30. April 2016

Agatha Christie: Der Wachsblumenstrauß

am Samstag, April 30, 2016 0 Kommentare
Der Wachsblumenstrauß
von Agatha Christie

288 Seiten
FISCHER Taschenbuch
Krimi


Als Richard Abernethie plötzlich stirbt, kommt die gesamte Familie zu seiner Beerdigung. Recht taktlos erscheint seine Schwester Cora, als sie den natürlichen Tod ihres Bruders in Frage stellt. Denn der Tod kommt allen Verwandten recht gelegen, stecken sie doch allesamt in Geldschwierigkeiten und Richard hat sie großzügig in seinem Testament bedacht. Da wird Cora kurz darauf ermordet und nur Hercule Poirot kann den wahren Mörder überführen.

Richard Abernethie stirbt unerwartet und plötzlich. Als seine eher plumpe Schwester Cora bei der Beerdigung den natürlichen Tod des Bruders in Frage stellt, kommen erste Zweifel daran auf. Doch als Cora einen Tag später mit einem Beil erschlagen aufgefunden wird, besteht kaum ein Zweifel: die beiden Taten müssen doch im Zusammenhang stehen! Der Anwalt der Familie wendet sich vertrauensvoll an Hercule Poirot, neben Marple der zweite große Held der Christie Romane, und natürlich nimmt dieser die Ermittlungen sofort auf.  Um dann am Ende aufzudecken, dass hinter den Vorfällen ein wirklich unfassbar durchdachter, kalter Plan steht, der jeden Leser überraschen dürfte.

Als großer Agatha Christie Fan arbeite ich mich momentan durch die umfassende Sammlung unserer Bibliothek. Auf den Wachsblumenstrauß war ich sehr gespannt, da ich die Verfilmung bereits kannte. Und ja, ich finde es tatsächlich sehr spannend, dann das Buch zu lesen um zu schauen, wie es umgesetzt wurde. Und ja, was soll ich sagen. Buch und Film haben miteinander nichts am Hut. Im Buch ermittelt Poirot, im Film Marple. Das ganze Setting ist ein anderes, man erkennt definitiv das Buch im Film nicht wieder. Aber nichts desto trotz: beides ist wundervoll! 

Zurück zum Buch. Mit viel Charme konstruiert Christie einen ihrer berühmten Fälle. Und diesen finde ich wirklich unglaublich knifflig und spannend, extrem intelligent und durchdacht. Die Lösung am Ende des Buches war für mich wirklich extrem überraschend. Dementsprechend fieberte ich wirklich auch bis zum Schluss mit. Nicht zu vergessen Christies sehr angenehmer und pointierter Stil, der das Lesen zum Vergnügen macht. 

Für Kriminalfans der wirklich klassischen Krimi-Romane ein absoluter Tipp meinerseits! 

29. April 2016

Magst du Bildbände gerne und wenn ja, welche Art? & Gemeinsam Lesen

am Freitag, April 29, 2016 0 Kommentare
Da ich die zwei Aktionen in dieser Woche ein bisschen verpeilt habe, schreibe ich sie nun verspätet in einem Post - verzeiht bitte! :)


Ich mag Bildbände sehr, sehr gern. Am liebsten jene über Natur; egal ob Flora oder Fauna. Und natürlich Bildbände über das All, den Kosmos, die Weltraumfahrt. Sterne und Planeten, alles was da oben im ewigen Schwarz lauert - ich liebe es! Am liebsten mag ich dabei Bände, die neben den reinen Bildern auch ein paar Fachtexte bieten, damit ich gleichzeitig auch ein wenig lerne! :)


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Parzival"von Wolfram von Eschenbach. Ich fange heute erst an, bin also auf S.1 :D

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Er muss ein lebensvoller, kenntnisreicher und - für seine Zeit - weitgereister Mann gewesen sein, dieser Wolfram von Eschenbach,d er in den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts eins der umfangreichsten, gedankentiefsten und wirkungsvollsten Epen des deutschen Hochmittelalters schrieb: den >Parzival<, so genannt nach dem Namen seines literarischen Helden."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich habe wie gesagt noch nicht zu lesen begonnen. Allerdings freue ich mich schon sehr. Ich habe bereits Wolframs "Willehalm" im Seminar Mittelhochdeutsch gelesen und knabberte damals ordentlich an der Übersetzung dieses Werkes. Schließlich durften wir nicht einfach die Neuhochdeutsche Übersetzung lesen :D Nun habe ich mir allerdings eine deutsche Erzählung des originalen Parzivals besorgt und freue mich schon sehr darauf. auch wenn ich gern einen mittelhochdeutschen Vergleichstext gehabt hätte, damit ich doch hier und da mein Interesse an dieser wirklich schönen Sprachstufe des Deutschen befriedigen kann. 

4. Was war bisher dein Buchhighlight in diesem Jahr?
Gute Frage. Auf jeden Fall "All die verdammt perfekten Tage" von Jennifer Niven. :) 

24. April 2016

Anna Todd: After Truth (After 2)

am Sonntag, April 24, 2016 0 Kommentare
After Truth
After, Band 2
Anna Todd

Heyne Verlag 2015
768 Seiten
Liebesroman

Zutiefst verletzt hat Tessa ihre stürmische Beziehung zu Hardin beendet. Seit sie die Wahrheit über ihn erfahren hat, fühlt sie sich verraten und gedemütigt. Sie will ihr Leben zurück – ihr Leben vor Hardin. Doch da ist die Erinnerung an seine leidenschaftliche Liebe, seine Berührungen, die hungrigen Küsse. Ihr Verlangen nach dem unberechenbaren Mann mit den grünen Augen ist immer noch zu stark. Und sie weiß, dass er sie nicht einfach aufgeben wird. Aber kann er sich ändern? Können sie einander retten, oder wird der Sturm sie in die Tiefe reißen?

Hardin hat Tessa zutiefst verletzt und ihr den Glauben an die Liebe genommen. Sie vermisst ihn schmerzlich und ist ein Schatten ihrer selbst. Doch natürlich finden die beiden so ungleichen Liebenden wieder zueinander, doch schon stellen sich ihnen neue Probleme in den Weg. Wird Hardin sich für Tessa bessern? Empfindet er überhaupt genauso viel für sie wie sie für ihn? Wird er mit ihr nach Seattle ziehen und sich mit ihr in den Staaten ein Leben aufbauen oder trennen sich die Wege wegen ihrer sehr unterschiedlichen Auffassungen der Zukunft? Und welche Rolle spielt Zed dabei, der Tessa auffängt, wenn sie Hardins wegen fällt?

Die Story hat mich wie schon  bei Band I  vollkommen umgehauen und in ihren Bann gezogen. Das so ungleiche Paar Hardin und Tessa, die sich über jede Vernunft hinweg Liebenden. Und die vielen Probleme, die sich ihnen in den Weg stellen. Anna Todd beschreibt hierbei sehr alltägliche, realistische Probleme. Das große Drama bleibt aus, entwickelt sich vielmehr aus vielen kleinen Einzelheiten - so echt, wie das wahre Leben. Unterschiedliche Zukunftsvorstellungen, charakterliche Schwächen, &&& Tessa und Hardin zeigen dabei wunderschön auf, dass Schwarz-Weiß-Denken nichts bringt, sondern die Menschen vielmehr einzelne Grautöne abbilden und die Maßstäbe sich auch verschieben können.  Die Personen sind insgesamt sehr nahbar und entsprechend sympathisch. Tessa regt mich zwar manchmal ein bisschen auf mit ihrer Art, aber auch sie entwickelt sich positiv. Insgesamt sind die Charaktere immer wieder neu zu bewerten. Mal tun sie etwas unsagbar Dummes, worauf man ihnen gern eine klatschen möchte. Dann aber gewinnen sie das Herz des Lesers zurück. Und am Ende fragt man sich: Was denkt die Person eigentlich wirklich? Was fühlt sie? Wie ehrlich ist sie? 
Die Sprache ist es, die meine Euphorie wieder einmal dämpfte. After Truth ist sprachlich einfach kein Meisterwerk und kommt hier und da mit recht plumpen Aussagen, die ich so in jedem Schulaufsatz erwartet hätte, nicht aber in einem Roman. Das schmälert natürlich hier und da doch die Lesefreude. Trotzdem gelingt es der Autorin dank der wirklich guten Story, die Leser bei der Stange zu halten. Und das über sagenhafte 760 Seiten lang. Das spricht ungemein für die Geschichte, wie ich finde. Es gibt wenige Bücher, die über so viele Seiten hinweg nichts an Spannung einbüßen.

Mein Fazit lautet daher: Wer sprachlich anspruchsvolle Werke sucht, sollte die Finger von After Truth lassen. Wer jedoch auf der Suche nach einem spannungsgeladenen, herzerwärmenden Liebesroman mit Ecken und Kanten ist, darf ruhig zugreifen und wird es nicht bereuen!


19. April 2016

19.04.2016

am Dienstag, April 19, 2016 8 Kommentare


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese mal wieder zig Bücher parallel :D Zum einen After truth von Anna Todd. Ich bin auf Seite 489. Zudem Der Herbst des Patriarchen  von Gabriel Garcia Marquez, ich bin hier auf S.63. Und gestern habe ich auf dem iPad noch Arkadien erwacht begonnen von Kai Meyer. Dort bin ich bei 7%.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
In obiger Reihenfolge:

"Die Canal Street Tavern ist kleiner, als ich erwartet hatte."

In meinem zweiten Buch scheint es keinen Punkt zu geben o.O Zumindest findet ich grad meilenweit nur Kommas. Deswegen gibt es einen "Ausschnitt":
"[...],sie sangen aus ganzer Seele im Chor, Mutter, von der Brücke bin ich heimgekehrt, getaucht in Tränen, sangen sie, während sie einen Truthahn mit Kirschen und ein halbes Spanferkel aßen, und ein jeder trank aus seiner persönlichen Flasche, ein jeder seinen eigenen Alkohol, alle außer ihm und dem General Saturno Santos, die in ihrem ganzen Leben keinen Tropfen Likör gekostet und auch nie geraucht hatten, sie aßen nicht mehr als das Notwendige, um zu leben, sie sangen zu meinen Ehren im Chor das Lied vom jungen Morgen, das König David gesungen hatte, weinend sangen sie alle Geburtstagsgratulationslieder, die man sang, bevor Konsul Hanemann, Herr General, uns mit der Neuigkeit vom Trichterphonographen und seiner Platte Happy Birthday überraschte,[...]"

""Willkommen", sagte die hochgewachsene Frau, als die Schwestern den Rand der Wiese erreichten und das Rotorengeräusch des Helikopters in ihrem Rücken erstarb."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Eigentlich nichts. Ich habe die zwei letzteren Bücher erst angefangen und kann daher kaum etwas dazu sagen. Und After Love... tja, ich wiederhole mich. Hassliebe, wie bei Hardin und Tessa selbst. Ich kann es nicht aus der Hand legen, weil ich es spannend finde. Aber eigentlich ist es nicht recht gut geschrieben, klischeebeladen und vorausschaubar. Ich weiß auch nicht. Mich verbinden wirklich die zwiespältigsten Gefühle mit dieser Reihe. 

4. Welches Buch hättest du gerne verfilmt, das noch nicht verfilmt wurde? (von Mausis Leselust)
Uff... Ich glaub die meisten der Bücher, die mir gefallen, wurden bereits verfilmt. Was mich vielleicht interessieren würde, wäre die Pan-Trilogie von Sandra Regnier :)

18. April 2016

Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?

am Montag, April 18, 2016 7 Kommentare

Es gibt schon definitiv Momente, in denen ich bewusst während des Lesens innehalte und versuche, mir etwas genau vorzustellen  - ob nun Personen, Orte oder Gegenstände. Zum Beispiel, wenn sich mir etwas nicht sofort erschließt, ich vielleicht eine Beschreibung nicht ganz nachvollziehen kann o.ä. Im Normalfall läuft der Film im Kopf aber ganz automatisch mit. Ich habe automatisch eine Vorstellung von dem, was ich da lese. Oft spielen da reale Erinnerungen mit hinein. Anstelle der Protagonisten treten oft mir bekannte oder auch prominente Menschen, die Ähnlichkeiten aufweisen. Bei einem Roman, den ich zur Zeit betalesen darf, erinnert mich beispielsweise eine der Personen an einen sehr lieben Freund von mir und ich sehe automatisch ihn vor mir, wenn es im Roman um diese Person geht. Und sobald Verfilmungen vorhanden sind, google ich gezielt danach. Es ist also keinesfalls so, dass mir dann mein Kopfkino "weggenommen" wird. Ich suche vielmehr gezielt nach den Personen im Film/in der Serie, um meiner Fantasie ein bisschen Arbeit abzunehmen :D 

12. April 2016

12.04.2016

am Dienstag, April 12, 2016 8 Kommentare

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese After Truth von Anna Todd. Ich bin auf Seite 218.



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Danke, dass du mir noch eine Chance gibst", keucht er und zieht mich an seine Brust.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Nö, nicht unbedingt :D Wie schon beim ersten Band habe ich eine Art Hassliebe zu diesem Roman aufgebaut. Zum einen finde ich die Sprache einfach extrem flach und teilweise fast schon nervig, dafür aber liebe ich Hardin und Tessa, deren Geschichte, sodass ich trotzdem immer und immer weiter lesen möchte.


4. Hast du ein Lesezeichen oder gibt es etwas anderes, dass du als Lesezeichen missbrauchst?
Ich habe sehr viele Lesezeichen. Meine "besonderen" Schätze habe ich aber nur in Büchern, wenn ich zuhause bleibe - damit sie nicht kaputt oder verloren gehen. Hierbei handelt es sich z.B. um einen kleinen "Teppich" aus dem Souvenirshop des Prager Hradschin. Außerdem ein kleines, silbernes, recht fragiles Lesezeichen, das die Mumin-Familie darstellt. Dies sind meine zwei Lieblingslesezeichen. Ansonsten habe ich viele, wie man sie im normalen Buchhandel findet. Diese kleinen Magnetteile, Klemmlesezeichen mit Schafen &&& Wenn aber nix anderes da ist, nehme ich auch gern mal ein Blatt Papier, einen Einkaufszettel oder was eben herum liegt. Auch mit dem Knicken der Seite hab ich zur Not kein Problem.

Wenn du ein/e Buch(-reihe) restlos vergessen könntest, um es/sie nochmal neu zu lesen, welche/s wäre das?

am Dienstag, April 12, 2016 0 Kommentare

Harry Potter. An sich würde ich keine Reihe vergessen wollen. Neulesen geht immer :D Ich vergesse eh so schnell und finde auch jedes Mal etwas Neues, dass es mir nach wie vor Spaß macht die Bücher zu lesen, wenn sie gut sind. Bei Harry Potter hab ich's mir aber schon selbst vermurkst. Ich habe die Reihe immer wieder angefangen und nie durchgelesen. Dadurch habe ich die ersten Bände gefühlte zig Mal gelesen und die restlichen noch gar nicht. Ich will sie am Stück lesen, habe aber keine Lust nun nach der langen Pause quer einzusteigen, sodass ich also wieder die ersten lesen müsste. Na mal schauen, wann ich Harry Potter endlich mal komplett lesen werde :D 

10. April 2016

Die erste Woche

am Sonntag, April 10, 2016 1 Kommentare
Die erste Woche ist vorüber, vorbei, erledigt und geschafft. Und ja, ich bin wirklich ein bisschen geschafft. All die neuen, vielen Eindrücke sind für mich schlichtweg überwältigend. Die Universität und Leipzig sind riesig im Gegensatz zu Jena. Aber mal der Reihe.

Am Montag fuhr ich schon ein wenig bang nach Leipzig. Die zwei Stunden Zugfahrt nutzte ich für diverse anfallende Aufgaben: Lektorieren, Lesen, Blogposts tippen, &&& Die Zeit verging wie im Flug und plötzlich war ich da: Leipzig. Mein Weg führte mich erst einmal in die im Hauptbahnhof befindliche Mall; einen Schreibblock kaufen. Das Landei in mir fühlte sich leicht deplatziert. Überall Läden mit den undenkbarsten Waren. So viel Auswahl. Ich könnte mich wahrscheinlich tagelang allein im Bahnhof verlieren. Als ich alles hatte, was ich brauchte, ging es zum Seminargebäude. Da ich mit meiner Mum bereits vor Wochen Leipzig erkundete, fand ich das Gebäude recht schnell. Hörsaalgebäude und Seminargebäude gelegen auf dem schönen Campus, keine fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt. 

Diese Aufteilung in Seminar- und Hörsaal-Gebäude finde ich persönlich genial. In Jena musste ich die viel zu kurzen Pausen nutzen, um durch die halbe Stadt zu hetzen - hier und da Seminarräume und Hörsäle über die ganze Stadt verteilt. Für eine ordentliche Pause, einen Kaffee und ein Brötchen blieb da kaum/keine Zeit. In Leipzig wechsle ich einfach den Raum, setze mich und genieße meine Pause bis zum nächsten Kurs. 
Im Gebäude angekommen wollte ich soeben nach meinen Notizen kramen, um den Raum ausfindig zu machen, da fiel mein Blick auf einen Bildschirm. Ähnlich der Anzeige im Bahnhof standen hier nun alle demnächst stattfindenden Kurse samt Dozent und Raum. Wie genial ist das denn? Kramen also rasch beendet und einfach auf den Bildschirm geschaut. Grammatik-Seminar (Germanistik), Seminarraum 210. Also ab in den zweiten Stock. Der Raum war schnell gefunden. In den folgenden zwei Stunden stellte uns unser Dozent das Programm des Semesters vor und stieg sofort in den Stoff ein: Baumstrukturen, um die Bestandteile der Sätze zu entschlüsseln, aufzuspalten und darzustellen. 

Grammatik war noch nie unbedingt mein Steckenpferd. Doch das Zeichnen von Strukturbäumen bereitet mir seit jeher Spaß. Da fiel es kaum auf, dass wir tatsächlich vier Stunden lang kaum etwas anderes taten. Gegen 14:45 galt der Tag als beendet. Also zurück zum Zug. Im Bahnhof angekommen schaute ich mir erst einmal all die Nahrungsangebote an. Wieder kratzte das Landei in mir nervös mit den Füßen. KFC, Burger King, Indisch, Sushi, &&& - alles Dinge, die ich selten bis gar nicht probiert hatte bis dato, weil das Angebot hier in der Region einfach nicht (wirklich) da ist. Ich werde wohl sicher noch einige Stunden damit zubringen, mich durch all die Köstlichkeiten zu probieren. :D  Pünktlich fuhr dann der Zug gegen 15:56. Wieder zwei Stunden Zug, die aber super schnell vorbei waren. Shannara Chronicles sei Dank!  Genau zwei Folgen passen in eine Fahrt.Für mich seeeeehr praktisch, endlich all die Serien schauen zu können, die ich in den Ferien irgendwie nie so recht geschafft habe zu schauen, weil andere Dinge irgendwie immer wichtiger waren.

Der Dienstag begann ähnlich. Zugfahrt mit viel Lesen, Manuskript durcharbeiten, Zeitung lesen, Arbeiten am PC erledigen. Das erste Seminar des Tages beschäftigte sich mit Literatur und Wissen.  Da mein Schwerpunkt auf Sprachwissenschaften liegt, muss ich ingesamt nur drei Veranstaltungen zum Thema Literatur besuchen. Bei Literatur und Wissen wusste ich noch nicht so recht, was mich erwarten würde. Der Dozent erklärte uns, dass die Vermittlung von Wissen und die Verknüpfung von Wissen und Literatur momentan einen Großteil der Debatten ausmacht, eine sehr aktuelle Diskussion also. Ich bin sehr gespannt, was folgen wird. Die erste Stunde endete schon nach wenigen Minuten, nach dem Erklären und Austeilen des Seminarprogramms. Ich kuschelte mich in er so viel längeren Pause auf eine schöne Bank auf dem Campus und las. 13 Uhr dann erneut eine Stunde Grammatik. Diesmal der Vergleich der Deutschen Grammatik mit anderen Grammatiken, z.B. des Englischen, Spanischen und Französischen. Es ging vor allem darum. die am Montag erlernten Schemata nun auf andere Sprachen anzuwenden.
Die folgenden Tage begannen deutlich früher, schon gegen 6 musste ich mit dem Zug losfahren, damit ich pünktlich zu Seminarbeginn in Leipzig bin. Am Mittwoch und Donnerstag Morgen stand zuerst Sprachgeschichte auf dem Plan. Je zwei Stunden Vorlesung rund um die verschiedenen Dialekte und deren Entstehung. Natürlich mit besonderem Hinblick auf Mittelhochdeutsch, Sächsisch, Thüringisch und co. umfassend. Am Mittwoch lauschte ich dann noch der Vorlesung zu Musik und Literatur. Kurz zusammengefasst: Früher gehörte zu Lyrik Musik, so will es das Gesetz. Dass man heute Gedichte "nur" noch spricht, ist so eigentlich nicht richtig. Um das ganze zu manifestieren, gab es dann am Donnerstag das zugehörige Seminar; Thema: Songtexte. Im Laufe des Semesters werden wir verschiedene "Singersongwriter" betrachten, vom Mittelalter bis hin zur Neuen Deutschen Welle. In diesem Seminar sind wir zudem dazu angehalten, selbst einen Liedtext vorzustellen. Ich bin schon heftig am Grübeln, welchen Deutschen Songtext ich für würdig erachten soll, an der Universität vorgestellt zu werden. Wir werden sehen.

Die erste Woche ist nun also rum. Ich habe sehr viel durchzuarbeiten und aufzubereiten. Es ist schon Sonntag und ich habe irgendwie noch nichts geschafft. Am Freitag nutzte ich den Tag, um mein Pferd zu besuchen und Nachhilfe zu geben. Den gestrigen Tag war ich mit meinen Eltern unterwegs und heute? Tja, nachher werde ich zum Pferd fahren und die Koppel für den Sommer vorbereiten. Und - wenn ich Glück habe - in einer kleinen freien Minute, werde ich meine Hausaufgaben erledigen. Auf dass der ganz normale Wahnsinn morgen von vorn beginnt. 

6. April 2016

Romy Wolf: Zechengeister

am Mittwoch, April 06, 2016 0 Kommentare
Zechengeister
von Romy Schneider

Fantasy-Historien-Roman
ca. 240 Seiten
erschienen im Verlag in Farbe und Bunt 
am 15.07.2015

Taschenbuch
14, 80 €
ISBN 978-3-941864-18-4

eBook
8,99 €
ISBN 978-3-941864-19-1

Klappentext

Ende des 19. Jahrhunderts geht im Ruhrgebiet Seltsames vor sich: Reihenweise fallen Menschen der "Narrenkrankheit“ zum Opfer, einem todesähnlichen Schlaf, aus dem sie nicht wieder erwachen. Die Angst ist in der Zechensiedlung allgegenwärtig, munkelt man doch, der Teufel gehe um. Der junge Bergmann Micha muss seit dem Tod seines Vaters für den Lebensunterhalt der Familie sorgen. Für dummes Gerede und Aberglauben an eine übernatürliche Welt hat er keine Zeit. Dabei kann ausgerechnet seine zwölfjährige Schwester Neni Geister sehen, und die Geschwister sind die Einzigen, die die Narrenkrankheit aufhalten könnten.

Inhalt in eigenen Worten

Micha lebt mit der ständigen Angst im Nacken und den schrecklichen Bildern seines bei einem Zechenunglück gestorbenen Vaters. Nun muss er den Lebensunterhalt für sich selbst, seine kleine Schwester Neni und die depressive Mutter verdienen. Eine große Last, die auf den Schultern des jungen Mannes lastet. Umso schlimmer, als die "Narrenkrankheit" um sich greift und Micha nun zudem noch befürchten muss, dass die Krankheit ihn selbst oder seine Familie an sich reißt. 
Eines Tages begegnen ihm zwei komische Gestalten in den Stollen, ein zerlumpter Mann mit einem "Sklaven". Die beiden, Falkor und Jari, behaupten, dass allein Michas kleine Schwester Neni das Unheil von der Zeche Alba abhalten kann. Sie, eine Geisterseherin, könne gegen die Schattengestalten ankämpfen. Und so wird Micha in eine Welt der Magie und Geister hineingezogen, an die er nie geglaubt hätte. Und auch in ihm schlummert eine unsagbare Macht. Doch das Böse hat schon weit um sich gegriffen und die Menschen innerhalb der armen Siedlung beginnen sich gegenseitig verantwortlich zu machen.

Meinung

Von Anfang an überkommt einen ein beklemmendes Gefühl, wenn man Romy Wolfs Roman liest. Sie zeichnet eine schaurig-schöne Zechenkulisse im Ruhrgebiet, so wie man sie sich vorstellt: kohlrabenschwarz, dreckig,  Industrialisierung, Schuften bis zum Umfallen. Und Micha ist nur einer unter vielen, der jeden Tag hinab fährt in die todbringenden Stollen. In dieses recht düstere, historische Setting stellt Wolf schillernde Magie. Geister und Männer, die man wohl heute als Druiden bezeichnen würde. Schattenwesen, die Seelen rauben. Und im Endeffekt besagt Wolfs Roman vor allem eines: Nur wenn wir die Vorurteile abstreifen, können wir es gemeinsam schaffen. Aber mal der Reihe nach:
Inhaltlich ein wirklich überragender Roman. Diese Mischung aus Deutscher Historie und Fantasy ist umwerfend. Die Zeche hat ihren ganz eigenen, düsteren Charme. Die Geschichte rund um Falkor und Jari ist unfassbar schön und regt zum Nachdenken an. Auch die Geschichte der Geschwister Micha und Neni liest sich rührend. Wolf thematisiert hier sehr stark das Zusammenleben, wenn man einander fremd geworden ist und Schicksalsschläge all die Entfremdung auch umkehren können.  Ein daher sehr ausdrucksstarker Text. Auch die Thematisierung des Fremdenhasses innerhalb der Zechenarbeiter (Deutsche, Italiener, Polen) ist sehr spannend und aktueller denn je. Micha springt über seinen Schatten, oder besser gesagt seine Vorurteile und bald schon verbindet ihn eine tiefe Freundschaft mit einem italienischen Mädchen. 
Die Personen habe ich im oberen Teil ja bereits ein wenig angesprochen. Insgesamt handelt es sich um keine schillernden, kantenlosen Helden - und das ist gut so. Neni ist ein etwas verschrobenes Mädchen, denn keinem kann sie sich und ihre Gabe anvertrauen. Micha ärgert sich über die Sonderheiten Nenis und geht allmählich am Grubenalltag und den Sorgen kaputt. Die Mutter ist depressiv, da sie ihren Mann und eine Tochter verloren hat und nu ganz offensichtlich nicht zurück ins Leben findet. Jari ist ein vor Jahrhunderten verurteilter Zauberer. Ihm wurde auferlegt in der Dunkelheit zu leben, bis er Buße tut. Sein Aufseher, Falkor, ist mittlerweile jedoch so verbittert, dass er die Veränderung an Jari gar nicht bemerkt. Die Personen in Wolfs Roman sind starkem Wandel unterzogen. Beinahe bei jeder Person tritt eine Art Erkenntnis ein, die notwendig war um ein besseres Leben zu beginnen. Sehr wichtig: glaube an dich selbst; und: gemeinsam schaffen wir das. Eine sehr, sehr schöne Botschaft.
Die Sprache des Romans ist sehr angenehm und spannend zu lesen. Hier und da habe ich winzige Tippfehler gefunden. Aber das kommt ja bekanntlich immer vor! ;) Das Lesevergnügen beeinträchtigen diese Kleinigkeiten auf keinen Fall. 

Autorin

Die Literaturwissenschaftlerin Romy Wolf fühlt sich schon ihr ganzes Leben dem Ruhrgebiet verbunden, vermutlich weil sie dort aufwuchs, studierte und immer noch lebt. Sie arbeitet als Redakteurin, Übersetzerin und Autorin und hofft, dass sich so schnell nichts daran ändert. In ihrem schriftstellerischen Schaffen kommen immer wieder Romy Wolfs Vorlieben für historische Stoffe, Steampunk und altmodische Schauerromane durch.

Fazit

Ich wäre selbst vielleicht nie auf dieses Buch gestoßen.  Als ich jedoch durchs Verlagsprogramm des Verlags in Farbe und Bunt stöberte, sprang mir dieses Cover ins Auge. Und da wusste ich: das will ich lesen. Ich wusste nicht worum es geht, nicht was mich erwartet. Aber das Cover hatte mich gefangen genommen, also los! Und schnell wurde ich für meine Spontaneität belohnt. Ich liebe diese Mischung aus Historischem und Fantasy, Romy Wolfs Erzählstil ist zudem einfach schön. Ein für mich daher rundum gelungener Roman, den ich wirklich jedem ans Herz legen kann!  Definitiv schon jetzt eines meiner Jahreshighlights! 

 

5. April 2016

05.04.2015

am Dienstag, April 05, 2016 6 Kommentare

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Zechengeister" von Romy Wolf. Ich bin bei 78%. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Neni zog den Arm zurück und trat nach der Kreatur."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Das Setting des Romans ist einfach genial. Es handelt sich um einen Fantasyroman; Ort? Ruhrgebiet. Zeit? Historisch. Der Roman gefällt mir schon allein deswegen richtig, richtig gut. Insgesamt ein wirklich wunderschönes, liebevoll geschriebenes Buch mit einer ganz eigenen, wunderschönen Atmosphäre.

4.Beeinflusst es deine Kaufentscheidung positiv oder negativ, wenn ein Buch als Einzelband, Trilogie, Tetralogie oder als Reihe angelegt ist? Wenn ja, warum?
Nein. Das beeinflusst mich bei der Wahl meiner Lektüre gar nicht. Wenn ich mir meine Bücher kaufen würde und ich weiß: das werden dann mal 20 Stück, musst du alle bezahlen und unterbringen - dann würde ich vielleicht nochmal genauer drüber nachdenken, ob ich das Geld und den Platz erübrigen möchte. Gerade Romane wie die Black Dagger Reihe sind ja doch sehr umfangreich. Aber da ich mir meine Bücher in der Bücherei besorge, ist mir das recht gleich. Ich lese eigentlich auch lieber mehrbändige Romane, da ich mich immer so ungern von den Protagonisten verabschiede :D Aber im Endeffekt lese ich, was interessant klingt. Und ob das nun mehrere Bände werden oder es beim einzelnen Buch bleibt ist mir Wurst. 

4. April 2016

Was haltet ihr von Büchertausch, z.B. via Bookcrossing oder offenen Bücherschränken?

am Montag, April 04, 2016 6 Kommentare

Ich finde das Konzept von Bookcrossing und Bücherschränken eigentlich sehr interessant und schön. Allerdings habe ich keines von beidem je "live" gesehen, hier in der ländlichen Region - liebevoll Provinz genannt :D - gibt es so etwas nicht  und entsprechend habe ich keinerlei Erfahrungen machen können. In ein wenig abgewandelter Form bieten die Züge der Erfurter- und Elster-Bahn eine Art Büchertauschschrank, doch die Regale sind meist leer oder enthalten keine besonders ansprechenden Bücher. Ich weiß nicht, ob ich Angebote wie diese wahrnehmen würde, wenn ich sie praktisch vor der Nase hätte. Wahrscheinlich eher nicht. Das liegt nicht etwa daran, dass ich mir meine Bücher gern neu und druckfrisch kaufe. Ich bin ja an sich ein ganz intensiver "Büchertauscher", da ich meine Bücher zu 99% aus der Bibliothek beziehe. Aber ich würde trotzdem weiterhin auf die gute, alte Bücherei zurückgreifen. Spannend wäre es aber sicher, da man so vielleicht Büchern eine Chance gibt, die man unter anderen Umständen nicht gelesen hätte. 
 

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