6. November 2015

Gabriele Ennemann: Thalam


Thalam
von Gabriele Ennemann
Riverfield Verlag, 2015
336 Seiten, Hardcover
Fantasy, Jugendbuch
19,90 €

Klappentext

Nie im Leben hätte der 15-jährige Gidion gedacht, dass er einmal ein richtiger Held sein würde. Doch als er bei einem seiner heimlichen nächtlichen Ausflüge beobachtet, wie feindliche Jäger an der Küste Thalams landen, überstürzen sich die Ereignisse. Gidion erfährt, dass er zu den Avantgarde gehört: vier Auserwählte, die sich den dunklen Mächten stellen. Auf ihrer abenteuerlichen Reise in die unbekannte Unten-Welt treffen sie geheimnisvolle Wesen, die ihnen nicht immer wohlgesonnen sind. Schließlich kommt es zum entscheidenden Kampf ... Dieser Roman für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren schlägt eine Brücke zwischen zwei Welten, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Der Autorin wurde schon im Grundschulzeugnis attestiert: „Gabriele hat zu viel Fantasie.“

Inhalt 

Der 15-jährige Gidion stiehlt sich nachts heimlich aus dem Bett, als er die gefährlichen Jaher beim Raub der Lebensachse beobachtet. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse. Gidion reist mit seinem Ziehvater in den Palast und gehört wenig später einer kleinen Gruppe auserwählter Krieger an, die Avantgarde. Gemeinsam ziehen sie in das dunkle Reich der Angat und kämpfen um die Rückkehr der Lebensachse, ehe die Welt wie man sie kennt aus den Fugen gerät.

Meinung

Bereits im Prolog wird der Leser mit den fantastischen Welten der Gabriele Ennemann vertraut gemacht. Sie entwirft eine meiner Meinung nach noch nicht dagewesene Weltenkonstellation, die für den Leser recht schnell begreifbar wird, auch wenn der "Aufbau" dieses Universums etwas schwer nachzuvollziehen ist. Aber der Wunsch zu wissen "was die Welt im Innersten zusammenhält" ist Aufgabe Fausts, nicht meine. Soviel sei aber gesagt: es gibt verschiedene "Welten", die parallel existieren und zwischen denen man wechseln kann. Die Welt der Menschen, die Unter-Welt und die Welt Thalam, sowie die Welt der Angat. 
Die Geschichte selbst verfolgt einen klaren Aufbau und ist absolut nachvollziehbar. Die Perspektiven wechseln kapitelweise; einmal aus Sicht Gidions und einmal ein auktorialer Erzähler, der die anderen Geschehnisse beleuchtet. Dieses Hin und Her zwischen dem Ich-Erzähler und dem auktorialen Erzähler war teilweise etwas  holprig zu verfolgen, ergibt im Rahmen der Handlung aber durchaus Sinn. 
Die Personen sind lebendig aus Ennemanns Worten hervorgetreten, auch wenn mir einige der Protagonisten nicht recht sympathisch werden wollten. Umso sympathischer im Übrigen Eugen, die Raupe. Ich habe mich jedes Mal wieder gefreut, wenn er ins Rampenlicht treten durfte.  Die "Bösewichte" wirkten auf mich teilweise auch etwas unbeholfen und karikiert. Ich vermute aber das hängt damit zusammen, dass sich dieses Buch an ein breites Publikum richtet und vor allem junge Leser ansprechen soll. 
Einige Teile der Handlung hätte ich mir ausführlicher beschrieben gewünscht. Die Spannung wird immer wieder aufgebaut, die Helden geraden von einer Zwickmühle in die andere und doch wirkten einige Szenen zu schnell abgewickelt, was dann einen oberflächlichen Eindruck erweckte. 

Insgesamt ein Fantasy-Roman mit sehr viel Potential und Herzblut geschrieben. Die volle Punktzahl verkneife ich mir aufgrund der kleinen Schwächen Im Großen und Ganzen jedoch ein wundervoller Roman. 

 

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