6. September 2016

Gemeinsam Lesen KW 36

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese aktuell parallel. Zum einen immer noch Isabel Allende "Die Insel unter dem Meer" auf Seite 349. Und dann noch "10 Jahre Freiheit" von Natascha Kampusch. Da bin ich bei 64%. da ich das Buch von Allende bereits die letzten Male dabei hatte, konzentriere ich mich heute auf das von Natascha Kampusch.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Es kommt immer wieder vor, dass Blumen oder Fürbittkerzen am Zaun stehen, mit kleinen Briefchen und Gebeten, zum Teil auch für den Entführer."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
1998 wurde die damals 10-jährige Natascha entführt. Damals war ich sieben Jahre alt und habe nichts von alldem mitbekommen, was im entfernten Wien vor sich geht. Meine Eltern werden sich vielleicht Sorgen gemacht haben, denn auch ich trat zu diesem Zeitpunkt erstmals den Schulweg an, der bei uns zum Glück nur ein paar Meter durchs 200-Seelen-Dorf führte. Auch als Natascha Kampusch 2006 fliehen konnte, habe ich nicht recht mitbekommen, was da vor sich geht. Ich war 15 und mit der ersten großen Liebe beschäftigt. Nach und nach bekam ich aber mit, worum es ging. Vor einiger Zeit besorgte ich mir ihr erstes Buch, was ich - ich gebe es zu - bis dato noch nicht gelesen habe. Gestern fiel mir dann dieses Buch in die Hände und ich habe sofort begonnen zu lesen, auch wenn mir das etwas unlogisch vorkommt - natürlich wäre es sinniger, "3096 Tage" zuerst zu lesen. Aber das macht nix. Die Kenntnis des einen ist für das Verstehen des anderen nicht zwingend. 
In "10 Jahre Freiheit" beschreibt Natascha, wie ihr Leben nach der Flucht aussah. Wie sie zum Spielball der Medien wurde und wie die Öffentlichkeit auf das reagierte, was sie tat. Und es ist ehrlich gesagt ziemlich erschreckend. Die junge Frau, die ihrem Gefängnis soeben entfliehen konnte, kam nun in einen wenn auch goldenen Käfig und fand sich mit dem Hass von Menschen konfrontiert wieder.
Ein wirklich sehr interessantes Buch und empfehlenswertes Buch, selbst wenn man sich für den Fall Kampusch nicht interessiert. Denn die Autorin hält der Gesellschaft darin einen Spiegel vor und spricht ein interessantes Thema an, das einen nachdenklich stimmt: wie geht man mit Opfern von Gewaltverbrechen richtig um und zwingen wir den Überlebenden nicht eine Art Rolle auf, die sie zu erfüllen haben?

4. Wenn du dich entscheiden müsstest, würdest du lieber nur deine 10 Lieblingsbücher besitzen, oder so viele wie du wolltest,aber nicht deine Lieblings?
Die Frage ist da eher: Darf ich trotzdem Bücher aus der Bücherei ausleihen? :D Wenn ich tatsächlich auch nur die 10 Lieblingsbücher lesen dürfte, würde ich mich für zweiteres entscheiden. Da lieber so viele Bücher, wie ich lesen mag. Sollte ich aber weiterhin andere Bücher lesen dürfen, diese nur nicht besitzen, ist die Frage sehr leicht denn so handhabe ich es eh: ich besitze nur meine Lieblingsbücher und das sind nicht viele. 

Kommentare:

  1. Hallo,

    noch jemand, der sich für die zweite Option entschieden hat. Ich habe noch niemanden gefunden, der die 10 Lieblinge gewählt hätte.

    Mein Beitrag

    Ganz liebe Grüße aus Tirol
    Marie

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    1. Ich muss auch sagen, ich finde es ein bisschen unlogisch. Klar, die Lieblingsbücher möchte man doch bei sich haben. Aber im Endeffekt kennt man sie eben doch schon, man hat sie ja nicht umsonst zu Lieblingsbüchern erklärt. Und wenn man sie kennt, kann man sie zur Not auch gedanklich immer wieder rekapitulieren, wenn man nicht auf sie zurückgreifen dürfte. Hätte man jedoch keine Bücher mehr, um neue Welten zu entdecken, fände ich das schrecklich.

      LG,
      Lisa

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  2. Hallo Lisa, :)
    ein wirklich sehr interessantes Thema. Ist wohl auch wirklich erschreckend, wenn man das liest. Ich wünsche dir noch viel Spaß mit deinen Büchern. :)
    Ich habe es einfach so interpretiert, dass man noch ausleihen darf.^^ Schließlich steht da besitzen. :D

    Liebe Grüße
    Marina

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    1. Ja, auf jeden Fall. Es ist auch wirklich traurig zu sehen, wie die junge Frau auch nach ihrer Selbstbefreiung immer wieder mit Situationen konfrontiert wurde, die unmenschlich wirken.
      Acfhso, also wenn man leihen darf, würde ich sicher die Lieblingsbücher wählen. Alles andere mag ich eh nicht besitzen, weil mirs zu viele Staubfänger sind :D

      LG,
      Lisa

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  3. HalloLisa,

    ich hab das erste Buch noch immer auf dem SuB stehen von ihr und ich will es irgendwann auch lesen, genau so wie das 2. Aber das ist noch so dringend im Moment.

    Ich habe die Frage, wohl wie die meisten anderen auch, total anders verstanden als das sie glaube ich gemeint war. Wenn ich mich so durch die Blogs lese gibt es 2 Varianten. Ich hab es aber wie du verstanden und von daher ähnlich wie du geantwortet. Hätte ich es aber anders verstanden, hätte ich mich für die 10 Liebsten entschieden *gg*

    Liebe Grüsse
    Alexandra

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