

Sprachlich musste ich jedoch hier und da etwas mäkeln, so leid es mir tut. An manchen Stellen wirkt die Sprache doch all zu gewöhnlich und einfach, Wiederholen kommen ebenfalls hier und da vor. Das hat dem Roman leider die volle Punktzahl verübelt. Da es sich jedoch um einen packenden, spannenden, und sonst wunderschön geschriebenen Fantasy-Roman handelt gibt es vier Punkte :) 


Dieter Noll: Werner Holt I

Die Abenteuer des Werner Holt, Bd. 1 (links)

Die Abenteuer des Werner Holt
Roman einer Jugend, Bd.1
von Dieter Noll
Aufbau Verlag
562 Seiten
ca 7,50 €

Inhalt


Er ist fast noch ein Kind, dennoch lebt Werner fern seiner getrennt lebenden Eltern in einer kleinen Pension und besucht wie jeder andere Junge in seinem Alter die Schule. Bis auf die üblichen Fetzereien, vornehmlich mit dem Schläger  Gilbert Wolzow, gibt es nichts im Leben des Jungen, was vom baldigen Unheil kündet. Doch der Krieg und somit die Einberufung rückt näher. Das wissen die Jungen. Wolzow und Holt vertragen sich und gemeinsam mit einigen anderen Jungen türmen sie, verschanzen sich für Wochen im Wald, leben frei - sie wollen die ihnen verbliebene Zeit nutzen.

Und dann geht es los. Gemeinsam ziehen die Jungen in den Krieg, Wolzow und Holt als beste Freunde. Gomulka, Vetter und andere komplettieren die kleine Gruppe. Doch der Krieg, der anfänglich noch euphorisierend wirkt, demoralisiert Holt zusehends. Zudem dringen immer mehr Fakten über das dritte Reich, dem er dient, an ihn heran. Juden? Tötung? KZs? Und dann das Abschlachten Unschuldiger durch die SS. Während Wolzow seinen militärischen Traum lebt, entfernt sich Holt immer weiter von ihm und bleibt seinem alten Freund doch irgendwie treu. Doch der Krieg zermürbt. Und im Endeffekt sind die Jugendlichen nur Spielfiguren in einem Krieg, den wenige befehligen und viele mit dem Leben bezahlen.

Meinung


Bereits in den frühen Jahren der DDR erschienen, ist "Die Abenteuer des Werner Holt" einer der ersten Romane, die die jüngste Geschichte kritisch aufarbeiten. Im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen Autoren versucht Noll nicht, das sozialistische Idealbild auf die jugendliche Zielgruppe zu übertragen. Er erzählt auf bewegende, erschütternd nüchterne Weise von den Schrecken des Krieges und davon, wie ein junger Mensch aus der Verblendung erwacht und erkennt, dass dieser Krieg und dieses Regime falsch sind. 
Die Personen sind sehr plastisch und greifbar. Während des Romans entwickelt man schon so etwas wie eine Bindung zu Werner, man leidet mit ihm und spürt auch die innere Wandlung des Jungen, dem die "rosarote Brille" abgenommen wird. Die Personen verkörpern alle einen gewissen Typus und sind doch nicht "einfach gestrickt". Wolzow als der Junge aus einer Militärfamilie, der um jeden Preis in die Fußstapfen seiner Ahnen treten will. Wiese, der eigentlich zu schwach ist für dieses Leben und doch am Ende den größten Mut und die größte Stärke beweißt. Gomulka, der von Anfang an einen scharfen Blick für die Wahrheit entwickelt und kritisch an die Sache herantritt. Und letzten Endes Holt, der in sich stets eine Art Zwiespalt trägt. Zu Vaterland und Freund stehen? Oder die Verbrechen als solche erkennen und sich dagegen stellen, auch wenn dies Strafe bedeutet? 
Sprachlich ist der Roman teilweise schleppend. Die vielen Fachbegriffe, gerade während Schlachten, können den Laien doch schon sehr verwirren. Da liest man dann doch am liebsten einfach drüber, für die Geschichte sind diese Passagen ohnehin nicht von großer Bedeutung. Mit seinen über 500 Seiten haben wir es hier schließlich auch mit einem nicht unbedingt dünnen Buch zu tun. Wenn man sich nicht für diesen Teil deutscher Geschichte interessiert: Finger weg, ihr langweilt euch zu Tode! Denn tatsächlich besteht die Handlung vornehmlich aus Beschreibungen des Kriegsgeschehens. Ein Panorama darüber, wie die deutschen Soldaten zermürbt werden und wie die Wahrheit immer mehr zu Tage tritt. Empfehlenswert ist dieses Buch auf jeden Fall, da es einen wichtigen Punkt deutscher Geschichte authentisch wiedergibt und somit zum Verständnis beiträgt. Aber wie gesagt, für Uninteressierte kann es schnell viel zu langweilig werden!


10 Dinge

Nachdem ich ja nun länger nicht mitgemacht habe, bin ich heute endlich wieder mit dabei bei Nezumis 10 Dingen :)

1. Ich entdecke momentan all die Musik wieder, die ich früher so sehr geliebt habe. Ich fühl mich, als würde ich langsam aber sicher ein Stück weit wieder zu mir selbst werden.

2. Neues Album von Bullet for my Valentine. *-*

3. Das "Futterpaket" für mein Pferdchen nun endlich fertig zusammen gestellt. Auf das es ihm bald besser geht.

4. Endlich den Besitzer umtragen lassen. Casper ist nun  auf alle möglichen Weisen und Arten mein eigenes Pferd.

5. Neues Lieblingslied gefunden *-* Throne von Bring Me The Horizon.

6. Gestern zu nem mega tollen Event (AWESOME CLASSICS) gewesen *-* War sehr, sehr schön.

7. Hab mir dort zudem tollen neuen Schmuck und Klamotten gekauft.

8. Tolle Leute dort getroffen <3

9. Mit einem der wichtigsten Menschen toooootal viel Spaß gehabt dort :) Und das nach vier Jahren Funkstille. Echte Freundschaft kann halt nix kaputt machen.

10. Endlich das eine Buch für die Bachelorarbeit fertig gelesen :D

Sehr geiles Konzert von "Mister Twist" bei den Awesome Classics. Rock'n'Roll vom allerfeinsten.


11. August 2015

Gemeinsam Lesen






1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Schwarzes Licht von Jan Viebahn. Ich bin auf S. 150. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zwei Tage waren sie durch die karge Steppenlandschaft marschiert, immer Richtung Westen und ohne auch nur einer einzigen Menschenseele zu begegnen.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Am Anfang fand ich es ein bisschen schwer hinein zu kommen, auch wenn mir die Geschichte selbst sofort gefallen hat. Irgendwie mal etwas anderes, finde ich. Zumindest bin ich noch keinem Buch mit ähnlicher Idee begegnet. Bei der Masse an Büchern, die es mittlerweile gibt, ein wirkliches Kunststück. Die Idee, dass Johann im Körper des eigentlich zum Bösen berufenen Dämons steckt, herausgerissen aus unserer normalen Welt, finde ich wirklich spannend und auch gut umgesetzt. Die anfänglichen Sprachschwierigkeiten etc pp - alles stimmig. Allein der teilweise gezwungen wirkende Sprachstil, der dann hier und da holpert, hat mich etwas gestört. Mit der Zeit kommt man da aber gut rein und/oder es besser sich. Das kann ich nicht ganz so genau sagen. 

4. Angenommen du hättest ein Ticket für eine Lesung eines Autors deiner Wahl gewonnen - welcher wäre es, und warum? (Frage von Don't forget to dream)
Mh.... Jussi Adler Olsen, da ich diesen Autor sehr, sehr gerne mag. Und Wladimir Kaminer, da ich mir sagen lassen hab, dass er bei Lesungen noch witziger ist. Allein es russischen Akzentes wegen.

4. August 2015

[Leseeindruck] Wüstenblume

Wüstenblume
Waris Dirie (mit Cathleen Miller)

Verlag: Knaur TB
Seiten: 356
9,99 €

Kurzmeinung

Als Vierjährige wird Waris Dirie in der somalischen Wüste im Genitalbereich verstümmelt. Nach altem Brauch wird sie beschnitten und zugenäht, um sich für ihren späteren Mann aufzusparen. Nur so kann sie, so ihre Eltern, einen Ehemann finden. Und den findet ihr Vater dann auch für sie: Waris soll zwangsverheiratet werden mit einem Mann, der alt und gebrechlich ist. In jener Nacht flieht das junge Mädchen nach Mogadischu und weiter ins ferne London, wo sie als Dienstmädchen arbeitet und als Model entdeckt wird. 

Wüstenblume erzählt die wahre Geschichte des Topmodels Waris Dirie. Die schöne somalische Frau wendet sich an die Frauen dieser Welt und schildert ihre unglaubliche Geschichte. Von der Nomadin zur Jetsetterin. Aus der Wüste nach New York. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil war sehr angenehm und in einer Art Plauderton gehalten, sodass man sich wirklich fühlte, als erzähle Waris einem ihre Geschichte. Nüchtern, aber sehr eindrücklich schildert sie die schwierigen Phasen ihres Lebens und lässt den Leser an ihrem Glück und den vielen schicksalhaften Wendungen teilhaben, die ihr widerfuhren.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und fünf Sterne. Der zweite Teil, als sie bereits Model war, ist nicht unbedingt so wichtig, spannend und lesenswert wenn man sich nicht für das Thema interessiert. Aber mit ihrem offenen Erzählen über die Genitalverstümmelung junger Frauen macht sie auf ein sehr wichtiges, viel zu vergessenes und totgeschwiegenes Thema aufmerksam, weshalb dieses Buch begründeter Weise zu denen zählt, die man gelesen haben sollte. 




3. August 2015

[Rezension] After Passion



After Passion
After-Reihe I
Anna Todd

Heyne-Verlag
704 Seiten
12,99  €

Inhalt

Die junge und engagierte Tessa darf endlich ihr Studium an der WCU aufnehmen. Das bedeutet für sie, aus der Enge des elterlichen Hauses auszubrechen und ohne Mutter und Freund Noah in ein Studentenwohnheim überzusiedeln. Doch das wilde Erscheinungsbild ihrer Mitbewohnerin stößt Tessa und ihrer Familie auf: Tattoos, Piercings, freizügige Kleidung. 

Tessa, die den Anschluss nicht verlieren möchte, wagt jedoch den Versuch, mit Mitbewohnerin Steph Parties zu besuchen. Dabei lernt sie auch ihre Freunde kennen, darunter der provokante, unnahbare Hardin Scott. Der Junge mit den vielen Tattoos und dem britischen Akzent ruft in Tessa tiefe Aggressionen hervor, die von ihm erwidert werden. Die beiden können sich absolut nicht ausstehen. Aber warum löst Hardin in Tessa eine Leidenschaft aus, die sie von ihrem Freund Noah nicht ein einziges Mal hat erleben dürfen? 

Die beiden sind wie Feuer und Wasser, kommen dennoch nicht voneinander los. Tessa erlebt mit Hardin ihre ersten sexuellen Erfahrungen, lernt ihn besser kennen und verliebt sich Hals über Kopf in den Rebellen. Doch Hardin verheimlicht ihr etwas und benimmt sich ihr gegenüber immer wieder wie ein Arschloch.  Eine Liebesgeschichte mit den heftigsten Auf und Abs, die man sich vorstellen kann!

Meinung

Story

Die Story zieht einen wirklich von Anfang an in ihren Band. Bei 704 Seiten haben wir es ja nicht gerade mit einem knappen Roman zu tun. Dennoch kommt es einem so vor. Anna Todd hat mit Hardin und Tessa ein Paar aufleben lassen, dass durch und durch zum mitfiebern einlädt. Wahrscheinlich ist die Grundidee hinter After Passion eine schon zigmal Dagewesene, doch Todd gelingt es, dass ihre Geschichte einen regelrechten Suchtfaktor entwickelt. Die Geschichte selbst gefällt mir sehr gut, auch wenn sie hier und da doch etwas sehr klischeehaft ist. Brave, enthaltsame Studentin vs. tätowierter, sexy Bad Boy. Dennoch wirkt die Geschichte nicht abgedroschen o.ä. 

Sprache

Sprachlich darf man bei After Passion jetzt nicht zu viel erhoffen. Der rote Faden wird einsträngig verfolgt, die Geschichte erleben wir aus Sicht Tessas, die Sprache ist nicht wirklich gehoben oder etwas in die Richtung. Eher nüchtern und wenig künstlerisch. Es wird vor allem die Spannung und Geschichte voran getrieben. Was Anna Todd wirklich bravourös gelingt, ist, dass sie sehr knappe Kapitel verfasst hat die stets mit einem Cliffhanger enden. So ist es kaum möglich, das Buch aus der Hand zu legen-

Personen

Bei den Personen bin ich eher zweigeteilter Meinung. Die meisten Charaktere im Buch finde ich sympathisch und gut gezeichnet. Hardin mag ich sehr gern. Anna Todd gelingt es sehr gut, diesen Zwiespalt in Hardins Charakter heraus zu arbeiten, ohne dass es unglaubhaft wirkt. Ihm haucht sie wirklich Leben ein. Tessa hingegen wirkt bis zum Ende hin immer etwas flach und unlebendig. Sie ist auch nicht wirklich sympathisch. Ich habe als Leser keine "Beziehung" zu ihr entwickelt, so wie ich es zu Hardin getan habe. Das finde ich etwas schade, da sie ja gerade die Hauptperson ist. Die Nebencharaktere sind hingegen wieder sehr gut dargestellt und regen im Leser genau die Gefühle, die ihnen wohl auch zugedacht sind.

Fazit

Mit After Passion ist es ein bisschen wie mit Hardin und Tessa - eine Art Hassliebe. Mir persönlich hat das Buch an sich sehr gut gefallen, ich konnte es kaum aus der Hand legen, habe es regelrecht verschlungen und mitgefiebert. ABER es hat auch deutliche Schwächen was den Charakter von Tessa angeht und die im Buch verwendete Sprache, die hier und da platt daher kommt. Ich habe daher zwischen 3 und 4 Punkten geschwankt, vergebe nun aber doch die 4 da dieses Buch so extrem süchtig macht.