4. August 2015

[Leseeindruck] Wüstenblume

Wüstenblume
Waris Dirie (mit Cathleen Miller)

Verlag: Knaur TB
Seiten: 356
9,99 €

Kurzmeinung

Als Vierjährige wird Waris Dirie in der somalischen Wüste im Genitalbereich verstümmelt. Nach altem Brauch wird sie beschnitten und zugenäht, um sich für ihren späteren Mann aufzusparen. Nur so kann sie, so ihre Eltern, einen Ehemann finden. Und den findet ihr Vater dann auch für sie: Waris soll zwangsverheiratet werden mit einem Mann, der alt und gebrechlich ist. In jener Nacht flieht das junge Mädchen nach Mogadischu und weiter ins ferne London, wo sie als Dienstmädchen arbeitet und als Model entdeckt wird. 

Wüstenblume erzählt die wahre Geschichte des Topmodels Waris Dirie. Die schöne somalische Frau wendet sich an die Frauen dieser Welt und schildert ihre unglaubliche Geschichte. Von der Nomadin zur Jetsetterin. Aus der Wüste nach New York. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil war sehr angenehm und in einer Art Plauderton gehalten, sodass man sich wirklich fühlte, als erzähle Waris einem ihre Geschichte. Nüchtern, aber sehr eindrücklich schildert sie die schwierigen Phasen ihres Lebens und lässt den Leser an ihrem Glück und den vielen schicksalhaften Wendungen teilhaben, die ihr widerfuhren.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und fünf Sterne. Der zweite Teil, als sie bereits Model war, ist nicht unbedingt so wichtig, spannend und lesenswert wenn man sich nicht für das Thema interessiert. Aber mit ihrem offenen Erzählen über die Genitalverstümmelung junger Frauen macht sie auf ein sehr wichtiges, viel zu vergessenes und totgeschwiegenes Thema aufmerksam, weshalb dieses Buch begründeter Weise zu denen zählt, die man gelesen haben sollte. 




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