28. September 2016

Agnieszka Paletta: Doing Germany


Doing Germany (1)
Agnieszka Paletta
Selfpublisher
197 Seiten
Englisch
Memoiren, Deutschland

Inhalt

Die Autorin hat die Welt gesehen, oder zumindest einige Länder davon. Die gebürtige Kanadierin mit polnischen Wurzeln hat ihre Heimat verlassen, um die Welt zu sehen. Sie lebt in Italien, Polen und dann lernt sie einen Mann kennen und lieben. Der Haken? Um mit ihm zusammen zu sein muss sie in genau das Land ziehen, dass ihr keine Reise wert erschien: Deutschland. Gemeinsam mit ihrem bald schon Ehemann meistert sie die Tücken des fremden deutschen Alltags, mal mit Bravour, mal mit etwas Glück und manchmal auch mit dem Tritt ins Fettnäpfchen.

Meinung

Doing Germany ist eine locker zusammenhängende Sammlung an Episoden, die das Leben der Autorin darstellen, wie sie in Deutschland neuen Fuß fassen muss. Sie zeigt auf eine sehr witzige Art auf, wie sich das Leben in Deutschland anfühlt, wenn man nicht hineingeboren wurde in diesen Kulturkreis. Manche Dinge wurden mir erst beim Lesen bewusst, da ich nun erstmals den Blick "von außen" auf uns Deutsche warf. 
Paletta gelingt ein sehr amüsanter, persönlicher Text. Und es macht Freude, dieses Buch - das ich als leichte Kost einstufen würde - zu lesen. Hier und da hatte ich ein leichtes Befremden, das muss ich ehrlich zugeben. Einfach, da ich nicht ganz mit der Meinung der Autorin konform ging. Aber zum Glück sind Menschen ja verschieden :D 
Insgesamt ein empfehlenswertes Büchlein, dass man mal so nebenbei lesen und dabei ein bisschen über sich selbst lachen kann. Das Buch ist in englischer Sprache gehalten, war aber selbst für mich verständlich. Und das mag was heißen, ich bin im Lesen von englischsprachigen Büchern eher ungeübt ;) 

27. September 2016

Gemeinsam Lesen, 27.09.2016

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese:
Stephen King, Schwarz: 23%
Dörte Hansen, Altes Land: 34%
J.R. Ward, Seelenjäger: S.111

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Schwarz: "Es war der letzte Tag, und das wußte er."

Altes Land: "Der Hamburger mit dem Fahrradhelm kam erst zurück, als Vera schon die Küche wischte, Heinrich zeigte ihm noch die Räucherkammer, dann ließ er ihn in der Diele stehen und ging nach Hause."

Seelenjäger: "Die T.-Wibble-Jones-Notfallstation des St. Francis Medical Center war dank einer großzügigen Spende ihres Namensgebers auf dem neuesten Stand der Technik."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Es gibt nicht viel, was ich zu den Büchern sagen kann. Zumal sie alle drei glaube ich schon letzte Woche mit von der Partie waren?! :D Sie gefallen mir alle drei sehr gut. Allerdings gibt es nichts, was sich noch ergänzen ließe oder unbedingt gesagt werden muss.

4. in welchen regelmäßigen Abständen besuchst du Bücherläden und Bibliotheken? (Frage von KiraNear)
Vier Wochen, ganz klar :D Dann nämlich muss ich spätestens in die Bücherei. Buchläden besuche ich kaum, bzw. so gut wie nie. Maximal, wenn ich in der Stadt bin und enorme Langeweile habe, sodass ich durch die verschiedenen Geschäfte schlendere. Dann führt es mich aber meist in Drogerien, Schmuckläden und alles, wo es eben MakeUp und co gibt. Nur selten in einen Buchladen. 

Montagsfrage: Welches Buch hast du zuletzt aufgrund der Rezension eines anderen Buchbloggers gelesen?


Ohje. Das ist eine wirklich gute Frage?! Ich muss ehrlich zugeben, ich weiß es nicht. Und ich bin mir unsicher, ob ich ein Buch je wirklich wegen einer Rezension auf einem anderen Buchblog gelesen habe. Das hat mehrere Ursachen. Zum einen finde ich nicht oft Zeit, auf anderen Buchblogs zu stöbern. Tue ich es doch, fällt mir häufig auf, dass die Bücher mich nicht wirklich ansprechen, die für gewöhnlich gelesen werden. Entweder kenne ich die Bücher bereits, habe sie schon gelesen oder sie stehen schon auf meiner Merkliste. Oder aber sie sind nichts für mich. Oft handelt es sich auch um Bücher, die in unserer Bibliothek nicht vorhanden sind, sodass sie für mich ohnehin wegfallen. 

Zuletzt habe ich wohl den Anfang der Jahreszeitenreihe aufgrund einer Internetaktion (nicht aber einer Rezension!) gelesen, das ist aber auch schon wieder ein Jahr her. 

20. September 2016

Gemeinsam Lesen // 20.09.2016

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese wieder mal sehr viel parallel :D
- J.R.Ward: Seelenjäger, S. 45
- Dörte Hansen: Altes Land, 18%
- Stephen King: Schwarz, 18%

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Eine halbe Stunde und ein Truthahnsandwich später materialisierte sich V auf die Terrasse seines privaten Penthouses in der Innenstadt." (Seelenjäger)

"Im Gruppenraum der Käfer standen die Stühle auf dem Tisch, der Boden war gefegt, gewischt, schon wieder trocken, jetzt legte Marion im Wickelraum die Handtücher zusammen, was überhaupt nicht ihr Job war." (Altes Land)

"Kennerly war zahnlos und unangenehm und mit Töchtern geschlagen." (Schwarz)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Zu Seelenjäger habe ich nach nur einem Kapitel und dem Prolog noch nicht viel zu sagen.  Altes Land mag ich bis jetzt sehr gern, auch wenn die Sprünge und Personenverhältnisse hier und da ein wenig verwirrend wirken. Vielleicht stelle ich mich aber auch einfach ein wenig an und finde nicht recht in die Geschichte. Schwarz fange ich nun schon zum gefühlt hundertsten Mal an, bisher hat die Geschichte mich nie so fesseln können, dass ich es durchgezogen habe. Ich bin allerdings ein Mensch, der liest ein Buch auch zu Ende wenn er es sich einmal vorgenommen hat - auch wenn mehrere Anläufe nötig sind. Ich hoffe, diesmal klappt es :D

4. Auf welches Hobby würdest du ausweichen, wenn es morgen plötzlich keine Bücher mehr gäbe, und deine vorhandenen auch alle nicht mehr da wären?
Ich muss sagen, der Verlust von Büchern würde mich zwar schmerzen und mich zudem meinen Job kosten, hobbytechnisch wäre es aber wohl kein Weltuntergang - auch wenn ich es wie gesagt sehr vermissen würde. Ich habe viele andere Hobbys, die mich genauso ausfüllen wie das Lesen: Westernreiten, ich habe schließlich ein eigenes Pferd. Serien, Serien, Serien. Ich programmiere gern. Und seit mehr 15 Jahren spiele ich Klavier. Gäbe es keine Bücher mehr, würde ich eben den anderen Hobbys mehr Zeit widmen. Neue erlernen. Und so weiter. Ich bin ein so vielseitig interessierter Mensch, dass sich immer etwas finden lässt was mir Spaß macht. 

19. September 2016

Montgsfrage: Gibt es Antagonisten, die ihr mehr mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

Lustigerweise mag ich ganz häufig den Antagonisten, teilweise auch ein bisschen mehr als den eigentlichen Helden. Draco Malfoy ist da nur das berühmteste Beispiel. Leider fallen mir gerade gar keine weiteren "Antihelden" ein, zumindest nicht im Bereich Bücher. Ich habe eher die Antagonisten diverser Serien im Kopf, die ich lieber mag als die "guten Jungs", z.B. Ramsay Bolton. (Obwohl Iwan Rheon meint, wer Ramsay mag sei "fucked up" :D)

16. September 2016

Gemeinsam Lesen



Bücher-Frage:
1. Setzt du dir Kaufverbote oder andere Ziele um deinen SuB zu verringern?
Ein Kaufverbot würde mir nichts bringen, da ich ohnehin keine Bücher  kaufe :D Zu 99,9% leihe ich ja in der Bücherei, nur selten kaufe ich mir einmal ein Buch, das ich unbedingt selbst besitzen möchte. Ich setze mir an sich auch keine Ziele oder ähnliches, um den SUB zu verringern. Manchmal spiele ich mit dem Gedanken, aber eigentlich... nein. Wenn mir ein Buch ins Auge fällt, hol ichs mir eben bzw. nehme es mit nach Hause. Sollte es vor der Ausleihfrist der Bücherei nicht gelesen sein, vermerke ich es mir und lese es später. 

Private Frage:
2. Was ist der Sinn deines Lebens?
Oh, das ist eine ganz tricky Frage :D Wer denkt sich denn sowas aus? Für mich besteht der Sinn des Lebens wohl darin, Zeit mit dem zu verbringen, was mich glücklich macht; also: Zeit mit der Familie, meinen Tieren und mit meinen Hobbys. Ich strebe nicht nach "Höher, schneller, weiter". Mir reicht in Kaffeetrinken mit Mama und Papa, eine Galopppassage durch den Wald, das Kuscheln mit dem Hund - dann ist alles gut. Wenn man so will, hat mein Leben noch eine Art Sinn: Ich möchte eine Familie gründen, ganz klassisch: Mutter - Vater - Kind. Und ich möchte meine Familie, sprich Mann, Kind und Eltern, unter einem Dach versammelt haben. Das wars :D Das ist für mich der Sinn des Lebens. 

13. September 2016

Gemeinsam Lesen, KW 37


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


Zum einen lese ich immer noch an "Die Insel unter dem Meer" von Isabel Allende und bin bei 75%. Parallel lese ich "Doing Germany" von Agnieszka Paletta, ich bin bei 60%.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Another winter in Munich." (Doing Germany)

"Zacharie führte mich, ohne mir auf die Füße zu treten oder andere Paare zu rempeln, wir mußten Figuren auf der Tanzfläche machen, die Arme bei uns behalten und nicht mit dem Hinterteil wackeln." (Die Insel unter dem Meer)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
"Doing Germany" hat mir zuerst ein wenig Angst bereitet, es ist schließlich ein englischsprachiges Buch. Aber scheinbar ist meine Kenntnis doch gut genug, um den Text zu verstehen und auch die Pointen herauslesen zu können :D Doing Germany ist ein für mich sehr spannender und auch lustiger Bericht, bei dem man uns Deutsche mal von außen betrachten kann. Dabei bin ich immer wieder überrascht, woran sich die Autorin stößt bzw. was sie als amüsant o.ä. empfindet. Dinge, die ich als Deutscher anders nicht kenne und daher nie einen Gedanken daran verschwendet habe, dass es sich um etwas typisch Deutsches handelt und für andere so nicht nachvollziehbar ist. 

4. Hast du schon Blogs gelesen bevor du selbst Blogger wurdest?
Ja, allerdings keine Buchblogs. Ich lese schon sehr, sehr, sehr lange Beauty-Blogs, da ich so ein richtiger MakeUp-Suchti bin. Ich hab ehrlich gesagt auch mehr Kosmetik hier als Bücher :D Buchblogs lese ich erst, seit ich selbst darüber blogge. Wobei ich zugeben muss, dass ich nach wie vor selten bei Buchblogs stöbere, was natürlich makaber klingt weil ich ja selbst einen schreibe.  

12. September 2016

Was muss ein Buch haben, um für dich als Lese-Highlight zu gelten?


Genauso ungern wie das Prädikat "Enttäuschung" verwende ich das des "Highlights". Ein Buch ist gut oder weniger gut, packend oder weniger packend, spannend oder eben weniger spannend. Aber so recht... als Highlight bezeichne ich sehr selten Bücher. Damit ich von einem Highlight spreche, muss das Buch mich sofort gefangen nehmen und darf mich nicht loslassen. Es muss eines dieser Bücher sein, dass sogar mich dazu bringt, ein Buch in nur wenigen Tagen durchzulesen. Und es muss im Kopf bleiben. Muss mich bewegen. Viele Bücher sind nach dem Auslesen aus dem Kopf. Spätestens ein paar Wochen danach. Man weiß zwar noch, worum es ging. Aber man "fühlt" nichts mehr. Bei einem Highlight ist das, meiner Meinung nach, anders. Ich habe z.B. zu Jahresbeginn "All die verdammt perfekten Tage" gelesen und könnte nach wie vor wie ein Schlosshund heulen. Dass ich auch Monate nach dem Lesen immer noch emotional reagiere, wenn es um das Buch geht, zeichnet für mich ein absolutes Highlight aus. 

9. September 2016

Wölkchens Freitagsfragen, 09.09.2016



1. Hast du einen Lieblingsprotagonist? - Falls ja, wer ist es? 
Es gibt mehrere Lieblingsprotagonisten, natürlich. Einer meiner All-Time-Helden ist Atreju aus der unendlichen Geschichte und - sofern auch "Tiere" zählen - Fuchur. Zu meinen Lieblingsprotas gehören zudem unter anderem auch: Zsadist aus der Black Dagger Reihe, Aodhan aus der Guild Hunter Reihe, Peeta aus "Panem", Draco Malfoy, && &Ich habe glaube ich sehr viele Lieblingsprotagonisten, die mir so jetzt gar nicht alle einfallen.

2. Hast du eine Macke oder Angewohnheit die dir peinlich ist? - Traust du dich sie uns zu erzählen?
Oh, ich habe viele Macken und davon sind mir sicher 99% peinlich :D Eine, die ich zum Glück überwinden konnte, war das abknabbern und abreißen der Fingernägel, wenn ich nervös war. Mittlerweile habe ich das zum Glück komplett hinter mir und abgelegt, aber das war wirklich unschön und hat zur Folge, dass meine Nägel auch jetzt noch sehr brüchig und kaputt wirken :( Ich habe zudem die Macke, an einer Ampel oder wenn ich irgendwo warten muss, immer wieder in den ersten Gang - Leerlauf - ersten Gang - Leerlauf und so weiter zu schalten. Ich weiß nicht, woran das liegt. Meine Mutti macht das aber tatsächlich auch. Ich schaue zudem sehr gerne Kinderfilme und -serien ála Spongebob Squarepants, Ein Land vor unserer Zeit, usw. 
Und es gibt sicher noch tausend weitere Macken, ich bein ein Mensch der aus Macken besteht :D 

8. September 2016

Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit


10 Jahre Freiheit
Natascha Kampusch

List Hardcover, August 2016
240 Seiten
Biografie

Inhalt & Meinung

1998, da war ich selbst sieben Jahre alt, wurde die zehnjährige Natascha entführt. Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt 27. Also nur knapp zwei Jahre älter, als ich nun. Diese Parallelen zu ziehen mag egoistisch klingen an dieser Stelle, doch mir geistert das stets so vor Augen: Das Kind hätte ich sein können, ich war etwa in dem Alter. Und nun bin ich fast  in dem Alter, in dem meine Mutter damals ihr Kind verloren hätte. Ohne inen Hinweis einfach verschwunden. Und allein bei dem Gedanken stockt mir kurz der Atem, auch wenn all das rein hypothetisches Gedankenspiel ist.
Für Natascha Kampusch und ihre Familie hingegen ist das der bittere Ernst gewesen. Jahre hat das Mädchen in einem Verließ zugebracht. All die Jahre, die für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit so entscheidend sind. Und für die Familie war die Situation nicht erträglicher: Zur Ungewissheit über den Verbleib der Tochter gesellten sich mannigfache Anschuldigungen, am Verschwinden selbst schuld, beteiligt oder gar Drahtzieher gewesen zu sein. Ich bin mir sicher, jeder Teil dieser Familie ist durch die eigene persönliche Hölle gegangen. 

10 Jahre Freiheit beschäftigt sich nun allerdings nicht mit dem Verschwinden Nataschas und der Zeit in Gefangenschaft, einen Bericht darüber hat die junge Frau bereits in einem anderen Buch verfasst. Der vorliegende Bericht beschäftigt sich mit der Zeit nach der Selbstbefreiung: Wie ist die Gesellschaft ihr entgegen getreten? Wie hat die Justiz sich dem schwierigen Fall gestellt? Wie konnte Natascha ein neues Leben beginnen? Was für eine Frau ist aus dieser Entführung hervorgegangen? 

Denn ihre physische Gefangenschaft (und natürlich auch die psychische, die der Täter aufgebaut hat) endete zwar, doch die Gesellschaft hat sie auf ihre Weise erneut gefangen genommen - als sie sich in Freiheit wähnte. 

Zum einen waren da Journalismus und Gesellschaft. Nach anfänglich viel Zuspruch wurde Natascha Kampusch mit Kritik und Anfeindung kritisiert.

Im Internet wurde ich als "Hure" beschimpft, man müsse es mir mal "ordentlich besorgen", weil das hätte dieser "Klemmi" wohl nicht richtig hinbekommen. "G'fallen tät der des doch, der Schmlamp'n!"

Zeilen wie diese musste ich mehrfach lesen, um sie begreifen zu können. Eine junge Frau wird entführt, und die Menschen haben nichts besseres zu tun als ihr so etwas an den Kopf zu werfen, bzw. so über sie zu reden? Ihr wurde vorgeworfen, selbst die Gefangenschaft inszeniert zu haben und den Täter gar ermordet zu haben. Wie - pardon - hirnverbrannt muss man sein, um solche Anschuldigungen in den Raum zu werfen?

Und auch an der Art, wie sie "weiterlebte" stieß man sich. Natascha Kampusch ist es gelungen, zu überleben. Sie hat sich von dieser Gefangenschaft eben nicht zerstören lassen, auch wenn sie ihr lebenlang damit leben muss. Doch sie tut Gutes. Sie hilft anderen. Stellt sich der Öffentlichkeit. Und beweist dabei eine unfassbare Stärke. Doch gerade diese wird ihr ebenfalls zu ihren Ungunsten ausgelegt, im Sinne von: Sie kann ja gar nicht so gelitten haben.

In welchem Gesetz steht geschrieben, dass man, wenn man einmal gelitten oder es einem schlechtgegangen ist, bis zum Ende seiner Tage in dieser Negativspirale verharren muss?

Ihr seht schon, ich könnte lang und viel darüber schreiben. Denn dieses Buch regt zum Nachdenken an. Natascha lässt den Leser nicht nur an ihrer Entwicklung tielhaben, sondern hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, der die erschreckende Fratze der Menschen zur Schau stellt - und zwar so, wie sie ist.

Von mir daher eine absolute Leseempfehlung. Ein unfassbar bewegender und aufrüttelnder Bericht.  

6. September 2016

Gemeinsam Lesen KW 36

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese aktuell parallel. Zum einen immer noch Isabel Allende "Die Insel unter dem Meer" auf Seite 349. Und dann noch "10 Jahre Freiheit" von Natascha Kampusch. Da bin ich bei 64%. da ich das Buch von Allende bereits die letzten Male dabei hatte, konzentriere ich mich heute auf das von Natascha Kampusch.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Es kommt immer wieder vor, dass Blumen oder Fürbittkerzen am Zaun stehen, mit kleinen Briefchen und Gebeten, zum Teil auch für den Entführer."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
1998 wurde die damals 10-jährige Natascha entführt. Damals war ich sieben Jahre alt und habe nichts von alldem mitbekommen, was im entfernten Wien vor sich geht. Meine Eltern werden sich vielleicht Sorgen gemacht haben, denn auch ich trat zu diesem Zeitpunkt erstmals den Schulweg an, der bei uns zum Glück nur ein paar Meter durchs 200-Seelen-Dorf führte. Auch als Natascha Kampusch 2006 fliehen konnte, habe ich nicht recht mitbekommen, was da vor sich geht. Ich war 15 und mit der ersten großen Liebe beschäftigt. Nach und nach bekam ich aber mit, worum es ging. Vor einiger Zeit besorgte ich mir ihr erstes Buch, was ich - ich gebe es zu - bis dato noch nicht gelesen habe. Gestern fiel mir dann dieses Buch in die Hände und ich habe sofort begonnen zu lesen, auch wenn mir das etwas unlogisch vorkommt - natürlich wäre es sinniger, "3096 Tage" zuerst zu lesen. Aber das macht nix. Die Kenntnis des einen ist für das Verstehen des anderen nicht zwingend. 
In "10 Jahre Freiheit" beschreibt Natascha, wie ihr Leben nach der Flucht aussah. Wie sie zum Spielball der Medien wurde und wie die Öffentlichkeit auf das reagierte, was sie tat. Und es ist ehrlich gesagt ziemlich erschreckend. Die junge Frau, die ihrem Gefängnis soeben entfliehen konnte, kam nun in einen wenn auch goldenen Käfig und fand sich mit dem Hass von Menschen konfrontiert wieder.
Ein wirklich sehr interessantes Buch und empfehlenswertes Buch, selbst wenn man sich für den Fall Kampusch nicht interessiert. Denn die Autorin hält der Gesellschaft darin einen Spiegel vor und spricht ein interessantes Thema an, das einen nachdenklich stimmt: wie geht man mit Opfern von Gewaltverbrechen richtig um und zwingen wir den Überlebenden nicht eine Art Rolle auf, die sie zu erfüllen haben?

4. Wenn du dich entscheiden müsstest, würdest du lieber nur deine 10 Lieblingsbücher besitzen, oder so viele wie du wolltest,aber nicht deine Lieblings?
Die Frage ist da eher: Darf ich trotzdem Bücher aus der Bücherei ausleihen? :D Wenn ich tatsächlich auch nur die 10 Lieblingsbücher lesen dürfte, würde ich mich für zweiteres entscheiden. Da lieber so viele Bücher, wie ich lesen mag. Sollte ich aber weiterhin andere Bücher lesen dürfen, diese nur nicht besitzen, ist die Frage sehr leicht denn so handhabe ich es eh: ich besitze nur meine Lieblingsbücher und das sind nicht viele. 

5. September 2016

Montagsfrage: Habt Ihr ein schlechtes Gewissen gegenüber Protagonisten, wenn die bspw. hungern müssen und Ihr nebenher futtert?


Haha, was für eine putzige Frage. Nein, also mich stört das wenig. Ich habe da auch noch nie darüber nachgedacht, um ehrlich zu sein. Vielleicht liegt es daran, dass ich - zugegeben - nicht unbedingt der empathischste Mensch der Welt bin :D Ich fühle schon auch mit bei Romanen, bin traurig wenn etwas besonders Tragisches passiert. Aber ich hatte noch nie ein schlechtes Gewissen gegenüber einem Protagonisten. 

2. September 2016

Wölkchens Freitagsfragen // KW 35 (2016)



Bücher-Frage:

1. Hast du eine Lieblingsbuch-Reihe, welche ist es? 

Ich habe drei Lieblingsbuchreihen :) Die Gestaltwandler-Reihe und die Guildhunter-Reihe der Autorin Nalini Singh, sowie die Black Dagger Reihe von J.R.Ward.

Private Frage:

2. Welcher Disneyfilm hat es dir besonders angetan?

Gute Frage - alle? Zu meinen All Time Favourites zählen 101 Dalmatiner und König der Löwen, sowie Pocahontas. In jüngerer Zeit hat sich definitiv noch Maleficent  dazu gesellt. Ein herrlicher Film, der im Übrigen auch meine Meinung von Frau Jolie geändert hat :D Ich mochte sie nämlich nie. Aber zumindest in dieser Rolle ist sie mir sehr sympathisch.