11. Oktober 2016

Gemeinsam Lesen: 11. Oktober 2016



 

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Heimatroman" von Nicol Ljubic und bin auf Seite 141. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Er könnte Anfang April Villafranca verlassen haben."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Arbeit in der Bibliothek habe ich auch an einigen Lesungen teilnehmen dürfen. Unter anderem begrüßten wir Herrn Nicol Ljubic vor einigen Wochen in unseren Räumen und er stellte uns seine Bücher vor. Mir war der Autor bis dato unbekannt, doch seine Lesung hat immens Eindruck bei mir hinterlassen. Keine Woche später besaß ich drei Bücher von ihm. Und ja, ich besaß! Ich habe mir die Bücher tatsächlich gekauft und wer mich kennt, weiß um das Wunder :D In dem "Heimatroman" geht es darum, auf den Spuren seines Vaters zu reisen. Ljubics Vater ist schwerkrank, seinem Sohn fällt auf: Wer ist er eigentlich, der Mann der mein Vater ist? Sein Vater kam vor einigen Jahren als Flüchtling aus Jugoslawien nach Deutschland. Ein ganz "gewöhnlicher" Wirtschaftsflüchtling, nicht im Zuge der dortigen Konflikte die erst Jahre später statt fanden. 

Ich kann sehr gut verstehen, wie es Ljubic ging. Auch mein Vater erkrankte vor ein paar Jahren schwer und wir wussten zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, wie und ob es weitergehen soll. Die Furcht war immens und augenöffnend. Natürlich, man kennt seinen Vater. Seine Eltern. Aber kennt man sie wirklich? Weiß man, wie sie als Jugendliche lebten? Weiß man, was sie hinter sich haben und warum sie zu dem Mensch wurden, der sie sind? Ich kann daher den Wunsch des Autoren gut verstehen, diese Reise zu unternehmen. Nachdem es seinem Vater wieder gut ging, unternahmen Ljubic Junior und Senior also die Reise und wandelten auf den Spuren des damaligen Flüchtlings. Eine Geschichte über Familie, Vater-Sohn-Beziehung und vieles mehr. Aber auch über Flüchtlinge, Konflikte, Politik. Und auch wenn der Roman bereits einige Jahre alt ist, ist die Thematik erschreckend aktuell.  

4.Liest du lieber alleine oder in Gesellschaft? 
Die Frage überfordert mich ein wenig. Was genau ist denn mit "in Gesellschaft" gemeint? Das Lesen wenn man umringt ist von Menschen, zum Beispiel im Zug? Oder etwa das Lesen gemeinsam in Lesezirkeln oder bei gemeinsamen Aktionen? 
Fakt ist: Ich lese lieber alleine, natürlich. Schön in Ruhe, mit einem Kaffee und auf dem Sofa vor dem Kamin lümmelnd. Ganz in Ruhe. Sodass ich, die nah am Wasser gebaut ist, auch bei traurigen Stellen wirklich "Gefühl" zeigen kann :D Oder auch lachen kann. So etwas mache ich nicht, wenn jemand dabei ist. Da beiße ich mir dann auf die Zunge. Ich lese aber als Pendlerin natürlich auch sehr oft in Gesellschaft, ob im Zug oder auf die kommende Stunde wartend im Uni-Seminar. Wenn bei dieser Frage oben genannte Aktionen gemeint sind: auch dann bevorzuge ich wohl das alleinige Lesen, auch wenn es mir durchaus Spaß macht, dann gemeinsam Erfahrungen und Leseeindrücke auszutauschen. Allerdings lese ich in einem mir sehr eigenen Tempo, je nach Buch wirklich unfassbar langsam. Und dann müsste ich mich immer hetzen, zu lesen. Um auch ja dabei bleiben zu können. Und das nimmt mir dann wieder die Freude. Zumal ich wohl eher der Typ Eigenbrötler bin, daher ohnehin lieber für mich bin. 

Kommentare:

  1. Huhu!
    Das kann ich sehr gut nachvollziehen! Ich lese auch gern allein. Aber ich mag den Austausch sehr. Also, am besten ist es, sich mit jemandem auszutauschen, der zufälligerweise das Buch auch gerade gelesen hat. Oder sich halt einfach noch gut daran erinnert...
    LG Lisa
    Mein Beitrag

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  2. Huhu,

    ja, hatte auch so Probleme mit der Frage, weil sie mir zu ungenau war. Sonst kann ich dich aber gut verstehen.

    Hier ist mein Beitrag:

    https://lesekasten.wordpress.com/2016/10/11/gemeinsamlesen-51-mit-harry-potter-und-der-orden-des-pheonix/

    LG Corly

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  3. Stimmt, an Lesen im Zug hab ich gar nicht gedacht - du hast die Frage gut durchdacht. Im Zug oder so lese ich schon, aber ich habe lieber meine Ruhe ;)

    lg Inka von lebens[leseliebe]lust

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  4. Hey,

    dein Buch kenne ich leider nicht, aber es klingt interessant :) Noch viel Spaß.
    Mir ist es egal, ob jemand um mich herum ist oder nicht, aber du hast recht - es ist unangenehm, wenn die Tränen kommen und fremde Menschen sitzen außenrum^^ Das ist mir neulich erst passiert, aber niemand scheint es bemerkt zu haben, also alles gut.
    Unser Beitrag

    Liebe Grüße,
    Kerstin

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