28. Juni 2016

28.06.2016

am Dienstag, Juni 28, 2016 8 Kommentare

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese wieder schrecklich viel parallel. :D Hauptsächlich aber Parzival von Wolfram von Eschenbach. Ich bin auf S. 125.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Es betrübt mich, daß so viele den Namen Frau tragen. Alle haben zwar helle Stimmen, aber die Mehrheit neigt zur Falschheit, und nur wenige sind ohne Falsch."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Eigentlich nicht viel :D Ich finde das Buch sehr gut, mir gefällt die Geschichte und sie liest sich nicht uninteressanter oder schlechter als eine moderne Erzählung. Gerade, wenn man nach einigen Seiten in den Sprachstil "eingestiegen" ist, bereitet es keine Probleme und liest sich sehr spannend.

4. Isst oder trinkst du gerne beim Lesen? Wenn ja, was?
Ich trinke gern nebenher, irgendwas Leckeres. Im Sommer zum Beispiel meinen persönlichen "Muntermacher", ein Espresso mit eiskalter Milch aufgegossen und mit Traubenzucker gesüßt. Ansonsten wenn es kühl ist auch gern etwas Warmes. Essen eher nicht. Ich finde das schrecklich unhandlich :D Maximal "Knabbereien", die man mit einer Hand mal eben in den Mund schieben kann.  

27. Juni 2016

Wie ist bei dir das Verhältnis zwischen Fiktion und Non-Fiktion, wenn du dein Leseverhalten betrachtest?

am Montag, Juni 27, 2016 2 Kommentare

Bei der Auswahl meiner Bücher achte ich ehrlich gesagt gar nicht darauf, ob es sich um Non-Fiktion oder Fiktion handelt. Ich habe schon immer sehr gerne Non-Fiktion gelesen, auch als Jugendliche schon. Biografien und historische Sachbücher standen schon früh auf meiner Leseliste. Besonders Sachbücher zu Nationalsozialismus und DDR haben mich früh in ihren Bann gezogen. Auch Biografien habe ich stets gern gelesen und Bücher über außergewöhnliche Schicksale. Natürlich überwiegt das Fiktionale doch ein wenig. Monatlich kommen wahrscheinlich 4 Fiktionale Werke auf 1 Non-Fiktionales. Grob geschätzt, denn es gibt auch Monate wo ich das eine, oder das andere klar bevorzuge. 

24. Juni 2016

24.06.2016

am Freitag, Juni 24, 2016 5 Kommentare


1. Wie gefallen dir Bücher die auf Erlebnissen realer Personen beruhen? 
- Ist das etwas für dich oder eher nicht?

Ich mag solche Bücher, die auf realen Personen und Ereignissen basieren, sehr gerne. Ich bin ein sehr geschichtsinteressierter Mensch und freue mich daher immer über Zeitzeugenberichte, gerade wenn es um Epochen geht die mich besonders interessieren, dazu gehört vor allem die jüngere Geschichte ab 1900 bis 1989. Aber auch zeitgenössische "Berichte" können sehr spannend sein, je nachdem ob sie vom Gegenstand her mein Interesse wecken. Also ja, ich mag sehr gern Bücher die auf Erlebnissen realer Personen basieren :) 


2. Hast du schon mal einen Star getroffen?
- Falls ja, wen?
- Falls nicht, wen würdest du mal gerne treffen?
Mh... also richtig getroffen, ich glaube nicht? Den Radrennfahrer Jens Voigt habe ich schon einmal getroffen, zudem Reinhold Messner und Jussi Adler Olsen. Zudem bin ich mit einer heutigen "Berühmtheit" in die Schule gegangen :D Berühmt, nicht wirklich. Aber man kennt ihn aus dem Nachmittagsprogramm der Öffentlich-Rechtlichen. Kennt denn hier jemand das Format "Bares für Rares"? Einer der Händler, Fabian Kahl, ist mit mir in die Grundschulklasse gegangen :D Aber ob das als "Star" durchgeht, nun eher nicht :D Haha. 
Und wen ich gerne einmal treffen würde? Uff... gute Frage. Von den richtigen Stars auf jeden Fall  den halben Cast von Game of Thrones, die wirken alle unglaublich sympathisch! Wenn ich auch bereits verstorbene Stars benennen dürfte, würde ich noch Johnny Cash mit in die Reihe aufnehmen. Aber so recht... nein, mir fällt jetzt niemand weiter ein. Die meisten sind schon tot, mit denen ich gerne einmal geplauscht hätte :D

Und wenn man "getroffen" jetzt mal so weit fasst, dass man mit dem Star nicht geredet haben muss, habe ich auch noch ein paar Konzerte auf Lager:

Bring Me The Horizon, Kraftklub, Ohrenpeyn, Itchy Poopzkid, To The Rats And Wolves, Musica Nuda, Cultus Ferox, Ohrenpeyn, Manu Delago. Und noch einige mehr. 

21. Juni 2016

21.06.2016

am Dienstag, Juni 21, 2016 10 Kommentare

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Parzival" von Wolfram von Eschenbach. Ich bin auf S. 90.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Ferner lagen da die hochgemuten Deutschen."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Beim Parzival handelt es sich um eine mittelhochdeutsche Aventiure-Dichtung des Wolfram von Eschenbach. Ich lese - ein bisschen meinem Studium zuwider :D - die bereits ins Neuhochdeutsch übersetzte Fassung. Und die Lektüre ist, auch wenn man das vielleicht glauben könnte, gar nicht so anspruchsvoll oder "fremd". Das Werk ist wohl etwa 800 Jahre alt und die Übersetzung bemüht sich, den original Wortlaut beizubehalten ohne das Ganze zu "modernisieren". Es liest sich sehr spannend und abenteuerreich :) 

4. Magst du lieber realistische Namen für Protagonisten oder gefällt es dir besser, wenn es sehr untypische Namen sind?
An sich ist mir das egal. Aber ich habe festgestellt, dass mir Fantasie- bzw. untypische Namen lieber sind. Wobei das vor allem bei deutschen Autoren so ist. Ich finde, es ist einfach immer ein bisschen "merkwürdig", von einem Dieter zu lesen. Es gibt auch Namen, die ich mit schrecklichen Menschen verbinde und dann nicht lesen möchte :D Bei Wolfgang Herrndorf hatte ich da ein riesiges Problem :D Die Protagonistin heißt Isa und ich kenne eine Isa, die ich wirklich verabscheue. Immer hatte ich ihr Gesicht vor meinem inneren Auge, als ich las. Das hat mich schon ein bisschen genervt und ich habe es dann auch nicht hinbekommen, den Gedanken zu verdrängen. Und so... ich sag mal "komische" oder klischeehafte Namen mag ich auch nicht, da ich dann die Protagonisten einfach nicht ernst nehmen kann. 

20. Juni 2016

Magst und liest du Gedichte/Gedichtbände?

am Montag, Juni 20, 2016 9 Kommentare

Tatsächlich mag ich Gedichte und Gedichtbände sehr gern, lese sie aber um ehrlich zu sein viel zu selten. Ich bevorzuge deutsche Dichter um 1900. Meine Lieblingsdichter sind wohl:

Gottfried Benn

Kleine Aster
Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt.
Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhellila Aster
zwischen die Zähne geklemmt.
Als ich von der Brust aus
unter der Haut
mit einem langen Messer
Zunge und Gaumen herausschnitt,
muß ich sie angestoßen haben, denn sie glitt
in das nebenliegende Gehirn.
Ich packte sie ihm in die Brusthöhle
zwischen die Holzwolle,
als man zunähte.
Trinke dich satt in deiner Vase!
Ruhe sanft, 
kleine Aster!



dr. bierfahrer
unterm seziertisch 
ham wer ihn jefunden
darauf die vielzitierte
leiche er jestemmt
statt eines herzens
schlug ihm ne satte aster
in der brust
in seinem schädel
steckten desinfizierte säjespäne
massenhaft
und zwischen seinen zähnen
war dunkelhelllila
’n hakenkreuz einjeklemmt
schön wars nich!

Rainer Maria Rilke

Erste Duineser Elegie (Auszug)
Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel
Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme
einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem
stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts
als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,
und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,
uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.
Und so verhalt ich mich denn und verschlucke den Lockruf
dunkelen Schluchzens. Ach, wen vermögen
wir denn zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht,
und die findigen Tiere merken es schon,
daß wir nicht sehr verläßlich zu Haus sind
in der gedeuteten Welt. Es bleibt uns vielleicht
irgend ein Baum an dem Abhang, daß wir ihn täglich
wiedersähen; es bleibt uns die Straße von gestern
und das verzogene Treusein einer Gewohnheit,
der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht.
O und die Nacht, die Nacht, wenn der Wind voller Weltraum
uns am Angesicht zehrt –, wem bliebe sie nicht, die ersehnte,
sanft enttäuschende, welche dem einzelnen Herzen
mühsam bevorsteht. Ist sie den Liebenden leichter?
Ach, sie verdecken sich nur mit einander ihr Los.
Weißt du's noch nicht? Wirf aus den Armen die Leere
zu den Räumen hinzu, die wir atmen; vielleicht daß die Vögel
die erweiterte Luft fühlen mit innigerm Flug.

Friedrich Nietzsche


Vereinsamt
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. –
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist Du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt – ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! –
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. –
Weh dem, der keine Heimat hat.

Zudem finde ich einige Gedichte von Eva Strittmatter sehr schön, z.B.:

Fluch 


Nein, du vergißt mich nicht. 
Verrat ist möglich. doch Vergessen nein. 
Zerstör mein Bild. Lösch mein Gesicht. 
Da wo du bist, werde ich sein. 



Niemals entkommst du meinen Worten. 
Sie folgen dir nach als Gedicht 
noch zu den fernsten fernen Orten. 
Versuch es: du vergißt mich nicht. 



So, nun habt ihr einen kleinen Einblick in die Lyrik,  die mir wirklich sehr gut gefällt und die ich auch immer wieder gern lese, auch wenn ich finde, dass sie im Alltag zu kurz kommt. Ich glaube, ich sollte mir beim nächsten Büchereibesuch, mal wieder ein Gedichtband mitnehmen :) 




17. Juni 2016

17.06.2016

am Freitag, Juni 17, 2016 6 Kommentare



Bücher-Frage:
1. Ist es dir wichtig wie viele Seiten ein Buch hat oder ist es dir egal ob es dünn oder dick ist?

Mir ist es absolut egal, wieviele Seiten ein Buch hat. Ich schaue zwar schon, ob ich ein Buch lieber in den Ferien lese um den Wälzer nicht mit in die Uni schleppen zu müssen, aber es hält mich nicht davon ab ein Buch zu lesen oder eben nicht zu lesen. Ich lese, was mich interessant. Mir gleich, wieviele Seiten ein Buch hat.

Private Frage:
2. Welches war der schlechteste Film den du je gesehen hast?

Das kann ich so gar nicht beantworten o.O Ich schaue wirklich ungern Filme, bin eher so der Serientyp. Und mir fällt auch gerade kein schlechter Film ein, den ich mal gesehen haben könnte. Mir fallen maximal gute ein :D Oh man... Nein, ich passe. Selbst die, die von der Qualität her vielleicht billig produziert waren oder echt total überspitzt waren, fand ich in ihrer Art ja irgendwie komisch. 

14. Juni 2016

14.06.2016

am Dienstag, Juni 14, 2016 19 Kommentare

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Drachenbrut von Naomi Novik. Ich bin auf S. 151.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Die Wolken hingen tief am Himmel über Loch Laggan und spiegelten sich perlgrau im schwarzen Wasser des Sees.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich lese die Reihe momentan erneut. Und die Geschichte nimmt mich jedes Mal wieder sofort gefangen und ich liebe einfach die Idee, Fantasy in bekannte geschichtliche Rahmen zu packen. Auf den Punkt gebracht: Stellt euch die napoleonischen Kriege mit Drachen vor! Laurence wird wider Willen Drachenkapitän, da sich Schlüpfling Temeraire für ihn entscheidet. Und was der ehrenvolle Marinekapitän zuerst als eine Schmach empfindet, wird schnell zur Bestimmung seines Lebens da er in Temeraire den besten Freund seines Lebens finden wird. Eine herzergreifene und spannende Story.

4. In welcher Sprache liest du am Liebsten Bücher? Deutsch, Englisch oder in einer anderen?
Natürlich am liebsten in Deutsch. Es liest sich nun einmal nichts so gut wie in der eigenen Muttersprache. Natürlich lese ich auch gern einmal anderssprachige Texte, z.B. Englisch, Französisch, Schwedisch, Latein oder Mittelhochdeutsch (Glaubt mir, das zählt als Fremdsprache! :D) Aber im Endeffekt, wenn ich ein Buch mit dem Ziel der Unterhaltung lese, muss es Deutsch sein. Alle fremdsprachige Literatur lese ich nicht mit dem Ziel, die Handlung komplett zu verstehen. Sondern vielmehr, um mich sprachlich weiter zu bilden. Um ein Buch auch auf Englisch vollends genießen zu können, fehlt mir einfach noch die Routine. 

13. Juni 2016

Machen Lesespuren im Buch (Annotationen, Unterstreichungen, Besitzvermerke) ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?

am Montag, Juni 13, 2016 11 Kommentare

Ich unterscheide mich da glaube ich sehr von den üblichen Bücherwürmern. Zumindest habe ich das Gefühl, nach allem was ich in diversen Facebook-Büchergruppen gelesen habe. Mich stören Gebrauchsspuren an Büchern kein bisschen. Weder Leserillen, noch Eselsohren, noch Flecken. Maximal bei Rauchgeruch hört es vielleicht auf, weil ich Rauchen mehr als abartig finde. Dementsprechend finde ich auch Anmerkungen sehr interessant und schön. Bücher sind halt Gebrauchsgegenstände und keine Schätze per se. Bestimmte, wichtige, mit Emotionen verbundene Bücher - ja. Aber so die Durchgangslektüre.... 

Da ich allerdings v.a. Büchereibücher lese, sind weder bereits Anmerkungen vorhanden, noch kann ich selbst welche hineinsetzen. In dem seltenen Fall, dass mir ein Buch mal selbst gehört, zeichne ich mir aber auch gern hier und da mal Zitate o.ä. an, die mir sehr gut gefallen. 

10. Juni 2016

10.06.2016

am Freitag, Juni 10, 2016 10 Kommentare

Heute bin ich zum ersten mal bei dieser Aktion dabei, die mir richtig gut gefällt :) 




Bücher-Frage
1. Wie viele Bücher hast du dieses Jahr bisher gelesen und welches ist bis jetzt dein Highlight?
Insgesamt habe ich 19 Bücher gelesen, zumindest laut meiner Goodreads Challenge :D Ja, was war nun mein Highlight bisher o.O All die verdammt perfekten Tage ist wohl wahrscheinlich das bisherige Highlight.  Ich habe selten ein Buch gelesen, was mich auch Wochen, ja sogar Monate nach dem Lesen nicht loslässt. Ein wirklich berührender Roman. 



Private Frage
2. Welcher ist dein aller liebster Film?
Oh, das ist schwer zu beantworten. Ich bin nämlich eher der "Serienjunkie". Mit Filmen hingegen kann ich nicht ganz so viel anfangen. Aber es gibt schon einige, die ich sehr gerne mag. Disney geht eigentlich nahezu immer. Dabei mag ich eher die Klassiker aus meiner Kindheit, wie König der Löwen, 101 Dalmatiner, Pocahontas, & co. Ich mag alles was mit Trick- und Animationsfilm zu tun hat, z.B. Madagascar. Filme, die mich zum Lachen bringen, sind immer wieder ganz hoch im Kurs bei mir. Fack Ju Göhte habe ich mir erst neulich angeschaut und wider Erwarten richtig gern gemocht. Auch "Das Geisterhaus" nach Isabel Allende mag ich sehr gerne oder "Die unendliche Geschichte". Wie ihr seht, so richtig festlegen möchte und kann ich mich nicht :D 

Ole Tänzer: Nachschlag

am Freitag, Juni 10, 2016 0 Kommentare

Nachschlag. Ich bin dein Herr und Mörder.
von Ole Tänzer

U-Line Dunkelkammer, 2013
208 Seiten
SM-Thriller

Klappentext

Eigentlich wollte Björn Tänzer einen ruhigen, gemütlichen Angelurlaub antreten, da erfährt er, dass sein Bruder Ole spurlos verschwunden ist. Von der Polizei als ein Fall von vielen abgetan, macht sich Björn auf nach Berlin, um auf eigene Faust nach seinem Bruder zu suchen. Dabei taucht er immer tiefer in das geheim gehaltene Privatleben seines verschlossenen Bruders ein und verstrickt sich schließlich selbst in der abgründigen SM-Szene der Hauptstadt. Bald schon wird ihm klar: Süchtig nach immer extremeren Kicks hat Ole nicht nur mit dem Feuer gespielt, sondern zudem Öl hineingegossen. Ein gnadenloser Wettkampf gegen die Zeit beginnt. Kann Björn seinen Bruder finden und retten?

Inhalt in eigenen Worten

Björn freut sich auf seinen Anglerurlaub. Doch dann meldet sich seine besorgte Mutter, Bruder Ole ist spurlos verschwunden. Auf Wunsch seiner Mutter fährt Björn statt zum Angeln nach Berlin und begibt sich auf die Suche nach seinem ihm scheinbar ganz fremden Bruder. Ole hat offensichtlich ganz spezielle sexuelle Neigungen und scheint sich nun in ernsthafte Gefahr begeben zu haben. Ole zur Seite steht Ulli, Oles bester Freund oder Freundin - wie man nimmt, bei einem transsexuellen Mann. Gemeinsam kommen sie den Abgründen Oles Neigung auf die Spur und decken ein Verbrechen auf.

Meinung

Ich habe "Nachschlag. Ich bin dein Herr und Mörder." als Rezensionsexemplar erhalten. Wäre der Autor nicht damit auf mich zugegangen, wäre ich sicher nicht darauf aufmerksam geworden. SM-Thriller - das klingt im ersten Moment nach schäbigem Sex-Roman mit ein bisschen Alibi-Handlung. Das hier unter dem Pseudonym Ole Tänzer veröffentlichte Buch hat meine Befürchtungen aber rasch außer Kraft gesetzt und meine Erwartungen weit übertroffen. Expliziter Inhalt im Buch wird geschmack- und niveauvoll vermittelt. Es erscheint zu keinem Moment so, dass der Autor hier ein Schmierenheftchen produzieren wollte. Der Roman ist absolut spannend, nervenaufreibend, gut geschrieben und vor allem: nicht so versext wie man evtl.  meinen könnte. 
Mit den Figuren wurde ich mäßig warm. Björn blieb für mich ein bisschen flach. Ein Zahnarzt und Muttisöhnchen, nicht viel mehr. Nicht unbedingt liebenswert, nicht unsympathisch - ein 0-8-15 Normalo. Bei Ulli ist das dann schon ganz anders. Der transsexuelle Mann war mir von Anfang an sympathisch und sehr facettenreich und lebendig. Auch Ole wird in den kurzen Sequenzen, die wir ihn als Leser begleiten, eine handfeste Figur. Als Leser kann man, selbst ohne die Neigung zu teilen, die Abgründe und Verzweiflung verstehen, die Ole wohl durchgemacht haben muss und das plötzliche Aufatmen, als er seiner Leidenschaft dann endlich nachgehen und er selbst sein kann. 
Sprachlich wie gesagt sehr schön geschrieben, wenn auch nicht herausragend. Ich kann nur noch einmal betonen, dass es sich um einen wirklich niveauvollen Thriller handelt, der eben zufällig im SM-Milieu spielt. Also keine Angst, falls euch das Wort SM-Thriller abschreckt. Wer auf spannende Thriller steht, kommt hier selbst dann auf seine Kosten, wenn Erotik nicht unbedingt zu den bevorzugten Genre gehört! 

 

9. Juni 2016

Sasa Stanisic: Vor dem Fest

am Donnerstag, Juni 09, 2016 0 Kommentare

Vor dem Fest
von Sasa Stanisic
Luchterhand Literaturverlag
320 Seiten
TB: 9,99 € 

Klappentext


Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann – der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht zeigen will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Eine Füchsin sucht nach Eiern für ihre Jungen, und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, findet mehr Gründe gegen das Leben als gegen das Rauchen. 


Niemand will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, treibt die Schlaflosen um. Alte Geschichten, Sagen und Märchen ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und edle Räuber in Fußballtrikots aufeinandertreffen. Sie alle möchten etwas zu Ende bringen, in der Nacht vor dem Fest.

Inhalt & Meinung


Es fällt mir schwer, angemessen über dieses Buch zu schreiben. Wohl der Grund, warum ich mich für eine Kurzmeinung entschied und gegen eine ausführliche Rezension. "Vor dem Fest" bietet dem Leser ein Mosaik aus vielen kleinen Geschichten und gemeinsam bilden sie ein Bild des kleinen, idyllischen Dörfchens Fürstenfelde. Ob nun Anna, Frau Kranz, der Glöckner - wir lernen als Leser die wichtigsten Personen des Dorfes kennen und erhalten einen Blick in die Vergangenheit und hinter verschlossene Türen. Alle haben sie eines gemeinsam: sie sind in der Nacht vor dem Fest unterwegs und haben etwas vor. 

Insgesamt ein wirklich unglaublich schöner, toller, interessanter Text. Sasa Stanisic erzählt ein wunderschönes Panorama, dem sich der Leser nur schwer entziehen kann. Es handelt sich um so ein Buch, dass man allein der schönen Sprache und Erzählung halber liest. Wer auf der Suche nach Spannung ist, ist hier falsch. Wer  allerdings einen herausragenden Umgang mit Sprache und viel Liebe zum Detail zu schätzen weiß, ist hier genau richtig! 

7. Juni 2016

Montagsfrage & Gemeinsam Lesen

am Dienstag, Juni 07, 2016 14 Kommentare

Seid ihr im Urlaub auch immer auf der Suche nach besonders schönen oder interessanten Buchläden?


Urlaub... Das ist gleich was nochmal? Natürlich passt die Frage momentan super, die Urlaubssaison beginnt - für normale Menschen :D Da wir unseren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Speiseeis verdienen, war der Sommer noch nie eine Zeit des Urlaubs, sondern eine der vermehrten Arbeit. Urlaub? Erst ab Herbst, ja gar Winter möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass wir - als ich klein war - kaum das nötige Kleingeld hatten, um regelmäßig fort zu fahren. Mittlerweile haben wir zwar das Geld, aber auch niemanden mehr der sich um die Tiere kümmern könnte wenn wir fort sind. Einer bleibt daheim. Und so hat es sich eingebürgert, dass meine Eltern in den Urlaub fahren und ich das Haus hüte. Zur "Entschädigung" fährt meine Mama mit mir noch einmal drei Tage im Jahr in eine Stadt, die ich schon immer einmal sehen wollte. Auf diesem Blog habe ich das auch schon häufiger erwähnt. So habe ich mittlerweile Wien, Berlin, Prag, München, Nürnberg und Hamburg unsicher gemacht. Aber da diese Städetouren recht kurz sind, bleibt da keine Zeit sich nach geeigneten Buchläden umzusehen, bzw. zu shoppen. Wir nutzen die Zeit voll und ganz für die Sehenswürdigkeiten.

Also nein: ich bin im Urlaub nicht auf der Suche nach schönen und interessanten Buchläden. Hätte ich mehr Zeit, sähe das vielleicht anders aus. Aber so haben Bücher in meinen Urlauben meist keinen großen Stellenwert und werden nur während der An- und Abreise im Zug gezückt.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Nachschlag: Ich bin dein Herr und Mörder" von Ole Tänzer. Ich bin auf S. 111.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Wie Ole wusste, bildeten die Straßenzüge hier in Prenzlauer Berg das größte zusammenhängende Gebiet an Altbauten in Deutschland."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich bin ziemlich begeistert bis jetzt von diesem "SM-Thriller". Ich finde, es ist sehr schwierig, die rechte Balance bei solchen Büchern zu halten. Wann wird es zu "versext"? Wann ist es zu brav? Wann ist es genau richtig? Dem Autor, hier unter seinem Pseudonym Ole Tänzer auftretend, gelingt dieser Balanceakt sehr gut und der Roman ist weder zu krass, noch zu brav. Genau die richtige Mischung für einen sehr spannenden Thriller. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.

4. Ist der aktuelle Schauplatz in deinem Buch ein Ort, an dem du mal Urlaub machen wollen würdest?
Wie man oben schon lesen kann, spielt "Nachschlag" in Berlin. Und ja, da würde ich sofort (wieder) Urlaub machen :) Die chaotische Stadt hat es mir echt angetan. Und ich habe bei weitem noch nicht alles gesehen.
 

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