31. Januar 2015

Leseeindruck: Ruhm

am Samstag, Januar 31, 2015 0 Kommentare
Ruhm
von Daniel Kehlmann
rowohlt Verlag
208 Seiten
(meine Version: 202 Seiten)
18,90 €

Daniel Kehlmann war mir bereits von Die Vermessung der Welt bekannt. Diesen Roman habe ich - zugegeben - abgöttisch geliebt. Deswegen hatte ich von vorn herein große Ansprüche an Ruhm.

Wie es bereits auf dem Cover steht: dies ist kein gewöhnlicher Roman, sondern man findet darin neun Kurzgeschichten. Sie stehen allerdings alle in Verbindung. Da ist zum Beispiel der Mann, der sich ein Handy kauft und dem aus Versehen eine bereits vergebene Nummer zugeteilt wird. In einer anderen Geschichte geht es um den mit seinem Leben überforderten Abteilungsleiter, der das Vertauschen der Nummern zu verschulden hat. Und so weiter und so fort. Die Geschichten sind alle durch solche Elemente miteinander verbunden und geben so doch wieder einen Gesamtroman ab. In den Geschichten geht es jeweils um Menschen, die ihren ganz persönlichen "Ruhm" einheimsen wollen. Ob nun der Nerd im Forum, der als besonders toller Nutzer hervorstechen will. Oder der Mann, der die Nähe einer Affäre sucht um sich wieder begehrt zu fühlen. Ruhm heißt nicht, berühmt zu sein. Sondern es heißt: jemanden darstellen. Zumindest in diesem Roman. Dabei passiert auch gar nicht wirklich etwas, nichts Aufregendes, kein Spannungsbogen. Die Geschichten sind aus dem Alltag gegriffen und mit einer Sprachgewalt beschrieben, dass es einfach ein Genuss ist sie zu lesen.  Dabei fehlt jedoch jenes erfüllende Gefühl eines Happy Ends, aber das ist auch gut so. Die Geschichten brechten so rasch wieder ab, wie sie angefangen haben. 

Ich war sehr überrascht von den verschiedenen Geschichten. Es hat ein Stück gedauert, bis sich in meinem Kopf dieses Gesamtgebilde konstruieren ließ. Die Geschichten selbst sind auch je ein wenig anders geschrieben. Ganz besonders auffällig sind z.B. die vielen Anglizismen und die Verwendung von "Internetsprache" in einer der Kurzgeschichten.  Die Handlung selbst steht hinter der Sprache fast schon ein ganzes Stück zurück. Die Verkettungen sind zwar sehr geschickt angelegt, aber die Geschichten selbst  keinesfalls umwerfend. Einfach alltäglich. Aber Kehlmann versteht es, durch seine Sprache gerade dieser Alltäglichkeit etwas Besonderes zu verleihen. 


29. Januar 2015

Gemeinsam Lesen

am Donnerstag, Januar 29, 2015 0 Kommentare

Heute kommen die Fragen von: Weltenwanderer.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 
Ich lese "Ruhm" von Daniel Kehlmann und bin auf Seite 51!

 2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
"Von all meinen Figuren ist sie die klügste."

 3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Da gibt es gar nicht soviel los zu werden?! Bis jetzt auf jeden Fall sehr unterhaltsam, schnell gelesen, spannend. Ein Roman in neun (Kurz-)Geschichten, So steht es auch auf dem Cover. Die dritte Geschichte beginne ich gerade, die ersten beiden haben mir sehr gut gefallen. 

 4. Schreibt ihr euch gerne Zitate aus Büchern ab? Sammelt ihr sie und habt ihr vielleicht sogar ein Lieblingszitat?
Ich habe ein Reading Journal von Moleskine wo ich immer alles festhalte :) Bei eBooks markiere ich die Stellen auch gern. Und wenn ich gerade nichts parat habe zum schreiben werden die Zitate abfotografiert. Also ja, ich schreibe mir sehr viel heraus. Und nein, ein Lieblingszitat habe ich nicht. 

Rezension: Nichts v. Janne Teller

am Donnerstag, Januar 29, 2015 2 Kommentare
Nichts: was im Leben wichtig ist
von Janne Teller

Hanser Verlag
144 Seiten
12,90 €

Inhalt

Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.
Mit dieser Erkenntnis auf den Lippen schnappt sich Pierre Anthon seinen Schulranzen und verlässt die Klasse für immer. Und damit stellt er alles in Frage, wofür seine Klassenkameraden leben. Denn wenn nichts eine Bedeutung hat, wofür lebt man dann? Was soll aus einem werden, wenn nichts sich lohnt? Der kluge Pierre Anthon bezieht Stellung in einem Pflaumenbaum und quält seine Mitschüler, die auf ihrem Schulweg am Baum vorbei kommen, mit weiteren Weisheiten, die bedrohlich wahr sind.

"Ich sitze im Nichts. Und lieber im Nichts sitzen als in etwas, was nichts ist!"

Das Bewerfen des Jungen mit Steinen ändert nichts daran, er gibt weiter all diese traurigen Gedanken von sich, die bei näherer Betrachtung wahr zu sein scheinen. Und was tut die Klasse dagegen? Sie beschließt, "Bedeutung" zu sammeln. In einem alten Sägewerk, abgeschlossen mit einem Zahlenschloss, sammeln sie Dinge von Wert. Dabei bestimmt immer der Letzte, der etwas geben musste, wer das nächste Opfer bringen muss und was das sei. Am Anfang sind es noch ganz harmlose Dinge: ein Fahrrad, ein paar Schuhe, eine Angel. Doch die Kinder steigern sich, werden boshaft, suchen gezielt nach Schwachstellen, sodass letztlich auch ein Sarg, Sofies Unschuld und ein abgehackter Finger auf dem Haufen liegen. Aber wo hat der Irrsinn ein Ende und worin besteht nun die Bedeutung, als die Kinder ihren kleinen Bedeutungshaufen verkaufen? Es ist wie es ist, am Ende bleibt nichts übrig.

Meinung

Gestern Abend ging mir (wie wir hier gern sagen) der Arsch auf Grundeis. Ich hatte mir vorgenommen, wirklich endlich mal eine Challenge richtig durchzuziehen. Die Challenge "An die Bücher... fertig...mäh" verlangt allerdings noch im Januar (+nervös auf Kalender schiel+) ein Buch mit weißem Cover?! Oh Backe. Also fix bei Facebook in einer tollen Büchergruppe angefragt, wer denn schnell zu lesende weiße Bücher kennt. Mal eben an die 40 Vorschläge bekommen :D Eine liebe Nutzerin empfahl mir dann dieses Buch und warnte mich vor: es ist ein bisschen schräg. Nun schön, soll es schräg sein. Es war kurz und es sah vielversprechend aus.

Ich habe dann heute morgen angefangen zu lesen und nein, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. In diesen 144 Seiten liegt so viel verdammte Wahrheit, so traurige Wahrheit und so ein unglaublicher Wahnsinn. Wahnsinn ist wahrscheinlich das rechte Wort, wenn einem Jungen die Finger abgehackt werden, da diese ihm, einem Gitarristen, am meisten bedeuten. Eines der Mädchen muss sogar die Unschuld geben, der Kopf eines Hundes rollt und der Sarg (samt Leiche) eines kleinen Bruders liegt dann auch auf dem Haufen. Die verzweifelte Suche nach der Bedeutung ist schockierend und rührend zugleich. Dieses Buch nimmt einen gefangen, weil es wirklich dazu anregt selbst endlich mal nachzudenken, was denn wirklich von Bedeutung ist. Und Pierre Anthon hat (leider) nur allzuoft recht. Denn ganz zu recht fragt er nach dem Verkauf des Haufens: "Was war er euch denn dann wert, wenn ihr ihn nun einfach verkauft?"

Dieses Buch ist locker geschrieben, fluffig. Das passt gar nicht zum wirklich krassen Thema und der noch krasseren Handlung, Aber es passt umso mehr, weil es einfach authentisch wirkt. Nur durch Zufall habe ich dieses Buch gefunden, zum Glück!

Das Ende fand ich ein bisschen übertrieben, weshalb ich auch einen Stern abziehe. Hier hätte ich mir einen anderen Verlauf gewünscht, der im Buch wirkte irgendwie... oberflächlich? Abgehakt? Dem  Vorlauf nicht würdig? Aber sonst: Hut ab!





28. Januar 2015

Rezension: Das kunstseidene Mädchen

am Mittwoch, Januar 28, 2015 0 Kommentare

Das Kunstseidene Mädchen
Irmgard Keun
242 Seiten

List Taschenbuch
8.99€


„Und ich denke, daß es gut ist, wenn ich alles beschreibe, weil ich ein ungewöhnlicher Mensch bin. Ich denke nicht  an Tagebuch – das ist lächerlich für ein Mädchen von achtzehn und auch sonst auf der Höhe. Aber ich will schreiben wie Film, denn so ist mein Leben und wird noch mehr so sein.“

Dieses von der Protagonistin geäußerte Zitat könnte ebenso von der Autorin selbst, Irmgard Keun, stammen. Die 1905 in Berlin geborene Keun hat einiges mit Doris, der Heldin ihres Romans, gemein. Beide arbeiten am Theater und beginnen aus einer Laune heraus ein Buch zu verfassen. Doris hält ihr Leben in diesem Büchlein fest.
Zu Beginn arbeitet das junge Mädchen als Sekretärin eines Juristen. Dieser jedoch findet: „nackt ohne Kleider bist du mir am liebsten.“ Doris schmeißt hin und kann dank ihrer Mutter, die als Garderobiere im Theater arbeitet, dort eine kleine Rolle als Statistin ergattern. Doch ein Fehmantel wird ihr zum Verhängnis. Sie stielt ihn und flieht daraufhin nach Berlin, wo sie glaubt „ein Glanz“ werden zu können. Tatsächlich kann sie hier und da Aufmerksamkeit, besonders männliche, erregen und findet Gönner und auch Freundschaft. Nicht davon jedoch auf Dauer. Sie muss mit ansehen, wie ihre Träume, Wünsche und Hoffnungen in immer weitere Ferne rücken und spielt letzten Endes mit dem Gedanken, auf den Strich zu gehen. Vollkommen abgemagert und am Rande der Verzweiflung, bereit anzuschaffen, trifft sie auf Ernst. Vielleicht ist dies die Wende ihres bis dahin zweifelhaften Daseins?


Schon zu Beginn erkennt man recht schnell, dass man es nicht mit einer zeitgenössischen Autorin zu tun hat. Die Sprache unterscheidet sich deutlich von der uns heute geläufigen und am Anfang wirkt daher alles etwas gestellt, fern, unnahbar.  Sätze wie „Ich will ein Glanz werden!“ wirken fremd auf den Leser, doch das Gefühl legt sich rasch ab. Es handelt sich bei „Das kunstseidene Mädchen“ um eine sehr authentische Geschichte eines jungen Mädchens, das mehr als genug Fehler begeht und doch nur hofft, eines Tages wirklich glücklich zu sein, Beachtung zu finden. Doch es gelingt der eher „niederen“ Doris nicht, den gewünschten Sprung in die gehobene Gesellschaft zu vollziehen. Die reichen Herren haben zwar Affären mit ihr, doch letztlich wird sie stets fallen gelassen. Denn Doris und die „Besseren“ verbindet nichts. Besonders deutlich wird das in der Beziehung zu Ernst. Dieser schwärmt von Schubert und Tschaikowsky, Musik die seine davongelaufene Frau liebte. Doris kann damit nichts anfangen, liebt hingegen Schlager.  Die junge Frau muss einmal mehr spüren, dass sie in dieser Welt falsch am Platz ist. 

Das Buch ist definitiv sehr empfehlenswert. Die "Roaring Twenties" werden von einer Schriftstellerin so greifbar dargestellt, das man selbst in das Geschehen Berlins in den 1920ern eintaucht. Mir persönlich war gar nicht so recht klar, wie ein junges Mädchen da lebte oder leben konnte. Vieles hat mich sehr überrascht, manches mich bestätigt. "Das kunstseidene Mädchen" zieht einen in seinen Bann. Mit der leichten Art, mit der die Schriftstellerin erzählt, wird es auch nie langweilig oder zäh. Es kommt einem eher so vor, als stünde Doris vor einem und plaudere über ihr Leben. Ein wirklich wunderschönes Portrait.

Im Anhang befinden sich zwei kurze Anmerkungen zum Text und zu Keun selbst. Die beiden Texte von Anette Keck und Anna Barbara Hagin tragen zum besseren Verständnis bei und liefern zugleich eine kurze Biografie einer zu Unrecht vergessenen deutschen Schriftstellerin. Ich muss zugeben, ich kannte Irmgard Keun zuvor nicht. Nun bereue ich es und werde mir bald ein weiteres Buch dieser interessanten Frau zulegen.




23. Januar 2015

Rezension: Schändung v. Jussi Adler Olsen

am Freitag, Januar 23, 2015 1 Kommentare

Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q


»Der Blutdurst der Jäger. Wie würden sie es machen? Ein einzelner Schuss? Nein. So gnädig waren die nicht, diese Teufel, so waren sie nicht ...«Ein Leichenfund in einem Sommerhaus in Rørvig. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines exklusiven Privatinternats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Nur einer von ihnen gesteht.Zwanzig Jahre später. Als Carl Mørck aus dem Urlaub zurückkommt, stößt ihn sein Assistent Assad mit der Nase auf die verstaubte Rørvig-Akte. Doch von oberster Stelle werden ihnen weitere Ermittlungen verboten. Denn die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft, in die Welt der Aktienhändler, Reeder und Schönheitschirurgen. Und ganz nach unten ...

Inhalt

Eine Clique eines Eliteinternats. Ihr Kick? Drogen und Gewalt. Nur das Verprügeln, das "Schänden" Unschuldiger gibt den fünf Jungen und dem Mädchen Bestätigung, Befriedigung. Doch das Ganze gerät aus dem Ruder. Jahre später: Einer der Jungen sitzt im Knast, die Strafe aller büßend. Ein weiterer ist tot. Die anderen drei sind bis ganz hinauf gekommen, bekannte Persönlichkeiten Dänemarks mit enorm viel Geld. Und Kimmie Lassen? Abgetaucht, auf der Straße lebend. Und vor allem: eine Gefahr für die Übriggebliebenen, denn sie will Rache. 

Jemand muss heimlich die Akte vom alten Rorvig-Fall auf Carl Morcks Tisch gelegt haben. Der Fall liegt eigentlich gar nicht im Interesse des Sonderdezernats Q. Hier sollen ungeklärte Fälle neu aufgerollt werden. Doch dieser Fall ist gelöst, ein Mann sitzt im Gefängnis. Doch nach und nach kommen neue Fakten auf den Tisch, die daran zweifeln lassen, dass sich tatsächlich alles so ereignet hat, wie man das glaubt. 

Carls und Assads Team wird durch die quierlige Rose ergänzt und zu dritt lassen sie nicht locker, auch dann nicht als im Ministerium alle Strippen gezogen werden um den brisanten Fall auszubremsen. Und zum Vorschein kommt ein Geflecht von Hass, Gewalt, Erniedrigung, Vetternwirtschaft, Intrigen.

Meinung

Der erste Fall Carl Morcks war ja meiner Meinung nach schon klasse. Ich bin eigentlich eher ein Krimi-Muffel, aber Morck und Assad sind ein so lustiges, tolles, spannendes Team, da ermittelt man gern mit. Und Adler Olsen fährt bei der Konstruktion seiner Fälle schon ganz schön harte Geschütze auf. Bereits der Merete Lyngaard-Fall war ja Gänsehaut pur. Aber eigentlich nichts im Vergleich zu Schändung.

Den gesamten Roman über hat mich ein beklommenes Gefühl nicht mehr losgelassen. In der Person der Kimmie sind Opfer und Täter ineinander verschwommen. Man war sich nie sicher: Darf ich mit so jemandem Mitleid haben? Wie kann man mit so jemandem kein Mitleid haben? Immer wieder Gänsehaut. Immer wieder kalte Schauer. Als ich das Buch aus der Hand legte, gerade das letzte Wort gelesen, saß mir ein Kloß im Hals. Natürlich, dies ist ein ganz normaler Krimi. Aber Adler Olsen hat da einen Subkontext eingeflochten, der eigentlich von viel mehr als nur der Auflösung eines Mordfalls erzählt. Von der Liebe zu einem Kind. Davon, was einem Menschen zustoßen kann. Davon, wozu Menschen fähig sind. Schändung zeigt all die Grausamkeiten so authentisch auf, dass man sehr ins Nachdenken gerät.

Dabei kommt aber keinesfalls der wirklich witzige, lockere Sprachstil zu kurz. Assad, Morck und nun auch Rose sind ein wirklich witziges, eckiges, kantiges Ermittlerteam. Hier hat man nicht den aalglatten Ermittler, hier hat man drei Menschen mit teilweise sehr krassen Charakterzügen. Und dennoch auf ihre Art immer wieder sympathisch. 

Ich kann diesem Buch wirklich nur volle Punktzahl geben, würde sogar noch mehr geben wenn das ginge. Wer sich auch nur ein bisschen für Krimi interessiert: LESEN! 


9,95 € bei Amazon | Deutscher Taschenbuchverlag | 464 Seiten
(Mein Exemplar von Bestbook hatte 458 Seiten.)

 

20. Januar 2015

Gemeinsam lesen.

am Dienstag, Januar 20, 2015 12 Kommentare

Nachdem ich nun ein paar Mal nicht teilgenommen habe, möchte ich heute gerne wieder mitmachen :)  Heute kommen die Fragen von Schlunzen-Bücher:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 
Ich lese "Schändung" von Jussi Adler Olsen. Ich bin auf Seite 194.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Kimmie fand den Zettel, den Tine ihr hinterlassen hatte, ohne Probleme."

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Gute Frage.... Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Fall von Carl Morck. Der erste Fall war enorm spannend und ich habe mich unglaublich auf den zweiten Teil gefreut. Un natürlich hatte ich auch die Angst, dass der zweite Fall nicht an den ersten heranreichen würde. Genau das Gegenteil ist der Fall. In "Schändung" tut sich einem ein wirklich unglaublicher Abgrund auf und Jussi Adler Olsen hat eine eigentlich nüchterne, aber unglaubliche Sprache. Hut ab!

4. Was ist neben dem Lesen dein größtes Hobby? 
Ganz vorn dran steht sicher das Westernreiten. Und da möchte ich ganz unbedingt Western  betonen :D Reiten ist nämlich nicht gleich reiten. Da wird man ungern in einen Topf geschmissen. Allgemein liebe ich alles was mit meinen Tieren zu tun hat. 

Ansonsten programmiere ich gern und tüflte an Webdesign. Photoshop, Dreamweaver und co. sind bei mir dauerhaft geöffnet. Vielleicht liegts daran, dass ich auch sehr gern fotografiere. Am liebsten Makro bzw. Detailfotografie. Ich liebe es mit der Kamera die Kleinigkeiten im Leben hervorzuheben.

15. Januar 2015

Rezension: Harry Potter und die Kammer des Schreckens

am Donnerstag, Januar 15, 2015 0 Kommentare
Eigentlich ist es kaum zu glauben. Harry Potter und die Kammer des Schreckens ist nun schon fast 17 Jahre alt. 1998 wurde das Buch erstmals veröffentlicht. Ein Grund mehr, die Reihe nun endlich vollständig zu lesen. Ich gebe zu, ich habe damals bei Band fünf (glaube ich) abgebrochen. Der Tod eines Hauptcharakters hat mich so enttäuscht, dass ich es nicht fertig brachte weiter zu lesen. Aber mal ehrlich.... Harry Potter nicht gelesen haben? Eigentlich ein NoGo für einen Bücherwurm wie mich.

Kurz zum Organisatorischen: Harry Potter un die Kammer des Schreckens ist der zweite Band der Reihe und erschien im Carlsen Verlag. Die gebundene Ausgabe kann man für etwa 16 € erwerben. 

Worum geht es?

Harry und seine Freunde Ron und Hermine haben das erste Jahr auf Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, hinter sich gebracht. Nun muss Harry für die Sommerferien zurück zu den Dursleys. Natürlich behandeln ihn die Muggel alles andere als gut. Hedwig wird weggesperrt, der Kontakt zur Außenwelt abgebrochen und allgemein ergeht es Harry nur nicht ganz so miserabel, weil die Dursleys sich vor seinen Fähigkeiten fürchten. Aber auch das ist vorbei als sie erfahren, dass Harry außerhalb der Schule nicht zaubern darf.

In einer grandiosen Rettungsaktion holen die Weasley-Brüder ihren Freund aus der Misere und so kann Harry wenigstens einige Wochen unbeschwerter Ferien genießen. Bis das Tor zum Gleis 9 3/4 nicht funktioniert und die Jungen den Zug verpassen. Mit einem abenteuerlichen fliegenden Auto gelangen sie denn doch, einhergehend mit dem Bruch sämtlicher Schulregeln, in die Schule. Kaum ist der Ärger verklungen, gehen neue komische Dinge vor sich. Harry hört Stimmen. Mrs. Norris, die Katze des Hausmeisters, wird versteinert gefunden mit einer Botschaft, die für Entsetzen sorgt: Die Kammer des Schreckens sei geöffnet. Der Erbe Slytherin weile unter ihnen. 

Meinung

Über unvorhergesehene Wendungen, Überraschungen, o.ä. kann ich keine Aussage treffen, schließlich habe ich das Buch bereits gelesen gehabt und kannte daher, wenn auch nur noch grob, den Ablauf der Handlung. Aber gerade das fand ich so positiv: Trotz meines Wissens habe ich jede Seite mitgefiebert. Die Geschichten rund um Harry Potter sind eigentlich relativ schlicht geschrieben, sie richten sich ja auch an ein jüngeres Publikum. Dennoch hat Rowling eine Art zu erzählen, die wirklich jede Generation für sich begeistern kann. Harry Potter gehört definitiv zu jenen eher seltenen Büchern, die ganz zu recht so gehypet wurden. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. 


12. Januar 2015

Kurzkritik: Leben v. David Wagner

am Montag, Januar 12, 2015 1 Kommentare
Rowohlt Verlag, ca. 10 € (Taschenbuch) 

Wie bereits erzählt, besuche ich ein Seminar zum Thema "Literaturkritik". Im Rahmen dieses Seminars lasen wir das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Leben von David Wagner. Aufgabe war es, eine Kurzkritik zu diesem Buch zu schreiben. Und da diese von der Dozentin gelobt wurde, möchte ich sie euch hier anstelle der sonst ausführlichen Rezension vorstellen.


Ein Mann in den besten Jahren, eine kleine Tochter deren Kritzeleien man gern aufhebt, ein aufregend gelebtes Leben. Der Haken? Autoimmunhepatits; der Körper stößt die eigene Leber ab. Nur eine Spenderleber kann das Leben retten.  

David Wagner verarbeitet in seinem Roman „Leben“ seine  eigenen Erfahrungen auf eine distanziert nüchterne, dennoch melancholische und mitreißende Art. In vielen kleinen Abschnitten wird ein detailliertes und vielseitiges Bild des Krankseins gezeichnet, ohne die für Romane dieser Art typische Melodramatik zu entwickeln.  Einige weiße und zwei schwarze Seiten in der Mitte markieren den einschneidenden Moment. Danach ist alles anders … - oder auch nicht. Die Melancholie und die gelegentlichen Depressionen bleiben, hinein mischt sich eine neue Intensität des Lebens und Dankbarkeit. Doch wie dankt man einem Menschen, der sterben musste damit man selbst (über)leben kann? „…all die Erinnerungstrümmer, die Verzweiflung, die Peinlichkeiten, die kleinen Klinikfreuden, sie müßten vielleicht nur aufgeschrieben werden, das könnte eine Art Dankesbrief sein.“ Dieser Dankesbrief ist David Wagner gelungen. 

7. Januar 2015

Stolz und Vorurteil

am Mittwoch, Januar 07, 2015 0 Kommentare
Jane Austens Roman Stolz und Vorurteil ist zweifelsohne eines jener Bücher, die man eigentlich mal gelesen haben sollte.Nachdem ich dieses wunderschön Exemplar in der Stadtbibliothek entdeckte, ließ auch ich mich in die Welt von Jane, Elisabeth, Darcy und Bingley entführen.

Die gebundene Ausgabe kostet 6,95 € bei Amazon.

Inhalt

Die Bennets sind ganz außer sich, als der wohlhabende Mr. Bingley, dessen Schwestern und der noch viel wohlhabendere Freund Mr Darcy in die Gegend ziehen. Zwischen der ältesten Bennet-Tochter Jane und dem freundlichen Bingley kommt es schnell zu ersten Annäherungen, während Darcy als übellaunig, hochmütig und allgemein unhöflich auffällt. Janes jüngere Schwester Elisabeth gerät jedoch immer wieder mit ihm aneinander, der Ärger über sein Verhalten nimmt weiter zu. Er scheint der unausstehlichste Mann der Welt. Erst recht, als Darcy nicht unwesentlich daran beteiligt ist, Jane und Bingley auseinander zu bringen. Ist Mr. Darcy wirklich so ein Ekel oder verschleiern Stolz und Vorurteil (hier im wahrsten Sinne!) ihr den Blick? 

Meinung

Der rote Faden des Buches scheint auf den ersten Blick die Liebe zwischen Bingley und Jane zu sein,wie sie einander kennen lernen, sich verlieben, auseinander getrieben werden und letztlich doch glücklich sind. Die wahre Hauptperson ist jedoch Elisabeth, die wahrscheinlich klügste Tochter der Bennets. Darcy und sie begegnen einander das erste Mal in Gesellschaft. Er ist zurückhaltend, eigenbrötlerisch und wenig einnehmend. Er, Sohn alten Landadels, weiß, dass er etwas Besseres ist als die naive und simple Mrs. Bennet. Er hält sich von der Familie fern, glaubt nicht, dass sie seiner würdig sind. Und Elisabeth? Sie ist zu stolz, um die Fehler ihrer eigenen Familie zu sehen und verteufelt Darcy, der sich in sie zu verlieben droht. Erster Höhepunkt des Romans ist Darcys Antrag an Lizzy, den sie einhergehend mit wildesten Anschuldigungen ablehnt. Erst Darcys darauf folgender Brief regt Elisabth zum Nachdenken an. Im Endeffekt erkennen beide ihre Fehler: Elisabeth war zu stolz, um Darcys berechtigte Einwände zu verstehen und Darcy hatte zu große Vorurteile, um sich auf Elisabeth und deren Familie einzulassen. Im Grunde haben diese Schwächen ihnen einander die wahre Güte und Wärme des jeweils anderen verborgen.

Der Roman ist lockerfluffig zu lesen. Man liest hier wirklich gern, will wissen wie es weitergeht. Der Roman ist sehr spannend und trotz der immensen Zeitspanne auch auf die heutige Zeit durchaus zu übertragen. Letztlich ist vor allem die Liebesgeschichte zwischen Darcy und Elisabeth für jede Romantikerin (und jeden Romantiker) ein absolutes Muss! 


 

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