28. Juli 2016

Kai Meyer: Arkadien erwacht

am Donnerstag, Juli 28, 2016 1 Kommentare

Arkadien erwacht (Band 1)
Kai Meyer
Carlsen 2009.
416 Seiten.

Inhalt

Nach einem schweren Schicksalsschlag, kehrt Rosa in die Heimat ihres verstorbenen Vaters zurück: Sizilien. Dort soll sie bei dessen Familie zurück zu sich selbst finden. Klingt nach einem guten Plan, handle es sich bei ihrer Familie nicht um eine der führenden Mafia-Familien: die Alcantaras. Schon am Flughafen verstrickt sich Rosa in die verzwickten Beziehungen der Familien, denn sie trifft auf Alessandro, den Sohn eines verfeindeten Clans. Trotz aller widrigen Umstände freunden die beiden sich an und verlieben sich ineinander. Doch Rosa bemerkt schon bald, dass es sich um noch viel mehr handelt als nur Mafia-Geschäfte. Sie hat es mit waschechten Gestaltwandlern, einer alten Dynastie und vielen Geheimnissen zu tun.

Meinung

Zu Beginn fiel es mir ein bisschen schwer, in das Buch zu finden. Auch wenn ich das Setting schon zu Beginn phänomenal fand. Eine Fantasy-Handlung eingebettet in die Cosa Nostra. Das ist mal was ganz Neues! Und genau das richtige für mich, denn ich interessiere mich für's organisierte Verbrechen seit ich mich studienbedingt tiefergehend damit beschäftigt habe. Trotzdem, auf den ersten Seiten fesselte es mich wenig, sodass ich das Buch erst einmal zugunsten einiger aus der Bibliothek entliehenen und somit dringender zu lesenden Bücher  pausierte.  Gestern habe ich dem Buch eine erneute Chance gegeben und was soll ich sagen: das letzte Dreiviertel des Buches las ich fast am Stück, so sehr hatte es mich gefesselt und gepackt. 
Meyer schreibt mit sehr viel Charme, humorvoll, spannend und interessant. Die Geschichte selbst ist, wie schon erwähnt, etwa Neues und sehr packend. Die Liebesgeschichte zwischen Alessandro und Rosa ist nicht so abgedroschen wie in manch anderen Romanen. Nur mit dem (VORSICHTIG; SPOILER!!) wahren Wesen Rosas tat ich mich ein bisschen schwer. Alessandros Panther finde ich sehr passend und schön. Aber eine kalte, zischelnde Schlange? Naja, es gibt schönere Tiere in die man sich verwandeln könnte :D Aber so hat es ja wieder was für sich, ich kenne bisher keine Gestaltwandlergeschichte mit Schlangen. Also auch recht neu, wie eben der Cosa Nostra Gedanke. 

Fazit

Wer schnell aufgibt, sollte sich nicht mit Arkadien befassen. Die ersten Seiten sind wie gesagt nicht so fesselnd und wer im Gegensatz zu mir nicht zögert, ein Buch abzubrechen, wird das wohl tun und verpasst so eine unglaublich tolle Geschichte! Für Fantasyliebhaber und Gestaltwandlerfreunde auf jeden Fall ein toller Roman und ein schöner Auftakt der Reihe.


27. Juli 2016

Gemeinsam Lesen

am Mittwoch, Juli 27, 2016 0 Kommentare

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Arkadien erwacht" von Kai Meyer und bin bei 62%.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Mach auf, Alessandro!"

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich hatte das Buch für eine Weile pausiert, da die Bücherei-Bücher vorgehen, damals hatte es mich auch noch nicht so gepackt, obwohl es mir da schon gut gefallen hat. Nun bin ich aber richtig im "Fieber" und kann es kaum weglegen.

4. Bekommt ein pausiertes oder abgebrochenes Buch bei dir noch mal eine Chance? (Frage von Schneeflocke's Buchgestöber)
Passt ja heut zu 3. :D Also abbrechen tue ich nicht und auch pausierte Bücher werden immer zu Ende gelesen. Ich KANN das einfach nicht - Bücher abbrechen. Ein Buch, das ich anfange, lese ich auch zu Ende. Egal wie es ist, egal wie es sich zieht, egal ob ich Monate dran häng. Es wird gelesen. Alles andere macht mich ganz wahnsinnig :D 

Nadine Gordimer: Die Hauswaffe

am Mittwoch, Juli 27, 2016 0 Kommentare
Die Hauswaffe
von Nadine Gordimer

btb Verlag
368 Seiten
Krimi

Inhalt

Harald und Claudia sind ein gewöhnliches weißes Paar in Südafrika, bewohnen ein Haus in einer abgesicherten Nachbarschaft und haben einen jungen, erfolgreichen Sohn: Duncan. Eines Abends kommt jedoch ein Freund des Sohnes zu ihnen und berichtet: Duncan wurde von der Polizei abgeführt und wird des Mordes angeklagt. Und diesen Mord bestreitet Duncan nicht einmal. Er hat seinen Mitbewohner Carl getötet, den er in flagranti mit seiner Freundin erwischte. Nun liegtes bei Hamilton Motsamai, einem schwarzen Strafverteidiger, die schlimmstmögliche Todesstrafe von Duncan abzuwenden. Während der Verhandlung offenbaren sich immer mehr Missstände und Abgründe.

Meinung

Wie ihr oben schon lesen könnt, ist der Fall selbst bereits zu Beginn des Buches "aufgeklärt". Duncan steht als Mörder fest und er bestreitet dies auch nicht. In dem Roman geht es daher weniger um die Aufklärung eines Verbrechens, als vielmehr um den Weg von der Verhaftung zur Verurteilung. Und Nadine Gordimer beweist, dass dieser Prozess nicht weniger spannend ist, als die Ermittlung des Mörders selbst. Gordimer, südafrikanische Literaturnobepreisträgerin, zeichnet ein interessantes Portrait des jungen Südafrikaners und seines Umfeldes, welches von psychischer Gewalt, Homosexualität und einem sich verändernden Staat und Sozialleben geprägt wird. Damit bringt Gordimer auch die Umstände Südafrikas, die Kluft zwischen weiß und schwarz, dem Leser näher. Nicht nur ein Krimi also, sondern auch ein interessanter Bericht über eine andere Kultur im Umbruch. Insgesamt ein sehr spannender und packender Roman, der sprachlich heraussticht aus der breiten Masse der Literatur. Die Dame hat nicht umsonst den Preis gewonnen, ihre Sprache ist wundervoll und bewundernswert. 

Fazit

Wer einen 0-8-15 Krimi möchte, der auf bloße Ermittlung ausgelegt ist, ist hier falsch. Wer hingegen offen ist für einen etwas anderen Krimi und/oder Gefallen an einem wunderschönen Erzählstil findet, dem sei zu diesem Buch geraten! 

Naomi Novak: Drachenbrut

am Mittwoch, Juli 27, 2016 0 Kommentare
Drachenbrut
Die Feuerreiter seiner Majestät, Band 1
von Naomi Novik

Bertelsmann, 480 Seiten
Fantasy, Drachen, Historisch

Inhalt

Lawrence ist Kapitän der britischen Marine. Er ist stolz auf seine Berufung und empfindet Mitleid mit jenen des Fliegerkorps, die ihr Leben einem Drachen verschreiben und sich von all den Werten, die er als Ehrenmann hegt, abwenden. Beim Aufmischen eines französischen Gegnerschiffs erobern die Seeleute jedoch ein Drachenei und der Zufall will es, dass das Junge schlüpft und allein Lawrence als seinen Reiter und Kapitän akzeptiert. Da die Drachen eine wichtige Kriegsressource sind, bleibt Lawrence nichts übrig als sich in sein Schicksal zu fügen. Was anfänglich jedoch wie ein Unglück erscheint, wird bald zu seiner wahren Berufung. Und es etabliert sich eine reine, wundervolle Freundschaft zwischen dem außergewöhnlichen Drachen Temeraire und dem Kapitän. Gemeinsam bestreiten sie die Schlacht gegen Napoleon und kommen dem großen Geheimnis um Temeraires Herkunft auf die Spur.

Meinung

Die Feuerreiter-Reihe las ich erstmals mit 16 Jahren. Schon damals war ich maßlos begeistert. Als ich im letzten Jahr die Reihe wieder aufnahm bei jenen Bänden, die ich noch nicht gelesen hatte, bekam ich große Lust die Reihe von vorn zu lesen. Der erste Band nun also wiedergelesen. Und die Geschichte um Temeraire und Lawrence berührt mich eh wie je. Zum einen handelt es sich einfach um ein grandioses Setting für geschichtlich interessierte Leser. Naomi Novik versetzt die napoleonischen Kriege einfach in eine Welt mit Drachen. Dabei gelingt es ihr, einen herrlich fantastischen historischen Roman zu präsentieren und dabei die herzergreifende Freundschaft von Lawrence und seinem Drachen Temeraire zu beschreiben. Besonders geührt hat mich zu Beginn des Buches, als Lawrence die Chance hat, zurück zur Marine zu kehren und Temeraire ihn fragt, warum er denn diese Chance nicht wahrgenommen habe. Und Lawrence? Er antwortet seinem schuppigen Freund, dass er an keinem Ort der Welt lieber wäre als bei ihm. Na wenn das niemanden rührt, weiß ich auch nicht!

Fazit

Für mich also nach wie vor ein absolut empfehlenswerter und wunderschöner Roman, gerade für historisch interessierte Fantasy-Leser.

25. Juli 2016

Hat sich dein Leseverhalten durch die fortschreitende Digitalisierung verändert?

am Montag, Juli 25, 2016 5 Kommentare

Mir kam sofort die Antwort "Nein" in den Kopf. Warum? Weil sich mein Leseverhalten tatsächlich nicht wirklich verändert hat. Ich lese nach wie vor stundenlang in ein Buch vertieft, ganz gleich wo ich gerade bin: ob im Zug, zuhause, im Bett, in den Pausen zwischen den Unterrichtsstunden. Beim genauen Darübernachdenken muss ich aber doch die ein oder andere Kleinigkeit einräumen, die sich durch die Digitalisierung verändert hat:

Auswahl. Früher habe ich gelesen, was mir in der Bücherei in die Hände fiel. Oder was mir von Mutti empfohlen wurde. Ich habe gelesen, was mich optisch ansprach und wo mir der Klappentext gefiel. Durch Social Media und Blogs greife ich aber doch deutlich gezielter zu Büchern, da sie zuvor im Netz gelobt wurden.

Indie-Autoren. Die gab es natürlich schon zuvor, aber die breite Masse von Indie-Autoren wird ja doch erst durch das Netz ermöglicht. Entsprechend lese ich dank Digitalisierung auch mal Indies.

eBooks. Ich lese ungern eBooks - nach wie vor. Meinen einst angeschafften eReader habe ich verkauft. Ich habe ihn eh nie genutzt. Lese ich doch einmal ein eBook, dann auf dem iPad. Allerdings ermöglichen eBooks mir, auch das zu lesen, was es in der hiesigen Bücherei nicht gibt. Als Print kaufen kommt für mich nämlich nicht in Frage, da ich den Platz nicht habe.

Zeit. Ich glaube, ich habe früher deutlich mehr gelesen. Heute, wo Playstation, PC-Spiele, Netz, Nintendo, Netflix und co locken, überlege ich mir dann eben doch einmal mehr, ob ich nun ein Buch in die Hand nehm oder eine Runde zocke. 

Also doch. In einigen Dingen hat die Digitalisierung doch ihre Spuren in meinem Leseverhalten hinterlassen. Im Großen und Ganzen hat es mich jedoch weniger beeinflusst, als vielleicht manch anderen. 

12. Juli 2016

12.07.2016

am Dienstag, Juli 12, 2016 8 Kommentare

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Die Hauswaffe" von Nadine Gordimer. Ich bin auf Seite 93.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Wie können wir ihr die Schuld geben. Er hat getan, was er getan hat."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
"Empfiehl mir mal was, was Anspruchsvolles! Was Meisterhaftes!" - so oder so ähnlich habe ich die Tage in der Bibliothek meine Mutter beschwatzt. Im Gegensatz zu mir liest meine Mutter nämlich nur gehobene Literatur. Und ich, die Germanistikstudentin und -absolventin lese - nun ja - seichte Fantasy, Thriller, Krimis. Ich wollte mal was "Richtiges". Sie empfahl mir daraufhin  Nadine Gordimer, die Hauswaffe. Ein Krimi von einer Literaturnobelpreisträgerin. Und tatsächlich habe ich den Unterschied sofort bemerkt. Man mag nun sagen was mal will, dass so ein Preis nichts über die Qualität aussagt und jeder andere Autor ohne Nobelpreis genauso gut schreiben kann, nur eben noch nicht entdeckt wurde - klar. Preise sind kein Gütesiegel für Qualität und Lesespaß. Aber in dem Fall wohl schon. Die Hauswaffe ist ein unfassbar spannender Krimi, obwohl der Mörder von Anfang an feststeht. In dem Buch geht es mehr darum, herauszufinden WIE es zu der Tat kommen konnte. Denn der Täter ist der Sohn einer gehobenen, gut betuchten und gut situierten Familie in Südafrika. Und er erschießt einfach so - aus dem Nichts - seinen Freund und Mitbewohner. Die Handlung selbst ist spannend, die Sprache außergewöhnlich. Im positiven Sinne. Wer ein bisschen Spaß an  Sprache und an Sprachverwendung hat und sich auch mal über einen besonders gelungenen Text freut, ist hier sehr gut bedient :) 

4. Welches deiner bisherigen Bücher wich von der Handlung oder der Erwartung am meisten vom Klappentext ab? (Frage von Lucy Fox)
Ich finde diese Frage unfassbar schwer :D Ich lese zwar die Klappentexte, aber ich überfliege sie bloß. Sie dienen meiner Entscheidung, ob ein Buch aus der Bibliothek mit heim darf oder nicht. Doch dann vergesse ich den Text und dann war's das. Vergleichsmöglichkeit dahin :D Ich habe daher ehrlich gesagt keine Ahnung, ob ein Buch schon einmal diese Erwartungen nicht erfüllt hat oder die Handlung abwich. Sicher, aber ich könnte mich partout nicht daran erinnern. 

11. Juli 2016

Wenn du einen Krimi/Thriller o.ä. liest, machst du dir selbst Gedanken darüber, wer der Mörder/Täter ist, oder lässt du dich prinzipiell vom Autor überraschen?

am Montag, Juli 11, 2016 2 Kommentare

Ich mache mir definitiv Gedanken darüber, wer der Mörder sein könnte. Und natürlich lasse ich mich dabei trotzdem immer noch vom Autor überraschen. Für mich zeichnet einen guten Kriminal-Autoren aus, dass der Täter bis zum letzten Kapitel nicht bekannt ist, bzw. mehrere Theorien im Raum stehen. Ist dem nicht so, hat der Autor m.M.n. die Wirkung seines Genres verpasst. 

Ich glaube, man kann keinen spannenden Thriller/Krimi lesen, ohne nicht selbst zu grübeln wer der Täter war. Ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster und behaupte, dass man das als Leser ganz unbewusst tut und das gar nicht abschalten kann! 

 

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