30. November 2015

How To Be Parisian wherever you are: Liebe, Stil und Lässigkeit à la française

am Montag, November 30, 2015 0 Kommentare
How To Be Parisian Wherever You Are
Liebe, Stil und Lässigkeit á la française
von  Anne Berest, Caroline de Maigret, Sophie Mas, Audrey Diwan

btb Verlag 2015
272 Seiten
Gebundene Ausgabe: 14,99 €

Klappentext

Millionen Frauen überall auf der Welt wollen so sein wie sie: die Pariserin. Denn nur sie schafft es, mit Stil, Charme und beneidenswerter Lässigkeit durchs Leben zu gehen. Sie sieht immer gut aus – obwohl sie sich keine Gedanken darüber macht, was sie morgens aus dem Kleiderschrank zieht. Sie ist eine liebevolle Mutter – und fährt trotzdem auch ohne Anhang an die Côte d‘Azur. Sie stellt toujours strikte Regeln auf – nur um jede einzelne von ihnen mit Genuss zu brechen ...

In How to be Parisian enthüllen vier Pariser Lifestyle-Ikonen mit viel Selbstironie und Witz den Mythos der Pariser Frau: ihre Allüren, ihre Nonchalance, ihren Style, wie sie liebt und wie sie ihre Tage und Nächte verbringt. Ihre wichtigste Lektion: Um eine echte Pariserin zu sein, kommt es nicht auf die Herkunft an – sondern allein auf die Einstellung!

Meinung

Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich mir sehr unsicher mit diesem Buch. Vielleicht gehöre ich nicht zur Zielgruppe, vielleicht habe ich es auch einfach nicht, bzw. falsch verstanden. Nach wie vor bin ich mir nicht sicher, ob es sich um einen ernstgemeinten Ratgeber handelt oder eine Satire auf die französischen Frauen. Stellenweise propagiert dieses Buch einen so oberflächlichen und exzentrischen Menschen, dass man doch kaum ernstlich danach streben kann.
Insgesamt ist dieses Buch durchwachsen; man findet  durchaus amüsante Passagen und Ratschläge, die man sich gern zu Herzen nimmt. Aber immer wieder stellen die Autorinen diese Vision eines Menschen in den Vordergrund, der oberflächlich ist; mit viel unnötigem Drama. 
Ein insgesamt sehr durchwachsenes Lesevergnügen, mit Highlights und Tiefpunkten die sich konsequent abwechseln. Den Hype verstehe ich definitiv nicht, der um dieses Buch gemacht wird. Für zwischendurch kann man sich dieses Buch ruhig mal zur Hand nehmen - aber lieber nicht zu ernst nehmen! 


28. November 2015

Gina Damico: Hellhole

am Samstag, November 28, 2015 0 Kommentare
Hellhole
Wenn der Teufel bei dir los ist...
von Gina Damico

Penhaligon Verlag, 2015
384 Seiten
Fantasy


Klappentext

Max ist ein stinknormaler Nerd. Mit stinknormalen Nerd-Hobbys (Games) und stinknormalen Nerd-Problemen (zu wenig Kohle für Games und keine Freundin). Doch als eines Tages ein ausgewachsener Teufel – rot, mit Hörnern und einem unglaublich derben Wortschatz – in seinen Keller einzieht, steht Max‘ Leben plötzlich Kopf: Burk macht sich auf der Couch breit, spielt den ganzen Tag Playstation und futtert alle Fastfood-Snacks auf, die sich im Haus befinden. Um jeden Preis muss Max den Teufel loswerden, schon um seiner schwerkranken Mutter den Schock ihres Lebens zu ersparen. Doch dann schlägt Burk ihm einen Deal vor: Er rettet das Leben von Max' Mutter, wenn dieser ihm eine Luxusvilla mit Whirlpool besorgt. Und schlagartig wird aus dem unscheinbaren Max ein kriminelles Mastermind wider Willen …

Inhalt in eigenen Worten

Max ist ein ganz normaler Teenager, ein Nerd. Allerdings muss er so manches mit seinen schmächtigen Schultern stemmen: seine Mutter leidet unter einer Herzerkrankung und ist dringend auf ein Spenderorgan angewiesen. Max pflegt seine alleinerziehende Mutter so gut er kann und rackert sich als Verkäufer an der Tankstelle den Hintern ab, um die Rechnungen zahlen zu können. 
Doch plötzlich sitzt der Teufel höchstpersönlich bei ihm im Keller und zockt. Es kommt zu einem ganz und gar unheimlichen Deal: Max besorgt dem fiesen Teufel Burk ein Haus mit Whirlpool, im Gegensatz sorgt dieser für eine Heilung von Max' Mutter. Und so entwickelt sich Max zwangsweise zu einem Superkriminellen. Gemeinsam mit seiner neu gewonnenen Bekanntschaft Lore bricht Max ein Gesetz nach dem anderen und bezahlt schlussendlich bitter für den Handel mit dem Teufel.

Meinung

Ich bin absolut positiv von diesem Buch überrascht! Bereits nach nur wenigen Seiten besticht Autorin Gina Damico mit ihrem herrlichen Humor. Dieses Buch ringt dem Leser wirklich Seite für Seite ein Lachen ab, so herrlich und auch herzlich ist es geschrieben. Die Sprache ist super locker, aber nicht etwa unangemessen. Der Roman liest sich super und hat wirklich viele überzeugende Stärken. 
Die Personen sind zum Greifen nah. Als Leser hatte ich sofort ein Gefühl der Verbundenheit. Bloß Audie, die beste Freundin Max', konnte mich nicht ganz für sich gewinnen. Aber sei es der verpeilte Max, die trübsinnige Lore oder die herzerwärmende Mutter Max' - sie alle waren einfach super! Sogar Burk war stellenweise regelrecht sympathisch.  
Die Handlung ist absolut durchdacht und folgt klar dem roten Faden. Der Roman wird personal aus Max' Sicht erzählt. Die Perspektive bleibt dieselbe, der Leser begleitet den  Protagonisten.  Mir hat zudem die Idee selbst sehr, sehr gut gefallen. Das Buch hat einen wirklich ernsten Hintergrund. Max verlässt den Bereich des Guten um seiner sterbenskranken Mutter zu helfen und provoziert damit unbewusst das Unheil vieler Menschen. Der Schluss ist exzellent. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber dieses Finale ist von der reinen Logik her, der Konsequenz und dem Inhalt nach einfach nur grandios. Einen besseren Schluss hätte ich mir für diesen Roman wirklich nicht wünschen können.

Fazit

Gina Damico gelingt mit diesem Buch der Spagat zwischen urkomischer Unterhaltungslektüre  und ernster Dramatik. Eine wirklich explosive, mitreißende Mischung! 


23. November 2015

Montagsfrage: Gab es dieses Jahr für euch ein Buch/Bücher, das/die ihr als totalen Flop bezeichnen würdet?

am Montag, November 23, 2015 0 Kommentare

Definitiv: ja. Zum einen wäre das Gregs Tagebuch. [rezension] 
Dieses Buch wird war wirklich sehr gehyped und deswegen dachte ich mir: lies es doch auch mal. Natürlich kann man jetzt sagen: das ist ein Kinderbuch, das muss dir nicht gefallen. Aber mal abgesehen davon, dass viele auch als Erwachsene auf dieses Buch schwören, meinen Kindern würde ich es ebenfalls nicht zum Lesen geben.

Zudem gab es ein paar Indie-Autoren, die ich jetzt nicht unbedingt mit Namen nennen möchte. Allerdings fand ich es einfach schade, dass da pro Monat ein Buch herausgehauen wird, diese dann aber wirklich gänzlich unleserlich sind was Orthografie, Grammatik und Handlung angeht. Ich habe auch sehr, sehr viele gute Erfahrungen mit Indie-Autoren gemacht. Aber es gibt definitiv den ein oder anderen, der ein ganz schlechtes Licht auf diese Autoren wirft. 

16. November 2015

Montagsfrage: Liest du bei Büchern auch schonmal das Ende zuerst oder würde das dein Lesevergnügen zerstören?

am Montag, November 16, 2015 8 Kommentare

Tatsächlich kommt das bei mir ab und an vor. Wenn mich eine Geschichte emotional sehr anspricht, erhoffe ich mir ein gutes Ende für meine (Lieblings-)Charaktere. Dann passiert es auch schonmal, dass ich vorweg blättere und schaue, ob die Geschichte in etwa so endet, wie ich es mir wünsche. Was wie "Spaßverderben" klingt, hat mir ganz im Gegenteil noch nie den Spaß am Buch genommen. Ich  genieße Bücher auch dann noch, wenn ich sie bzw. ihr Ende schon kenne. Ich spoiler mich allgemein ab und an selbst, ohne dass es mir etwas ausmacht. 

13. November 2015

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt

am Freitag, November 13, 2015 0 Kommentare

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!
von Jeff Kinney

erschien im Bastei Lübbe Verlag
224 Seiten
8,99 € (Taschenbuch)

Comic-Roman
Ich lese wirklich nahezu ALLES was auf meinen Tisch kommt. Dieses Buch hingegen hätte ich selbst mir nicht ausgesucht. Nachdem jedoch alle kleinen Jungs in meinem Umfeld quengelten ála "Lisa, du bist doch so ein Bücherwurm. Jetzt lies das doch auch mal. Das ist soooo super." habe ich mich breit schlagen lassen. Ich lese ja allgemein auch gerne Kinderbücher, wie ihr vielleicht wisst.

Gregs Tagebuch konnte mich jedoch nicht wirklich überzeugen und ich verstehe den Hype darum nicht. Natürlich erhebt dieser Comic-Roman keinen Anspruch darauf, eine kohärente Erzählung zu bieten. Dennoch fehlt mir schlichtweg das Gewisse Etwas. Die Geschichte erzählt Episoden aus dem Leben eines meiner Meinung nach egoistischen, frechen, feigen, schadenfrohen Jungen. Ich möchte weiß Gott nicht als Spießer dastehen, kleine Jungen sind keine Heiligen und dieses Buch ist nur deswegen so berühmt, weil sich die Jungs damit identifizieren können. Dennoch... Im Endeffekt sind die Scherze meist auf Kosten anderer und  Greg kommt ohne Probleme davon, bzw. findet ein Schlupfloch.  Das vermittelt kein schönes Bild eines "Romanhelden". Stellenweise fand ich das Buch zudem ein bisschen vulgär, wirklich witzig fand 
Die Zeichnungen sind sehr niedlich, aber können es jetzt natürlich nicht unbedingt rausreißen.

Im Groben und Ganzen ein Buch, dass ich selbst nicht unbedingt lesen möchte und auch meinen nicht vorhanden Kindern nicht in die Hand drücken würde.  Ein Sternchen bekommt es trotzdem aufgrund der eigentlich hübschen Bilder und der Tatsache, dass es leseresistente Jungs zum Lesen bringt.






10. November 2015

Gemeinsam Lesen

am Dienstag, November 10, 2015 4 Kommentare




1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?Ich lese "Hellhole - Wenn der Teufel bei dir lost ist..." von Gina Damico. Ich bin auf S. 67.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?Der köstliche Geruch von gebratenem Speck weckte Max.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?Ich bin absolut positiv überrascht! Ich hätte mir das Buch wahrscheinlich nicht selbst ausgesucht, so ehrlich muss ich sein. Es handelt sich um ein Rezensionsexemplar. Allerdings bin ich bereits nach wenigen Seiten aus den Latschen gekippt, so grandios ist dieses Buch geschrieben, Damico hat einen unfassbar witzigen Sprachstil. Man kommt durch keine Seite ohne ein fettes Grinsen. Gleichzeitig gibt es auch eine gehörige Prise Drama, da die Mutter des Protagonisten schwer krank ist. Besonders weit bin ich noch nicht, aber ich freue mich total aufs Weiterlesen.

4. Wählst du bestimmte Bücher abhängig von der Jahreszeit aus? (Frage von Jana)
Nein. Ich lese meist das, was mir so über den Weg läuft :D Ich wähle eigentlich selten wirklich gezielt Bücher aus, meist lese ich Rezensionsexemplare oder Bücher, die mir in unserer Bibliothek ins Auge stechen. 

9. November 2015

J.R. Ward: Nachtjagd (BD 1)

am Montag, November 09, 2015 2 Kommentare
Nachtjagd
J.R. Ward
Black Dagger, Bd. 1
Heyne Verlag
268 Seiten

Klappentext

Das Leben der jungen Beth Randall verläuft eigentlich in ruhigen Bahnen – sie lebt in einem zu kleinen Apartment, geht selten aus und hat einen schlecht bezahlten Reporterjob bei einer kleinen Zeitung in Caldwell, New York. Ihr Job ist es auch, der sie an den Tatort eines ungewöhnlichen Mordes führt: Vor einem Club ist ein Mann bei der Explosion einer Autobombe gestorben, und die Polizei kann keinen Hinweis auf die wahre Identität des Toten finden. Dann trifft Beth auf den geheimnisvollen Wrath, der in Zusammenhang mit dem Mord zu stehen scheint. Der attraktive Fremde übt eine unheimliche Anziehung auf sie aus, der sie sich nicht entziehen kann. Während sie sich auf eine leidenschaftliche Affäre mit Wrath einlässt, wächst in ihr der Verdacht, dass er der gesuchte Mörder ist. Und Wrath hat noch ein paar Überraschungen mehr für sie auf Lager, denn er behauptet, ein Vampir zu sein – und das Oberhaupt der Bruderschaft der BLACK DAGGER, die seit Jahrhunderten einen gnadenlosen Krieg um das Schicksal der Welt führen muss ….

Inhalt in eigenen Worten 

Beth Randall ist eine attraktive, junge Frau in den Mittzwanzigern und Redakteurin eines Lokalblatts. Die vermeintliche Waise wird jedoch plötzlich aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen, als ein mysteriöser, gutaussehender Mann vor ihrer Haustür steht. Er versucht Beth davon zu überzeugen, dass ihr kürzlich verstorbener Vater ihn zu ihr sendet um sie auf dem schwierigen Weg ihrer Wandlung zu begleiten. Denn - und hier fällt Beth aus allen Wochen - sie ist eine Halbvampirin und nur das starke Blut des Vampirkönigs Wrath kann ihr eine gewisse Überlebensmöglichkeit sichern. Wrath kümmert sich also rein geschäftlich um die Tochter seines einstigen Freundes, der wie er der Bruderschaft der Black Dagger angehört. Doch schnell kommen Gefühle ins Spiel, die dem eiskalten Vampir bis dato nicht bekannt waren und die Lage wird ganz und gar verzwickt.

Meinung

Ich habe diese Reihe angefangen, nachdem sie mir  mehrfach  empfohlen wurde und nach dem ersten Band bereue ich es definitiv nicht, diesem guten Rat auch gefolgt zu sein. An sich hat man es mit einer weiteren "x-beliebigen" Vampirromanreihe zu tun, die mit viel Sex und Liebe gewürzt zu einem guten Gesamtpaket verschnürt wird. Wenn man aber - wie ich - auf genau solche Geschichten steht, ist man bei J.R. Ward ganz an der richtigen Adresse. Mit einem locker-fluffigen Erzählstil wird der Leser sofort in die Welt der Black Dagger gelockt, die mit aufregenden und spannenden Charakteren aufzuwarten weiß. Die Brüder der Gruppierung sind bis jetzt zwar noch nicht wirklich bekannt - bis auf Wrath - aber bereits im ersten Band weckt die Autorin Interesse für die anderen Mitglieder der Bruderschaft. Sie alle scheinen eine interessante Geschichte ihr eigen nennen zu dürfen und so wird man natürlich auch auf die Folgebücher neugierig. 
Insgesamt also für Vampir-Fans eine absolut empfehlenswerte Reihe mit viel Potential für folgende Bände. Ich bin jetzt jedenfalls schon gespannt wie ein Flitzebogen und beginne bald mit Band 2. 

Montagsfrage: Besitzt du Bücher, die vom Autor signiert wurden?

am Montag, November 09, 2015 4 Kommentare

Ja, ich besitze Bücher die vom Autor signiert wurden :) Ich habe viele signierte Rezensionsexemplare erhalten mit teilweise sehr, sehr schönen und persönlichen Widmungen. Darüber freue ich mich jedes Mal wieder. Mein Schätzchen allerdings ist die signierte Ausgabe von Jussi Adler-Olsens "Verheissung". Ich bin zur Leipziger Buchmesse ganz zufällig einfach so in meinen Lieblingsautoren hinein gestolpert. Da musste ich natürlich ein signiertes Exemplar, sowie ein Foto mit ihm ergattern :D Die Widmung richtet sich in diesem Falle an meine Mutti und mich. Sie war zwar nicht mit auf der Messer (Das ist nichts für sie :D), aber sie war es, die mich erst auf Herrn Adler-Olsen aufmerksam gemacht hat. Das Buch gehört daher uns beiden. 

Mein signiertes Exemplar von Jussi Adler-Olsens "Verheissung",
dem  sechsten Fall von Carl Morck.


6. November 2015

Gabriele Ennemann: Thalam

am Freitag, November 06, 2015 0 Kommentare

Thalam
von Gabriele Ennemann
Riverfield Verlag, 2015
336 Seiten, Hardcover
Fantasy, Jugendbuch
19,90 €

Klappentext

Nie im Leben hätte der 15-jährige Gidion gedacht, dass er einmal ein richtiger Held sein würde. Doch als er bei einem seiner heimlichen nächtlichen Ausflüge beobachtet, wie feindliche Jäger an der Küste Thalams landen, überstürzen sich die Ereignisse. Gidion erfährt, dass er zu den Avantgarde gehört: vier Auserwählte, die sich den dunklen Mächten stellen. Auf ihrer abenteuerlichen Reise in die unbekannte Unten-Welt treffen sie geheimnisvolle Wesen, die ihnen nicht immer wohlgesonnen sind. Schließlich kommt es zum entscheidenden Kampf ... Dieser Roman für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren schlägt eine Brücke zwischen zwei Welten, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Der Autorin wurde schon im Grundschulzeugnis attestiert: „Gabriele hat zu viel Fantasie.“

Inhalt 

Der 15-jährige Gidion stiehlt sich nachts heimlich aus dem Bett, als er die gefährlichen Jaher beim Raub der Lebensachse beobachtet. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse. Gidion reist mit seinem Ziehvater in den Palast und gehört wenig später einer kleinen Gruppe auserwählter Krieger an, die Avantgarde. Gemeinsam ziehen sie in das dunkle Reich der Angat und kämpfen um die Rückkehr der Lebensachse, ehe die Welt wie man sie kennt aus den Fugen gerät.

Meinung

Bereits im Prolog wird der Leser mit den fantastischen Welten der Gabriele Ennemann vertraut gemacht. Sie entwirft eine meiner Meinung nach noch nicht dagewesene Weltenkonstellation, die für den Leser recht schnell begreifbar wird, auch wenn der "Aufbau" dieses Universums etwas schwer nachzuvollziehen ist. Aber der Wunsch zu wissen "was die Welt im Innersten zusammenhält" ist Aufgabe Fausts, nicht meine. Soviel sei aber gesagt: es gibt verschiedene "Welten", die parallel existieren und zwischen denen man wechseln kann. Die Welt der Menschen, die Unter-Welt und die Welt Thalam, sowie die Welt der Angat. 
Die Geschichte selbst verfolgt einen klaren Aufbau und ist absolut nachvollziehbar. Die Perspektiven wechseln kapitelweise; einmal aus Sicht Gidions und einmal ein auktorialer Erzähler, der die anderen Geschehnisse beleuchtet. Dieses Hin und Her zwischen dem Ich-Erzähler und dem auktorialen Erzähler war teilweise etwas  holprig zu verfolgen, ergibt im Rahmen der Handlung aber durchaus Sinn. 
Die Personen sind lebendig aus Ennemanns Worten hervorgetreten, auch wenn mir einige der Protagonisten nicht recht sympathisch werden wollten. Umso sympathischer im Übrigen Eugen, die Raupe. Ich habe mich jedes Mal wieder gefreut, wenn er ins Rampenlicht treten durfte.  Die "Bösewichte" wirkten auf mich teilweise auch etwas unbeholfen und karikiert. Ich vermute aber das hängt damit zusammen, dass sich dieses Buch an ein breites Publikum richtet und vor allem junge Leser ansprechen soll. 
Einige Teile der Handlung hätte ich mir ausführlicher beschrieben gewünscht. Die Spannung wird immer wieder aufgebaut, die Helden geraden von einer Zwickmühle in die andere und doch wirkten einige Szenen zu schnell abgewickelt, was dann einen oberflächlichen Eindruck erweckte. 

Insgesamt ein Fantasy-Roman mit sehr viel Potential und Herzblut geschrieben. Die volle Punktzahl verkneife ich mir aufgrund der kleinen Schwächen Im Großen und Ganzen jedoch ein wundervoller Roman. 

 

3. November 2015

Wolfgang Herrndorf: Bilder deiner großen Liebe

am Dienstag, November 03, 2015 3 Kommentare

Bilder deiner großen Liebe
von Wolfgang Herrndorf
Rowohlt, 2014
144 Seiten
Gebundene Ausgabe: 16,95 €
Taschenbuch: 9,99 €

Klappentext

Ein Mädchen steht im Hof einer Anstalt. Das Tor geht auf, das Mädchen huscht hinaus und beginnt seine Reise, durch Wälder, Felder, Dörfer und an der Autobahn entlang: «Die Sterne wandern, und ich wandre auch.» Isa heißt sie, und Isa wird den Menschen begegnen – freundlichen wie rätselhaften, schlechten wie traurigen. Einem Binnenschiffer, der vielleicht ein Bankräuber ist, einem merkwürdigen Schriftsteller, einem toten Förster, einem Fernfahrer auf Abwegen. Und auf einer Müllhalde trifft sie zwei Vierzehnjährige, einer davon, der schüchterne Blonde, gefällt ihr. An dem Roman über die verlorene, verrückte, hinreißende Isa hat Wolfgang Herrndorf bis zuletzt gearbeitet, er hat ihn selbst noch zur Veröffentlichung bestimmt. Eine romantische Wanderschaft durch Tage und Nächte; unvollendet und doch ein unvergessliches Leseerlebnis. «Ich halte das Tagebuch wie einen Kompass vor mich hin. Pappelsamen schneien um mich herum, und der süße Duft der Lichtnelken strömt durch die Nächte. Ich sehe einen Wald, aus dem vier hohe Masten aufragen über die Baumwipfel. Am Waldrand steht eine kleine Hütte, die Teil eines Wanderwegs ist, wie drei eingekastelte Zeichen verraten. Ein schwarzer Gedankenstrich, eine gelbe Schlange, ein rotes Dreieck. Mein Name.»

Inhalt in eigenen Worten

Die Jugendliche Isa (Man kennt sie bereits aus Tschick, sofern man's gelesen hat!) schlüpft  hinter einem LKW aus dem gesicherten Gelände einer psychiatrischen Anstalt.  Das Mädchen begibt sich nun ganz in Tschick-Manier auf einen Roadtrip, diesmal allerdings zu Fuß. Ohne Geld. Ohne saubere Kleidung. Ohne Schuhe. Und dabei begegnet Isa den verschiedensten Menschen: einem lüsternen LKW-Fahrer, einem Schiffer und natürlich Tschick und Maik. Dabei lernen wir die verworrene Geschichte Isas kennen, ohne so richtig zu wissen, was nun der Wahrheit entspricht und was nicht.

Meinung 

Bereits der erste Absatz des Romans hat mich in den Bann von Herrndorfs Sprache gezogen. 

Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist, und nicht bescheiert. Weil das viele Leute denken, dass die superkomplett bescheuert sind, die Verrückten, nur weil sie komisch rumlaufen und schreien und auf den Gehweg kacken und was nicht alles. Und das ist ja auch so. Aber so fühlt es sich nicht an, jedenfalls nicht von innen, jedenfalls nicht immer.

Im melancholisch-amüsanten Plauderton jongliert Herrndorf mit den Worten, dass es allein der Sprache wegen ein großes Lesevergnügen darstellt. Auch die Handlung, die in sich nicht immer schlüssig erscheint, überzeugt. Diese Unschlüssigkeit und Unstimmigkeit ist jedoch, vermute ich, vom Autor genau so intendiert. Einmal ist Isas Vater tot, einmal wohl lebendig, einmal vom Meteorit erschlagen. Meiner Meinung nach illustriert das sehr geschickt die "Verrücktheit", die Isa in gewisser Weise unterstellt wird. Wobei nicht genau klar ist, worin sich ihre psychische Erkrankung ausdrückt. 
Herrndorf lässt ein eher diffuses Bild der Protagonistin entstehen, nach dem man sich dennoch fühlt, als kenne man Isa. Sie ist mit Abstand eine der sympathischsten Hauptfiguren, die ich kenne. Insgesamt ist das Buch von diesem Melancholischen gesprägt und doch wird einem immer wieder ein Lächeln abgerungen. Ein durch und durch gelungenes Buch, wie ich finde. Und bis jetzt - ich habe noch nicht alle Werke des Autors gelesen - das wohl stärkste und schönste für mich.


Montagsfrage & Gemeinsam lesen # 03.11.2015

am Dienstag, November 03, 2015 0 Kommentare
Da ich die Montagsfrage gestern leider verschlafen habe, kommen diese zwei tollen Aktionen heute in einem Doppelpost :) 


Montagsfrage: Falls ihr dieses Jahr an Challenges teilnehmt, wie gut seid ihr bisher vorangekommen?


Ich finde, ich bin ganz gut voran gekommen. Die Zahlen sehen wiefolgt aus:

Bücherkultur-Challenge: 2/150
An die Bücher.... : 31/48
Daggis Bücherchallenge: 41/60
Seitenleserchallenge: 16 654 Seiten
Winterlesechallenge: 5/14
Rory Gilmore Challenge: 0/330
100 Bücher (Jugendbücher): 3/100
100 Bücher (BBC): 2/100
Challenge der Gegenteile: 54/80

Hier und da geht klar noch mehr :D Gerade die RoryGilmore-Challenge & so. Die sind allerdings zeitlich unbegrenzt, daher bin ich da trotzdem ganz zufrieden C: 


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Bilder deiner großen Liebe von Wolfgang Herrndorf.  Ich bin auf S. 104/140.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Auf der Empfangstheke steht eine Klingel.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich kann ja glaube ich nicht mehr verheimlichen, dass sich Wolfgang Herrndorf ohne Gnade als Lieblingsautor in mein Herz geschlichen hat. Ich bewundere diesen Mann und ich bin unglaublich traurig, dass er so früh schon sterben musste. "Bilder deiner großen Liebe" ist sein letztes, unvollendetes Werk und die Sprachgewalt haut mich so zu sagen von den Socken, anders kann ich das jetzt gar nicht sagen :D Ich kann auch gar nicht beschreiben, woran genau es liegt. Der Leser hat es hier definitiv (und zum Glück!) nicht mit besonders gehobener, poetischer Sprache zu tun. Herrndorf plaudert eher locker vor sich hin und jongliert dabei mit der deutschen Sprache, dass ich mir reihenweise Zitate aus dem Buch schreibe.

4. Ist die Altersangabe eines Buches bei eurer Auswahl entscheidend?
Absolut nicht. nein. Ich schaue gar nicht danach und wenn mir ein Kinderbuch gefällt, lese ich es. 

1. November 2015

A.A. Milne: Winnieh-the-Pooh

am Sonntag, November 01, 2015 2 Kommentare

Wer kennt ihn eigentlich nicht, den honiglebenden Pooh-Bär mit all seinen Freunden? Ich zumindest bin damals mit den Geschichten rund um Rabbit, Christopher Robin, Pooh und Ferkel aufgewachsen. Nun, da ich mich vermehrt mit englischsprachiger Literatur beschäftigen möchte, kam mir dieses Buch also mehr als gelegen. Es fiel mir eher zufällig in die Hand während des Bibliotheksbesuches. Und ich muss sagen: dieses Buch sollte man wenn möglich auf Englisch genießen. Denn Milne steckt soviel Wortwitz und Sprachspiel hinein,  dass die deutsche Übersetzung dem intelligenten Text kaum gerecht werden kann und allein eine hübsche Geschichte übrig bleibt. 

Im vorliegenden Buch sind verschiedene Kurzgeschichten über Winnie-The-Pooh niedergeschrieben, z.B. wie Eyeore (Im Deutschen I-Aah.) seinen Schwanz wiederfindet, Piglet von Christopher Robin und Pooh vor der Flut gerettet wird und Rabbit sich mit Roo anfreundet. Immer wieder stechen die kleinen Sprachspiele hervor, die das Lesen nebst der herzerwärmenden Geschichten zu einem wirklich lustigen Erlebnis machen. Die Zeichnungen, die den Text unterstützen, sind wunderschön. Also auch ein riesengroßes Kompliment an den Zeichner. Die Gestaltung macht auch vor den Worten nicht Halt. An einer Stelle hüpft Ferkel in Kängas Beutel mit und nicht nur die liebende Mutter Roos hüpft auf und nieder, auch die Worte werden in einer Art "Zickzack" dargestellt. 

Zum Schluss des Reclam-Bandes findet der Leser noch eine kleine Geschichte rund um Pooh; Wer war Milne? Und wie stand der echte Christopher Robin (ja, es gab ihn wirklich) zu der Geschichte, die sein Vater da spann? 

Ich kann das Büchlein auf jeden Fall für all jene empfehlen, die sich ein bisschen in Kindertage zurückversetzen wollen, Bücher und Geschichten wie diese mögen oder einen amüsanten, für Anfänger tauglichen Englischen Text suchen. 


 

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