28. März 2015

[Rezension] Käpt'n August und der Mond aus Gold


Käpt'n August und der Mond aus Gold
von Peter Bunzel

Länge: 202 Seiten
0,99 € auf Amazon

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Autor als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Inhalt


Ein Buch muss das Schiff sein, 
für das unendliche Mehr um uns. 
Jakob von Miandramarin

August, eine Giraffe mit dem wahrscheinlich längsten Hals der Welt, ist Pirat auf dem Piratenfisch Mick und Teil der buntesten Piratencrew, die man sich vorstellen kann. Gemeinsam begegnen sie Touristenfischen, Golfschiffen, Narrenfischen. 

In einer fernen, fernen Wirklichkeit hatten Fische und Schiffe die Buchstaben getauscht und tummelten sich in einem kunterbunten Ozean...

Ein sogenannter Turbinenfisch. Nur eine von vielen liebevoll gezeichneten Illustrationen im Buch.  


Aber so idyllisch geht es nicht immer zu. Nach einem Unglück wird August von seiner Crew getrennt und an Land einer Insel gespült. Bei ihm bloß seine zwei gefiederten Freunde Jakob und Fridolin.  August ist schwer verletzt und braucht dringend Hilfe. Jakob, dem Rabe, gelingt es, Hilfe zu holen.  Dabei begegnen ihm die sonderbarsten Wesen, z.B. die Pantoffelfaultierchen Snickerchen und Twickers, sowie die Quantenspringmaus Speedfried.  Und nun, da die Löwin Megaherz der Giraffe mit dem Weitblick geholfen hat, müssen die Freunde mal so eben die Wirklichkeit, das Universum vr dem Wurmlochdrache retten.



Bewertung

Ich möchte meine Bewertung diesmal gern zweiteilen, da man bei Peter Bunzels Roman sowohl Inhalt, als auch Sprache ausführlicher betrachten sollte. 

Inhalt

Herzerwärmend. Dieses Wort geisterte mir immer wieder durch den Kopf, während ich die Geschichte Augusts las. Auf den ersten Blick könnte man ja wirklich fast denken: huch, ein Kinderbuch. Aber dem ist absolut nicht so. Vielmehr eignet sich dieses Buch wirklich für jedes Alter. Die Kleinen werden sich an der Geschichte selbst erfreuen, die Großen werden aber rasch bemerken, dass die Geschichte durchaus ganz schön Tiefgang hat. Besonders gegen Mitte/Ende, etwa ab der Begegnung mit Megaherz, haben wir es mit durch und durch klugen Gedanken zu tun, die es verdienen einmal gründlicher durchdacht und auch zu Herzen genommen zu werden.  Mir selbst ging oftmals ein Gedanke ähnlich folgendem durch den Kopf: "Wie wahr und wie schön." Beinahe dauerhaft hat mich ein Lächeln bei der Lektüre begleitet. 

Am Anfang fiel es womöglich ein BISSCHEN schwer hineinzukommen, aber das lag eher an mir, denn: man muss sich auf dieses Buch einlassen. Die reale Welt wirklich abschalten. Stress aussperren. Loslassen. Peter Bunzel schafft einfach eine komplett andere Welt, eine die so gut wie wirklich nichts mit der unseren gemeinsam hat. Dieses Buch ist gelebte Fantasie. Oft denkt man sich: wie soll das denn aussehen?! Aber, keine Sorge, Peter Bunzel bringt auch zeichnerisches Talent mit. Und so stellt er den waghalsigsten Wesen eine liebevolle, schöne Zeichnung zur Seite. (Allein der Zeichnungen wegen würde ich dieses Buch im Übrigen schon empfehlen!) 

Inhaltlich ist dieser Roman schlicht und ergreifend herzerwärmend und er entführt einen in eine ganz andere Welt. Perfekt um den Alltag und die Sorgen einfach mal hinter sich zu lassen. 



Sprache




Neben der herzerwärmenden (ihr merkt, dieses Wort gehört mit der Geschichte einfach zusammen wie "Arsch auf Eimer") Geschichte, stach vor allem auch Peter Bunzels Sprachvirtuosität ins Auge. Ihr dürft euch das wie beim Klavierspielen vorstellen: uns stehen eine gewisse Anzahl an Tönen zur Verfügung. Jedes Lied besteht aus den gleichen Tönen, es hängt von der Kombination und Vielfalt ab, ob uns ein Lied dann auch wirklich gefällt oder langweilig, ja sogar unschön wirkt. Peter Bunzel ist schlicht und ergreifend ein Wortjongleur, ein Silbenakrobat. Hier steht einfach ein absolutes Verständnis der Deutschen Sprache und auch die Fähigkeit, sich ihrer zu bedienen, dahinter. Man könnte diesen Roman schon allein deshalb lesen. Und wer sich für Sprache interessiert sollte diesen Roman gelesen haben. Ich habe in all den Jahren wirklich selten einen deutschsprachigen Autoren lesen dürfen, der so kunstvoll und trotzdem nicht kompliziert schreibt. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Talent. Zudem bemerkt man auch rasch gewissen feine, literarische Anspielungen im Text. Schließlich soll August "das Universum in der Nussschale" retten :) Auch diese kleinen Einschübe haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. 


Sprachlich ist dieser Roman herausragend. Mehr muss man dazu nicht sagen.



Bewertung

Ich bin einfach nur dankbar, dass der Zufall es wollte, dass dieser Roman in meine Hände gelangte. Und ich empfehle jedem, sich dieses Buch anzuschaffen. Es ist ein Buch, das einfach Spaß macht und das man auch mehrmals lesen kann. (Der Autor hat mir freundlicherweise eine weitere Version des Romans zur Verfügung gestellt, ich werde also in den kommenden Tagen ein weiteres Mal mit August & co auf die Reise gehen. Ich freue mich schon darauf!) Ich persönlich werde diesem Buch einen Ehrenplatz im Regal einräumen und es immer dann zur Hand nehmen, wenn mir die reale Welt mal so richtig gestohlen bleiben kann. Ich rate euch: lest dieses Buch. Es ist recht dünn, man kann es ohne Bedenken auch mal "zwischenschieben" und ihr werdet danach definitiv ein richtig gutes Gefühl haben :) 


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