28. September 2015

Erinnerst du dich an ein Buch mit ausgefallenem, realen Schauplatz?

am Montag, September 28, 2015 6 Kommentare

Wirklich ausgefallene Orte fallen mir nicht ein. Wobei ich in den letzten Monaten und Jahren immer mal wieder nach Dänemark "gekommen" bin. Nichts von Janne Teller, oder die Bücher von Jussi Adler Olsen sind daran schuld. In Waris Diries Wüstenblume wurde ich nach Afrika "entführt". Dank Gabriel Garcia Marquez konnte ich mithilfe seiner Bücher auch mal einen Abstecher nach Südamerika machen. Das sind ja alles doch eher untypische Orte, spielen doch die meisten Bücher in Großbritannien oder in den USA, bzw. wenn sie von deutschsprachigen Autoren kommen in Deutschland. An sich eigentlich schade, dass man beim Lesen "so wenig von der Welt sieht". Allerdings kann man es den Autoren schlecht verübeln. Mir ist ein gut recherchierter und authentischer Roman lieber, als ein faktisch falscher. 

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27. September 2015

Samstagssuche

am Sonntag, September 27, 2015 2 Kommentare
Einen Tag verspätet gibt es nun auch wieder - und diesmal auch hoffentlich die richtige :D - eine Samstagssuche. Heute findet sie bei Sally statt. Die Seite lautet 313.



Keine Philosophie werde uns jemals hinter die täglichen Erfahrungen führen oder uns Verhaltensregeln geben können, die anders sind als die, die wir durch unser Nachdenken über das tägliche Leben erhalten, meinte er.
(Sofies Welt)

Georgiana, gewiß hat niemals ein eitleres, alberneres Lebewesen als du der Erde zur Last fallen dürfen. Du bist zu Unrecht geboren, du machst nichts aus deinem Leben. Anstatt wie ein vernünftiges Wesen für dich, in dir und mit dir zu leben, versuchst du, dich mit deiner Schwäche an einen starken Menschen zu hängen.
(Jane Eyre)

Wir sind da. Wir sind in Bergen-Belsen.
(Wir Kinder von Bergen-Belsen)

"Ich werde noch meinen Enkeln davon erzählen", stammelte Hýsbald. "Und die werden uns leider nicht glauben", fügte Hýdron bedauernd hinzu.
(Die unendliche Geschichte)

So, mehr habe ich heute leider nicht für euch :) 

 

26. September 2015

Jennifer Wolf: Morgentau

am Samstag, September 26, 2015 2 Kommentare

Morgentau
Die Auserwählte der Jahreszeiten, Bd.1 
von Jennifer Wolf

Verlag: Impress
Seitenzahl: 254
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 3,99 € (eBook)

Inhalt 

Die junge Ordensschwester Maya lebt in einer Welt der Zukunft, in der die Erde von Krankheiten, Krieg und Urgewalten zerstört wurde. Alle 100 Jahre wählt nun  Gaia, die göttliche Mutter, eine Braut für ihre Söhne: den Frühling Aviv, den Sommer Sol, den Herbst Jesien und den Winter Nevis.  Die Auserwählte darf nun Zeit mit den Jahreszeiten verbringen und muss sich für einen von ihnen entscheiden. Dieses Mal ist es die rothaarige Schönheit Maya, die von der Göttin erwählt wird. Schweren Herzens nimmt die Ordensschwester Abschied von ihrer Mutter und ihrer besten Freundin, um in das Reich der göttlichen Mutter einzukehren. Schnell erkennt sie, dass sie eine besondere Bindung zu dem im wahrsten Sinne des Wortes unterkühlten Winter Nevis empfindet. Doch dieser weist sie immer wieder zurück aus Angst, denn die auserwählten Bräute leben nur 100 Jahre und werden dann ihrem unsterblichen Gemahl entrissen. Nevis ist nicht bereit, die Gefühle für Maya zuzulassen und stößt sie immer wieder von sich, bis sich Maya trotz ihrer innigen Liebe gegen ihn entscheidet. Schnell wird klar, dass beide daran zugrunde gehen werden und sie beginnen zu kämpfen, sich gegen die Göttin aufzulehnen. 

Meinung

Die Idee der Geschichte hat mich sofort begeistert. Ein bisschen erinnert das Szenario zwar an "Der Bachelor", Wolf setzt die Geschichte trotzdem vollkommen neu um und es entsteht eine herzzerreißende Liebesgeschichte.  Die Handlung verfolgt einen klaren Erzählstrang, die Zeitraffer sind an passenden Stellen eingebracht, sodass sich die Handlung zu keinem Zeitpunkt zieht oder langatmig wirkt. Obwohl man gleich zu Beginn weiß, dass Nevis und Maya füreinander bestimmt sind und wahrscheinlich trotzdem nicht zueinander finden, bleibt die Handlung wirklich bis zur letzten Seite spannend und wartet dann noch einmal mit einer wirklich unerwarteten Wendung auf, mit der ich zu keinem Zeitpunkt gerechnet hätte. 
Die Personen kamen super rüber. Maya wurde mir von Seite zu Seite immer lieber, ich fieberte richtig mit und verdrückte hier und da einige Tränchen. Die Brüder haben sehr unterschiedliche Eindrücke bei mir hinterlassen. Sol ist mir eher unsympathisch aufgrund seines recht arroganten Gehabes und auch bei Aviv bin ich mir nicht sicher, ob man ihm "trauen" kann. Jesien und Nevis hingegen sind volle Sympathieträger und nach dem Fertiglesen habe ich sie sofort vermisst! (Ein Glück, dass es sich hier um eine Reihe handelt :D) 
Eigentlich wollte ich das, was ich nun positiv hervorheben werde, als Kritikpunkt ansetzen: diese Geschichte besitzt ein recht unzufriedenstellendes Ende. Es ist weder ein Happy End, noch tragisches Bitter End. Es ist eher so ein "Ich lasse den Leser in der Luft hängen". Und ich bin mir auch nicht sicher, ob das im nächsten Band noch  einmal aufgegriffen wird, denn an sich ist die Handlung zu einem runden Abschluss gekommen, der mir jedoch nicht so recht gefallen mag. Ich möchte aber trotzdem betonen, dass es sich um einen sehr realistischen, irgendwie schönen, irgendwie traurigen, irgendwie glücklichen - eben einen sehr durchwachsenen Schluss handelt. Und vielleicht ist das gar nicht so verkehrt, denn so wirkte der Schluss auf mich wirklich am realistischsten. 

Fazit

Morgentau ist ein wunderschöner Roman. Am Anfang hat es ein bisschen gedauert hineinzukommen, doch dann habe ich den Rest regelrecht verschlungen und in wenigen Stunden mit kurzen Unterbrechungen nicht mehr aus der Hand legen können und beendet. Mir gefällt eigentlich alles an dem Buch bis auf das etwas unbefriedigende Ende :D Da das Ende jedoch trotzdem so klug durchdacht, plausibel  und so meisterlich geschrieben ist, gebe ich die volle Punktzahl.




22. September 2015

Gemeinsam Lesen

am Dienstag, September 22, 2015 15 Kommentare



Es ist Dienstag und das heißt natürlich: Gemeinsam Lesen! :) 

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese mal wieder kreuz und quer :D Aktuell Emma von Jane Austen (eBook, 43 %) und Sofies Welt von Jostein Gaarder (S.56/622).

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Bei Emma lautet er:
Frank Churchill kam wieder zurück. und falls er seinen Vater mit dem Essen hatte warten lassen, erfuhr man in Hartfield nichts davon; denn Mrs. Weston war zu ängstlich bemüht, ihn bei Mr. Woodhouse in Gunst zu sehen, um einige Unvollkommenheiten zu verraten, die man verbergen konnte.
Und bei Sofies Welt:
"Pah! Ich arbeite an komplizierten philosophischen Untersuchungen."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Emma ist wegen der eigenwilligen Heldin definitiv ein ungewöhnlicher Austen-Roman. Aber wieder einmal finde ich Jane Austens Sprachstil überwältigend und es macht sehr viel Spaß, den Roman zu lesen. Er gibt Einblick in die damaligen Gefühls- und Gedankenwelten und ist dabei aber keineswegs trocken oder langweilig geschrieben, so wie man das von vielen Klassikern ja leider kennt. Sofies Welt ist ein bisschen trocken, da es ja doch recht viel eines Lehrbuches in sich hat. Ich hatte etwas mehr Geschichte erwartet. Aber ich finde es trotzdem ziemlich grandios. Das Buch schildert (für Kinder) verständlich, worum es in der Philosophie geht, zeichnet eine Geschichte der Philosophie und macht mit den verschiedenen Ansätzen vertraut. 

4. Hast du schon mal selbst über das Schreiben von Büchern nachgedacht?
Natürlich :D Ich glaube jeder der gerne liest, hat auch schon darübr nachgedacht. Ich habe bereits als kleines Kind angefangen, Geschichten auf der Schreibmaschine meiner Tante zu schreiben. Allerdings habe ich nie etwas fertig gestellt, das ich meist nach ein paar Seiten schon nicht mehr zufrieden mit dem war, was ich da auf die Beine gestellt hatte. Ich würde nach wie vor gerne irgendwann eine Geschichte komplett zu Papier bringen. Aber bis jetzt ist mir der zündende Gedanke nicht gekommen. Interessant wird es in den kommenden Semestern, da ich immer wieder "Kreatives Schreiben"-Workshops besuchen werde. Zur Ausbildung als Germanist und Literaturwissenschaftler gehört nämlich tatsächlich auch das Verfassen von kreativen Texten dazu :) Das finde ich immer wieder sehr spannend. Das Angebot habe ich ja bereits im Bachelor wahrgenommen, wobei ich mich da weniger mit richtigem Kreativen Schreiben beschäftigt habe, sondern mehr mit dem Verfassen von Literaturkritik und dem Schreiben über das Schreiben.


21. September 2015

Montagsfrage: Von welchem/r Autor/in hast du gefühlt die meisten Bücher?

am Montag, September 21, 2015 2 Kommentare

Oh, das find ich schwierig zu beantworten o.O Sehr viele Bücher habe ich von Nalini Singh, da ich ihre Engel- und die Gestaltwandler-Serie sammle. Von Naomi Novik habe ich auch einige da. Ihre Drachenreihe  kann ich wirklich nur empfehlen. Sie ist leider etwas arg unbekannt, was ich kaum verstehe. Die Bücher sind wirklich wunderschön und vor allem ist die Idee klasse: Unsere "wahre" historische Vergangenheit mit Drachen. Irgendwie eine ziemlich geniale Mischung. Mh... Also die meisten Autoren sind bei mir mehrfach vertreten, da es sich um Reihen handelt. Ich habe noch ziemlich viele Bücher von Wolfgang Herrndorf hier stehen, bei denen handelt es sich nicht um eine Reihe. Aber ich liebe  diesen Autor. Ich kann ihn auch wirklich nur empfehlen. Von Fitzek habe ich sehr viele Bücher auf dem eReader, falls auch die eBooks mit gezählt werden. 

20. September 2015

C. Schlingensief: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein

am Sonntag, September 20, 2015 0 Kommentare
So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!
Tagebuch einer Krebserkrankung
von Christoph Schlingensief

Kiepenheuer & Witsch 2009
256 Seiten

Biografie; Tagebuch
Krankheit, Krebs

Inhalt & Meinung

Der deutsche Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief wird 2008 mit der schrecklichen Diagnose Lungenkrebs  konfrontiert. Er beginnt, mittels Diktiergerät Tagebuch zu führen. Schlingensief dokumentiert die Ängste und Gefühle, die der Krebs in ihm hinterlässt. Es steht weniger die Behandlung selbst im Vordergrund, als die Gefühle und Gedanken des Künstlers. Er spricht viele schwierige Themen an, z.B. der Glaube einer religiösen Person und dessen Wandel innerhalb einer so schwierigen Lebensepisode. Oder auch die Furcht, dass der Partner an dem Schicksal des geliebten Menschen kaputt geht. Mit sehr direkten, teilweise aber auch poetischen Worten schildert Schlingensief sein schweres Los. Das stete Auf und Ab der Gefühle und Hoffnungen wird für den Leser realistisch und greifbar. Insgesamt gesehen liefert Schlingensief mit diesen Aufzeichnungen einen bedeutenden Beitrag für den Umgang mit der Krankheit Krebs. Den Betroffenen zeigt das Tagebuch auf, dass sie in ihrer Hilflosigkeit und Angst nicht allein sind. Den Angehörigen (oder auch völlig Außenstehenden) bietet So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! einen erschreckenden Einblick in die Lebenswelt eines tödlich Erkrankten. 

Mit nur etwa 250 Seiten ist das Tagebuch Christoph Schlingensiefs rasch gelesen und trotz der erdrückenden Thematik wirkt die Sprache des Künstlers leicht und angenehm. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen, da es definitiv zur Aufklärung eines Themas beiträgt, dass leider immer präsenter wird. 

Samstagssuche

am Sonntag, September 20, 2015 2 Kommentare

Heute findet die Suche bei Ambria statt :) 

SEITE 159

"Ihr Freund Tomás hat Talent, aber es fehlt ihm eine Richtung im Leben und ein wenig Chuzpe, damit macht man Karriere", meinte Fermin Romero de Torres. "Der wissenschaftliche Geist hat das so an sich.Schauen Sie doch bloß Albert Einstein. So viele Wunderdinge hat er erkannt, und das erste, wofür man eine praktische Verwendung hat, ist die Atombombe, und auch noch ohne seine Einwiligung."
(Carlos Ruiz Zafón: Der Schatten des Windes)

"Fuchur", safte er, "wohin muss ich gehen?"
Aber der Glücksdrache antwortete nicht mehr. Er lag da wie tot.
(Michael Ende: Die unendliche Geschichte)

"Du dachtest, ich sei ein gutes Mitglied der Partei Keusch in Wort und Tat. Transparente, Umzüge, Parolen, Sport, Volkswanderungen - all das. Und du dachtest, ich würde dich bei der erstbesten Gelegenheit als Gedanken-Verbrecher denunzieren und abmurksen lassen?"
(George Orwell: 1984)

Ich schlug vor, ein paar der Kekse zu essen, da wir sonst nichts hatten.
(Hetty E. Verolme: Wir Kinder von Bergen-Belsen)

Und dann war da Jupiter. Galilei sah vier Monde, die ihn umliefen, und hatte damit den Beweis, daß sich nicht alles um die Erde drehte.
(Nancy Hathaway: Wie alt ist die Sonne und wie weit weg sind die Sterne? 

11. September 2015

Gewinnspiel bei Ramona's Beauty Blog

am Freitag, September 11, 2015 1 Kommentare
Heute mal nix zum Thema Bücher, sondern ein kleiner Post zu einem super tollen Gewinnspiel *-*


Es gibt ein ganzes Set von Astor bei Ramonas Beauty Blog zu gewinnen :) 

10. September 2015

George Orwell: Die Farm der Tiere

am Donnerstag, September 10, 2015 2 Kommentare



Die Farm der Tiere. Ein Märchen.
von George Orwell
Diogenes Verlag, 132 Seiten
Taschenbuch: 9,99 €

Den meisten ist Orwell sicher wegen seiner Dystopie "1984" bekannt.  In "Die Farm der Tiere" haben wir es ebenfalls mit einer Abrechnung mit totalitären Systemen zu tun. Das in den 1940er Jahren erschiene kleine Büchlein, unterschrieben mit "Ein Märchen", erzählt von der in England gelegenen Herren-Farm. Der Farmer Jones behandelt, wie es so üblich ist, seine Tiere keineswegs als Freunde oder Gleichgesinnte. Sie müssen schuften, rackern und bekommen am Ende ihr Scheffelchen Futter, mit dem sie gerade so über die Runden kommen.
Kein Wunder also, dass die Tiere der Herrenfarm kurzerhand zur Rebellion aufrufen und den Farmer und dessen Frau vom Hof jagen. Die Herren-Farm wird in Farm der Tiere umbenannt, alle Tiere sind gleich, alle sollen für das, was sie sich hart erarbeiten, belohnt werden und und und. Eine wirklich schöne Idee. Doch sie geht schief. Die Schweine übernehmen allmählich die Herrschaft und aus der einstigen Losung, dass alle Tiere gleich sind, wird kurzerhand "Alle Tiere sind gleich. Manche aber gleicher." 

Als ich das "Märchen" zum ersten Mal las, das muss gewesen sein als ich etwa 15 war, begriff ich natürlich noch lange nicht, was eigentlich hinter dieser Fabel steckt. Nun, beim Wiederlesen, sind die Parallelen zur Sowjetunion, bzw. Russland mehr als deutlich. Die Grundidee ist jedoch so aktuell wie eh und je. Und das ist das eigentlich Erschreckende an diesem Buch. 

Sehr schön ist auch ein Abdruck eines Textes Orwells zur Pressefreiheit, in der die Umstände zur Veröffentlichung beschrieben werden und auch die damalige Zensur hart kritisiert wird. In meinen Augen gehört dieses Buch zu denen, die man wirklich gelesen haben sollte. Nicht zuletzt, weil die Thematik an sich trotz der Parallelen zum damaligen Russland zeitlos ist.





8. September 2015

Gemeinsam Lesen

am Dienstag, September 08, 2015 4 Kommentare

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Ayla und der Clan des Bären von Jean M. Auel. Ich bin auf S. 46.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Diese Laute waren seltsam, so anders als das, was die Clan-Leute herausbrachten.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Bis jetzt noch nicht sonderlich viel :D Ich bin ja noch recht am Anfang. Mir gefällt das Buch bis jetzt sehr gut, manchmal ist die Sprache schon etwas arg verschnörkelt. Aber da findet man sich rasch ein.

4. Wenn du eine Figur deiner Wahl in deinem Buch wärst, würdest du dann eher zu den ,,guten" Hauptprotagonisten gehören oder unter die ,,fiesen" Antagonisten gehen?
(Frage von Julia von Lizoyfanes)
Oh Gott, ich hab echt keine Ahnung. Bei den guten wäre ich wahrscheinlich fehl am Platz, weil ich gar nicht den Mut hätte mich gegen die Bösen zu stellen. Bei den Bösen möchte ich aber auch nicht sein, die verlieren ja am Ende immer :D Als stummer, parteiloser Beobachter wäre ich denke ich am geeignetsten :D 

7. September 2015

Katharina Gerlach: Die Waldhütte

am Montag, September 07, 2015 0 Kommentare
Die Waldhütte
Schätze neu Erzählt
Katharina Gerlach

Independent Bookworm
90 Seiten
eBook: 2,99 €
Taschenbuch: 5,99 €

Studiert man Germanistik, stolpert man irgendwann zwangsweise über die Gebrüder Grimm, denn diese gelten als Begründer dieses Fachs.  Auch ich liebe - ganz fachgetreu - die Brüder, vor allem Jacob. Und so kam es mir wirklich mehr als gelegen, als Katharina Gerlach mich bat, ihre Waldhütte  zu rezensieren. 

Bei Die Waldhütte  handelt es sich um eine Neuerzählung des Märchens Das Waldhaus,  welches im Anhang des Buches im Übrigen auch nachgelesen werden kann. (Großer Pluspunkt! Bei diesem Märchen handelt es sich um eines der weniger bekannten der Brüder.) Tessa, eine junge Mechanikerin, ist eine begabte Erfinderin. Doch ihr Geschick wird ihr zum Verhängnis, als Prinzregent Jorge den König vom Thron stürzt und die Technik als Feind der Zauberei aus dem Königreich verbannt. Denn allein die Mechanik kann den Fluch, der auf dem gefangenen König und dessen Familie lastet,  brechen. Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln muss Tessa ihr Leben riskieren, den König zu retten. Die Adaption ist definitiv mehr als gelungen. Es handelt sich um eine eigenständige Geschichte, die dennoch deutliche Verwandtschaft zum Original zeigt. Die Personen hat Gerlach gekonnt gezeichnet, sie wirken trotz der Kürze sehr vertraut. Natürlich baut man als Leser auf nur knapp 90 Seiten keine Beziehung zu den Protagonisten auf, dafür aber hat Gerlach die Personen doch schon recht greifbar gestalten können. Die Sprache war sehr flüssig und angenehm zu lesen, allein die teilweise etwas flapsige Ausdrucksweise erinnerte mich daran, dass es sich um kein Märchenoriginal handelte. Denn den Märchenton hat Gerlach bis auf jene Stellen wirklich sehr gekonnt getroffen. Es handelt sich daher insgesamt um ein wirklich sehr gelungenes, modernes Märchen. Ich habe nichts auszusetzen. 


Montagsfrage

am Montag, September 07, 2015 3 Kommentare

Montagsfrage: Thema Book Haul, schlagt ihr manchmal richtig zu?


Jetzt werde ich euch mit einer Aussage überraschen, die für Bücherwürmer, Buchblogger und co. ganz sicher fremdartig und exotisch wirkt: Ich kaufe so gut wie nie Bücher. 

Aber keine Sorge, ich mopse sie mir auch nirgends. Ich bin schlichtweg ein exzessiver Bibliotheks-Nutzer. Ich bin in insgesamt zwei Büchereien angemeldet plus Universitäts-Bücherei, wo man hier und da auch über mögliche  Privatlektüre  stolpert. Gerade in der Abteilung Literatur ;) Ich kaufe daher wirklich sehr, sehr, sehr selten Bücher. Meist nur, wenn ich Bücher bzw. Autoren so gut finde, dass ich sie immer wieder lesen werde (z.B. Harry Potter, Die Tribute von Panem, Die unendliche Geschichte) oder wenn ich sie sammle (z.B. diese niedlichen kleinen Taschenbücher oder die Bücherreihen von Nalini Singh). Ansonsten halte ich mich wirklich arg zurück. Kaufe Bücher meist nur dann, wenn ich sie für die Universität brauche.  

2. September 2015

Sabine Niedermayr: Engelsmacht

am Mittwoch, September 02, 2015 2 Kommentare
Engelsmacht
von Sabine Niedermayr
Elvea Verlag (2015)
334 Seiten

eBook 3,99 €
Taschenbuch 12,99 €

Stell dir vor: Die Welt versinkt im Chaos, Naturkatastrophen bahnen sich an, du siehst einen gruseligen Menschen den kein anderer sieht und zu allem Überdruss bist du dir deiner komplizierten Gefühle für deinen besten Freund nicht im Klaren. 

Kate und ihre beste Freundin Ann befinden sich auf dem Weg zur Schule, als die U-Bahn die Fahrt wegen eines tragischen Selbstmords auf den Gleisen  unterbrechen muss.  Wenig später, als die Mädchen in der Stadt ihr Mittagessen beim Lieblingsitaliener genießen, werden die Zeuge eines weiteren dramatischen Unfalles, bei dem ein Mensch ums Leben kommt.  An beiden Unfallorten begegnet Kate Personen, die nur sie zu sehen scheint und die in ihren Augen eine unfassbare Tiefe tragen.  Doch noch glaubt sie an einen dummen, wenn auch tragischen Zufall. Dem Ausflug mit ihrem besten Freund Jim steht zumindest nichts im Weg. Doch auch dieser endet damit, dass ein Beben den nahegelegenen Berghof zerstört und Kate erneut einem Fremden begegnet, dessen Augen sie zu durchbohren drohen. Und als stünde die Welt der Siebzehnjährigen noch nicht gründlich genug auf dem Kopf, stellt sie sich endlich dem klärenden Gespräch mit Jim über seine Gefühle, die sie nicht erwidert. 

Die kommenden Tage vergehen, der Kontakt zu Jim ist abgebrochen und die Katastrophen häufen sich. Ein riesiger Vulkan droht auszubrechen, die Welt versinkt in lodernder Hitze und immer wieder begegnet Kate jenen unheilvollen Menschen, bis sie einem von ihnen in eine Kirche im Randgebiet der Stadt folgt und von Pfarrer Joachim erfährt, dass die Welt dem Untergang geweiht ist und sie allein das Schicksal abwenden kann.

INHALT. Am Anfang war ich - zugegeben - etwas voreingenommen. Mir kam das alles zu christlich und kirchlich daher. Von wegen Weltuntergang, Gott hat den Sündern einen Racheengel geschickt, die Apokalypse naht. Ich befürchtete einen eher stereotypen, sehr christlich angehauchten Roman.  Doch der Plot hat sich echt super entwickelt. Die Idee finde ich ehrlich gesagt genial, vor allem der Schluss ist grandios. Ich hatte mir ja wirklich so manchen Gedanken gemacht, wie das nun noch enden würde. Und ich habe ehrlich gesagt bis zur vorletzten Seite keine Ahnung gehabt, wohin all das nun führen würde. Chapeau! Außerdem finde ich die Geschichte, bzw. den dahinter stehenden Gedanken sehr interessant und wichtig. In diesem fast schon dystopischen Jugendroman geht es um eine sehr wichtige Grundaussage: wir Menschen machen uns selbst und unseren Planeten kaputt. Und wenn wir uns nicht ändern, werden wir die Folgen zu spüren bekommen. Ich glaube zwar nicht, dass ein Racheengel Gottes uns unsere Sünden vorwerfen wird, aber nachdenklich hat mich die Geschichte allemal gestimmt. 

LESEGEFÜHL. Das Lesegefühl war am Anfang etwas... negativ. Es gelang der Autorin zu Beginn des Romans leider nicht ganz, Spannung aufzubauen. Entsprechend schleppte sich die erste Hälfte von "Engelsmacht" wirklich. Erst mit Einsetzen des großen Bebens - was erst etwa nach einem dreiviertel Buch geschieht - wird es richtig, richtig spannend, sodass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte. Dementsprechend habe ich für die ersten Seiten auch deutlich länger gebraucht und nun die letzten 100 Seiten oder wieviel es waren regelrecht inhaliert :D 

PERSONEN. Was die Personen angeht bin ich wirklich etwas zwiegespalten. Ich konnte mich während des gesamten Romanes nicht für Kate, Ann oder Kates Familie erwärmen?! Es ist nicht so, dass ich  etwas Negatives im Bezug auf diese Personen empfinde. Aber richtige Sympathie oder dieses "Mitfühlen" kam nicht recht auf. Jim hingegen habe ich sofort gemacht, er wirkt auf mich als Leser auch irgendwie etwas lebendiger. Leider kann ich hier aber wirklich nicht genau sagen, woran es liegt. Das war eher so ein Gefühl. 

SPRACHE. Sprachlich war der Roman okay, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen. Problematisch fand ich, dass viele Sätze ZU bemüht klangen und dementsprechend verschachtelt oder kompliziert wurden. Da musste man dann schon einmal mehr nachlesen, um mitzukommen. Gerade bei Passagen, die Stress und Hektik vermitteln sollen, wirkte das eher ermüdend als mitreißend. Problematisch für mich war auch teilweise das Vokabular bzw. Verständnis des Vokabulars oder der Zusammenhänge. Jause ist z.B. so ein Wort. Das musste ich erst googlen, gerade weil es von der Autorin sehr häufig gebraucht wird. Was mich auch irritierte - und ich bitte um Aufklärung! - war, dass die Mädchen sich zu Schulbeginn die Schuhe im Umkleideraum auszogen?! Trägt man in Österreich Pantoffeln während des Unterrichts? Begann jeder Tag mit Sportunterricht? Oder bin ich einfach zu blöd, um das nun zu verstehen :D 

FAZIT. "Engelsmacht" ist ein Buch mit einer unglaublich schönen und nachdenklichen Geschichte. Hier und da hapert es an der sprachlichen Umsetzung, weshalb ich ein Sternchen weniger vergebe und somit bei 4/5 Punkten ankomme.






1. September 2015

Gemeinsam Lesen

am Dienstag, September 01, 2015 10 Kommentare


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Farm der Tiere - Ein Märchen" von George Orwell und "Engelsmacht" von Sabine Niedermayr. Bei Orwell bin ich auf S. 26/132 und bei Niedermayr auf S. 141/229.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Ein schriller Ton riss sie aus den apokalyptischen Bildern, die sie in ihren Träumen verfolgten, einer brennenden Welt, die ihr mittlerweile so vertraut und wirklich erschien, beinahe real. (S. Niedermayr)

Und wie sie sich plackten und schwitzten, um das Heu einzubringen! (G. Orwell)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Zu Orwell gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe dieses Buch bereits gelesen vor ein paar Jahren. Häufig wird davon gesprochen, dass es sich bei diesem "Märchen" um eine Parabel auf die sowjetische Geschichte handelt. Da ich damals, als ich das Buch zum ersten Mal las, noch nicht viel davon verstand, betrachte ich es nun doch etwas genauer und versuche zwischen den Zeilen zu lesen. Mal schauen, ob mir das gelingt.

Engelsmacht von Sabine Niedermayr  ist ein überraschenderweise sehr nachdenklicher Roman. Ich war auf ein so ernsthaftes Thema mit einem so greifbaren Hintergrund nicht gefasst. Das gebe ich ehrlich zu. Leider finde ich den Schreibstil hier und da etwas verwirrend, die lokalgebräuchlichen und für mich entsprechend nicht ganz verständlichen Worte wirken manchmal etwas irritierend, z.B. spricht Niedermayr häufig von einer "Jause". Hier musste ich tatsächlich erst einmal Google bemühen um herauszufinden, dass es sich um das österreichische Wort für Pausenbrot handelt :D Lacht mich ruhig aus, aber darüber bin ich tatsächlich gestolpert. Zudem sind einige Sätze wirklich stark verschachtelt (siehe Zitat oben), was sich negativ auf den Lesefluss auswirkt. 

4. Wenn du den Rest deines Lebens nur noch ein Genre lesen dürftest, welches wäre das und warum? (Frage von Don't forget to dream und Anastasia's Welt)
Oh, das ist ganz schwierig. Gerade weil ich so eine Person bin, die ja fast alles liest und liebt?! Wenn ich wirklich nur noch ein Genre lesen dürfte, wären es vielleicht Krimis. Ich kann das aber kaum begründen und an sich ist dieser Gedanke, nur noch ein Genre zu lesen, regelrecht unerträglich :D Aber doch... ich glaube, ich würde mich für den Krimi entscheiden. Ein guter Krimi geht immer. 
 

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