10. April 2016

Die erste Woche

am Sonntag, April 10, 2016
Die erste Woche ist vorüber, vorbei, erledigt und geschafft. Und ja, ich bin wirklich ein bisschen geschafft. All die neuen, vielen Eindrücke sind für mich schlichtweg überwältigend. Die Universität und Leipzig sind riesig im Gegensatz zu Jena. Aber mal der Reihe.

Am Montag fuhr ich schon ein wenig bang nach Leipzig. Die zwei Stunden Zugfahrt nutzte ich für diverse anfallende Aufgaben: Lektorieren, Lesen, Blogposts tippen, &&& Die Zeit verging wie im Flug und plötzlich war ich da: Leipzig. Mein Weg führte mich erst einmal in die im Hauptbahnhof befindliche Mall; einen Schreibblock kaufen. Das Landei in mir fühlte sich leicht deplatziert. Überall Läden mit den undenkbarsten Waren. So viel Auswahl. Ich könnte mich wahrscheinlich tagelang allein im Bahnhof verlieren. Als ich alles hatte, was ich brauchte, ging es zum Seminargebäude. Da ich mit meiner Mum bereits vor Wochen Leipzig erkundete, fand ich das Gebäude recht schnell. Hörsaalgebäude und Seminargebäude gelegen auf dem schönen Campus, keine fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt. 

Diese Aufteilung in Seminar- und Hörsaal-Gebäude finde ich persönlich genial. In Jena musste ich die viel zu kurzen Pausen nutzen, um durch die halbe Stadt zu hetzen - hier und da Seminarräume und Hörsäle über die ganze Stadt verteilt. Für eine ordentliche Pause, einen Kaffee und ein Brötchen blieb da kaum/keine Zeit. In Leipzig wechsle ich einfach den Raum, setze mich und genieße meine Pause bis zum nächsten Kurs. 
Im Gebäude angekommen wollte ich soeben nach meinen Notizen kramen, um den Raum ausfindig zu machen, da fiel mein Blick auf einen Bildschirm. Ähnlich der Anzeige im Bahnhof standen hier nun alle demnächst stattfindenden Kurse samt Dozent und Raum. Wie genial ist das denn? Kramen also rasch beendet und einfach auf den Bildschirm geschaut. Grammatik-Seminar (Germanistik), Seminarraum 210. Also ab in den zweiten Stock. Der Raum war schnell gefunden. In den folgenden zwei Stunden stellte uns unser Dozent das Programm des Semesters vor und stieg sofort in den Stoff ein: Baumstrukturen, um die Bestandteile der Sätze zu entschlüsseln, aufzuspalten und darzustellen. 

Grammatik war noch nie unbedingt mein Steckenpferd. Doch das Zeichnen von Strukturbäumen bereitet mir seit jeher Spaß. Da fiel es kaum auf, dass wir tatsächlich vier Stunden lang kaum etwas anderes taten. Gegen 14:45 galt der Tag als beendet. Also zurück zum Zug. Im Bahnhof angekommen schaute ich mir erst einmal all die Nahrungsangebote an. Wieder kratzte das Landei in mir nervös mit den Füßen. KFC, Burger King, Indisch, Sushi, &&& - alles Dinge, die ich selten bis gar nicht probiert hatte bis dato, weil das Angebot hier in der Region einfach nicht (wirklich) da ist. Ich werde wohl sicher noch einige Stunden damit zubringen, mich durch all die Köstlichkeiten zu probieren. :D  Pünktlich fuhr dann der Zug gegen 15:56. Wieder zwei Stunden Zug, die aber super schnell vorbei waren. Shannara Chronicles sei Dank!  Genau zwei Folgen passen in eine Fahrt.Für mich seeeeehr praktisch, endlich all die Serien schauen zu können, die ich in den Ferien irgendwie nie so recht geschafft habe zu schauen, weil andere Dinge irgendwie immer wichtiger waren.

Der Dienstag begann ähnlich. Zugfahrt mit viel Lesen, Manuskript durcharbeiten, Zeitung lesen, Arbeiten am PC erledigen. Das erste Seminar des Tages beschäftigte sich mit Literatur und Wissen.  Da mein Schwerpunkt auf Sprachwissenschaften liegt, muss ich ingesamt nur drei Veranstaltungen zum Thema Literatur besuchen. Bei Literatur und Wissen wusste ich noch nicht so recht, was mich erwarten würde. Der Dozent erklärte uns, dass die Vermittlung von Wissen und die Verknüpfung von Wissen und Literatur momentan einen Großteil der Debatten ausmacht, eine sehr aktuelle Diskussion also. Ich bin sehr gespannt, was folgen wird. Die erste Stunde endete schon nach wenigen Minuten, nach dem Erklären und Austeilen des Seminarprogramms. Ich kuschelte mich in er so viel längeren Pause auf eine schöne Bank auf dem Campus und las. 13 Uhr dann erneut eine Stunde Grammatik. Diesmal der Vergleich der Deutschen Grammatik mit anderen Grammatiken, z.B. des Englischen, Spanischen und Französischen. Es ging vor allem darum. die am Montag erlernten Schemata nun auf andere Sprachen anzuwenden.
Die folgenden Tage begannen deutlich früher, schon gegen 6 musste ich mit dem Zug losfahren, damit ich pünktlich zu Seminarbeginn in Leipzig bin. Am Mittwoch und Donnerstag Morgen stand zuerst Sprachgeschichte auf dem Plan. Je zwei Stunden Vorlesung rund um die verschiedenen Dialekte und deren Entstehung. Natürlich mit besonderem Hinblick auf Mittelhochdeutsch, Sächsisch, Thüringisch und co. umfassend. Am Mittwoch lauschte ich dann noch der Vorlesung zu Musik und Literatur. Kurz zusammengefasst: Früher gehörte zu Lyrik Musik, so will es das Gesetz. Dass man heute Gedichte "nur" noch spricht, ist so eigentlich nicht richtig. Um das ganze zu manifestieren, gab es dann am Donnerstag das zugehörige Seminar; Thema: Songtexte. Im Laufe des Semesters werden wir verschiedene "Singersongwriter" betrachten, vom Mittelalter bis hin zur Neuen Deutschen Welle. In diesem Seminar sind wir zudem dazu angehalten, selbst einen Liedtext vorzustellen. Ich bin schon heftig am Grübeln, welchen Deutschen Songtext ich für würdig erachten soll, an der Universität vorgestellt zu werden. Wir werden sehen.

Die erste Woche ist nun also rum. Ich habe sehr viel durchzuarbeiten und aufzubereiten. Es ist schon Sonntag und ich habe irgendwie noch nichts geschafft. Am Freitag nutzte ich den Tag, um mein Pferd zu besuchen und Nachhilfe zu geben. Den gestrigen Tag war ich mit meinen Eltern unterwegs und heute? Tja, nachher werde ich zum Pferd fahren und die Koppel für den Sommer vorbereiten. Und - wenn ich Glück habe - in einer kleinen freien Minute, werde ich meine Hausaufgaben erledigen. Auf dass der ganz normale Wahnsinn morgen von vorn beginnt. 

1 Kommentare:

Hilde Baumgartner hat gesagt…

Super, hört sich prima an. Ich bin auch gerade in einem Lehrstuhl über Personalcontrolling. Total interessant! :)

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