31. Mai 2015

[Rezension] City of Bones

am Sonntag, Mai 31, 2015 2 Kommentare

City Of Bones 
Chroniken der Unterwelt, Bd.1
Cassandra Clare

Arena Verlag, 2008
504 Seiten
17.99 €

Inhalt

Vermutlich ist Clary Fray verrückt geworden. Als sie mit ihrem besten Freund Simon im angesagten Pandemonium-Club feiern geht, sieht sie Jugendliche mit Waffen, die einen weiteren Jungen bedrohen. Schreckensbleich läuft sie ihnen nach und will helfen. Doch außer ihr sieht niemand die Jugendlichen, kann und Simon glaubt, seine beste Freundin ist nun völlig übergeschnappt.

Keinen Tag später wird Clarys Mutter brutal aus ihrer Wohnung verschleppt und Clary wird von einem furchterregenden Wesen angegriffen. Jace, der Junge mit den Waffen aus dem Pandemonium, taucht wieder auf und so lernt Clary rasch eine neue Welt kennen: die Welt der Schattenjäger. Gemeinsam mit dem talentierten Jace und dessen Freunden Alec, Isabelle, Hodge und natürlich Simon setzt das junge Mädchen nun alles daran ihre Mutter wieder zu finden. Dabei lernt sie erstmals ihre eigene Geschichte und die bittere Wahrheit kennen. Jedoch auch die fantastischen Möglichkeiten der Runen und der "anderen Welt".

Meinung

City of Bones, ein Fantasyroman, spielt im zeitgenössischen New York. Die Handlung umfasst nur wenige Tage, zwei Wochen etwa. Die Hauptpersonen sind eher durchwachsen, wie ich finde. Eigentlich sind sie alle toll und vor allem vielschichtig, dennoch fällt es - aus mir nicht klaren Gründen - schwer, ein wirkliches Verhältnis aufzubauen. Das wird erst im zweiten Teil des Buches besser, wenn die Geschichte in Fahrt kommt. Bis etwa zur Hälfte trägt sich die Geschichte eher schleppend vorwärts und ein wirkliches "Mitfühlen" stellt sich nur stellenweise ein. Besonders gelungen fand ich die unvorhersehbaren Wendungen im zweiten Teil, die es unmöglich machen das Buch wieder aus der Hand zu legen. Nach dem etwas zähen Vorgeplänkel gibt es Spannung, Dramatik, Liebe und Abenteuer. Die detailreiche, sehr lebendige Sprache macht es dem Leser sehr einfach, sich in die Welt der Schattenjänger hineinzuversetzen. Ich hatte stets ein klares Bild vor Augen und konnte mir alles sehr gut vorstellen. Auch die zugrunde liegende Idee finde ich wirklich sehr gut. 

Fazit

Meinerseits gibt es für dieses Buch vier Sterne. Den einen Stern Abzug gibt es, da der Anfang des Romans schon etwas langatmig war und es doch bestimmt gute 100 Seiten oder so gedauert hat, bis man sich von der Geschichte wirklich packen ließ.



29. Mai 2015

Bücherdiebin auf Facebook

am Freitag, Mai 29, 2015 0 Kommentare

Ich spiele ja schon etwas länger mit dem Gedanken, die Bücherdiebin auch auf Facebook zu repräsentieren. Nun habe ich mich tatsächlich dazu durchgerungen. Ich werde dort die Rezensionen posten, zudem aber auch Kleinigkeiten rund ums Buch. Dinge, die mich eben beschäftigen. Zitate. Also die Dinge, die hier auf dem Blog eher Spam darstellen würden. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr einen Like dalasst :) 


28. Mai 2015

[rezension] Die sechste Farbe des Glücks

am Donnerstag, Mai 28, 2015 1 Kommentare


Die Sechste Farbe des Glücks
Johanna Wasser 

Danke an http://www.bloggdeinbuch.de/! Und noch größerer Dank an Johanna Wasser! :)

Petit Coeur Verlag, 345 Seiten
0,99 € als eBook

Klappentext

Die öffentlichkeitsscheue Besteller-Autorin Isabell lässt sich von ihrem Verlag zu einem Buchblogger-Treffen überreden. Zwei Dinge ahnt sie dabei nicht einmal: Sie wird bald auf den wichtigsten Menschen ihres Lebens treffen. Und ihr Leben wird sich dadurch für immer verändern. Was sie dagegen weiß: Sie benötigt dringend Inspiration, um den dritten Teil ihres Erfolgsromans "Rainbowland" zu schreiben. Und: Seit langer Zeit liebt sie wieder.

Inhalt in eigenen Worten

Isabell hat mit den ersten beiden Teilen ihres Fantasy-Romans "Rainbowland" total ins Schwarze getroffen. Die öffentlichkeitsscheue Autorin weiß schnell eine absolut treue Fangemeinde hinter sich, ahnt davon jedoch kaum etwas. Erst als der Verlag, der ihr wegen des dritten Bandes im Nacken hängt, ein Bloggertreffen vorschlägt, wird ihr bewusst wie viele vor allem  junge Mädchen ihr Buch lieben. Unter den möglichen Kandidaten für das Bloggertreffen mit der begehrte Autorin  ist auch Sara, ein eher unscheinbares Mädchen mit einem unpopülären Blog. Doch genau dieses Mädchen soll beim Treffen dabei sein, entscheidet Isabell. In Vorbereitung auf das Treffen lernt sie Gärtner Alex kennen. Schnell fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Ihre Welt wird jedoch erst in allen Grundfesten erschüttert, als Sara in ihr Leben tritt. Es beginnt eine herzzereißende Geschichte über Sehnsucht, Liebe und Wahrheit.

Meinung

Meine Meinung über das Buch hat sich Seite für Seite sehr gewandelt. Beim ersten Anblick dachte ich dasselbe, was meine Mutti kurze Zeit später auch aussprach als sie das Buch sah: "Ein Kitschroman?" Auch ich glaubte zuerst, dass Isabell eben dieses Bloggertreffen hat und jemanden kennen lernt und dann leben sie glücklich bis ans Lebensende. Gott, was hab ich mich getäuscht! Schon nach wenigen Kapiteln wird die eigentliche Tragweite und Tiefe, die Tragik  des Romans klar. Das Buch zieht einen vollkommen in seinen Bann. Ich ärgerte mich jedes Mal maßlos, wenn ich wegen etwas anderem das Buch kurze Zeit weglegen musste.
Aber mal der Reihe nach:
Die sechste Farbe des Glücks würde ich keinem genauen Genre zuordnen wollen. Es handelt vor allem von zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es Partnerschaft oder Eltern-Kind oder Freundschaft. Dabei handelt es sich um ein Buch mit tragischen Elementen. Taschentuchalarm vom Feinsten! Dabei verliert die Geschichte aber nichts an seiner Leichtigkeit und irgendwie schwingt in jedem tragischen Element dieses Buches auch Hoffnung mit. Mit seinen gerade einmal 345 Seiten würde ich das Buch weder kurz, noch umfangreich nennen. Es lässt sich sehr flüssig und schnell lesen. Die Handlung des Buches umfasst, wenn man den Nachtrag mit einberechnen möchte, etwas mehr als ein Jahr. Die Geschichte spielt in Mitteldeutschland. (Ich konnte mir alles so richtig schön vorstellen, kann aber auch daran liegen, dass ich nicht ganz so weit entfernt liege :) )
Die Figuren der Handlung sind wundervoll und liebenswert Jeder einzelne hat auch so eine Art hervorstechende Eigenschaft. Alex ist zum Beispiel der Mann mit den unglaublichen blauen Augen. Sara die unschuldige, junge Frau die sich gerade ihren Weg ins Leben bahnt. Mo der coole Sänger, der jedoch viel mehr ist als nur sein hübsches Gesicht. die vielen Facetten der Figuren lassen sie so lebendig werden, dass man unweigerlich jeden Schmerz und jedes Glück mitempfindet.
Die Perspektiven im Roman finde ich sehr, sehr gelungen. Die Kapitel, in denen wir Isabell begleiten, werden aus der Ich-Perspektive erzählt. Jene, in denen Sara in den Mittelpunkt rückt, werden von einem allwissenden Erzähler berichtet. Am Ende tritt in einem Kapitel eine kleine Änderung ein, die ich jedoch nicht weiter diskutieren möchte, da sie sehr viel der Handlung verrät. Auf jeden Fall aber ist dieser Wechsel der Perspektiven keinesfalls negativ oder störend, ganz im Gegenteil. Auffallend ist auch, dass viele Kapitel, die von Sara handeln, mit einem passenden Zitat aus Isabells Roman eingeleitet werden. Vom Erzählerischen ist dieses Buch definitiv meisterlich. Die Zeitsprünge, die Perspektivwechsel, einfach alles. Ich frage mich ehrlich gesagt schon ein bisschen, ob Johanna Wasser genauso wie ich und auch ihre Hauptfigur Isabell Germanistik studiert hat. Es würde mich bei diesem unglaublichen Umgang mit Sprache nicht wundern!
Die Sechste Farbe des Glücks wird zwar gern als Jugendroman eingestuft, ich persönlich finde diesen Roman jedoch für jedes Alter empfehlenswert.


Fazit

"Die sechste Farbe des Glücks" würde ich mit einem Zitat Kafkas über Prag vergleichen wollen: "Prag lässt nicht los. Dieses Mütterchen hat Krallen." Auch Johanna Wassers Roman wird lange in mir nachhallen. Diese Geschichte ist intelligent, einfühlsam, leise, traurig und doch steht über allem das wichtigste im Leben: Liebe, Hoffnung, Glück.



26. Mai 2015

Gemeinsam Lesen

am Dienstag, Mai 26, 2015 14 Kommentare


Eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Aktuell lese ich mal wieder parallel. 



Die sechste Farbe des Glücks
von Johanna Wasser
S. 81/314

City Of Bones
von Cassandra Clare
S.37/400



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Bei Die Sechste Farbe des Glücks:

Die Vernissage war noch immer in vollem Gange. 

Bei City of Bones:

Als sie im Java Jones ankamen, stand Eric schon auf der Bühne und schwankte mit zusammengekniffenen Augen vor dem Mikrofon hin und her.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Mh...Gute Frage :D Bei City of Bones bin ich ja noch nicht soweit, wirklich viel kann ich dazu noch nicht sagen. Die sechste Farbe des Glücks finde ich bis jetzt wirklich super. Sehr interessant finde ich die Perspektive(n), aus der das Buch geschrieben ist. Die Kapitel begleiten je entweder Sara oder Isabell und ganz abhängig davon schwankt der Erzähler von Ich-Erzähler zur auktorialen Erzählperspektive. Das klingt im ersten Moment vielleicht verwirrend, find ich aber gerade in diesem Roman super umgesetzt und es dient definitiv der Handlung und schadet ihr nicht. 

4. Ist euch schon mal eine Art Missgeschick mit eurem Buch passiert, wie z.B. beim Baden ins Wasser gefallen, ein Getränk über das Buch gekippt oder vielleicht sogar mal "verlegt" und nicht mehr wieder gefunden?
Oh Gott... ich kann mich zumindest gar nicht daran erinnern?! Ich bade ja oft mit Buch :D Aber bis jetzt ist tatsächlich in all den Jahren noch nie etwas passiert. Das wundert mich ehrlich gesagt selbst ganz schön. Ich achte allgemein sehr auf die Bücher, da sie meist nicht mir gehören. Ich bin ja so ein exzessiver Bücherei-Gänger. Und da kann ein Missgeschick natürlich abgesehen davon, das man es bezahlen muss, auch einfach unangenehm werden. Ich finde es immer etwas peinlich, die Bücher dann nicht im guten Zustand zurückzugeben. Daher werden die bei uns zuhause auch mit allergrößter Vorsicht angefasst. Ich glaube das größte Missgeschick, das mir wirklich passiert ist, sind schmutzige und  im schlimmsten Fall ein bisschen eingerissene Seiten. Ich schleppe meine Bücher ja immer und überall mit hin und gerade im Ranzen auf dem Weg zur Uni bzw. früher zur Schule kann schonmal was passieren. 

25. Mai 2015

5 Dinge

am Montag, Mai 25, 2015 0 Kommentare

1. Die von mir neu gestaltete Visitenkarte für das Geschäft meiner Mutti sieht - finde ich - super aus :) 

2. Ich hatte Lucy, den Hund meines Onkels, bei mir während die Familie im Urlaub war.

3.Viele gute, neue Musik von meinem Papa bekommen.

4. Einen schönen neuen Ort gefunden, der sich auch super als Shooting-Location eignet.

5. Ich kann bei einem Seminar, wo es Probleme gab, doch zur Prüfung antreten.

Wie ihr seht, war diese Woche wirklich nicht viel los :D  


23. Mai 2015

Mira Jacobs: Die Aufforderung des Schlafwandlers zum Tanz

am Samstag, Mai 23, 2015 0 Kommentare
Die Aufforderung des Schlafwandlers zum Tanz
von Mira Jacob 
erschien 2015 im Eichborn Verlag
576 Seiten
19,99 €


Vielen Dank an:
Eichborn Verlag
BloggDeinBuch

Inhalt

Der Anruf Kamalas, Aminas Mutter, schreckt die junge, in Amerika geborene Inderin auf. Ihrem Vater geht es nicht gut. Der Chirurg sieht seine tote Mutter, führt Gespräche mit ihr auf der Veranda. Die junge Fotografin nimmt sich sofort frei und fliegt von Seattle nach Albuquerque um sich selbst einen Überblick über den Ernst der Lage zu verschaffen. Dabei lernen wir in Rückblenden das bisherige Leben Aminas und das Schicksal der Familie kennen: Aminas Eltern Thomas und Kamala entschieden sich, ihr Glück weit weg von Indien, in Amerika, zu suchen. Gemeinsam mit dem kleinen Akhil und mit Amina im Bauch wanderten sie aus und konnten tatsächlich Fuß in der Fremde fassen, auch wenn Kamala nie recht ankam. Als die Kinder im Highschoolalter sind, wird bei Akhil eine schwere Krankheit festgestellt: Narkolepsie. Nur wenige Wochen später ist er tot. Und auch die Familie Thomas' stirbt bei einem schrecklichen Schicksalsschlag. Und nun das: auch Thomas driftet immer mehr in einer andere Welt ab, sieht seine verstorbenen Liebsten. Mit all dem muss Amina nun klar kommen. Zum Glück hat sie Dimple, ihre Freundin, und Jamie, einen alten Schulkameraden, an ihrer Seite. 

Meinung

Mira Jacobs Roman "Die Aufforderung des Schlafwandlers zum Tanz" ist ein erstklassiges Familiendrama.  Der Leser begleitet den gesamten Roman über die junge Fotografin Amina. Durch ihre Augen werfen wir dann auch einen Blick auf ihre Verwandten, Bekannten und Freunde. Es gelingt Jacob dabei sehr gut, die verschiedenen Charaktere "zum anfassen" zu gestalten. Nach der Lektüre hatte ich das Gefühl, Aminas Familie zu kennen. Besonders spannend fand ich, dass sie die schlechten Eigenschaften herausarbeitet, ohne dass die verschiedenen Personen an Sympathie verlieren. Die Figuren wirken sehr lebendig und vor allem realistisch, da sie nicht "schwarzweiß" dargestellt werden. 
Der Roman ist in insgesamt elf Teile gegliedert, von denen etwa die Hälfte Rückblenden darstellen. Die beiden Erzählstränge sind so geschickt verflochten, dass sie fürs gegenseitige Verständnis notwendig sind und ein Lesefluss entsteht, der es schwer macht das Buch aus der Hand zu legen. Die Handlung ist in sich schlüssig, hält jedoch kaum Überraschungen parat. Darum geht es in diesem Buch jedoch auch gar nicht. Es geht um die Verarbeitung des Schmerzes, über den Verlust geliebter Menschen, die Machtlosigkeit angesichts einer tödlichen Krankheit. Thematisiert wird vor allem der Umgang der Angehörigen mit der Krankheit, weniger der Kranke selbst. Da ich selbst bereits in dieser Situation war, konnte ich mich umso besser hineinversetzen. Mira Jacobs beschreibt alles so authentisch, dass ich vermute, dass sie selbst einen ähnlichen Schicksalsschlag erlitten hat. Wenn nicht: umso mehr zücke ich meinen Hut, da es ihr perfekt gelingt die Gefühle der Betroffenen zu beschreiben. Zudem kommt auch immer wieder das Thema "Einwanderung" auf, wenn auch nur am Rande. Besonders wird dies in der Fremdheit problematisiert, die Kamala auch nach Jahren in Amerika empfindet und in der in sich geschlossenen indischen "Gesellschaft" verschiedener Einwanderer, die sich selbst als Familie begreift. 
Der Roman hat gefesselt. Soviel steht fest. Ich bin mir nicht sicher wie es für Leser ist, die mit der Thematik nicht viel anfangen können. Ich selbst habe viele Situationen so wieder erkannt und mich gut aufgehoben gefühlt, auch wenn die Traurigkeit manchmal zum Erdrücken schwer war. Die Augen bleiben bei diesem Buch definitiv nicht trocken. Die Traurigkeit und Leere, Hilflosigkeit und auch aufkeimende Hoffnung sind stets greifbar. 
Es handelt sich bei dieser Geschichte um eine sehr ernsthafte Thematik, die jedoch hier und da humorvolle, lockere, leichte Passagen aufweist und irgendwo auch die Leichtigkeit des Todes aufzeigt. Ich persönlich war tief bewegt und werde dieses Buch in die Reihe meiner Lieblingsbücher aufnehmen. 


22. Mai 2015

Es wird Sommer...

am Freitag, Mai 22, 2015 0 Kommentare

Schon lange habe ich mich ein bisschen über das Layout geärgert, ich gebe es zu. Ich habe zuviele  Dinge in der Sidebar, die ich nicht missen möchte. Aber immer weiter und weiter runterscrollen?! Zudem sah es unordentlich aus. Ich habe mich daher auf die Suche nach einem Layout gemacht, das links und rechts ein bisschen Platz bietet und - voilá - hier ist es. Ein bisschen Frühlings-/Sommerfeeling habe ich auch gleich mit eingebaut, damit ihr euch mit einem kühlen Drink zurück lehnen und genießen könnt :) 

20. Mai 2015

Pleiten, Pech & Pannen

am Mittwoch, Mai 20, 2015 0 Kommentare

Ihr hattet euch doch tatsächlich in der kleinen Umfrage am Rand gewünscht, dass ich mehr über meinen (Uni-)Alltag blogge. Und da mir jetzt mal wieder was herrlich Blödes passiert ist, bittesehr: 

Zu Beginn des Semesters trug ich mich für ein vielversprechendes Blockseminar zum Thema Märchen ein. Märchen. Wer lernt nicht gern etwas über Rapunzel, Schneewittchen und co.? Das böse Erwachen kam schnell, ich konnte das Seminar kurzfristig nicht besuchen. Aber wo, zum Henker, finde ich so schnell einen Ersatz? Wer lässt mich schon vier oder fünf Wochen nach Semesterbeginn in sein Seminar nachrücken? Aber - Applaus für nette Menschen - ich habe tatsächlich ein Seminar gefunden, in das ich mit offenen Armen aufgenommen wurde. 

Jetzt denkt ihr sicher: super! Dann hat sich alles geklärt. Nein, ganz im Gegensatz. Da erst kam der richtige Ärger. Ich muss mal ein bisschen ausholen. Das Seminar, in das ich nachrutschen durfte, ist super. Es nennt sich "Korruption im Kaukasus" und wird von einem netten Herrn geleitet, der aus dem Kaukasus stammt. Spannende Themen, nette Leute und ein wirklich herzlicher Dozent. Was will man mehr? Das Seminar wird vom Institut für Kaukasiologie angeboten. Jetzt werdet ihr sagen: Die studiert doch was andres! Genau, ich studiere im Nebenfach Volkskunde und die Kaukasiologie und die Volkskunde kooperieren jedes Semester, daraus entsteht dann dieses übergreifende Modul, was Studenten beider Studiengänge besuchen können. 

Letzte Woche wollte ich mich dann brav für die Prüfungen anmelden. Ich klick mich also durch bis zum entsprechenden Modul und schaue die einzelnen zugeordneten Seminare durch auf der Suche nach MEINEM Seminar. Nix. Noch mal rauf. Nochmal runter. Nix. Panisch in der Facebook-Gruppe des Studienganges nachgefragt und schnell Hilfe bekommen, bzw. den Kontakt zum Verantwortlichen vermittelt bekommen. Und dann der Schlag mit dem Hammer: "Die Kaukasiologie und die Volkskunde kooperieren in diesem Semester ausnahmsweise nicht. Das Seminar wurde fälschlicherweise als Volkskunde eingetragen. Es tut uns Leid, aber wir haben dieses Seminar dieses Semester nicht übernommen." Ja aber,... das steht doch... hallo?! Im Onlineportal der Uni konnt ichs doch auch übre Volkskunde anmelden, was soll denn der Scheiß?! 

Wer sich schonmal mit einem Prüfungsamt der Uni hat herumärgern müssen weiß, wie schwer das werden kann. Zum Glück hat die Verantwortliche unseres Volkskundeinstituts ein Herz aus Gold. Sie hat für mich (und zwei weitere Studenten die davon betroffen sind) eine Ausnahme erringen können. Bis das jedoch fest stand, erlebte ich Tage mit klopfendem Herzen und Angst. Damit ihr die Tragweite des Problems kennt: hätte ich das Seminar nicht machen dürfen, hätte ich meinen Bachelor dieses Semester nicht schreiben können. Ich hätte allein für dieses eine Seminar ein Semester mehr studieren müssen, hätte meinen Master nicht pünktlich beginnen können und und und. Neben den finanziellen Problemen, die das aufwirft, wäre es auch schlichtweg ärgerlich gewesen. Ich hab ja schließlich schon eine Bachelorarbeitsbetreuerin und all das Zeug. Meine Eltern hätten sich zudem bedankt, wenn ich jetzt noch ein Semester dran hänge... Ich bin ja schon ein bisschen über der Regelstudienzeit.

Aber zum Glück hat nun doch noch alles geklappt. Wäre ja auch eigentlich gemein gewesen, da es ja nicht unser Fehler ist wenn die das Seminar falsch eintragen. Die Kaukasiologie hatte ja einfach so, ohne Absprache, das Seminar für VK4 in den Katalog aufgenommen. Warum sollten wir also für deren Fehler bluten? Aber leider ist das nicht immer so klar an der Uni. Da kanns einem auch ganz schnell passieren, dass man Pech gehabt hat. So einfach ist das dann. 

Allen von euch, die nun auch bald Prüfungen schreiben, wünsche ich auf jeden Fall einen reibungsloseren Ablauf :D Und natürlich viel Glück!

19. Mai 2015

Gemeinsam Lesen

am Dienstag, Mai 19, 2015 2 Kommentare


Eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lesen " Die Aufforderung des Schlafwandlers zum Tanz" von Mira Jacob. Ich bin auf S. 208.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Oh, hey!" Thomas sprang so plötzlich auf, dass Amina erschrak, und ging an ein Regal."

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Mir fällt das bei diesem Buch irgendwie schwer. Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, um das ich mich selbst bei Bloggdeinbuch beworben habe. Es hatte schon seit längerem meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da es sich um eines der schönsten Buchcover handelt, die ich je gesehen habe. Ich hätte nicht erwartet, dass sich ein so tiefer Abgrund darin auftun würde. Damit will ich keinesfalls sagen, dass es ein "schlechtes" Buch ist :D Ich liebe den Roman, kann ihn kaum aus der Hand legen und liebe ihn. Aber die Stimmung des gesamten Buches ist so bedrückend. Ein richtiges Familiendrama eben. Man fiebert die ganze Zeit mit und weiß doch: es wird nicht gut. Ich befürchte fast, dass dies eines der Bücher sein wird, die man zwar liebt, die einen aber irgendwie traurig zurücklassen 

4. Stell dir vor die Welt würde in ein paar Wochen untergehen ... Welche Bücher willst/musst du vorher unbedingt noch Lesen und warum?? 
Mh.... Ich wage irgendwie zu bezweifeln, dass ich dann noch ein Buch lesen würde :D Wenn ich wüsste, dass die Welt untergeht, hätte ich besseres zu tun. Ums mal so doof zu sagen. Ich würde wahrscheinlich an jene Orte der Welt reisen, an die ich mich dank meiner Flugangst so nie wagen würde. Ich würde jede erdenkliche Sekunde mit meinen Eltern verbringen.  Und vielleicht würde ich auch einen Selbstmord planen bzw. den gemeinsamen Tod mit meiner Familie. Wenn man wüsste, warum die Welt untergeht, und wenn es sich um ein schmerzhaftes Ende handelt, kann man ja vorsorglich schonmal auf sanfte Weise vorweggreifen :D Aber ein Buch? Gnah näääääh. Ich glaub nicht. Maximal die Bücher der Religion. Um Hoffnung daraus zu schöpfen. In solchen Situationen ist man sicher recht empfänglich für die Lehre der Religionen. 

18. Mai 2015

5 Dinge

am Montag, Mai 18, 2015 2 Kommentare
Und wieder gibts die schönsten 5 Dinge der Woche. Die Idee stammt von Nezumi :) 


1. Casper steht nun wieder bei uns auf Sommerkoppel. Er und seine Mutti sind einfach  so süß :D Das Bild zeigt ihn, wie er gestern zum Fenster reingeschaut hat. Dabei wollte ich meine Hausaufgaben machen, aber mit so einem Stalker am Fenster!? :D 

2. Am Freitag fand das CityDriftUnlimited statt, das von einem Freund von uns veranstaltet wird. Es handelt sich um Deutschlands einziges Driftrennen in einer Stadt. Es war wie letztes Jahr schon richtig super ! :) 

3. Ich habe endlich den Kontakt zu einer Person aufgenommen, die mir immer sehr viel bedeutet hat und mit der ich mich ganz unsinnig gestritten habe. 

4. Die Ziegen werden allmählich wieder handzahm. Gestern hat sich mein Böckchen ganz brav von mir streicheln und füttern lassen :) 

5. Wir haben uns noch ein paar schöne Dinge für unseren Gartenteich gekauft, unter anderem einen kleinen Stör, Wasserpflanzen, Schnecken und Muscheln. Nächste Woche zieht dann im Teich bei mir daheim noch der ein oder andere Mini-Raubfisch ein um die Population der Goldfische einzudämmen.

15. Mai 2015

[Meinung] Ich bin nicht hier, um eine Rede zu halten // Gabriel Garcia Marquez

am Freitag, Mai 15, 2015 0 Kommentare


Ich bin nicht hier, um eine Rede zu halten
Gabriel García Márquez

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seiten: 160
Preis: 16,99 €

Meine Liebe zu südamerikanischen Autoren bekam ich in die Wiege gelegt. Meiner Mutter kennt sich im Dschungel der für Europäer nur schwer zu merkenden und auszusprechenden Namen der südamerikanischen Literaturszene aus. Meine Liebe zu Südamerika erkannte ich in Isabell Allendes "Geisterhaus", das ich ganz ohne das Zutun meiner Mutti aus der Bücherei heimschleppte, noch ehe ich die Tragweite dieses Romans begriff. Auf Empfehlung meiner Mama hin habe ich mir dann meinen ersten Garcia Marquez nach Hause geholt. Es blieb nicht bei einem. Mittlerweile ist der Literaturnobelpreisträger einer meiner Lieblingsautoren. Als ich dann in unserer Bücherei dieses Buch hier sah, musste ich es mitnehmen.

In "Ich bin nicht hier, um eine Rede zu halten" findet der Leser etwa 20 Reden, die Gabriel Garcia Marquez im Laufe seines Lebens hielt, bzw halten musste. Denn wie der Titel schon sagt, er wollte eigentlich keine Reden halten. Dennoch hielt er die erste bereits als Schüler zur Verabschiedung einiger Schulkameraden. Es folgten weitere und spätestens nach Verleihung des Nobelpreises war Garcia Marquez ein gefragter Redner. Ich könnte euch von vielen Reden im Buch schreiben, ich habe mir jedoch für diesen Post exemplarisch die Rede "Damoklesschwert" ausgesucht, da sie mich am meisten berührte. Gehalten wurde die Rede am 6. August 1986 in Mexiko auf dem 2. Gipfeltreffen der Gruppe der Sechs. Thema war die Abrüstung angesichts der drohenden nuklearen Bedrohung. Die Rede ist fast schon als Rechnung zu verstehen, denn Gabriel Garcia Marquez rechnet vor: "Mit dem Geld für zehn der fünfzehn nuklearbetriebenen Nimitz-Flugzeugträger, die die Vereinigten Staaten bis zum Jahr 2000 produzieren werden, könnte man ein Vorsorgeprogramm durchführen, das in denselben vierzehn Jahren mehr als eine Milliarde Menschen gegen Malaria schützen und - allein in Afrika - den Tod von mehr als vierzehn Millionen Kindern verhindern würde." Das geht unter die Haut, zumindest bei mir. Und dies ist nur ein Punkt von vielen. Ohne die Worte, wie sonst von ihm gewohnt, auszuschmücken breitete er die immensen Kosten der Militärprogramme vor dem Leser aus und rechnet humanitäre Hilfe gegen, z.B. die Alphabetisierung, Bildung, Gesundheitswesen, Hunger. 
Die Reden haben allgemein denselben Charme seiner Bücher, sind jedoch bei weitem treffender, weil real. Wer Garcia Marquez als bedeutenden Geschichtenerzähler kennen gelernt hat, wird hier auf den intelligenten, politisch und historisch gewandten Redner treffen. Die eindringliche Sprache, mit der er aktuellpolitische Themen anspricht (die trotz der Jahre nichts an ihrer Aktualität verloren haben!) ist markerschütternd und gerade deshalb für jeden empfehlenswert zu lesen. Es sind nur 160 Seiten. Gefüllt mit den Reden und sehr hilfreichen Erläuterungen zum jeweiligen Anlass. Die Reden Gabriel Garcia Marquez' sind bedeutend für das Selbstverständnis Südamerikas, die Geschichte und die Menschheit an sich. 




12. Mai 2015

[Rezension] Meine russischen Nachbarn v. W. Kaminer

am Dienstag, Mai 12, 2015 0 Kommentare

Meine russischen Nachbarn
Wladimir Kaminer
Goldmann Verlag
224 Seiten
Taschenbuch: 7,99 €

Inhalt & Bewertung

Wladimir Kaminer ist schon längst kein unbekannter Name mehr. Mich selbst begleiten die heiteren Geschichten des gebürtigen Moskauers seit 2010 und spätestens nach der Verfilmung seiner "Russendisko" ist er ein Autor, mit dem zu rechnen ist. Wladminir Kaminer schreibt Erzählbände, die direkt aus dem Alltag gegriffen sind. Auf urkomische Weise beschreibt er das Leben eines Russen in Deutschland und nimmt dabei die deutschen und russischen Gepflogenheiten ordentlich aufs Korn. In "Meine russischen Nachbarn" begleiten wir Kaminer und dessen Nachbarn Andrej und Sergej durch den turbulenten Berliner Alltag. Was erst einmal sehr alltäglich klingt ist jedoch durchaus abenteuerlich. Wie zum Beispiel lernt man am besten Deutsch, wenn man keine Sprachschule besuchen möchte? Hypnose? "Deutsch zu lernen ist an der Russischen Universität der beste Weg ein Außenseiter zu werden", klärt Kaminer den deutschen Leser auf. Wie findet ein Russe in Deutschland eine russische Frau? Was hat es mit der blauäugigen Blondine auf sich und, das wohl grusligste: Woher kommt der erschreckende Panther in Kaminers Wohnungseingang?! 
Wie von Kaminer gewohnt, spielt er mit den typischen Russisch-Deutschen Klischees und setzt hier und da eine gezielte aktuellpolitische Spitze. Und ganz nebenbei findet man noch reichlich philosophisch anmutende, aber wunderschöne poesialbumfähige Sprüche wie: "Nichts ist lustiger als der Ernst des Lebens." 
Wieder einmal hat mich der Autor mit einem schnell zu lesenden (Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen!), urkomischen, intelligenten Erzählband begeistert. Besser kann es eigentlich nur dann werden, wenn man in den Genuss einer seiner Lesungen kommt. Der schwere, aber keineswegs störende russische Akzent des Autors rundet die Kurzgeschichten aus Sicht des Einwanderers herrlich ab.  Das Buch erhält von mir vier Punkte, da es sich um einen sehr guten, witzigen und absolut empfehlenswerten Erzählband handelt, den jedoch bestimmt nicht jeder Leser im Regal stehen haben muss. 


Gemeinsam Lesen // 12.Mai 2015

am Dienstag, Mai 12, 2015 4 Kommentare


Eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Meine russischen Nachbarn" von Wladimir Kaminer. Ich bin auf S. 76.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Es mag nicht besonders glaubwürdig klingen, aber auch mein Leben besteht nicht nur aus Spaß.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Kaminer ist und bleibt göttlich. Für die, die ihn nicht kennen: Wir haben es hier nicht mit einem Roman im klassischen Sinne zu tun. Kaminer ist Deutschrusse und schreibt in knappen Kurzszenen über seine Landsmänner, sein Leben in Deutschland und und und. Seine Bücher sind, finde ich, immer wieder urkomisch. Und er ist zudem der Beweis, dass Lektüretipps von gymnasialen Deutschlehrern nicht immer schlimm sind :D

4. Welche Blogbeiträge lest ihr bei anderen besonders gern? Und habt ihr selbst Kategorien oder Beiträge, die ihr lieber schreibt als andere? 
Bei anderen lese ich natürlich zum einen sehr gern über Bücher. Vor allem wenn es sich um Bücher handelt, die ich bereits gelesen habe (dann gleiche ich die verschiedenen Sichtweisen ab) oder welche, die ich noch lesen möchte. Die meisten Blogbeiträge lese ich aber glaube ich zum Thema MakeUp da ich ein totaler MakeUp-Suchti bin. Ich gehe NIEMALS ohne perfektes MakeUp aus dem Haus. Ganz gleich wohin. Sobald mich fremde Leute (Alle Menschen außer Mama, Papa und Freund) sehen könnten, sind mindestens ein paar Dinge (Foundation, Rouge, Eyeliner) notwendig. Da ich das auch gern "künstlerisch" mache schau ich daher viel auf Blogs vorbei, wo verschiedene Styles vorgestellt werden die ich dann nachschminke. Ich selbst schreibe am liebsten Rezensionen und Beiträge über meinen (Uni-)Alltag Mit letzterem halte ich mich jedoch zurück, da man mit dem "Zuvielpreisgeben" auch ganz schön auf die Fresse fallen kann. Es gibt aber eigentlich auch nichts, was ich nicht gerne schreibe. Ich schreibe allgemein einfach extrem gerne. 

11. Mai 2015

[Rezension] Überredung v. Jane Austen

am Montag, Mai 11, 2015 0 Kommentare


Überredung
Jane Austen

Reclam, 320 Seiten
6,95 € bei Amazon

Inhalt

Anne Elliot findet das, was man wohl einen Seelenverwandten nennen kann: sie verliebt sich in Kapitän Frederick Wentworth, einen gut aussehenden, intelligenten jungen Mann. Doch die junge Frau, deren Mutter jung starb und die von ihren Schwestern und ihrem Vater kaum Liebe erfährt, findet sich schnell in einer problematischen Situation wieder. Ihr adelsstolzer Vater und die mütterliche Freundin Lady Russel stellen sich gegen die Verlobung mit Wentworth, da er keinerlei Rang und Vermögen aufweisen kann. Die junge Frau lässt sich überreden und löst die Verbindung zu Wentworth.

Acht Jahre später. Annes Vater ist durch seine Verschwendungssucht arm und muss den Grundbesitz der Familie vermieten, um nicht endgültig bankrott zu gehen. Während Elizabeth, die älteste Schwester Annes, und ihr Vater nach Bath in eine günstigere Wohnung ziehen, hält sich Anne vorerst bei Mary, ihrer jüngsten Schwester, und dessen Ehemann auf. Unweigerlich trifft sie auf die Familie, die nun ihr Elternhaus bewohnt und ist erschrocken als sie erfährt, dass die nun dort wohnende Lady Croft keine geringere ist als die Schwester ihres geliebten Wentworth. Und es kommt natürlich wie es kommen musste: sie trifft auf den, dem sie das Herz gebrochen und den sie all die Jahre nie vergaß. Sie liebt ihn nach wie vor, er selbst jedoch scheint sich in eines der Mädchen vor Ort zu verlieben.  Anne muss mit ansehen, wie sich der Mann, den sie liebt, in einer andere verliebt. Und sie selbst verbleibt in ihrer Einsamkeit ohne Hoffnung, ein eigenes erfüllendes Leben aufzubauen


Spoiler


Einfach klicken :)

Meinung

Es fiel mir etwas schwer in den Roman einzufinden. Vielleicht war ich von Stolz und Vorurteil auch ein wenig voreingenommen. Doch schnell zog mich auch dieser Austen-Roman in seinen Bann. Wie immer steht eine kluge, selbstbewusste Frau im Mittelpunkt, die sich durch gewisse Ansichten von den üblichen Familienmitgliedern abhebt. In Überredung überspitzt Austen dieses Außenseitertum jedoch stark, jedoch keinesfalls unpassend. Vater und Schwestern stehen nicht zu Anne und selbst die Freundin Lady Russel ist teilweise zu stark von ihren Ansichten über Adel und Stolz getrieben, als dass sie eine kluge Entscheidung trifft. Im Gegensatz zu anderen Austen-Romanen haben wir es hier mit einer Frau zu tun, die bereits die "Blüte ihrer Jugend" hinter sich hat. (Anne zählt mit ihren Mitte 20 zum alten Eisen!) Ihr Glück scheint endgültig verloren. Der gesamte Roman hat einen melancholischen und hoffnungslosen Unterton. 

Die Sprache ist trotz der großen Zeitspanne, die seit Verfassung vergangen ist, keineswegs befremdlich oder gar schwierig zu lesen. Oft ist es ja gerade die schwierige, fremde Sprachverwendung, die von Klassikern abschreckend wirken kann. Keinesfalls bei Austen.  Besonders schön finde ich auch immer wieder diesen leicht bissigen Sinn für Humor, den man in ihren Werken findet und mit denen sie ihre Zeitgenossen aufs Korn nimmt. 

Austen zählt definitiv zu den immer wieder lesenswerten Klassikern. Die Bücher vermitteln auf sehr unterhaltsame Art ein historisches Lebenskonzept, vor allem aber die historische Rolle der Frau. Die Romanzen in den Werken sind herzergreifend und lassen den Leser stets mitfiebern. Ich finde, man sollte mindestens einen Austen-Roman im Leben gelesen haben. Und mit Überredung macht man nichts falsch. Daher volle Punktzahl. 



5. Mai 2015

Gemeinsam Lesen // 05.05.2015

am Dienstag, Mai 05, 2015 20 Kommentare


Eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese aktuelle in bisschen parallel. Ich habe Salman Rushdie, Mitternachtskinder angefangen und bin auf Seite 130. Da ich das Buch heute jedoch erstmal in der Bücherei abgeben muss, fange ich Jane Austen, Überredung  an und hol mir den Rushdie die Tage nochmal heim. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Bei Rushdie: "Schleppend folgten ihre Füße den seinen, hinauf in die oberen Bereiche der riesigen, deprimierenden, heruntergekommenen Mietskaserne, in der Lifafa Das und seine Vettern eine kleine Ecke ganz oben haben... hier, kurz vor dem obersten Stockwerk, sieht sie trübes Licht auf die Köpfe Schlange stehender Krüppel durchsickern."

Bei Austen: "Dass Lady Russel bei  ihrem gefestigten Alter und Charakter und ihrer finanziellen Unabhängigkeit an eine zweite Ehe nicht dachte, bedarf keiner Entschuldigung in den Augen der Öffentlichkeit, die eher dazu neigt, unvernünftige Entrüstung zu zeigen, wenn eine Frau tatsächlich wieder heiratet, als wenn sie es nicht tut; aber dass Sir Walter weiter alleine blieb, verlangt eine Erklärung."

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Zu Jane Austen kann ich nach einer Seite noch nicht viel sagen. Der Salman Rushdie hingegen fasziniert mich. Hier und da muss man zwar echt mitdenken, um den Faden nicht zu verlieren. An sich ist die Sprache jedoch fantastisch. Sehr bildhaft, aber nicht kitschig. Ein bisschen derb, aber nicht niveaulos. Amüsant, aber trotzdem den Ernst der Geschichte bedenkend. Mit den (indisch-muslimischen) Namen hab ich allerdings ein bisschen Probleme :D Die kann ich mir nicht so gut merken.

4. Könntest du dir dein aktuelles Buch gut als Film vorstellen? Welche Rolle würdest du gerne darin spielen?
Mh... ich muss da irgendwie zwanghaft an Bollywood denken, da das Buch natürlich in Indien spielt. Aber so darf man sich das gar nicht vorstellen. Ich denke man könnte aus dem Buch einen interessanten Film zaubern, ein bisschen an die Verfilmung von Isabel Allendes Geisterhaus erinnernd. Ich glaube aber nicht, dass ich bis hierhin eine Rolle spielen möchte. Den weiblichen Figuren haftet irgendwie immer etwas Dramatisches an. Sie sind nicht wirklich glücklich.  Ich glaube aber, dass ich mir bis hierhin gar kein großes Urteil erlauben kann. Bin ja erst auf S. 130.

4. Mai 2015

5 Dinge

am Montag, Mai 04, 2015 0 Kommentare
Schon wieder eine Woche rum. Es wird Zeit für die Aktion "5 Dinge" von Nezumi.


1. Die Temperaturen sind mittlerweile genau so, wie ich sie mag. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Dementsprechend haben wir letzte Woche in unserem Garten geschlafen. Der Morgen war einfach nur extrem herrlich: überall taubesetzte Blütenpracht. 


2. Am Freitag waren wir mit der gesamten Familie lecker Essen und zum Kaffee in einem der örtlichen Kaffee-Häuser. Mein Großonkel feierte seinen ich weiß nicht wievielsiebzigsten Geburtstag. 

3. Am Donnerstag haben wir unser eigenes, privates Maifeuer genossen.




4. Für den Liebste habe ich zum Geburtstag ein Cap bestellt. Und - Schande über mein Haupt - ich habe es gewagt mir selbst eines für Frauen mit zu bestellen. Hab eigentlich noch nie Caps getragen. Aber seit ich die Brille hab, mops ich mir immer wieder die des Liebsten. Gerade bei Sonne oder Regen unglaublich vorteilhaft für Brillenträger :D

5. Ich habe es geschafft. Ich habe allen Ernstes das neue Auto meines Freundes (notgedrungen) gefahren :D Ich fahre sonst eine A-Klasse, sein Auto ist jedoch ein Amarok. Ich habe mir so ein großes Auto eigentlich nicht zugetraut. Aber da er im etwa 30 km entfernten Wohnort seiner Eltern mit einem anderen Auto festhing, musste ich wohl oder übel fahren. Und was soll ich sagen? Es hat super geklappt C: Bin richtig stolz auf mich.

Ich hoffe ihr hattet ebenfalls eine tolle Woche :*
 

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